Natursteinkeller für Haustechnikraum herrichten

08.07.2010


Hallo, erstmal ein Lob für das tolle Forum. Man erhält echt kompetente Auskunft hier.
Nun zu meiner Frage. Ich besitze einen Altbau, ca. 100 Jahre alt, mit Teilunterkellerung. Der Keller ist ca. 4 x 3 m mit 2m Höhe.
Auf drei Seiten ist der Keller aus Bruchsteinmauerwerk gemauert. Auf einer Seite (bei Kellerabang) ist der Keller mit Ziegel Normalformat.
Die Kellerdecke ist ein Gewölbe mit Ziegel ausgemauert und Eisenträger eingezogen.
Auf einer Seite ist eine Lüftungsöffnung ca. 50 x 30 cm nach Aussen.
Boden ist Erdreich. Es ist ein wenig klamm im Raum und es riecht modrig.

Ich möchte nun den Keller als Haustechnikraum, Wasser und Elektro bereits vorhanden, Gasanschluss und Kabelanschluss kommen noch, herrichten. Das kommt aber erst später...

Ich möchte folgendes machen:

1) Kellerabgang von aussen herstellen. Mauerdurchbruch. Kellertür einbauen.
2) Bodenplatte herstellen. Ganz normal, 10 cm Rollkies, Folie, Bewehrung unten Q188 und dann 15 cm betonierte Bodenplatte C25/30 Beton.

3) Kellerabgang der jetzt im Haus ist wird zugeschüttet und die Tür in den Kellerraum wird zugemauert.

Das sollte es gewesen sein. Putz kommt keiner dran.

Was haltet Ihr davon?





Kann man machen, man muss halt immer aus dem Haus wenn man mal in den Keller will.

Grüße aus Schönebeck



ist



denn bei den Maßen genug Abstand zwischen den Medien ?



Abstand



passt. Mir gings bei meiner Frage auch darum, wie das ganze feuchtetechnisch reagiert. Mein Ziel ist nicht ein absolut trockener Keller, aber er soll halt soweit herrgerichtet werden, das mann normal reingehen kann. Deshalb die Bodenplatte. Also Kartoffelkeller will ich ihn nicht nutzen. Und ich gewinne im EG ca. 16 m² an Wohnraum.
Nun aber zu meiner Frage..... Wenn ich die Bodenplatte reinmache, sperre ich ja die Erdfeuchte aus. Kann es dann sein, das es seitlich mehr wird mit der Feuchte, also im Bereich der Wände?
Soll ich noch 6 cm Perimeterdämmung unter der Platte machen?
Bei der Kellertür kann ich eine Nebeneingangstür mit Verglasung nehmen?
Jetzt ist eine Luftöffnung drin. Wenn ich schon eine Türe nach Aussen rein mache, sollte ich noch eine zweite Luftöffnung lassen, damit es besser durchzieht.



Moin Russi,



ohne es gesehen zu haben (gäbs Fotos?), halte ich es für heikel, so ohne weiteres eine Türöffnung in eine urprünglich vom Erdreich stabilisierte Bruchsteinwand zu stemmen. Das sollte sich jemand vor Ort ansehen.

Der Kellerabgang sollte aussen überdacht sein bzw. über einen Bodenablauf verfügen, sonst hast du den nächsten Starkregen da drin. Wenn das gewährleistet ist, sehe mit der Tür kein Problem.

Kommt da auch eine Gastherme/Gefriertruhe rein? Sonst bestünde evtl. in einem strengen Winter Frostgefahr wg. der ungedämmten Tür.

Eine zweite Öffnung hat sich in Kellern i.d.R. bewährt - du solltest im Sommer/kalten Winter halt zumachen können.

Gruss, Boris



Danke



für die Infos. Also Gully ist aussen sowieso geplant. Läuft der Kanal vom Nachbarn vorbei. Frostgefahr wegen ungedämmter Tür? Also die Seitenwände aus Bruchstein sind aussen auch nicht gedämmt und hab ich auch nicht vor. Wenn dann die Türe nicht gedämmt ist, macht doch dann nicht so viel Unterschied oder? Evtl. unter der Bodenplatte schon Dämmung. Ja Gastherme soll rein. Gefriertruhe hab ich keine.
Also wenn zweite Öffnung OK ist, dann mach ich auch eine. Evtl. mit Fenster? Dann wahrscheinlich Einfachverglasung oder?



Moin Russi,



ich hatte letzen Winter herrliche Eisblumen, da wo mein Bruchstein-Halbkeller übers Erdreich guckt, an der Wasseruhr warens dann noch 3'C... da noch mit ner Tür und Einfachverglasung wär's eng geworden. Mit der Therme drin, dürftest du da allerdings kein Problem haben.

Bodendämmung im Keller kannste dir sparen, da wäre eher die Kellerdecke zum Wohnbereich dran.

Gruss, Boris



Decke



dämmen wär sicher am sinnvollsten. Ich möchte aber das bischen Gewölbe erhalten, das ich habe. Denke das ich dann von oben dämme.Hab jetzt noch ein bisschen spekuliert, evtl. werde ich den Boden nur pflastern im Keller.



Moin Russi,



ich hab auch mal einen Gewölbekeller mit Lochziegelboden im Splittbett gesehen. Fand ich auch ne gute Lösung, weil der Boden weiter "schnaufen" kann....vielleicht sollen ja doch mal Vorräte rein.

Gruss, Boris



bei



den vielen technischen Geräschaften wäre ein "schnaufen" des Fubodens nicht so gut, da die Rostgefahr bei den teuren Ausrüstungsgegenständen doch wächst. Ein dichter Fußboden bedingt noch lange nicht eine erhöhte Feuchtigkeit in den Wänden, denn das ist ein anderer Kreislauf ...
Wenn Du eine preiswerte Tür nach außen öffnend im Keller einbauen willst, würde eine zweite Brettertür, nach innen öffnend durch das Luftpolster einen guten Dienst tun. Ein Lüftungsöffnung nach außen aber besser in der Wand und so, dass es gegen Ungeziefer und nicht gewollte Lüftung mittels Klappe und Gitter geschützt ist. Sollte meines Wissens um 200 cm2 für Gasterme sein, aber das gibt der Heizungsbauer bzw der Schorni an.



Kellerumbau



Agesehen von der Frage ob es besser ist wenn der Fußboden "schnauft" (vielleicht auch rülpst?) oder nicht sehe ich andere, m.E. wichtigere Probleme.
So soll eine Bruchsteinwand, auf der die Außenmauer des Hauses steht, durchbrochen werden.
Das ist eine diffizile Angelegenheit, da man nie weiß, wie es im Inneren der Wand aussieht. Risse und Setzungen oberhalb sind so gut wie unvermeidbar, da hier Erschütterungen auftreten werden.
Wenn man nicht aufpasst kann es auch zu noch größeren Schäden kommen.
In Bruchsteinmauerwerk einigermaßen gerade Türlaibungen hinzubekommen, ist praktisch unmöglich. Die ausgebrochene Öffnung wird viel größer, die Laibungen müssen nachträglich wieder mit Ziegeln aufgemauert werden.
Der Arbeitsraum für den Abbruch und die spätere Zugangstreppe bedingt einen erheblichen Aushub, allein für den Abbruch einen Arbeitsraum an der Wand ca. 2 x 1 m und das abgeböscht. Schon das ist mehr wie eine LKW- Ladung voller Aushub, dazu käme noch der von der Treppenanlage.
Ich hoffe man kann dort mit einem Bagger und einem LKW heran oder die Hausfrau hat zwei gesunde Hände.
Mit dem Aushub ist es nicht getan, die Treppe braucht eine Stützmauer, bei 2 m Tiefe ca. 4 m lang aus 1 Stein dickem Mauerwerk. Das sind schon mal locker 2 m³ Mauerwerk.
Die Wand kann man nicht auf den Boden mauern, dazu kommt also noch ein frostfrei zu gründendes Fundament und natürlich die Treppenstufen selber.

Bei einer Deckenhöhe im Keller von 2 m bin ich mit dem Türsturz bereits im Bereich der Decke, das wird kompliziert, egal wie die Träger spannen.
Die freigelegte Wand muß abgedichtet werden, vor allem gegen Spritzwasser im Bereich der Treppenstufen und am unteren Podest.
Die Treppenanlage sollte entwässert werden; also auf dem unteren Podest durch einen leistungsfähigen Einlauf.
Der wiederum muß an die Grundstücksentwässerung angeschlossen werden, die dafür wiederum tiefer liegen muß wie der zukünftige Einlauf.
Selbst das kann im Winter Wassereinbrüche in den Keller nicht vollständig verhindern, wenn der Einlauf zufriert und angehäufter Schnee plötzlich beginnt zu schmelzen.
Deshalb ist die sicherste Lösung eine Überdachung der Treppenanlage- das ist noch aufwändiger, teurer und kann von der Optik her verheerend wirken.
Die Tür und die nicht mehr im Erdboden befindlichen Mauerwerksflächen führen zu einer verstärkten Auskühlung des Raumes.

Mein Fazit: Wofür dieser Riesenaufwand?

Viele Grüße