Aussendämmung bei "Nichtsichtbarem"Fachwerk

21.06.2010



Ich weiss, die Frage hatte ich so ähnlich schonmal, aber leider war noch nicht die glasklare Antwort dabei...

Meine Frage ist die: es ist so, dass wir nachdem wir das Ständerwerk erneuert haben die Gefache mit 2DF Leichtlehmsteinen ausgemauert haben. Darauf befindet sich zum Ausgleich von Unebenheiten eine 2-5 cm dicke Schicht Lehm /Mörtel, dann Lehmunterputz und Lehmoberputz. Soweit der Aufbau nach innen, nach außen ist es so, dass als wir gemauert haben der Aussenputz nochstand und wir versucht haben die Lehmsteine mit Lehmmörtel daran zu pressen.( Ich hoffe ihr könnt euch das irgentwie vorstellen, das Haus hat nach aussen KEIN Sichtfachwerk) Der Aufbau des Aussenputzes ist zum Teil nur eine ca.3-4 cm dicke Schicht Putz, und zum Teil verputze Heraklithplatten.
Wie ist eure Meinung zum Wandaufbau? Muss ich da noch dick von aussen dämmen und wenn ja wie am ? Wäre es möglich den Aussenputz dran zu lassen, da ich mir ja sonst den ganzen Mörtel und ggf. die Lehmsteine kaputt reiße..
.Machmal hab ich das Gefühl das wir hier alles voll falsch machen.. und an anderne Tagen denke ich hey das ist echt gut so wie wir das hier machen.
Wie ihr seht bin ich total verunsichert und manchmal ist mir das hier auch alles ziemlich über den Kopf gewachsen. Würde mich über ehrliche, vielleicht auch aufmunternde Beiträge sehr freuen.
Viele Grüße Ulrike





Hallo Ulrike,

aus der Entfernung ist schwer zu sagen wie Ihr verfahren solltet.
Das hängt maßgeblich vom vorhandenen Putz ab.
Es kann durchaus Sinnvoller sein den Altputz komplett zu entfernen und diesen, gegebenenfalls mit Dämmung neu aufzubauen.
Holt euch doch mal einen Fachmann zur Beratung ran.
Der kann auch den Unterschied bezüglich des Aufwandes besser abschätzen.


Grüße aus Schönebeck



Moin Ulrike,



wir haben ab OG auch mit Zement verputztes Fachwerk und ich habe mich für einen Kompromiss entschieden: Ich habe rund um die Fenster den alten Putz entfernt, auch um zu gucken, wie die alten Balken drunter aussehen. Die fehlende Putzstärke mit Brettern ausgeglichen und darauf WDVS.

Ansonsten sehe ich keinen Grund etwas, was 60 Jahre gut gehalten hat wegzureissen und unnötig Bauschutt zu produzieren.

Wenn ihr grössere Risse im Altptz habt, lohnt sich da mal eine Blick auf das Holz drunter.
Was das Heraklith nur an einigen Stellen soll ist mir unklar, ausser drunterliegende schäden zu kaschieren bzw. grössere Unebenheiten auszufüllen.

Ist es "massiv" Heraklith oder die berüchtigten "Sandwichplatten" mit Styroporkern? Dann runter damit!

Wie ist denn euer bisheriger Dämmstandard (Dach, Fenster) ?

Gruss, Boris



WDVS als Mittel der Wahl.....?



Hallo,
erstmal vielen Dank für die Antworten.
Die Fenster sind von 1994 und doppelt verglast, der kleine Dachboden ist gar nicht gedämmt, aber wir wollten zum Herbst hin die Geschossdecke dämmen, da wir den Platz dort oben nicht nutzen können/brauchen.
Nein es ist kein Styropor in irgendeinerweise mehr an der Wand, und ich scheue mich ein wenig vor WDVS, aber ich habe auch schon drüber nach gedacht, ob das nicht doch ginge, da der Putz ja noch steht, und nach innen hin alles atmungsoffen ist.....
Vielen Dank für weiter Anregungen.
Ulrike



Nun,



ein WDVS muss nicht zwingend aus Styropor und Kunstharzputz bestehen ;-)).
Es können auch Holzweichfaserplatten in Lehm gebettet werden und mit Kalkputz auf einem geeigneten Putzträger verputzt werden.
MfG
dasMaurer



geeigneter Putzträger.......



mhhh ob man den bestehenden Putz als geeigneten Putzträger bezeichnen kann?
Am Einfachsten und mir am Liebsten wäre es, wenn wir einfach was von aussen auf den Putz pappen können, was auch immer.....damit wir nicht den ganze Kram runterreissen müssen und uns bestimmt zu Teil Lehmziegel mit rauskommen, da wir die ja extragut festgepappt haben... aber sind Holzweichfaserplatten und Lehm von Aussen auf den Putz nicht "Perlen vor die Säue" das würde doch nur Sinn machen, wenn es direkt auf dem andern Lehm wäre, oder?
Ulrike



Nun,



wahrscheinlich wird der alte Putz an vielen Stellen hohl sein. Es ist also schon von Vorteil, den alten Putz zu entfernen und einen ordentlichen Neuaufbau zu machen.
Ich find´s schon merkwürdig, dass die Leute beim bauen immer möglichst einfach was neues auf´s alte bappen wollen. Wenn meine Unterhose schmutzig ist, zieh ich mir doch auch nicht einfach `ne frische drüber.
MfG
dasMaurer



mmm...



---“Ich weiss, die Frage hatte ich so ähnlich schonmal, aber leider war noch nicht die glasklare Antwort dabei…”---

Die Welt ist schlecht, keiner sagt mir hier das ich einfach nur was draufpappen soll!?

Grüße aus Schönebeck



..mh so ja nu auch nicht!!



mhh so ist es ja nu auch nicht, es soll mir ja keiner sagen das was ich unbedingt hören will!!Wir haben hier schon viel von Euren guten Tipps umgesetzt und sie haben uns auch viel zum Nachdenken angeregt und zum Teil auch aufgeregt.Tatsache ist, dass es hier so oder so noch sehr viel zu tun gibt und wir das zeitlich und finanziell natürlich gut planen müssen und ich gerne jegliches Für-und Wieder gutabwägen will.
Also bin ich weiter gespannt auf Eure gutgemeinten Vorschläge, auch wenn selbst ich ;-)) inzwischen schon eine Tendenz absehen kann......
Ulrike







---Forenreferenz-----------
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Hallo Ulrike,

aus der Entfernung ist schwer zu sagen wie Ihr verfahren solltet.
Das hängt maßgeblich vom vorhandenen Putz ab.
Es kann durchaus Sinnvoller sein den Altputz komplett zu entfernen und diesen, gegebenenfalls mit Dämmung neu aufzubauen.
Holt euch doch mal einen Fachmann zur Beratung ran.
Der kann auch den Unterschied bezüglich des Aufwandes besser abschätzen.


Grüße aus Schönebeck mehr ...
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Darum hatte ich so geantwortet.



Moin Ulrike,



anhand von ein paar Fotos könnte man ja etwas konkreter werden....

Klar kannst du den Zementputz als Störfaktor in deinem Öko-Ausbau empfinden...oder auch nicht. D.h. da wo er tragfähig ist, kannst du ihn drauflassen und "was draufbappen" solange es diffusionsoffen ist.

Wir haben Weichfaserplatten(4cm) auf Holzständerwerk(16cm) mit Cellulose ausgeblasen und den Zementputz überwiegend draufgelassen. Bezüglich der Diffusionsfähigkeit gab es von den Handwerkern hier keine Bedenken.

Gruss, Boris





@Boris

Ein Zementputz ist aber genau das was sich an einem Fachwerkhaus verbietet.

Diese Schäden an dem Turm sind wegen des in den 1920er Jahren aufgebrachten Zementputz entstanden.

[pubimg 19288]





Weil die von innen kommende Feuchtigkeit nicht durch den Zementputz diffudieren konnte hatte der EHS die kompletten Fachwerkkonstruktion befallen !
Von innen sah das dann so aus:



[pubimg 22404]



@Oliver:



Verbietet schön und gut, es mag bei mir auch ein geringer Kalkanteil drin sein, das Zeug ist aber recht hart. Dass man das nicht freiwillig auf Fachwerk draufmacht ist klar. Bei unserem Haus Anno 1946 isses nunmal drauf und ich hatte keine Lust ca.300qm runterzukloppen, da es an den Ziegeln klebt wie Gift.

Habe mich dann bei mehreren Fachleuten erkundigt, die kein Problem darin sahen, den Putz draufzulassen, solange ich mit einem diffusionsoffenen System drauf gehe. Ich hab dann lediglich rund um die Fenster den alten Putz entfernt, da ich hier die grösste Tauwasserproblematik hab und halte das für einen gangbaren Weg.

Natürlich muss sich das jemand vor Ort ansehen und entscheiden, ob das in Ulrikes Fall sinnvoll ist oder nicht.

Gruss, Boris





@Boris

Ich hoffe Du hast kein Fachwerkhaus.

Was die Sanierung betrifft.
Manchmal muss man einreißen um vernünftig aufbauen zu können.

Kurios find ich immer wieder, wie viele Leute beim Autokauf keine Kompromisse kennen, weder bei Ausstattung noch bei Farbe. Klimaanlage ein Muss.
Beim Haus egal, es jagt ein Kompromiss den nächste.
Das Auto wird 3 Jahre genutzt, und das Haus?


Grüße aus Schönebeck