Fächer austauschen gegen Holzfaserdämmplatte

29.03.2010



Hallihallo miteinander....

ich arbeite derzeit an einer energetischen Lösung für eine Kulturdenkmal in BaWü, Fachwerkhaus aus 1500. Ich habe aufgrun des Alters ein absolut inhomogenes Konstrukt unterschiedlichster Materialien.
Ich habe mir überlegt alle Gefache auszuräumen... bitte nicht wegen Denkmalschutz diskutieren!... Also: Alle Gefache ausgeräumt: Wass passiert, wenn ich die Gefache mit Holzfaserdämmstoffen fülle und im Anschluss mit Lehm verputze. Die putzfähigen Holzfaserplatten sind nicht hydrophob, büßen zwar an Wärmedämmmaß im Nassen zustand ein aber bleiben stabil und trocknen wieder aus.
Ich stehe der ganzen Geschichte auch etwas kritisch gegenüber, doch derzeit weiß ich nicht was passieren sollte, wenn ich diesen Aufbau wähle! Ich könnte von innen eine Holzverschalung ansetzen und einen Putz auf dünner Trägerplatte aufbringen. Damit hätte ich quasi eine offene Ständerbauweise erstellt, die nach innen wie nach aussen diffusionsoffen wäre. Das Holz müsste doch so recht gut geschützt sein!?
Ich weiß nicht... irgendwie glaube ich habe ich doch hier noch einen Denkfehler drinnen... ich find ihn jedoch nicht.



Tipp



Hallo

hierzu einen Literaturtipp:

Manfred Gerner: Schäden an Fachwerkfassaden
IRB-Verlag
ISBN 3-8167-4690-x

ein anderer Tipp:
Glauben sie nur den Tabellen, die Sie selbst gefälscht haben!
M.E. sind weder die U-Wert Tabellen objektiv relevant und diedaraus hergeleiteten Traumdeutungen
noch die erzogenen Lehmuntersuchungen mit dessen Wasserdampfverhalten (Kapillar - Aktivität), die auch mit Vorsicht zu geniessen sind!

Gutes Gelingen

FK

P.S.

halten Sie sich eher an tradierte Bauphysik und Baukunst



Vielleicht mit Stroh?



Hallo Bastian,

man kann auch die Gefache mit Stroh ausfüllen. Da kann man auch einfach die Wanddicke erhöhen. Innen wird mit Lehm verputzt, außen braucht man - wenn man es "original" machen will, eine Spezialmischung. Ich habe mir das angesehen und auch selber Hand angelegt.

Weitere Infos gibt's bei Frau Ortlepp (www.lehmbaukurse.de).

Viele Grüße
Wolfgang



Lehm,



...was denn sonst?...

es gibt keinen modernen Baustoff, der an die technischen Fähigkeiten von Lehm heranreicht...In alten Gebäuden ein "Muß"

Gruß...J.



@ Jürgen



Hallo

sie schreiben:
es gibt keinen modernen Baustoff, der an die technischen Fähigkeiten von Lehm heranreicht...In alten Gebäuden ein "Muß"

Wie definiert sich: "modern" und "technische Eigenschaften" genau?

Lehm hat sicher seine "guten" Seiten - aber ist bei Weitem kein Allheilmittel für alte Bauten - da gehört mehr dazu, finde ich!

FK



@FK



mehr dazu (Lehm?)...kein Allheilmittel...

doch, eben doch!

Gruß...J.



@ Jürgen



Ach so - Wenn das soooo einfach ist - dann ist ja alles gesagt und klar ersichtlich!

Das werde ich mir merken und verinnerlichen.

Danke

FK



na dann FK,



willkommen in unserer Hippiekommune...

Hippiegruß...J.



Hippi Hippi Yea Yea



Hallo

Damals als ich noch jung war - damals war ich "hippi-like"
und schon damals kursierte die Meinung mancher: "Auch die Jeans ist eine Art Uniform!"
"Laisse faire" als Erziehungsdoktrin!
Freie Sexualaufklärung á la "Zeig-Mal" von Will McBride + Fleischhauer - Hardt!
Moppeds á la "Easy Rider"
Kiffen bis zum Abwinken
Kommune
Häuser á la "Home sweet dome"
und dem Robert Allen Zimmermann - Songtext
"When will they ever learn?"

Diese Hoffnung hab ich fast schon verloren!
Vor allem wenn ich Phrasen klopfen höre!

Nur weiter so!

FK



Wie soll



die Fassade nach Fertigstellung aussehen?
Als Sichtfachwerk oder als komplett verputze Fassade.

Grüsse Thomas



oi.. ich wollte keine Streit beginnen...



Bitte ich wäre daran interessiert eine vernünftige Antwort zu bekommen. Ich bin mir nämlich ehrlich gesagt nicht sicher ob das wirklich gut ist... Holzfaserdämmung in die Fächer... von innen Brettverschalung und dann Holzweichfaserdämmung rund 16cm in die Gefache.... und dann Putz. Die Fassade soll Sichtfachwerk bekommen. Eigentlich sagt man ja, dass das Gefach einen schlechteren U-Wert haben sollte, damit wenn Wasser anfällt dieses im Gefach anfällt, wo es weniger Schaden anrichtet, da austauschbar... warum glaube ich jetzt das Holzfaserdämmung die Situation besser löst!???
Irgendwie meine ich ja, dass da der Wurm drinnen ist!

Aber wo???



Alle Gefache ausräumen...



ist doch grundverkehrt... Da steht das Haus seit 1500, was übrigens ein sehr beachtliches und eher seltenes Alter für ein Fachwerkhaus ist. Da muss man doch nicht auch noch den letzten Rest an Geschichte zerstören, so das nur noch das Gerippe steht! Zum einen wird dies wesentlich teurer als eine "behutsame" Sanierung mit Integration der alten Gefache. Zum anderen laufen Sie Gefahr mit dieser Art der "Überdämmung" gravierende Bauschäden entstehen zu lassen. Da eindringende Feuchtigkeit von Ihrer angedachten Holzweichfaserausfachung nicht im ausreichendem Maße aufgenommen werden kann, ist bei Sichtfachwerk mit Schäden am Holz zu rechnen...
In den meisten Fällen lassen sich alte Lehm- und (oder)Backsteinausfachungen wieder aufarbeiten. Die restlichen Gefache mit Leichtlehmsteinen ausmauern und von innen eine maximal 6 cm dicke Holzweichfaserplatte aufbringen, homogen in eine ausreichend dicke Lehmschicht verlegt...
Für ein Fachwerkhaus aus dem 14. Jahrhundert dürfte es zudem (bei fachgerechter Sanierung!) ordentlich Fördergelder vom Denkmalschutz geben.

Somit dürfte sich eine Kostenersparnis von mehreren Tausend Euro ergeben, welche dann z.B. in eine effiziente Heizungsanlage investiert werden könnten...

Wünsche gute Entscheidungen und das richtige Augenmaß für so ein altes Gebäude...

Mathias Josef



Es gibt verschiedene Lösungen,



eine wäre z.B. die Gefache entfernen und mit Lehmsteinen wieder ausmauern, Putztrager montieren und Verputzen z.B. mit Lehm oder Kalk.
eine andere wäre, die Gefache mit Vollziegeln ausmauern und verputzen.

Eine Dämmmasnahme von innen sollte wohl überlegt sein und vor Ort geprüft werden.
Bei Fragen können Sie auch eine Mail schicken.

Grüsse Thomas



ich will doch aber die Holzfaserplatte zwischen die Fachwerkbalken legen ....



und von innen möglichst gar nicht dämmen. Damit hätte ich die Balken nicht eingepackt und die Wand dännoch energetisch verbessert.... ?



Fachwerk aus 1500



Ich weiß ich weil ich weiß.... Wenn man jedoch der Historie in der Konstruktion gerecht werden möchte, so kann ich Gefache in aller Seelenruhe ausräumen, denn das Gefach an sich ist nicht so besonders, dass es zu schützen wäre... die Sturktur eines Hauses ist Schützenswert... doch sind Gefache in den Jahrhunderten immer wieder ausgebaut und erneuert worden... dann irgendwann in Stein ersetzt worden.. und die bleiben dann meistens recht lange....
Also nimmt mir meine Holzfaserplatte nicht genug Wasser auf!?
Was wäre, wenn ich ein Art Sandwichplatte bauen würde, wo sich Lehmschichten mit dünneren Holzfaserplatten abwechseln... irgendwie muss ich das doch innerhalb des Gefaches hinbekommen....
Merkt man nicht, dass jeder erpicht darauf ist die blöden Gefache drinnen zu lassen, wobei hauptsächlich diese das Problem darstellen!? Oder bin ich falsch... ich überlege gerade nur. Das Holz an sich hat einen guten Dämmwert... damit kann ich gut leben... wenn ich nun das Gefach so ausführen kann, dass ich kein Tauwasseraustritt habe, der Stoff also so saugfähig ist, dass im Notfall die Wärmedämmeigenschaft beeinträchtigt ist, jedoch nicht die Gefahr der Fäule besteht... dann müsste ich den Krempel doch einbauen können!?

by the way... die Heizkosten machen auch vor einem Denkmal nicht stopp... und wer kauft ein Denkmal ... vor allem ein Fachwerkhaus von 1500??? Haben sie eine Ahnung wie hoch die Räume sind, wie hoch die Qualtität der Oberflächentemperaturen ist? Die Dinger sind super günstig... das hier konnte man für 80 Tausend Euro kaufen... inklusive 300m² Grund... da war sogar noch Platz für sonstwas dabei... für z.B. 2 Neubauten :-) Man merkt das hier doch im Forum... hier gibt es ganz viele Leute die mal denken das könnte man kurz sanieren...doch längst nicht die finanzielle Puste habe... und die die sie haben, die laufen nicht durch 9m² Kammern... also dann Frage ich mich doch ob es notwendig ist die Gefache zu erhalten, von denen man tatsächlich nur die Putzoberfläche sieht! ?



Es sagt ja keiner, dass man



die Holzweichfaserplatten nicht einbauen kann, nur holzweichfaserplatten haben eben weniger Speichermasse als gemauerte.
Eine weitere Option z.B. innen die Wände mehrlagig mit Holz zu verschalen, die Gefache mit Holzweichfaserplatten zu füllen und dann verputzen.

Grüsse Thomas



... das geht also....



somit bekomme ich jedoch wesentlich günstigere U-Werte für die Wand... weniger Speichermass, richtig, aber die Holzfaser hat noch eine recht gut spez. Wärmekapazität... die von Leichtlehmsteinen finde ich nirgends... das ist meine Alternative... und ehrlich gesagt lässt die mich auch ruhiger schlafen glaube ich... aber ich will da noch etwas bohren... letztendlich müsste man rechnen ... doch Lamda 0,21 zu 0,04 sind schon deutliche Unterschiede...ne Dampfbremse innen kommt nicht hin, nur noch eine Putztzägerplatte 22mm Holzfaser... Dann komme ich auf nen U-Wert für das Gefach auf ca 0,25 ....

das hier macht mir jedoch sorgen:
http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1999037108329

Lamda würde demnach eher zum Leichtlehmziegel gehören...
Mir kann das keiner erklären, oder nicht?





Ich würde erst einmal prüfen lassen ob die Statik eine derartige Bauweise hergibt.
Vom Alter her sehe ich das kritisch.

Und was heißt: “es soll ein Sichtfachwerk bekommen”?
Was war es vorher?

Grüße aus Schönebeck



Gefache und Statik



Hallo

Sie schreiben:
Ich würde erst einmal prüfen lassen ob die Statik eine derartige Bauweise hergibt.
Was haben die Gefache mit der Statik zu tun????
Ich meine "real" nicht "fiktiv"!

Und zum Thema Dämmstoffe in Fachwerkfassade:
Das angegebene Buch lesen und dann beurteilen - Das ist ein Buch mit vielen Themen zur Bauschadensthematik - auch von "gut gemeinten" Sanieruungs und Verbesserungsversuchen.
Neben dem Lehm als Fassadenasperinersatz gibt die Holzwolle- oder Faserplatte auch kein Universalmittel zur Schadenstherapie ab.
Die angegebene "Werte-Mystik" ist was für Gläubige und nicht für Realisten.
Die Zeit wird dann die Spreu vom Weizen trennen - und das leider auf Kosten der Bausubstanz und der Bauherren, die dann pleite sind.
Diese Berechnungen werden meist auf der Grundlage des Jokes über die "Helmversuche" der Österreicher von der Europabrücke gemacht.

Also Vorsicht mit "Daten" und "Werten"!
Es heisst ja auch, dass "warme Luft" nach oben steigt; Warum ist es dann an Mt. Everest so kalt?
:-)
Oder: Luft ist ein schlechter Wärmespeicher! Hat man ja auch mal gelernt!

FK





Real sind alte Fachwerkkonstruktionen oft nicht mehr komplett, oder massiv geschädigt, wenn das Gefüge so gestört ist steifen Gefachausmauerungen mitunter schon erheblich aus.


Grüße aus Schönebeck



So ein Käse!



Der Satz:
Real sind alte Fachwerkkonstruktionen oft nicht mehr komplett, oder massiv geschädigt, wenn das Gefüge so gestört ist steifen Gefachausmauerungen mitunter schon erheblich aus.
spricht für sich.

Wenn's so weit kommt, sollte man die Kiste räumen und sanieren.

Das spricht von hoher Qualifikation auf dem Bausektor!

Wohl dem, der's besser macht.

Abgeschrieben ist gleich.

FK



Vielen lieben Dank für die gut gemeinten Ratschläge....



Ich stehe an den Anfängen einer Beschäftigung als Architekt... Ich habe viel gelesen.. und habe nach neuerer Lösung gesucht. Die Gefache auszuräumen ist Denkmalrechtlich so gut wie nicht machbar... die stehen schließlich für jeden alten Nagel ein, was ich nicht für logisch halte. Aber Konservatoren konservieren schließlich... auch wenn sie dies nicht oft tuen sondern in Walt Disney eine Leitfigur sehen! Egal!
Ich wollte die Geschichte mal zur Diskussion stellen! Hatte mich interessiert... doch letztlich bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als der Gang zum Bauphysiker, der mir letztendlich jedes Gefach errechnet um anschließend eine Lösung zu finden die dem schlechtesten Wandelement keinen Schaden zufügt. Dies hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun... wobei doch auch recht viel... das ist ein Glaubenskrieg, der nicht zu gewinnen ist. Letztendlich bleib mir lediglich machbar, eine Sanierung mit leichten Mitteln vorzusehen. So ist das Dach leicht zu dämmen, die Fenster zu Kastenfenstern zu verbessern und auf die Zukunft zu hoffen.
Denn: Wie neue Studien beweisen hat das Dämmen unter ökologischen Gesichtspunkten nur einen geringen Sinn. Viel sinnvoller (ohne Berücksichtigung der Kosten) ist die Erzeugung regenerativer Energie... wenn ich diese quasi ungehindert in rauen Massen zur Verfügung stellen kann, dann brauche ich nicht mehr dämmen... naja... das errechnete Minimum an Dämmung lag bei ca 5cm! Jetzt geht es lediglich darum jenen wertvollen Gebäude in jene Zukunft zu retten... die Aufgabe sollten die Denkmalbehörden übernehmen... tun es nicht... somit sind Privatleute gefragt... die wollen Geld verdienen und Nutzen haben... Der Krieg geht in die Hose... ich wette!

Egal! Ich freue mich auf jeden Fall über die kurzen Infos... Danke!





“Wenn's so weit kommt, sollte man die Kiste räumen und sanieren.”

Prima Herr Kurz, Sie wissen das ohne was zu sehen, Sie haben Studiert und halten sich für qualifiziert.

Ich für meinen Teil hab weder eine Ahnung wie groß und wie hoch das Haus ist, was für ein Dach drauf ist, wie viele Stadtbrände und Kriege es über sich ergehen lassen musste oder wie viel Heimwerkergenerationen da gesägt und gewerkelt haben.


Darum würde ich erst einmal prüfen lassen ob die Statik eine derartige Bauweise hergibt.

Grüße in die Käserei Kurz



Die Herrschaften... ich darf bitten



eine gewisse Diskussionskultur zu wahren.

Und hinzu muss ich als Architekt dazu beitragen, dass wenn die Gefache für die Statik relevant seien sollten, ich im Falle einer Sanierung grundsätzlich ein zu lösendes Problem hätte: nämlich die statische Sanierung. Die Maßnahme währe jedoch keine Sanierung in Gefachebene sondern in Fachwerkebene... dessen Aufgabe es schließlich ist zu tragen.

Sodele... und nun wünsche ich allen beteiligten einen schönen Tag und schöne Osterfeiertage!

Liebe Grüsse