Geklebte Spanplatten entfernen

19.08.2013



Moin,

wie wollen unser 74´er Fertighaus ausbauen / sanieren.
Keine Geruchsbelästigung, keine Beschwerden. Brauchen einfach mehr Raum unterm Dach und wollen soweit es geht in dem Arbeitsschritt die belasteten Baustoffe aus den 70ern entfernen. Die niedrigen Zinsen ausnutzen usw...

Die Fassade soll von einem Fachunternehmen mit Holzfaserplatten und Putz neu aufgebaut werden, die Giebel eine Holzfront bekommen. Die Fussböden wurden schon mal von der Kellerplatte aufwärts neu gemacht. Fenster aus 95 (noch OK).

Das Dach möchte ich in Eigenleistung ausbauen.
Der Vorbesitzer hat in kleinstarbeit unter den geklebten Spanplatten nachgedämmt, was zur folge hatte, dass dort keine Luft mehr zirkuklierte und die platten teilweise "gammeln" und instabil sind, also raus damit. Einfach nur OSB rauf und glücklich sein will ich nicht.

Ich möchte Stück für Stück die alten Spanplatten entfernen.
Die alte Dämmung entfernen.
Neue Mineralwolle einlegen.
22mm OSB rauf und verschrauben.
Dann das Dach dämmen. Aufbau von Innen nach Aussen. 12mm Rigibs auf 18mm OSB. Zwischenfachdämmung ca. 20cm. Unterspannbahn ist vorhanden.Die OSB-Platte sollte Dampfsperre genug sein. Wenn nicht bitte ich um Tips, wo Diese am Besten anzubringen ist.
Wenn das erledigt ist 5mm Holzfaser Trittschall Verlegen und Laminat rauf.

Der Ärger beginnt damit, dass ich die geleimten Spanplatten nicht sauber von den Balken bekomme. Ich weiss, dass diese zur Aussteifung vollflächig verklebt sind, daher sollen diese auch in 5qm Abeilungen mit den OSB-Platten ersetzt werden.

Lange Rede ganz viel Schwachsinn: Ich brauche ein Werkzeug, dass die Eigenschaften von Handkreissäge, Hobel und Oberfräse vereint.

Schnittbreite sollte zwischen 2 und 4cm sein. Schnitttiefe 2cm.

Gibt es so etwas ?

Ich habe 2 Techniken ausprobiert:
1. Ich Säge mit einer Handkreissäge und angeschraubten Anschlagsbrett entlang der Balken mit einer Schnittiefe von 21mm. Es bleibt also der 4cm breite Balken mitsamt der darauf verleimten Spanplanne stehen. Es folgt Rohe Gewalt und anschliesendem abhobeln mit Elektrohobel. Erfolg Mässig und verdammt anstrengend.

Versuch 2. Oberfräse am Anschlagbrett mit 2cm Tiefe und 1cm Breite. Geht, ich komme damit aber auf knapp 1000m Fräslänge. Meine 50€ Billig Oberfräse wird das wohl nicht schaffen...



Ich nehme, auch gerne generelle Anregungen zu meinen Plänen entgegen ;-)



Dachsanierung



Sie müssen erst einmal eindeutig feststellen, ob die Dacheindeckung hinterlüftet ist. Wenn es nur eine Lattung quer zu den Sparren gibt, ist sie es nicht und Ihr Dachaufbau wird so nicht funktionieren. Ich vermute mal, das die Lüftungseben fehlt; war damals noch kein Begriff.

Dann müssen Sie klären, von welcher Qualität Ihre Unterspannbahn ist bzw. welchen sd-Wert sie hat (Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke). Wenn er über 0,02 liegt, zählt sie zu den Dampfbremsen und ist auf der Außenseite ungeeignet für eine Dämmung. Sie wird bestimmt einen höheren sd-Wert haben und eher eine starke Dampfbremse sein.

Sie können den beschriebenen Aufbau langfristig nur schadensfrei -nicht hinterlüftet- dämmen, wenn Sie innen eine Dampfbremse/Dampfsperre mit einem wesentlich höheren sd-Wert einbauen; nach der Faustregel mindestens mit 6 x höherem Wert als außen. Das wird aber nicht zuverlässig funktionieren (Verarbeitungsfehler, Anschlußfehler, Flankendiffusion etc.)

Oder Sie arbeiten innen mit einer feuchtevariabler Dampfbremse, die im Winter einen höheren sd-Wert hat, als im Sommer (Zauberfolie !!! - wenn´s denn dauerhaft geht) und eine Rücktrocknung in den Raum hinein ermöglicht.

Grundsätzlich sind das alles Kunstgriffe, die nicht wirklich langfristig Sinn machen. Am besten decken Sie das Dach ab (... abesthaltiges Welleternit ? ...), erneuern die Lattung und bauen eine Konterlattung als Lüftungsebene ein.
Auf den Sparren außen kommt eine DWD-Platte (diffusionsoffenen Holzfaserplatte). Dann können Sie nach innen dämmen und das Gefach mit einer OSB-Platte schließen.

Welche Höhe haben die Sparren bei 4cm -äußerst sparsamer- Breite? Ggf. müssen Sie sie aufdoppeln, um auf eine ausreichende Höhe für die Dämmung zu kommen. Bei der Dämmstärke ist die EnEv zu beachten mit U-0,25 für die Dachdämmung.

Der Dachausbau ist darüber hinaus bauantragspflichtig, wenn er nicht vorab im Fertighaus als Option bereits genehmigt worden war. Dabei geht´s um Fluchtwege/Brandschutz und die Eignung zu Wohnzwecken nach der Bauordnung (Belichtung, ausreichende Stehhöhe, Treppenbreite etc.)

Das Problem der verklebten Spanplatten ist keins. Sägen Sie entlang der Sparren und lassen Sie den Rest auf den Sparren einfach stehen. Seitlich an die Sparren schrauben Sie eine ausreichend bemessene Bohle, z.B. 4x20 cm, die den Sparren aussteift und eine gefluchtete Fläche für die OSB-PLatte schafft.



Dachgeschossausbau



Wobei zu überlegen wäre ob der Ausbau dieser auch aussteifenden Scheibe wirklich notwendig ist. Vermutlich ist der Belag durch Kondenswasser geschädigt worden das im Winter durch Undichtigkeiten in den Dachraum gelangte. Die Einschubtreppen (oder Türen) zum unbeheizten Dachboden sind oft nicht richtig gedichtet, dort strömt warme Innenluft in den Dachboden, die Schäden häufen sich dann dort. Vielleicht genügt es auch partiell durchzureparieren.