Feuchter Keller

10.07.2009


Guten Abend,

ich glaube Feuchtigkeit ist bei allen Forumsteilnehmern eine Pflichtfrage, so habe ich auch eine:

An meinem FWH, Jahrgang 1691, wurde 1912 ein Anbau errichtet.
Der Keller besteht aus Bruchsteinen, die Südseite wurde mit Ziegelsteinen (wir nennen sie Russen) gemauert. Das darüber liegende Mauerwerk ist mit ausgemauerten Russen bzw. die Brandmauer im Westen und die Nordseite zum Nachbarn ohne Fichtebalken gemauert. Die Nordseite macht mir am meisten Sorgen, denn dort sind im EG die Ziegelsteine und somit die Fugen feucht.

Der Keller selbst ist derzeit Taunass und so sieht er auch aus, überall Tautropfen. Leider kann ich auch nur ein kleines Fenster kippen, um frische Luft reinzulassen.
Am Ende der Keller-Bruchsteinwand nach oben wurde die klassische Schweißbahn verlegt.

Die Nordseite zum Nachbarn ist in einem Aalen, d.h. die Sonne kann den Boden nicht trocknen. Jedoch ist die Wand des EG nicht mit der Erde verbunden. Jetzt möchte ich die Mauer im EG gerne trocken bekommen, nur wie?

Als Laie vermute ich, dass die Feuchte der Bruchsteinwand in die Backsteinwand darüber übergeht.

Frage: Wie bekomme ich die Wand trocken? Ich wollte die Nordwand aufgraben und abdichten, nur wie? Muss ein Drainagerohr gelegt werden oder reicht ein Bitumenanstrich und dann mit Styropoor abdichten, oder gar gar nix machen?

Das besondere ist, dass der Keller in seinem Inneren ca. 40 cm kleiner ist als im darüberliegenden EG. Entweder es wurde früher die Kellerwand dicker gemauert oder es wurde für das EG ein gesondertes Fundament gegraben und die neue Wand oben drauf gestellt.

Auf jeden Fall muss die Wand trocken werden, denn jetzt im Sommer ist das erträglich, im Herbst und Winter kann es aber dann ziemlich Nass werden.

Vorab allen ein herzliches Danke für die Antwort und angenehmes WE.

Beste Grüße
Markus



Feuchter Keller



Wenn der Keller Keller bleiben soll, dann ist etwas Bauteilfeuchte in den Wänden nicht das Problem.
Natursteine sind nahezu porenfrei, sie können damit so gut wie kein Wasser speichern bzw. kapillar leiten. Nur die Fläche des Mörtels ist mehr oder weniger kapillar leitfähig; das sind eher geringe mögliche Feuchtemengen. Sonst bildet sich Feuchte nur auf der Oberfläche oder im Verputz als Kondensat.
Solange kein freies Wasser eindringt, kann man sich die ganze Aufschachterei sparen.
Für einen Versatz der Wand zwischen EG und KG fallen mir drei Erklärungen ein:
1. Eine Wand wurde im Keller vor die eigentliche Außenwand vorgesetzt, um Feuchte zu kaschieren.
2. Die Kellerwand ist gleichzeitig Schwergewichtsstützmauer gegen einen Hang und deshalb dicker ausgelegt.
3. Die Kellerdecke war einmal bzw. ist als Gewölbe ausgebildet.

Wichtig ist, das die darüberliegenden Wände geschützt sind; anscheinend ist die mit der vorhandenen Schweißbahn als waagerechter Abdichtung erfolgt. Wenn die Wand des EG oberhalb der Abdichtung feucht ist, dann kann das auch andere Ursachen haben, eine nachträgliche Kellerabdichtung nützt dann gar nichts.
Versuchen Sie also zuerst und zweifelsfrei die Ursachen für die Durchfeuchtung des Erdgeschossmauerwerkes zu klären.
Dann kann man sich überlegen, wie der Mangel abgestellt und der Schaden beseitigt wird.
Wenn Sie einige Fotos einstellen, kann man dazu vielleicht Genaueres sagen.

Viele Grüße



Taunass??



Hallo,
Ihre These, das es im Sommer schneller trocknet ist leider falsch.
Sie dürfen Ihren Keller nur dann Lüften , wenn es draußen kälter ist als drinnen!

viele Grüße



Feuchter Keller



Hallo Herr Böttcher, selbst am WE im Dienst...
So, dass ist die besagte Wand. Die hätte ich gerne offen gelassen, mit sichtbaren Feldbrandsteinen. Im unteren Bereich erkennt man die aufsteigende Feuchtigkeit.

Von aussen wurde vor ein paar Jahrzehnten mal abgedichtet. Muss aber schon einige Zeit her sein. Das EG liegt zumindest nicht im Erdbereich.

Zur Dicke der Wand: Wurde denn 1912 noch mit Bruchsteinen ein Keller gemauert? Ich könnte mir vorstellen, dass dort irgend ein anderes Gebäudeteil stand, dass dann abgerissen und größer aufgebaut wurde. Allerdings ist auf den Plänen nix zu erkennen. Dass die Mauer dicker ist, könnte auch mit der Grenze zum Nachbarn zusammenhängen.

Beste Grüße und schönes WE



Feuchter Keller



und das ist der darunter liegende Keller. Heute Nachmittag waren alle Tautropfen weg.



Feuchter Keller



Was ich auf dem ersten Foto erkennen kann, sind lokale Durchfeuchtungen des Mörtels.
Das deutet nicht auf kapillare Feuchte, sondern auf von außen über den Spritzwasserbereich eindringendes Wasser.
Die Ursache für die nasse Kellerwand haben Sie selber als Kondensfeuchte erkannt.
Ich empfehle Ihnen, sich auf den Sockelbereich außen zu konzentrieren und hier nach der Ursache zu suchen.

Eine Wand, die material- und verarbeitungsseitig nie als steinsichtig erstellt wurde, so zu belassen, ist halt Geschmackssache.
Das ist so wie eine alte Autokarosseie abzuschleifen, zu spachteln und dann damit so herumzufahren.
Abgesehen von den dämmtechnischen und raumhygienischen Nachteilen gefällt mir persönlich so etwas nicht.

Viele Grüße





Bitte nochmal ein Bild von der betreffenden Wand - von Außen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Feuchter Keller



Hallo Herr Kornmayer,

hier noch mal ein Bild der Aussen-Nordwand mit dem Aalen. Es ist die Wand, die auf den beiden anderen Bildern von innen zu sehen ist



Feuchter Keller



Das sieht mir nach der Schadensursache aus.
Der Sockelbereich sollte anständig abgedichtet und das Oberflächenwasser aus dieser finsteren Klamm abgeleitet werden.

Viele Grüße



Feuchter Keller



Hallo Herr Böttcher,

die Klamm ist wirklich finsterer als das Bild hergibt...

Nur eine Rückfrage:
Wie im Bild zu sehen wurde abgedichtet. Wie weit nach unten werde ich demnächst sehen. Nur, das Ende der Platten ist ca. der Anfach der Feuchte innen. Würde bedeuten, dass Wasser sickert, zurecht, nach unten, geht in die Bruchsteinwand und von dort steigt es wieder inseits nach oben. Kann das so sein?

Fackt ist, dass ich es aufmache und ordentlich abdichte, ob das dann die Ursache war?

Beste Grüße und danke für die Hinweise.





Hallo kleiner Zaunkönig,

so ähnlich wird es sein. Bei den Styrodurplatten handelt es sich um Dämmplatten, die mit einer Abdichtung erst einmal nichts zu tun haben. Die Platten können - ohne Abdichtung an die Wand gesteckt - Regen und Sickerwasser an die Wand führen.
Beim Einbau der Platten wurde Erde ausgehoben, die Platten an die Wand gestellt und die alter Erde wieder angeworfen. Höchstwahrscheinlich wurde in dem schmalen Gang nicht weiter verdichtet o.ä.
Das Wasser wird nun nach einem Regen eher im nicht verdichteten Bereich versickern als auf der Nachbarseite. Dies führt das Regenwasser hin zur Styrodurplatte und wird zwischen den Ritzen bis zur Mauer vordringen.
Ausgraben und ordentlich machen wäre die Beste Lösung. Dauerhaft wäre es von Vorteil das Oberflächenwasser aus dem Bereich heraus zu führen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer




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