Wie fängt man an?

05.02.2010



Hallo zusammen. Ich bin ein neuer hier :)
Haben uns ein schönes Fachwerkhaus in Mölln gekauft und ich möchte jetzt über die Jahre hinweg gerne den "originalen" bzw. "einen originalen" Zustand wieder herstellen.
Aber wie fängt man an? Gibt es Experten die man mal einladen kann und die sich das Haus anschauen, was alles wie gemacht werden kann?
Gibt es vielleicht jemanden der sich auskennt hier im Forum, den man für ein leckeres Essen und Kaffee und Kuchen zu einer Besichtigung verführen kann? :)
Liebe Grüße erstmal, Sebastian



Hier noch ein Foto aus den 50ern



... da war die Erdgeschoss-Front zum See noch Fachwerk



der Vergleich dieser beiden Bilder



ist beispielhaft, geradezu metaphorisch...früher waren alle doof und heutzutage spielen wir in der modernen Liga...Pustekuchen!

Und wenn man bedenkt, wie innerhalb des Gebäudes gewütet wurde und mit zunehmender Produktpalette gewütet wird...aua

@ noahfinn
schätze, Du hast Dir beim Anblick der Bilder schon ähnliches gedacht.

Gruß...J.



Sanierungskonzept



Wie fängt man an...
So wie Egon Olsen.
Der hatte zuerst immer einen Plan.

Ein bisschen herumlaufen, ein wenig erzählen- das kannst Du so machen und da nimmst Du das- und dann einen Kaffee schlürfen verspricht zwar einen schönen Nachmittag aber das wars dann auch.

Hier beginnt der Ernst der Aufgabe:
- Bauzustandsanalyse
- Aufmaß,
- Nutzungskonzeption,
- Sanierungskonzeption,
- Kostenrahmen,
- Geldbeschaffung,
- Bauantrag erarbeiten,
- Raumbuch anfertigen,
- Aufgabenstellungen bzw. Leistungsblankette für Ausführende anfertigen,
- anfangenn zu arbeiten.
das mit dem Arbeitsbeginn kann bei Eigenleistung sicher etwas vorverlegen.
Was unverzichtbar ist sind die ersten 5 Anstriche auf der Liste.
Die sind nicht mal eben am Kaffeetisch zu erledigen.
Sie sollten sich dafür einen guten, erfahrenen Fachmann suchen, der so was schön öfter gemacht hat.
Planen Sie dafür 1.500,- bis 2.000,-€ ein.
Damit wissen Sie erst einmal was wie zu machen ist und was es kostet.
Der Fachmann kann Sie dann während der Sanierungsphase bis zum Schluß fachlich begleiten.
Ohne eine solche fachliche Begleitung wird es sonst sehr viel teurer.

Viele Grüße

Georg Böttcher

p.s. Wenn Sie wissen wollen wie solche Konzepte aussehen, kann ich Ihnen mal eines als Beispiel (anonymisiert) zumailen.
Meine Kontaktdaten stehen in meinem Profil.



@georg



eine grob hingewürfelte Idee zur Fassade wird auf diesem Forum gern gelesen...

Gruß...J.



Vielen Dank schonmal...



... für die ersten Ideen! Wie gesagt sind wir gerade erst eingezogen und das Haus ist innen bereits sehr behaglich und wohnlich. Wir haben alle Holzböden vom Teppichboden und Hamburger Blutlack befreit und uns eingerichtet. Die weitere Restauration des Hauses wird also erst in einigen Jahren so richtig losgehen. Bis dahin wollte ich aber schonmal gut vorplanen und etwaige eBay-Käufe (z.B. alte Fenster) tätigen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Kann denn jemand so eine ungefähre Zahl nennen (ganz grob, ist klar) was pro qm Aussenwand so an Kosten anfällt? Am liebsten hätte ich natürlich passende (alte) Ziegel und Hölzer.
Liebe Grüße, Sebastian





Hallo,

soll also "nur" die Hülle saniert werden?

Grüße aus Schönebeck



Genau



Das ist zumindest das was augenscheinlich nicht stimmig ist. Und wenns innen so schön ist sollte es aussen doch auch wieder passen. Muss mich natürlich erstmal richtig einlesen in die Thematik aber ich hab große Lust dem Haus wieder zu seiner alten Schönheit zu verhelfen.
Ich hänge einfach mal ein paar Bilder an damit man sich das vorstellen kann! (Wieso geht eigentlich immer nur ein Bild pro Nachricht?)
1.Foto: Hausfront - neu vor- (?) oder aufgemauert & Rechte Seite noch Fachwerk



2.Foto



Hausrückseite (zum See... :)
Naja... sieht man ja schon: Fenster müssen wieder Sprossenfenster rein (soll man da alte / originale nehmen oder neue?) Dann mit 2.Fenster innen.
EG sollte wieder Fachwerk rein.



Spitzboden



Ist ausgebaut und isoliert





Alte Fenster und Türen in der Bucht kaufen ist so ne Sache.
Erstens passen die meistens nicht, und dann würde man die Ware halt gern sehen, bevor man bietet. Also zwei mal hinfahren, wenns denn klappt.
Die bessere Lösung ist, sich die Fenster auf Mass beim Tischler machen zu lassen (Referenzen zeigen lassen), dann hat man passende und stilgerechte Fenster, die auch noch heutigen Ansprüchen an Dämmung und Komfort entsprechen.
Neue hinter alte Fenster, das mag gehen, nimmt aber auch viel Licht weg und ist unbequem im alltäglichen Gebrauch.



Immer wachsam sein --



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--- und die Ohren spitzen ! -- Hier muß ich Jens Paulsen
teilweise recht geben. - Nach alten Fenstern zu suchen - wo auch immer - kann nicht von Erfolg gekrönt sein. - Zunächst muss man erst die passenden Maße finden, dann sollte auch die gestalterische Teilung (regionaltypisch ) stimmen. Abgesehen von der benötigten Anzahl der (meist unterschiedlichen Größen) ist auch noch der Erhaltungszustand ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium. - Wenn man nämlich beginnt, ein altes Fenster (oder Tür) zu reparieren, dann erscheinen
während der Arbeiten immer neue Probleme. --- Am Ende
ist und bleibt es einfach Flickwerk , für das der (arme)ausführende Handwerker auch noch in der Gewährleistungspflicht ist ! --- Sicher, Jens Paulsen, ein
Innenvorsatzfenster "schluckt" auch etwas Licht. - Das ist aber auch bei einem bestehenden alten Kastenfenster der Fall. Allerdings kamen die Kastenfenster so ca. zwischen
1880 und 1900 auf - und zwar in großen Bürgerhäusern und
Stadtvillen. Ab dieser Zeit konnte man nämlich technisch
und industriell sehr große Glasscheiben endlos aus einer
riesigen Glasschmelzwanne ziehen. - Dadurch wurden auch die
Sprossen "unmodern" , die bislang nötig waren, weil man
mundgeblasenes Glas nur in sehr kleinen Scheibenformaten
herstellen konnte (und auch noch kann).
Natürlich - und zum Glück (aber auch leider) vergaß man
erst einige Jahrzehnte später die gestalterische Tragweite
und Wichtigkeit von glasteilenden Sprossen. ----Das, was heute von allen Isolierglasherstellern in den Scheibenzwischenraum "hineingebastelt" wird, nennt man "Sprossen" in Aspik ---- Da schüttelt sich selbst der
kleinste Hund mitsamt seiner Hütte !





Nun mal nicht soviel Pessimismus verbreiten, das wird schon.

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Grüße aus Schönebeck



Worin besteht der Unterschied --



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-- zwischen lebenden und toten "Augen" -- ?
-- Sag mal Oliver, Du willst doch nicht etwa Dein
Foto als ein beispielhaftes und nachahmenswertes
Beispiel hier stehenlassen ? - Willst Du das wirklich ?





Doch, Ich bin Maurer.


Grüße



Furchtbar,



einfach nur furchtbar.
Das ist nicht nur Kreissparkassenarchitektur...viel schlimmer!
Das ist Gemeindeverwaltungs- mit angeschlossener Jugendbüchereiarchitektur, im seelenlosen Foyer liegen die gelben Säcke...
Und das schlimmste ist, daß ein Planer sich tatsächlich was dabei gedacht hat...

Gruß...J.





Lieber Jürgen,

der Planer dieses denkmalgeschützten Hinterhofgebäudes dürfte weit über 100 Jahre Tod sein.
Bis auf die Fenster wurde die Fassade Original saniert.
Die Fenster hat ein Archi, neben einer schöneren, fast doppelt so teueren Variante so genehmigt bekommen.
Für den zahlenden Bauherr hatte die innere Ausleuchtung vor der Außenansicht Priorität. Von außen ist die “Sparkasse” nur von drei Nachbargründstücken einzusehen.

Hier mal das Teil von der Straßenseite die wir letztes Jahr saniert haben.

Grüße aus Schönebeck

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Na dann --



-- bleib ein Maurer -





Das ist der Plan.

Grüße



Spiel es wirklich



eine Rolle von wieviel seiten das Gebäude zu sehen ist?





Hallo Herr Heim,

es spielt sicher eine Rolle in wie weit Gebäudeteile eingesehen werden können.
Das war auch schon früher so, man betrachte nur mal den Unterschied zwischen Straßenseite und Hofseite mancher alten Häuser.
Ferner spielen aber auch die gewünschte Nutzung sowie die Finanzierung des Bauherren eine wesentliche Rolle.
Ohne solche Bauherren währen viele dieser Häuser leer oder längst weg.
Baulücken gibt es in meinem Kaff schon zur genüge.

Grüße aus Schönebeck