sanitärräume im holzrahmenbau

13.09.2010



problemstellung: Wandaufbau im sanitärbereich bei holzrahmenbau

folgende ausgangssituation:
außenwandaufbau:
horizontale Lärchenholzlattung, 24/60 mm
vertikale Lattung (Hinterlüftung), 20 mm
Weichfaserplatte, bituminiert (Winddichtung, dampfdurchlässig), 12 mm
OSB-Platte, 18 mm
Dämmung (Zellulosedämmung), Ständer, 150 mm
OSB-Platte, 18 mm
Holzwerkstoffplatte (Sperrholz, dampfdicht), 12 mm
Lattung (Installationen), Wärmedämmung, 50 mm
zementgebundene Holzfaserplatte (oder Gipsfaserplatte), 12 mm

wie sieht der Aufbau von wänden im sanitärbereich bei holzrahmenbauten in der regel aus?
könnte man Fliesen direkt auf die holz/gipsfaserplatte aufbringen?

herzlichen dank im voraus!

l.





Hallo,

da gibt es wegen der hohen Dampfbelastung meistens noch eine richtige Dampfsperre aus PE-Folie, mind. 0,2 mm.
Fliesen auf Holzfaserplatte: ja, aber vorher Abdichtung kleben-
Gipsfaserplatte: ja, auch rate ich aber wg. möglicher undichtigkeiten von ab.

Grüße



Bei einem normal Holzrahmenbau



habe ich bzgl. der Badezimmersituation keine Bedenken. Es wurde geschrieben, dass ein dampfdichte 12 mm Sperrholzplatte eingebaut wurde. Handelt es sich hierbei um ein spezielle Produkt? Eine Sperrholzplatte ist im Normalfalle nicht dampfdicht. Sie hat einen µ-Wert 50/400.

Leider wurde in diesem Falle außen eine OSB-Platte eingebaut. Dies führt zu einem rechnerischen Kondensatanfall in der Konstruktion, allerdings im zulässigen Bereich. Ein Badezimmer wird nicht mit einem höheren Dampfdruck gerechnet, da die erhöhte Luftfeuchte immer nur kurzzeitig auftritt. Für eine gute Lüftung sollte aber immer gesorgt werden.
Wenn mehr Sicherheit geschaffen werden soll, kann eine Folie eingebaut werden. ich würde mich aber nicht für eine PE-Folie entscheiden sondern für eine Variable Folie (z.B. ProClima Intello)
Weitere Sicherheiten ergeben sich, wenn die umgebenden Bauteile in der Lage sind Feuchtigkeit zu puffern, um sie dann langsam wieder an die Raumluft abzugeben. Eine solche Wirkung erzielt man mit den Materialien Lehm und Holz am besten. Facit, so wenig Fliesenflächen wie möglich.

(Meine Bemerkungen beziehen sich natürlich nicht auf die Flächen, die direkt dem Wasser ausgesetzt sind, wie z.B. in der Duschkabine.)



Unklar



ist mit warum außen eine OSB-Platte sitzt. Damit fehlt dem Wandaufbau außen Trocknungspotential.

Ich kann im Bad nur zu Lehmbaustoffen, ggf. auch im Trockenbau raten, da diese in kurzer Zeit viel Feuchtigkeit aufnehmen.

Grüße



Moin



kann mich Gerd nur anschliessen und würde die OSB aussen z.B. durch eine DWD-Platte (diffusionsoffen) ersetzen.

Aber Sperrholz auf OSB innen???? Will mir nicht in den Kopp, was das für einen Sinn machen soll. Auch nicht, was da noch eine Folie soll, solange der Putz drüber genügend feuchteregulierende Eigenschaften aufweist. OSB ist doch quasi dampfdicht, der vermeintliche Rest könnte nach aussen "abdampfen".

Gruss, Boris



Ich weiß nicht,



woher die Mär von der dampfdichten OSB-Platte kommt.
OSB-Platten haben z.B. einen µ-Wert von 30/50 von einem anderen Hersteller wird der Wert mit 94 angegeben.Damit haben sie bei 18 mm stärke einen sd-Wert von 0,54 bis 1,70 m. Dampfdicht ist das sicher nicht, aber entsprechend abgeklebt natürlich luftdicht.



@Fred:



Danke für die Aufklärung, nur was sagt mir das von der praktischen Seite, ausser dass ich die andere Seite nicht vollständig dampfdicht ausführen sollte!?

Gruss, Boris



@Boris



für dieses Vorhaben, ich gehe davon aus, dass die Wände bereits stehen, sagt uns das erst einmal gar nichts. Berechne ich die Wand nach Glaser habe ich einen Tauwasseranfall von 0,2 kg/m² bei einer Verdunstung von 0,7 kg/m². Die Konstruktion funktioniert also.
Wem die Sicherheit nicht groß genug ist, dass kann die Werte durch den Einbau einer zusätzlichen Dampfbremse verbessern.
Plane ich den Wandaufbau ohne die äußere OSB-Platte, ist die konstruktion tauwasserfrei und ich brauche mir weiter gar keine Gedanken zu machen. Damit habt ihr beide recht.
Ich wollte nur der Bemerkung OSB ist dampfdicht einmal ein paar Zahlen gegenüber stellen, damit man sie besser beurteilen kann.