Außen-Fertigputz




Hallo, ich möchte mein Fachwerkhaus (1700) von außen verputzen. Es ist mit einem Zementputz verputzt, der zum Teil schon großflächig ausbricht. Ich habe nur die Möglichkeit stückweise (Gefach für Gefach) abzuschlagen und zu verputzen. Ich möchte lieber einen Fertigputz nehmen, das ist in dieser Vorgehensweise sicher teurer aber für mich einfacher. Kann mir jemand einen Fertigputz empfehen - so wie ich im Forum schon gelesen habe wohl ohne Zementanteil. Die Gefache sind zum Teil aus Lehm, zum Teil Ziegelsteine.
Danke.





Das Thema müsste sicher noch etwas vertieft werden.

Für einen ersten Überblick würde ich das Studium vom Arbeitsblatt "Fachwerksanierung, Gefachereparatur und Außenputz" der Fa. Claytec empfehlen.

http://www.claytec.de/fileadmin/user_upload/pdf_techniken/Arbeitsblatt_Fachwerk.pdf

Dort wird die Ausführung eines zweilagigen Kalkputzes als Witterungsschutz für Strohlehmgefache erläutert.

Schwerpunkt bildet hier die Ausführung des Überganges zum Holz um dort dem übermäßigen Eintrag von Feuchtigkeit zu vermeiden.

Wie dick ist den der jetzige Putzauftrag. Ich habe auch schon oft gesehen das Gefache nur mit einem dünnen Kalkzementputz (ca. fünf Millimeter) ausgeführt wurden, die sich als recht lange haltbar erwiesen haben.

Aber Zement sollte nicht verwendet werden. Im Merkblatt wird der gräfix 61 Haar, bzw. der gräfix 61 fein als Decklage mit Anstrich empfohlen. Dieser Empfehlung könnte gefolgt werden.

Andere Empfehlung beispielsweise Schäfer Trass-Kalk-Putz 455 grob bzw. 450 fein ( Fa. Schaefer Krusemark).

Auch ist die Herstellung einer geeigneten Baustellenmischung kein Problem.

Eine Endbeschichtung würde dann mit Kalk- oder (Rein-) Silikatfarbe erfolgen.



Danke...



... für die Infos. Der Putz ist teilweise wirklich nur sehr dünn, 5mm kommt hin.



Bei diesen derzeitigen Putzstärken...



...wird ihnen in absehbarer Zeit ähnliches wieder passieren.
Putzstärken sollten mind. eine Stärke von 15 oder gar 2 cm Stärke besitzen, um eine Schlagwetterstabilität und eine entsprechende Wassereindringtiefe zu minimieren, damit die Ausfachungsmaterialien, speziell der Lehm, nicht zu einem Aufquellverhalten kommt und ihre Kalkputzebene damit erneut absprengen läßt.
Bei der Ziegelausfachung spielt das nicht ganz so eine tragende Rolle!

Ich würde ihnen Produkte von Hessler Kalk empfehlen.
Auch eine sachkundige Beratung können sie zu ihrer Thematik da abrufen.

Viel Erfolg



Zementputz und die Alternativen



Da hatte ich einen tollen Trasszement-Putz auf eine Ziegelmauer aufgetragen und die gleichen Risse kamen bald wieder und man hat wieder eine Putzscheibe vor der Wand.

Dies ist die übliche Sichtweise: Hart ist gut!

Jetzt überlege ich Glasgewebe auf die Wand zu laminieren und hinter die Putzscheibe zu injezieren oder einfach dies so zu lassen, was wohl 20 Jahre hält ... mit ein paar Rissen.

Eine Testscheibe mit Hanfschäben-Kalkputz hat Jahre auf der Wetterseite gestanden und war nur Spritzwasserbereich gefährdet. (Auch ohne direkte Salzexposition.)

Die (herstellerunabhängigen) Fragen sind:
* e-Modul, d.h. Elastizität des Putzes, der keine tragende Funktion hat
* Kapillarität, d.h. Feuchtetransport durch Poren, wohl 1000fach im Vergleich zu Diffusion

In Gebieten in Deutschland, wo es nicht hoch-humid ist (Hier an der Weinstrasse gibt es 600 mm Niederschlag, aber ich bin bei 1400 mm aufgewachsen), wird die beste Lösung für Fachwerk wohl ein einfacher Luftkalkputz und nicht eine Wundermischung sein.
Ein der Vergangenheit nachempfundener Kalk-Holzkohle-Putz vom Kalk-Laden soll wohl auch bei Baumumringung funktionieren. (Ob man dies mit dem Gartenhäcksler machen kann.)

Das Problem mit WDVS und homo- , nein: hydrophoben Oberflächen ist, das Niederschlag an der Oberfläche bleibt und damit eine Einladung an Biofilm ist. Da nimmt man dann Gift, was sich wieder ausspült.

Sauberer Kalkputz in ausreichender Stärke hat Pufferungsqualität. Selbstgemischt oder für 'Sackaufreisser'. (Sackputz ist natürlich optimiert in Hinsicht auf Sieblinie und Zusammensetzung, aber 'who cares'.)