Neue Mineralwolle als Dämmstoff ins Fertighaus,stinkt das dann nach einigen Jahren wieder

13.07.2009



Hallo zusammen,

Möchte ein Fertighaus sanieren.Wegen dem starken Modergeruch in den äusseren Spanplatten. Der Geruch ist anscheinend von Chloranisol,so sagt der Fertighaussanierer der auch der Hersteller war. Mir ist klar, das ich alles von aussen Entkernen muß bis auf die innere Spanplatte und wieder neu aufbauen. Meine dringende Frage wäre, ob die neue Mineralwolle wieder zum stinken anfangen kann?(Nach ein paar Jährchen.)Habe im Forum gelesen,das man das Gefache mit Kalkmilch austreichen soll, damit wird dann der Geruch gebunden ,aber für wie lange?

Wäre gut wenn ich Antworten bekäme, womit ich weiter komm! Wenn jemand meint das geht nicht müßte ich auch wissen warum, bin echt in Bedrängnis! Vielen Dank

von Fred



Sauberes Geschäftsmodell



Hallo Fred,

wenn Du den typischen Muffgeruch schon wahrgenommen hast ist dies ein klarer Hinweis auf Chloranisole als Zerfallsprodukte – wie der Hersteller schon einräumen muss.

Probleme in Fertighäusern aus dieser Zeit machen unter anderem:
- Pentachlorphenol (PCP) - fungizid
- Hexachlorcyclohexan bzw. Lindan- insektizid
- Formaldehyd bzw. Methanal
- ...

Wenn das Haus wirklich grundliegend saniert werden soll, bleibt da nicht mehr viel übrig nach der Entfernung der Fußböden, Fassaden, der Dämmungen und der behandelten Hölzer. Der Hersteller, der das Haus aufgestellt hat kommt nach 30, 40 Jahren wieder und saniert sein Werk, da sind die Aufträge planbar. Die Arbeiten solltest Du unbedingt von jemand unabhängigen überwachen lassen.

Die Kalkmilch mag eine Weile den Geruch zurückhalten und ebenso die neue Mineralwolle, doch irgendwann, schätzungsweise nach Ende der Gewährleistungsfrist, wird das wieder durchschlagen. Spanplatten innen und außen (verm. auch belastet) und in der Mitte Mineralwolle ist auch nicht wirklich ein toller Wandaufbau, von der – wegen der dünnen Wandstärken geringen Dämmleistung – ganz zu schweigen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Mehr zu den oft verwendeten Materialien hier: http://kornmayer.com/page1/page18/page21/page21.html



Noch ein kleiner Tipp von Fred an Fred ;-)



zu den Problemen aus den Inhaltstoffen, die von Christoph Kornmayer schon genannt wurden kommen häufig auch noch Schimmelprobleme, entstanden durch nicht funktionierende oder schlecht verarbeitete Dampfbremssituationen.
Ich sehe es auch so, dass schon bevor Arbeiten in Angriff genommen werden ein unabhängiger Sachverständiger (Baubiologe, Ingenieur, Architekt) die Situation untersuchen sollte. ob die Herstellerfirma unbedingt die richtige Fa. für die Sanierung ist, müsste man prüfen. Alternative Angebote von entsprechend versierten Handwerken machen auf jeden Fall Sinn.



Sanierung wegen Modergeruch



Hallo Christoph, hallo Fred,

danke für die schnelle Antwort, das gibt echt alles zu denken,

daß die Herstellerfirma ( Okal ) mit der Sanierung noch mal Geld verdienen soll, find ich ehrlich gesagt auch nicht so toll. Aber nachdem ich so viele unterschiedliche Meinungen zum Thema Fertighaus sanieren gehört habe, dachte ich mir Okal müßte jetzt eigentlich schon genügend experimentiert haben um zu wissen welche Methode richtig ist. Jetzt habe ich aber wieder große Zweifel, zumal Okal nur 5 Jahre Gewährleistung auf die Sanierungsarbeiten gibt. Wieviel Gewährleistung ist den sonst in so einem Fall üblich ???
Übrigens würde der neue Aussenwandaufbau laut Okal so ausschauen: Das Gefache wird mit Kalkmilch ausgestrichen. Dann mit Folie ausgekleidet, anschließend kommen 120 mm Mineralwolle drauf, darauf kommt eine Gipsfaserplatte, dann 100 mm Styropordämmung zum Schluß kommt der Putz drauf. Das ergibt laut Okal einen U-Wert von 0,16.
Ich möchte aber trotzdem noch weitere Angebote einholen.

Für weitere Anregungen bin ich immer sehr dankbar.

Vielen Dank nochmal
Fred



Wenn dann richtig.



Hallo Fred,

der Wandaufbau ist ziemlich mager. Wie der Name schon sagt stecken Holzschutzmittel im Holz, da wird auch die Kalkmilch nichts dran ändern. Wenn das belastete Holzständerwerk stehen bleiben soll, muss sichergestellt werden, dass absolut nichts nach innen ausdünsten kann. Das geht nur mit einer absulut 200%ig dichten Dampfsperre. Die muss auch von innen Flächenbündig an Decken und Wänden zur Bekleidung genutzt werden, ein gefachweises auskleiden bringt rein gar nichts. schon fast mutig 5 Jahre Gewährleistung zu geben.

Gut, nehmen wir an das funktioniert und nach dem Festtackern sind alle Löcher fachgerecht verschlossen, Wände und Decken sind dicht, die Fenster fachgerecht an die Folie angeschlossen ...

Die Hauselektrik muss in einer Installationsebene, die an keiner Stelle die Dampfsperre verletzt geführt werden, sonnst müffelt es in ein paar Jahren aus den Steckdosen. Die in Zukunft reichlich im Haus vorhandene Luftfeuchte kann in genau diese Verletzungen (oder durch nicht luftdichte Spalten der Folienauskleidung) der Dampfsperre eindringen und erreicht die Mineralwolle. Hier oder im Bereich Mineralwolle/Styropor kann die Feuchte als Tauwasser ausfallen. Weder die Wolle noch das Styropor sind kapillar aktiv und das Wasser kann nur in der Dampfphase durch => nach Außen (da innen ja Folie). Hinter 10 Zentimeter Styropor kommt dort ausgefallenes Wasser nur schlecht in die Dampfphase. Das Wasser verbleibt und die Mineralwolle wird langsam zusammensinken.

Gut ist anders, möglicherweise ist die Experimentierphase noch nicht abgeschlossen. Es klingt ein wenige konzeptionslos, aber mit relativ geringem Aufwand durchzuführen. Was soll den der Spaß kosten und welche Haustyp ist es?

Die Fußbodenkonstruktion dürfte gleich behandelt sein und die gleichen Probleme bereiten. Gleiches gilt sicher für die innere Spanplatte.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



"lasst doch die Kirch im Dorf "!!!



eine alternative zu Okal:
-bauphysik. Berechnung von Dampfdiffussion und U-wert ermitteln
-Entfernen der alten Asbest-Vorhangfassade
-Entfernen der Lattung sowie der meist stinkenden,belasteten _Spanplatten aussen.
-Entfernen der alten belasteten Mineralwolle.
-Säubern der Gefache
-Anstrich mit Sumpfkalk
-Winddichtes Schließen der Öffnungen (Schalter,Steckdosen, etc.)
-Windbremsen an den Rollläden
-Abdichten der Bauelemente
-Ausfachen mit Dämmsteinen Multipor od. ähnlich 80mm.
-Schließen mit Holzdämmplatte (Auch aus statischen Gründen).
-hinterlüftete Fassade
-Fensterbänke in Naturstein (Granit)
-Klinkerriemchen 14mm
-traditionelle Verfugung
das ganze diffusionsoffen und alle Materialien mit bauamtl.
Zulassung!
!!!lassen Sie Ihr Haus nicht in Folie packen!!!
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Dieser Aufbau ergibt einen U-Wert von 0,19-0,25W(m²k)!!!
Einige unserer Kunden haben die Sanierung über kfw finanziert.
Mit zuschuss von5% bis 12,5%! Zufriedene Kunden bestätigen den Erfolg der Sanierung nach diesem System!
Gerne nenne ich ein Referenzobjekt.
Mit einem Gruß aus der Eifel
Georg Feldmann
www.fertighaus-verklinkerung.de