Details zum Bau eines Freiland-Erdkellers im Garten (Ziegel?/Beton?/Abdichtung?)

21.05.2011



Zuerst einmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge, die es zu diesem Thema bereits gibt. Bitte daher um Nachsicht, sollte ich das eine oder andere übersehen haben.

Ich bin im Begriff, in meinem Garten einen Erdkeller zu bauen und dazu hätte ich einige Fragen. Der Keller befindet sich ca. 1,40m unter Oberfläche. Geplant ist eine Grundmauer aus Beton (geschalt) von ca. 1m Höhe auf Fundament. Darauf dann ein Ziegel-Tonnengewölbe (r=150cm). Der Keller wird ca. 3x4m, Höhe an Scheitel ca. 2,50m. Mindestens 60cm bis 1m Erde soll dann drauf kommen.
Untergrund ist Schotter/Lehm Gemisch, Wasser sickert gut durch. In der Baugrube staut sich kein Wasser. Belüftung hab ich vorgesehen.
(übrigens: Statiker hab ich schon kontaktiert ;-))

Frage 1: Muss das Gewölbe von außen wirklich gegen Feuchtigkeit isoliert werden? Ich befürchte, dass mir der Keller dann zu trocken wird.

Frage 2: Ich würde den unteren Wandteil von 1m statt aus Beton lieber mit Ziegeln mauern, nur habe ich die Befürchtung, dass der Erddruck evtl. die Mauern eindrücken könnte.

Frage 3: viele Bekannte wollen mir Ziegel generell ausreden, mit der Begründung, sie würden unter der Erde kaputt gehen und nur kurze Zeit halten. Ist da was dran?

Vielen Dank für jegliche Hilfe!

Hanibal



Hallo



alle Erd-und Naturkeller haben ihre Eigenarten, uns hast bei der Entscheidung und Planung ein Buch sehr geholfen. In einer Ausführlichen und anschaulichen Art wurden auf Materialien und Bauweise gut eingegangen. ein Tipp von der Lehmschwalbe.
Claudia Lorenz-Ladener
Naturkeller
ökobuch Verlag
ISBN 3-922964-50-8
MfG
Ralf Pawlik



Danke



Danke für den Tipp mit dem Buch von Frau Lorenz-Ladener. Dieses Buch habe ich selbstverständlich schon durchgeackert, bin mir aber dennoch nicht schlüssig. Daher meine Fragen an dieser Stelle. Vielen Dank!



Beton, Ziegel, Abdichtung



Hallo

Das Buch hätte ich auch empfohlen als Anhaltspunkt, nicht unbedingt als astreine Bauanleitung.

Warum Beton?

tiefer ausschachten dicke Schotterschicht - Fundamente aus Kalksteinen oder Klinkern, Wandaufbau mauern - da machts auch wieder die Masse = schön dick!
Innen kann man weniger hart gebrannte Ziegel oder Klinker nehmen und aussen dann höher gebrannte (wenig Löcher)
Luftkalkmörtel selbst gemacht - ohne Trass und ohne Zement!

Wenn Sie irgend wo Sandsteinquader auftreiben können Sie die auch nehmen.

Aussen mit Schotter, Splitt oder Mutterboden arbeiten - ohne "Abdichtung".

Als Boden dann Schotter oder Schotter Splitt und Ziegel im Splittbett oder Stampflehm.

Die genaue Ausführung ist halt auch abhängig von der Art der Nutzung, wie feucht er sein soll und von den äusseren Gegebenheiten (Boden, Wasser, Aufbau etc.)

Gutes Gelingen

FK



Sehr hilfreich



Vielen Dank. Eine solche Bauweise würde mir "gefühlsmäßig" auch sehr entgegenkommen. Die meisten Leute mit denen ich gesprochen habe (auch sogenannte Fachleute) kennen sich leider mit Erdkellern wenig aus und schwören auf Beton - je mehr, desto besser - und massig Eisen rein ;-)
Zitat: "Ziegelgewölbe? - OK, aber dann außen mit Betonschicht ..."
Ich freue mich daher über handfeste und fundierte Ratschläge!
Vielen Dank.



Luftkalkmörtel?



Was ist genau der Vorteil von Luftkalkmörtel bzw. Nachteil von Zementmörtel?
Und: ist selbermachen ohne Probleme möglich? Wie gesagt: ich bin kein Maurer, hätte zumindest jemanden, der mir mit dem Gewölbe helfen kann (Zimmerer).
Zementmörtel ist mir ein Begriff, von Luftkalkmörtel hab ich zum ersten Mal in diesem Forum gelesen.



Gewölbekeller



Hallo hanibal,
Frage 1: man muß es nicht, ich empfehle meinen Bauheren trotzdem eine mineralische Dichtschlämme als Abdichtung; das bringt auch einen gewissen Wurzelschutz.
Bei zu geringer Überdeckung sehe ich zusätzlich noch eine Dämmung des Gewölberückens vor, hier ist eine Abdichtung ohnehin erforderlich bzw. ergibt sich aus der Bauweise.
Eine hohe Luftfeuchte stellt sich ohnehin ein, das geschieht über die Wände und den Bodenbereich (siehe Beitrag Florian Kurz).

Frage 2: Natürlich können Sie mit Ziegeln arbeiten, dann aber bitte mindestens 36,5 cm dick und im Verband über die Ecken durchgemauert.

Frage 3: Selbstverständlich können Sie Ziegel verwenden, allerdings sollten die frostsicher sein und wenig oder keinen Lochanteil haben. Am besten geeignet sind Vollziegel aus Abbrüchen. Was beim Abbruch nicht kaputt geht, hält auch im Keller.

Mit Luftkalkmörtel kann man den Keller ohne weiteres bauen. Ich empfehle meinen Bauherren MG II, also Kalkmörtel mit etwas Zement als Beigabe oder NHL als Bindemittel.
Warum: Luftkalkmörtel braucht in einer massiven Wand bzw. im Gewölbe lange Zeit zum durchcarbonatisieren. Wenn das Gewölbe nach 2 oder 3 Wochen ausgeschalt wird, steht bei Luftkalk nur ein Teil der Endfestigkeit zur Verfügung. Das kann zu Verformungen und Rissen führen.

Viele Grüße

p.s. Warum schreibe ich immer von "meinen Bauherren"?
Ich habe mehrere solcher Keller entworfen und konstruiert, einschließlich Lehrgerüst.



Luftkalkmörtel die 2.



Vielen Dank Herr Böttcher für die gute Auskunft. Dürfte ich noch einmal nachhaken und fragen, ob es nicht besser wäre, gleich mit Zementmörtel zu arbeiten?
Oder gibt es einen großen Vorteil, der für den Luftkalkmörtel spricht?



Gewölbedicke



Herr Böttcher (oder andere),
Sie geben eine Mindestdicke der Mauer mit 36,5cm an. Gilt dies auch für das Gewölbe selber? Oder reicht dort eine Lage (oder 2?)Abbruchziegel oder Klinker?



Gewölbekeller



Hallo hanibal,
die Dicke der Seitenwände ist erforderlich, um den Gewölbeschub abzufangen.
Rein rechnerisch braucht das Gewölbe nur einen halben Stein dick zu sein (12 bzw. 11,5 cm). Ich biete meinen Bauherren ein Gewölbe mit wechselnden Profil (zwischen 1 Stein und 0,5 Stein dick) an.
Klinker sind für ein Gewölbe zwar verwendbar, aber zu teuer. Außerdem lassen Sie sich schlechter Verarbeiten als Vollziegel.
Wenn Sie Klinker verwenden wollen dann geht auch Zementmörtel. Trotzdem rate ich Ihnen zu den weicheren Vollziegeln und dem weicheren Kalkzementmörtel. Das Gewölbe kann sich so später in gewisser Weise verformen ohne zu reißen. Solche Verformungen stellen sich nach dem Abbau des Lehrgerüstes und dem Aufbringen der Belastung immer ein. Zu starres Material kann zu Rissen führen.

Viele Grüße



Hier ist alles zu finden



http://www.neuschwander.de/1-0-Weinregal-Weinregalsystem-und-Weinkellerbau-von-Neuschwander.html

Da muss man nicht lange suchen und probieren und experimentieren.
Lange Erfahrungen und unendlichen Möglichkeiten.
Schnell, ideenreich und mit halbwegs überschaubaren Möglichkeiten erstellt und abgedichtet und genutzt.

Handwerklicher Gruß,
Udo



Sicherlich bequem



Herr Mühle,
danke für den Hinweis. Auf diese Firma bin ich natürlich bei meinen Recherchen auch gestoßen. Die bequemste Variante wäre sicherlich, das Projekt in die Hände von Profis zu geben (das habe ich z.B. bei meinem Hausbau großteils gemacht).

Jetzt reizt es mich einerseits so ein überschaubares Projekt wie einen Erdkeller (nicht an das Haus angebunden) selber zu planen und durchzuführen. Hilfe werde ich ab und zu sicher brauchen, aber eine Firma kann ich mir unmöglich leisten.

Danke jedoch nochmals für den Link!



Ziegelbeton



Hallo

ist halt auch mehr Zement und Beton und Stahl und ein bisschen Ziegel mit Löchern.

Meines Erachtens eine schlechte Industrielösung, denn die Qualität wird über Masse und Fuge definiert.

Aber wem's gefällt der machts so!

FK