Fensteranbindung möglichst schalldämmend

31.10.2010 Retro



Ich plane den Einbau hölzener Sprossenfenster in ein denkmalgeschützes Backsteingebäude der Hannoverschen Schule. Die Fenster werden außen mit Kompriband gegen einen recht schmalen Gegenanschlag gesetzt. Innen schließen sie bündig mit bereits vorhandenen Laibungen aus Holz ab. Problem: Da die Fenster in die bestehende Laibung eingepasst werden, entsteht zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk seitlich eine ca, 4-5cm breite Fuge, die z.B. mit Hanf gestopft werden soll. Leider fährt Tag und Nacht in drei m Abstand die Straßenbahn, die es auf 80 dB bringt. Ich befürchte, dass sich durch das Kompriband und die Hanfdichtung ein Schallweg bilden könnte, der die ganze Investition in Schallschutzklasse 4 zunichte macht.

Über Infos zu schalldämmenden Eigenschaften von Hanf, Flachs oder alternativen Methoden zum schalldichten Schließen dieser Fensteranbindungsfugen bin ich daher sehr dankbar.



Luftschalldämmung



lässt sich durch zwei Dinge erreichen.
Masse, sprich schwere und massive Materialien oder
mehrschichtige Aufbauten.
Hier wäre es Sinvoll gewesen, die inneren Laibungen zu demontieren und anschliessend wieder zu montieren. Denn jetzt wird es mehr als problematisch, wenn nicht sogar unmöglich, die Hohlraume sauber mit Hanf auszustopfen. Ausserdem kann so auch nicht der innere winddichte Wandanschluss Fenster-Mauerwerk hergestellt werden.
Kompriband, Hanf und innere Verkleidung würden eine brauchbare Schalldämmung darstellen. Die äussere Fuge noch mit einer Deckleiste verschlossen und eine Montage mit möglichst geringer Schallübertragung.
Bei der jetzigen Situation sind die Befürchtungen berechtigt. Das sollte ein qualifizierter Fensterbauer aber vorher gewusst haben.
MfG
dasMaurer



Luftschalldämmung



Vielen Dank für Ihre schnelle Nachricht, die meinen grundsätzlichen Ansatz bestätigt.

Gerne hätte ich die Innenlaibungen ausbauen lassen. Aber nach einem halben Jahr Intensivsuche inklusive Liste der "Denkmalbetriebe" ohne ein verwertbares Angebot (sehr traurig) läuft die Zeit weg. Ganz toll waren die Vorschläge, die Innenlaibungen einfach wegzulassen. Ich habe dem Konzept "Laibungen drinnen lassen" nach langem Zögern eine Chance gegeben zumal die "alten Fenster" ca. 40 Jahre auf diese Weise verbaut waren, ohne dass es zu Schäden am Gebäude oder an den Fenstern kam. Auch der Energiepass ist selbst mit der alten Verglasung im grüngelben Bereich. Wir machen jetzt auf Basis dieser Erfahrung und in Kenntnis des Risikos zwei Pilotfenster.

Ich entnehme Ihren Hinweisen, dass der Aufbau: Kompri, Hanf, Innenverkleidung grundsätzlich gut geeignet ist, wenn es gelingt, den Hohlraum vollständig mit Hanf zu füllen?

Wäre dann beispielsweise ein Fugendämmstreifen von Flachshaus nicht einen Versuch wert? Von den Dimensionen her scheint der breitere zu passen (b60xt40mm - Sondermaße machbar). Wenn Sie sagen, das Hanf (und Flachs) auch gute schalldämmende Eigenschaften haben?



Grundsätzlich



brechen faserige Stoffe den Luftschall, siehe Stahlwolle im Auspuff;-)) und reduzieren den Schall damit. Wenn das mit dem angebotenen Dämmstreifen passt, wär´s ja gut. Alternativ aus Hanf- oder Holzweichfaserplatten passgenaue Streifen zuschneiden, die press sitzen sollten, also 2-5mm grösser. Problematisch bleibt weiterhin die innere winddichte Ebene.
MfG
dasMaurer



Luftschalldämmung



Herzlichen Dank Herr Warnecke, wir testen das, mache mich morgen an die Details. Muss mir die angesprochenen Materialien genauer anschauen. Auf jeden Fall noch Hoffnung, dass bei sorgfältiger Verarbeitung mit passgerechten Fugenmaterialien das Ziel erreichbar ist.

(Man sieht tägliche tausende "intakte" Fenster und könnte meinen, nichts wäre leichter als ein Fensteraustausch...)



Fenstereinbau..



sollte raumseitig luftdicht erfolgen ,aussen schlagregen- und winddicht , Dämmung der Montagezwischenraumes mit entsprechenden Materialien (hält der Fachhandel parat ).
Je nach Beschaffenheit des vorgefundenen Einbausituation ist das Material und die Dichtweise abzustimmen .
Bei Unklarheiten hilft der regionale Fachhandwerker oder -planer !
besten Gruß und gutes Gelingen
Jürgen Kube
Ps. "1/2 Jahr Intensivsuche "nach was ..?



Luftschalldämmung



Danke für die Tipps und guten Wünsche - grundsätzlich gehen wir es genau so an und ich glaube die passgenau geschnittene Flachsfugendämmung kann es leisten (Ich hatte auf die Beschreibung der inneren Dichtung verzichtet, weil die mittlere hinsichtlich des Schallschutzes die Sorgen bereitet). Ein sehr schönes Haus auf Ihrem Foto.

"Halbjährige Intensivsuche" nach einem Betrieb, der im Rahmen des Fensterwechsels oder als Einzelauftrag die hölzernen Innenlaibungen aus- und wieder einbaut. Es gab einen Tischler, der es konnte und die dafür erforderlichen Werkzeuge hatte, aber der ist durch einen schlimmen Unfall leider nicht mehr verfügbar. Ersatz war bei insgesamt über 10 angefragten Betrieben nicht zu beschaffen, dann "Plan B"



hab



mal irgendwo (Glashandbuch ?) gelesen, das Sprossenfenster (glasteilende) den Schallschutz grundsätzlich schwächen. Vielleicht kann das mal jemand bestätigen/Widerlegen.