Bauanleitung von Ytong zwischen Fachwerk

10.08.2010



Guten Tag,

meine Scheune aus Holzfachwerk wird renoviert. Aktuell ist an der Giebelwand auf einem Balken eine Mauer von ca 4m x 1m aus Bimsstein aufgebaut. Dieser Balken wird ausgetauscht. Dabei wird wohl die Bimsmauer entfernt.
Ich möchte dies nun mit Ytong-Steinen selbst errichten.

Wie bekomme ich nun eine stabile Verbindung zwischen Balken, Ständer und den Ytong-Steinen her?



Fachwerkausmauerung



Mit Dreiecks- oder Trapezleisten im Balkenfeld und den entsprechenden Nuten im Stein. Bitte weichen Mörtel, am besten Kalkmörtel PI oder Dämmmörtel verwenden!
Ist der Giebel auf der Wetterseite?
Gibt es Fotos vom Giebel?

Viele Grüße



Genau,



eine ganz normale Fachwerkausmauerung. Entweder mit Mörtelnut in den Balken oder Dreikantleisten. Entscheidend ist es, das Mauerwerk im Gefach gegen verschieben nach innen oder aussen zu sichern. Mehr an Verbindung soll nicht erfolgen. Das Mauerwerk hat keine statische Funktion, sondern ist lediglich Füllung.
MfG
dasMaurer



Fachungen



Lehmsteine/Lehmmörtel sind auch nicht zu verachten :-)

gruß P



Bausparvertrag aufstocken



ich glaube das wird wohl eine Weile gut gehen, dann werden sich aber Risse bilden. Die Materialien sind einfach zu unterschiedlich und passen nur auf den ersten Blick wirklich zueinander.

Ytong, bzw. Porenbeton hat in Gefachen nicht wirklich etwas verloren. Porenbeton lässt sich zwar leicht zuschneiden und wird deshalb gerne verwendet – aber das waren eben schon die Vorteile - und diese kann der Lehm / Lehmsteine mithin auch aufweisen.
Die Hölzer des Tragwerks und die Ausfachungen sollen über viele Jahre miteinander leben und so ist es wichtig das diese systematisch zueinander passen.

Giebelwand: In die Konstruktion eindringende Feuchte (von innen und von Außen) soll möglichst schnell wieder abgeführt werden. Die "Flussrichtung" sollte hierbei immer vom Holz weg zur Ausfachung gehen. Da bei einer Lehmausfachung unter funktionierenden Bedingungen das enthaltene Wasser schneller abgegeben werden kann als das oft ganz oder teilweise unter Verschluss stehende Holz stimmt hier die "Richtung" die das Wasser einschlägt. Je größer die homogen am Holz anliegende feinporige Fläche, desto schneller ist das Wasser dort wo es hingehört => raus. Ein Porenbeton mit weitaus größeren Poren leistet dies bei weitem nicht und bindet die Feuchtigkeit länger.

Wasser wird in einem Bauteil normalerweise kapillar transportiert Bei unterschiedlichen Porengrößen wird dieser Transport unterbrochen bzw. behindert. Wasser in der Konstruktion wird zum Mörtel wandern, also länger am Holz anliegen. Ein Abtransport geschieht viel langsamer und wahrscheinlich nicht ausreichend. Wenn jetzt noch Zement mit im Spiel ist sollte man den Bausparvertrag aufstocken – ebengleiches gilt für Kleber.

Eine funktionierende Ausfachung ist z. B. Feldbrandziegel mit Lehm, wenn verputzt werden soll mit einem offenporigen Putz auf Kalkbasis. Kellenschnitt. Auch die Verwendung von Lehmsteinen wäre denkbar, kommt immer darauf an, was später innen und außen auf die Wand draufkommen soll, Trapezleisten, Kalkmörtel, etc. wie schon beschrieben. Absolut nicht geht: Zement-, Kunstharzputze, Klinker, Kunstharzfarbe und Silikone ....

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Außenputz



Hallo, vielen Dank für die Antworten. Ich werde nun Lehmsteine verwenden. Welchen Außenputz könnt ihr empfehlen. Wichtiger für mich noch:
Ich will nachfolgend selbst Streichen mit Keim-Farben. Welche Grundierung muß ich dann aufbringen?



Auf



Lehm geht logischerweise Lehm, allerdings sollte durch den Dachüberstand ein Schutz gegen allzustarken Schlagregen gegeben sein. Auch Kalkputz lässt sich hier gut einsetzen.
Bei Kalkuntergründen sollte man aber bis zur endgültigen Aushärtung des Kalks warten, sonst gibts mit Keimfarben Probleme. Den korrekten Anstrichaufbau gibts in den technischen Datenblättern des Herstellers.
MfG
dasMaurer



Lehmsteine und Kalkputz



@Kornmayer ff möchte ich mich anschließen und wie folgt ergänzen:
Lehmsteine in Fefache mauern (3-Eckleiste nicht vergessen)
anschließend Sumpfkalkputz und Ziegelgewebe aufbringen u. einputzen. Gewebe in oberer Schicht einbringen u .it Sumpfkalk oder Silikatfarbe streichen.
Aber auf jeden Fall weg von "Schwammsteinen" wie Ytong im Fachwerk.
Erstelle gerne ein Angebot auch nur für Material. Beratung gibts dann trotzdem.
Hier wurde es von uns so gemacht.