Fenstereinbau - Fuge




Hallo Forum,

mal eine Frage in die Expertenrunde:

Beim Einbau neuer Fenster in alte Steingewände steht man immer vor folgendem Problem:

Die alten Fenster waren i.d.R. in einen speziellen Falz auf der Rückseite des Gewändes eingelassen. Das neue Fenster passt hier meist nicht genau hinein, weshalb mindestens dieser Falz als Fuge bleibt.

Zudem stehen die Gewände i.d.R. nicht senkrecht, weil die Wand mehr oder weniger verformt ist, die Fenster werden aber nach Wasserwaage eingebaut. Auch hier ergibt sich ein breiter Spalt zwischen Gewände und Fenster.

Wie sollte dieser Spalt am besten geschlossen werden ?

Ich habe jetzt schon folgende Versuche unternommen:

1. Kalkmörtel nach Einbau der Fenster in die Fuge einbringen: Haftet am fertiglackierten Fenster nur schlecht und fällt leicht raus.
2. Acryl: Sieht besch. aus und funktioniert nicht richtig bei breiten Fugen.

Gibt es nach Eurer Erfahrung andere, bessere Lösungen ?

Beste Grüße, Marc Sattel



Einbau Fenster



Hallo Marc,
mir fällt dazu ein:
1. Die Flex nehmen und den Falz im Gewände nachschneiden, wo es zu krass abweicht.
2. Bei Holzfenstern kann man den Rahmen an der Außenseite mit Passleisten so auffüttern, das die verbleibende Fuge im Toleranzbereich bleibt.
3. Lack im Kontaktbereich mit dem Falz abschleifen, ölen.

Da solche Fenster eigentlich alle individuell auf Naß gefertigt werden, sollte ein guter Tischler die Gestalt der Gewände entsprechend berücksichtigen.

Außerdem sind die Laibungsflächen ohnehin eine Wärmebrücke. Die würde ich versuchen, mit Calciumsilikat- Laibungsplatten aufzufüttern. Dabei relativiert sich auch das Problem mit der Fuge.

Viele Grüße



Fugen können auch mit Hanfwollzöpfen dauerhaft geschlossen werden.





Fensterinbau-Fuge



Hallo,

Genau, die Fenster, die auf Maß gefertigt sind, sollen auch passen. Das heißt es soll eine Montagefuge von umlaufend ca. 1,5 cm bestehen. Da würde ich mal mit dem Hersteller reden, von wegen: geht nur rechtwinklig.

Die Fuge selbst kann man mit Stopfhanf füllen, zur äußeren Dichtung verwendet man ein Kompriband und (hauptsächlich wegen der Optik)eine äußere Verleistung.
Innen kommt eine Fensterdichtungsfolie rein nach der Regel "innen dichter als außen". das verlangt (und kontrolliert) auch die KfW. Große Maßabweichungen lassen sich dann, wie Kollege Böttcher schon schreibt, auffüttern mit CaSi-Platten oder Holzweichfaser. Das ganze kann man dann beiputzen, fertig sitzt das neue Fenster.
Zugegeben, nach den Fachregeln gemacht ist das keine billige Hau-Ruck-Methode, aber ein so eingebautes Fenster hält wenigstens in den Blendrahmen ewig.

Grüße vom Niederrhein



Nimm Holz ,das hält



Eine schmale Verleistung im Farbton der Fenster geht meist gut ! Gruß aus Minden

Ps. Wir sprechen über evtl. sichtbar bleibende Fugen/Fälze aussen ?!



Fugen aussen !



Ja, es geht weder um den seitlichen Anschluss (Stopfhanf oder Schafwolle wurde schon verwendet), noch um den inneren Anschluss (i.d.R. beiputzen nach Einbau) sondern um die aussen verbleibende Fuge zwischen senkrecht stehendem Fenster und nicht-senkrecht stehendem Gewände

Die Fenster werden mit Anschlag von innen an das Gewände gesetzt. Problem ist hier nicht eine Nicht-Rechtwinkligkeit der Öffnung, sondern die Neigung des Gewändes bei nicht senkrecht stehenden Wänden, was häufiger vorkommt.

Ein Ähnliches Problem in Fachwerkwänden kann mit konischen Futtern oder Leisten gelöst werden.

Vielen Dank einstweilen für die Anregungen.
An Holzleisten, aussen am Blendrahmen befestigt und zum Stein mit Acryl ausgespritzt (gibts da nicht auch was besseres ?) habe ich auch schon gedacht. Sieht aber manchmal etwas klobig aus.

Beste Grüße, Marc Sattel



Den Tischler bei der Ehre packen



und dazu bringen,das der den Blendrahmen entsprechend gegenfälzt und das neue Fenster wie das alte im Falz sitzt.
Müssen die Fenster unbedingt im Lot eingebaut werden?
Bei Abweichungen des Gewändes bis 10,12mm würde ich eine
Abweichung beim Fenster in Kauf nehmen.
Nach meiner Erfahrung sind alle Versuche mit Mörtel...
zum Scheitern verurteilt.
Eine Leiste, die sauber in die konische Fuge eingepasst wird
ist da wohl noch das kleinere Übel.
Gruß H.Bernhardt



@ Holm B.



Dieser Meinung sind wir ebenfalls.

Wenn eine Historie vorgegeben ist, dann sollte diese auch beim Handwerker und Eigentümer Beachtung finden.
Passiges Fertigen sollte da ein striktes Muß sein.
Also beginnt der ganze Spaß bereits beim Aufmaß.
Dann folgt die Beratung und die dazugehörigen Lösungsvorschläge.
In Eurem speziellen Fall würde ich auch mit Passleisten arbeiten. Die zusätzliche Aufbringung eines Kompribandes ist dann bei Endmontage nicht zu vergessen und sollte etwas eingerückt vom Gewändestein erfolgen.

Gutes Durchdenken und Grübeln
Udo Mühle