Fenster nicht dicht - was tun?!?!

09.09.2008



Liebe Community,
es ist ja schon ganz schön viel dazu geschrieben worden, aber irgendwie weiß ich trotzdem nicht weiter. Wir haben bezüglich unserer Fenster zwei etwas unterschiedliche Situationen und doch das gleiche Problem: unsere neuen Holzfenster sind nicht dicht...
Fenster wurden mit Kompribändern eingebaut und mit Schafswolle gestopft. Die eine Seite des Hauses ist ein Holzanbau mit Zellulosedämmung. Eine Giebelwand liegt auf der Wetterseite, außen haben wir Holzfassade, Innen wurden die Fensterfugen mit so einem Band abgeklebt und dann mit Lehmputz beigeputzt. Außen verdeckt das Brett in der Laibung die Kompribänder. Auf der Wetterseite, wo wir leider auch keinen nennenswerten Dachüberstand haben, wurde der Lehmputz innen mehrmals nass wenn starker Regen verbunden mit starkem Wind... Also panikartige Anrufe bei Fenterfirma: Effekt: in die "Fugen" der Holzfassade bzw, zwischen Holzfassade-Laibungsbrett und Holzfenster wurden Silikonfugen gezogen (aber auch nur bei den Fenstern über die ich mich beschwert habe)... Jetzt ist das Fenster "dicht" - zumindest von dem her was man mit bloßem Auge von innen sieht... Frage: kann man das so lassen?!
2. Situation: die selben Fenster auch im Altbau (Sandsteingewänder) eingebaut mit dem bekannten Problem: nicht im Wasser usw. Zum Teil Riesenfugen außen die mit Kompriband gefüllt sind, zwar nicht auf Wetterseite, aber wenn mal ein Gewitter von da kommt, dringt auch hier das Wasser ins Haus rein (ich kann´s ja kaum glauben, aber es ist so...). D.h. die Kompribänder saufen sich regelrecht mit Wasser voll. Das ganze seit dem letzten Dezember, da sind wir erst eingezogen, waren 1000 andere Dinge... Im Sommer dachte ich noch, das kann abtrocknen, aber jetzt langsam...
Frage: Wie kriege ich die Fenster von außen dicht? Womit die z.T. sehr unterschiedlich breiten Fugen zukriegen (roter Sandstein)? Auch die Fuge unten zwischen so zu sagen Sandstein-Fensterbank und Fenster???
O je, jetzt ist es eine Riesenfrage geworden, ich hoffe es kämpft sich jemand bis zum Schluss,
denn wir brauchen dringend HIIILFEEE!
Danke allen, die sich Zeit nehmen!
Grüße aus der Pfalz
Dorota



Fugen...



... ein Problem ohne Ende...

Im Bereich der Holzfassade sollte das Laibungsbrett auf den Blendrahmen des Fensters stoßen und mit Kompriband und ausseliegender "dauerelastischer" Abdichtung angeschlossen sein.

Bei den Steingewänden ist das so eine Sache: Die Frage nach den Fugen aussen im Bereich der Steingewände beschäftigt mich selbst auch. Hatte kürzlich eine Frage dazu gestellt:

---Forenreferenz-----------
Fenstereinbau - Fuge -
Hallo Forum,

mal eine Frage in die Expertenrunde:

Beim Einbau neuer Fenster in alte Steingewände steht man immer vor folgendem Problem:

Die alten Fenster waren i.d.R. in einen speziellen Falz auf der Rückseite des Gewändes eingelassen. Das neue Fenster passt hier meist nicht genau hinein, weshalb mindestens dieser Falz als Fuge bleibt.

Zudem stehen die Gewände i.d.R. nicht senkrecht, weil die Wand mehr oder weniger verformt ist, die Fenster werden aber nach Wasserwaage eingebaut. Auch hier ergibt sich ein breiter Spalt zwischen Gewände und Fenster.

Wie sollte dieser Spalt am besten geschlossen werden ?

Ich habe jetzt schon folgende Versuche unternommen:

1. Kalkmörtel nach Einbau der Fenster in die Fuge einbringen: Haftet am fertiglackierten Fenster nur schlecht und fällt leicht raus.
2. Acryl: Sieht besch. aus und funktioniert nicht richtig bei breiten Fugen.

Gibt es nach Eurer Erfahrung andere, bessere Lösungen ?

Beste Grüße, Marc Sattel mehr ...
----------------------------------




Früher wurden die Fenster einfach passend zu den Gewänden eingebaut - mit minimaler Fuge, die wahrscheinlich ausgemörtelt wurde, bevor das Fenster gestrichen wurde.

Wird das Fenster heute nach Wasserwaage senkrecht eingebaut, ergibt sich meist ein mehr oder weniger breiter Spalt, der überbrückt werden muss. Hier reicht i.d.R. das Kompriband allein nicht mehr.
Vorschläge hier im Forum waren vor allem: Abdeckleisten in Holz, passend zu den Fenstern gestrichen, die aus einem breiten Spalt zwei kleine machen (einen fast nicht vorhandenen und eine schmalen).

Vielleicht auch bei dir ein Ansatz ?

Die Sohlbank muss auf jeden Fall unter dem Fenster oder in einem Falz in den Blendrahmen einbinden. Bei den Steingewänden vielleicht ein Blechanschluss oder eine breite Leiste mit etwas Gefälle, eingenutet in den unteren Blendrahmenschenkel.

Sucht zusammen mit dem Fensterbauer nach einer Lösung. Der muss die Dichigkeit seines Einbaus herstellen.

Beste Grüße (auch aus der Pfalz)
Marc Sattel



schön wär´s...



Das sieht mein Fensterbauer aber anders. Der meint nämlich, ich müsste jemand kommen lassen, der mir das vernünftig beiputzt... Was schon verwundert, die Plaste-Fenster aus den 80ern die da vorher drin waren, waren nämlich dicht, und meine neuen nicht...
Bei 2 Fenstern die gar große Fugen hatten (und keinen Sandstein) habe ich noch letzten Winter an einem milden Tag mit reinem Kalkputz beiputzen lassen. Bisher hält das einwandfrei ohne Risse ist aber erst ein Jahr... Dann hat mich aber der Schreiner meines Vertrauens (ist nicht ironisch gemeint, es war NICHT der Fensterbauer) erschreckt, dass man eben nicht ans Holz putzen soll...
Und dann bleibt ja auch die Frage nach dem Sandstein, wenn ich einen normalen Kalkmörtel nehme, sieht das doch nicht toll aus... Ich habe schon den Rat bekommen: kleine geölte Leisten direkt an die Fenster kleben, dann beiputzen, wenn angezogen vorsichtig rausziehen und dann die Fuge mit Silikon... O je, es sind halt schon paar Fenster, das möchte ich glaube ich nicht alleine machen...
So einen Blechanschluss habe ich schon in einer Burg in Tirol gesehen, das sah echt gut aus... Mit Holzleisten habe ich irgendwie Bedenken, dass man das nicht dicht bekommt, wie gesagt, ich habe zwar beim Sandstein keine Wetterseite aber es kommt auch mal ein Gewitter vom Osten... Ich hab zwar im Altbau Kalkputz, der wirkt recht unempfindlich wenn er mal nass wird, aber trotzdem... Wenn die Kompribänder sich "vollsaufen" dann waren es eben nicht die "Schlagregen - dichten", oder?
Im Holzanbau habe ich ja im Prinzip auch mit Holz abgedeckt und ohne Silikon funktionierts nicht...



Das Fugendichtband...



... muss auch passen.

Es ist immer für eine bestimmte Fugenbreite vorgesehen (z.B. 7-20 mm) und sollte in diesem Bereich auch die erforderliche Schlagregendichtheit herstellen. Es soll dennoch nicht dampfdicht sein (ist wie bei sonstigen Dämmungen: Aussen diffusionsoffen, innen eher dicht)



Wenns



denn alles schon drin ist, sollte auch beigeputzt werden. Zur Beregnung und UV-Bestrahlung ist das Kompri-Band sicher nicht vorgesehen.

Für Sandstein gibt es spezielle Putze (Mineros).

Vor 9 Jahren kannte ich die fundamentalen Exkurse zum Außenabdichten noch nicht. Der Sansteinrestaurator meines Vertrauens hat mir einen Fugenabdichter seines Vertrauens empfohlen, und der hat eine elastische Dichtmasse (kein 08/15 - Silikon, würde ich meinen, die Konsistenz ist anders) verwendet. Der Papps sieht aus wie neu, ist dicht, und nichts fault. Woher auch? Solange es dicht ist, wird da wohl nichts kondensieren, und wenn doch, wird es ja vermutlich über das Ziegelmauerwerk verteilt.

Ich habe den Eindruck, der Winddichtigkeitskult erst aufkommen konnte, als Ziegel und Kalk durch Hilfsmaterialien und Ersatzstoffe ersetzt wurden (Plattenkram, Kunststoffvergütete Putze, Diffusionsdichte Dämmungen etc.).

Ehe alle auf mich einschlagen: Dieses Thema betrachte ich nur als Bauherr, nicht als Baufirma. Fenstereinbau ist nicht so unser Ding.

Grüße

Thomas



Spezielle Putze...



Danke für alle Antworten,
habe auch die Antworten zu der Frage vom Hrn. Sattel gelesen... Also die Fenster sind schon drin, innen verputzt und wir wohnen auch da, so dass ein Ausbau nicht mehr in Frage kommt... Die Fenster wurden eben im Wasser eingebaut und ich habe jetzt den Salat... Ich persönlich als Bauherrin zerbreche mir nicht so sehr den Kopf über Winddichtigkeit im Altbau (bitte nicht schlagen) aber sehr wohl über Regendichtigkeit...
Deshalb: sind die Holzleisten tatsächlich eine dauerhafte Lösung? Sehen vielleicht auch etwas komisch aus? Werden die dann noch verfugt (mit Acryl oder ähnlichem...?)
Oder kann man doch ans Fensterholz beiputzen? Woran haftet der Putz dann überhaupt (1 Seite Sandstein, 1 Seite Kompriband, 1 Seite fette Lasur auf dem Holzfenster, 1 Seite "Luft"???) Bekommt man die speziellen Putze auch zum selbst Verarbeiten oder muss ich eine Firma holen (ich kenne hier niemand diesbezüglich und ich hole nie wieder eine Firma "aus dem Telefonbuch"...).
Oder muss man doch beiputzen UND eine Fuge lassen (WIE?) die dann mit Acryl zugeschmiert wird?
Oder gibt es noch was anderes, was da rein kann und was REGENDICHT ist?!
Bin froh und dankbar über jede Hilfestellung, weil wir das bald (VORM Winter) angehen wollen / müssen und ich auch als Laie Angst habe vor irgendwelchen Schäden an den neuen Fenstern...
DANKE!
Grüße
Doro



Auf die Leisten...



...bin ich nicht eingegangen, weil ich diese für wenig sinnvoll halte. Ich sehe kein Problem darin, an das Fenster zu putzen. Durch das Trocknen des Putzes wird sich von ganz allein eine feine Haarfuge bilden. Deswegen ist in der Vergangenheit kein Fenster weggefault.

Sicherlich kann man zusätzlich noch verfugen.

Das das Fenster "im Wasser" eingebaut wurde, ist doch korrekt. Alles andere wäre Unsinn.

Grüße

Thomas



Putz?



Hallo Thomas,
danke für die schnelle Antwort!
Welchen Putz kann ich nehmen, oder sollte ich doch lieber eine Firma suchen?!

Danke

Doro



Kalkputz,



bzw. auf Sandstein Mineros.

Ob das eine Firma machen sollte? Das hängt von Deinen Fähigkeiten ab. Wenn Du es selbst machst, vornässen nicht vergessen.

Grüße

Thomas