Sandstein/Bruchsteinfundament trocken legen?

21.05.2011



Hallo, wir haben ein altes Bauernhaus von 1860 welches wir nun sanieren um später einziehen zu können. Momentan sind wir dabei im EG (kein Keller drunter) den kompletten Boden raus zu nehmen. Es sind zum einen Holzböden auf Boden/Erde und dünnen Mörtelplatten auf Boden/Erde jetzt noch verbaut. Diese kommen raus und der Boden soll dann ca. 15 cm tiefer neu aufgebaut werden (Bodenaufbau 28cm neu und fertige Höhe 15cm tiefer als der alte Boden). Das sollte evtl. so aussehen. 3cm Kies -> Folie->10cm Betonplatte-> Schweißbahn-> 6cm Styrotur-> 3cm Verlegeplatten für Bodenheizung-> 6 cm Estrich-> Fließen oder Laminat.
Hierbei haben wir nun schon teilweise das Wandfundament frei gelegt und hier festgestellt das es feucht ist (das war auch vorher schon ersichtlich da Wände aufgefrohren waren) Naja da wir es jetzt aber durch den neuen Bodenaufbau schon frei legen stellt sich die Frage "wie können wir das alte Fundament vor weiterer Feutigkeit (aufsteigende Feuchtigkeit) schützen bzw. sollten wir das überhaupt machen?

Wäre sehr schön wenn ihr uns hierbei mit Rat zur Seite stehen könnt um Fehler zu vermeiden.

Wir haben auch schon 3 Handwerker gefragt, 3 Aussagen:
- nehmt Einschubbleche,
- das Fundament in Abschitten raus und Mauert es mit Betonfundemnt drunter neu (mit Dachpappe dazwischen)
- lasst es wie es ist und bringt innen nur einen Kalkputz zur Zirkulation an.

Also 3 verschiedene Aussagen.... was ist nun richtig?





Hallo,

wie groß ist die Differenz zwischen innerem Fußboden und der äußeren Geländeoberkannte?

Grüße
Oliver Struve





da wir das gesamte EG raus nehmen ist die Geländeoberkante aussen teilweise unter der Bodenplatte und teileise über ihr. Das Haus steht an einem leichten Hang. Auf dem Bild ist der Teil zu sehen bei dem die neue Bodenplatte unter der aussen liegenden Fläche liegt. Ca. 20 cm tiefer.





Unter den Umständen würde ich nicht auf die Kalkputzvariante setzen, selbst wenn Verdunstung funktioniert hätten Sie immer in den Bereichen unmittelbar über dem Fußboden Feuchteschäden. Das Mag in einem Stall oder einer Werkstatt hinzunehmen sein, in einer Wohnung sicher nicht.
Die Blechvariante dürfte in der Ebene wo die Bruchsteine sind auch nicht gehen, hierfür ist wie beim Sägen eine waagerecht verlaufende Lagerfuge nötig.

Da bleibt nicht mehr viel, entweder Mauerwerksaustausch oder Injektionsabdichtungen.


Grüße
Oliver Struve





Danke für ihre Antwort. Eine solche Auskunft haben wir auch von einem Bekannt bekommen (aber kein direkter Fachmann), Injektionsabdichtungen. Aber mit welchen Mitteln am besten? wenn wir mal von den einzelnen Stein im direkten Bodenkontakt absehen ist das Fundamend meist aus Sandstein. Werden diese nicht poröse wenn sie komplett trocken werden und sie werden ja auch alle angebohrt oder? Sie sind ja nun seit guten 150 Jahren immer feucht. Hier habe ich bislang bedenken?! Haben Sie für die Injektionsabdichtung einen Vorschlag welches Mittel und welche Art das beste ist?





wie weit ist denn die Feuchtigkeit schon aufgestiegen, und das Mauerwerk mit Salzen belastet?





Der Bereich der Feucht war (vom alten Holzboden gut 60 cm hoch feucht) hatte keine Salze nur naß und Bereiche schwarz. Seit dem er jetzt freigelegt ist (ca. 2 Wochen) sind die Sandsteine auch "nur" Erdfeucht. Denke mal das kommt daher weil der Bereich gut 15 cm unter dem Aussenbereich liegt (also Erde anliegt)

Muß meiner vorherigen Antwort noch was hinzu fügen...

wenn ich Sie soweit richtig verstehe dann sollten wir am besten die Aussenwände wo die neue Bodenplatte unter dem Aussenbreich liegt das Fundament neu aufmauern. So das hier dann die aufsteigende und die seitliche Feuchtigkeit unterbunden wird. Dann doch bestimmt auch aussen eine Drainage legen?

Der Bereich der oberhalb liegt kann mit Injektionsabdichtungen gemacht werden?

Grüße Michael





Zum einen, kein mineralischer Baustoff wird je trocken sein, er wird sich auf die sogenannte Ausgleichfeuchte einstellen. Das ist die Feuchte die er aus der Luft hygrisch aufnimmt, die schwankt natürlich Klima bedingt.
Beste Beispiel hierfür ist Lehm, der kann am meisten und am schnellsten Feuchte aufnehmen.
Mit trocken bezeichnet man in diesem Zusammenhang immer Baustoffe deren Werte unterhalb des Spezifischen Feuchtegehalt liegen, also bei denen sich die Ausgleichsfeuchte eingestellt hat.

Zum Injektionsverfahren.
Es gibt nicht “das beste”
Das beste ist immer sich von einem der weis worüber er redet ein Sanierungskonzept machen zu lassen, mit diesem können Sie dann auf Fachfirmensuche gehen.


Grüße
Oliver Struve





vielen danke für ihre Ausführungen! Nun können wir uns nochmal genauer über die Sache Gedanken machen und evtl. nochmal einen Fachmann, der spezifisch in diesem Bereich tätig ist, zu Rate ziehen.

Denke mal das es auf eine Erneuerung der belasteten Fundamente raus geht um das Problem nun letztendlich richtig zu beseitigen.

danke nochmal und noch ein schönes WE..

Grüße Michael H.



Ach ja…



schauen Sie mal hier unter Injektionsverfahren und Gelverfahren.

http://bau-st.eu/pages/leistungen/bauwerksabdichtung.php

Grüße
Oliver Struve



zur Frage



der Drainage: Wird wohl kaum notwendig sein, da die gegen die vorhandene Feuchte in Erdbereich auch nicht hilft. Sie würde nur den möglichen Grundwasserstand im Wirkungsbereich senken, da einzubauenden Materialien einen freien Abfluss gewähren würden. Die Erde autrocknen können Sie aber nicht.
Dazu sind andere abdichtende Maßnahmen notwendig, z.B der Einbau von horz. und vert. Sperrschichten.

Bei entsprechenden handwerklichen Geschick kann man solch einen Mauerwerksaustausch auch selber machen. Ist aber mit viel Aufwand verbunden.



Planen hilft



Hallo

erst mal trockenen lassen

Was ist draussen für ein Putz drauf?

Würde gefühlsmässig von einer Betonplatten-Konstruktion absehen, mir eben so noch mal die FBH überdenken.

Kalkputzaufbau kann sinnvoll sein.

Für Genaues sollte man das Teil sehen um handfeste Ratschläge geben zu können.

Maueraustausch, Bleche und Injektionen finde ich hier nicht angebracht.

Gutes Gelingen

FK


P.S.
Vielleicht bringt Ihnen das:

http://slow-house.de/slow-house/I-3_files/Temperierung-Text-Großeschmitt.pdf

neue Erkenntnisse und eine neue Sichtweise.



Erst sollte...



...die Wasserführung außen geprüft und ggf. verbessert werden, eventuell absperrende Sockelausbildungen rückgebaut werden. Eine Drainage kann sinnvoll sein.

Eine Bodenplatte auf Magerbeton halte ich für eine sinnvolle Maßnahme zur Aufnahme der Sperrschicht (Schweißbahn). Die Kiespackung sollte wenn möglich höher ausfallen, darauf ein Geo-Vlies statt der Folie.

Denkt bitte noch 'mal über die Nutzschichten nach. Laminat hat da m.E. nichts zu suchen, und auch die klassische 08/15 Fliese aus dem Baumarkt nicht. Vielleicht kombiniert Ihr Dielen (es muß ja nicht die weiche Fichte sein) mit Cotto? Das sind zeitlose und bewährte Materialien.

Viel Erfolg

Thomas



Wasser und Salz, Gott erhalts ;-)



>>>“Maueraustausch, Bleche und Injektionen finde ich hier nicht angebracht.”<<<

@FK

Der Fragesteller gibt an dass das äußere Gelände teilweise bis 20 cm höher ist als der innere Fertigfußboden und dass sich das Objekt an einem leichten Hang befindet.

Ohne geeignete Maßnahmen wird hier immer Feuchtigkeit eindringen und diese wird dort wo sie verdunst sichtbare Spuren wie z.B. Salzausblühungen hinterlassen.
Die Wandtemperierung mag gegen Kondensatbildung ein gutes Mittel sein, für die Bauwerkstrockenlegung dürfte sie doch recht ungeeignet sein.
Hier ist besonders zu bedenken, dass sich durch die beschleunigte Trocknung der Wandoberfläche durch deren Temperierung die Wassermenge die kapillar in der Wand transportiert wird erhöht.
Mehr transportiertes Wasser bedeutet auch immer mehr transportierte Salze die sich in der Verdunstungsebene ablagern.
Ob die Verdunstungsebene mit den Salzausblühungen dann 10 cm oder 20 cm über dem Fußboden liegt dürfte unerheblich sein, in jedem Fall liegt sie dann in der Wohnebene.

Das Salze hygrisch sind und ab bestimmten Luftfeuchten wieder in Lösung gehen sollte allgemein bekannt seien.
Für die Trocknung ist die Temperatur der Wandoberfläche dann völlig unerheblich, das geht dann nur noch über die rel. Luftfeuchte.

Grüße
Oliver Struve



Sicher ist sicher



Hallo

Sicherlich sollte man hier auch im Aussenbereich etwas tun.

Vor allem sollte man es in seiner Gesamtheit erfassen und das ganze planen und aufeinander abgestimmt ausführen und nicht portionsweise ein bauliche Stückwerk zusammenschustern.

Die Maßnahmen müssen zueinander passen.

Anamnese - Diagnose - Therapie

"Hirn und Schmalz - Gott erhalt's"
;-)

FK