Fenster im (Bau-)Schaum

28.01.2010



Hallo liebes Forum,
bei diesen Temperaturen merke ich doch deutlich, dass es auch bei den neuen Holzfenstern merklich zieht. Der Fensterbauer hat die Fenster rundum eingeschäumt, angeblich ein spezieller wärmedämmender Schaum (ha!). Die Fenster liegen an einem Maueranschlag mit ca. 10 cm Breite an. Schaumfuge von Innen ca. 4 cm auf jeder Seite. Von aussen Acryl. Ich habe die Fugen innen teilweise verputzt, zum Teil guck ich noch den hervorquillenden Schaum an, und überlege, was zu tun ist. Ich möchte im 1.OG. Leisten anbringen, um die alten Innenschlagläden wieder anzubringen.
Schaum rauskratzen und Dämmung rein? Wenn ja, welche? Dann Leisten drauf, oder noch DB drunter?

Warte frierend auf Antworten
Manfred



Einfach den Mann...



...noch 'mal heranzitieren, aber nur, wenn Sie nicht nur die ganz normalen Fallwinde vor der Scheibe meinen.

Grüße

Thomas



was



man oft am Bau sieht, die Fuge wurde vorm Verschäumen nicht gesäubert und nicht angenässt. Dann haftet der Schaum an der Baufueg nur teilweise und kann leicht gelöst werden. Außen sollte allerding nur im Spitzwasserbereich dicht gemacht werden, besser wäre es gewesen, vorkomprimierte und doch diffussionsoffene Dichtbänder zu verwenden. Für solche Sachen gibt es eine RAL-Montage, wobei ich bisher keine vernünftige Skizze für Altbauanschläge gesehen, wo vorher Kastenfenster dring gewesen sind. Bei solchen Fugen wäre eine Rahmenverbreiterung optimaler gewesen, da es auch für Schaum techn. Grenzen gibt. gleich nach 1990 gab es etliche von Schaum verdrückte Fensterrahmen.



Fenster



Hallo Manfred,
habe ich das richtig gelesen, 4 cm Fuge auf jeder Seite?
Und einen 10 cm breiten Anschlag?
Wer hat die Fensteröffnung gemauert oder war Sie schon so vorhanden?
Ein Foto wäre gut.

Unabhängig von der Frage, wer das verbockt hat:
Die Fenster müssen wieder raus.
Dann müssen die Laibungen mit wärmedämmendem Material ausgeklebt und beigespachtelt/geputzt werden. Das kann zurechgesägter Porenbeton, Calciumsilkikat oder Heraklith sein.
Die Fuge zum Fenster sollte nicht mehr wie 10 mm breit sein.
Die innere Anschlagsfläche sollte eben und glatt sein, bei Bedarf nachputzen.
Dann kann das Fenster wieder eingesetzt werden (das geht auch ohne Bauschaum).
Wie sieht eigentlich der Anschluß der Fensterbank aus?

Viele Grüße



Der Einbau ist



offensichtlich nicht fachgerecht ausgeführt.
Ich schließe mich Georg Böttcher an, möchte nur ergänzend anmerken, dass die Fuge innen luftdicht abzuschließen ist. und in der Mitte mit Wärmedämmung ausgefüllt sein muss. Dies sollte aus meiner Sicht kein Schaumn, sondern ein Stopfmaterial wie z.B. Jute oder Flachs sein. Und außen muss die Fuge diffusionsoffen aber Schlagregendicht ausgeführt werden.
Mittlerweile gibt es auch Kompribänder, die alle drei Funktionen erfüllen können.
Es mir unverständlich, dass man gerade immer wieder diese Fugen bemängeln muss. Es ist als wollten die fensterbauer nichts hinzu lernen!



Fenster in Schaum



Hallo,

doch, sie lernen dazu. Meine Beanstandungsrate sinkt deutlich.
Dass das Fenster zur Öffnung passen muß, ist zunächst einmal selbstverständlich. Sollte es irgendwo herumgestanden haben und dann in ebendieser Öffnung gelandet sein ?

Alles was über 2 cm Fuge hinausgeht, passt nicht !
Knirsch geht natürlich auch nicht, baupraktisch sollte der Daumen rein passen, also 1,5 cm, auch wenn es die Architekten gerne enger hätten, es geht aber meistens nicht.

Dann gehören zur ordentlichen Montage:
- die Anschlagvorbereitung, im Falle des Innenanschlages
lot- und fluchtrecht eingeputzt und mit einer eingeklebten
Sperre versehen
- die Befestigung des Blendrahmens entsprechend den zu erwartenden Lasten im Mauerwerk, idealerweise mit Fensterkrallen
- ausfüllen der Fuge mit Stopfhanf, Miwo ist zugelassen, gehört aber nicht an Holzfenster oder in Altbauten
- inneren Abschluß mit einer Fensterdichtfolie versehen und
einputzen
- äußeren Abschluß durch Kompriband in der Blendrahmen/Mauerwerksfuge, aus optischen Gründen kann man noch verleisten
- Fensterbänke: Innen- und Außenfensterbank wärmetechnisch trennen, Fensterbankanschlüsse aussen schlagregendicht ausbilden, innen durch Fensteranschlußfolie dampfdicht.

Schade, dass man doch immer wieder von diesen hauruck-Methoden hört undliest.

Grüße aus Duisburg



Kompriband bei dem Wetter bringst auch nicht!



Ich habe gestern ca. 5 Stunden in der Kälte rumgeföhnt, um die Kompribänder an unseren letzten Fenstern zu bewegen mal aufzugehen - Sch...arbeit.

Lesenswertes zum Fenstereinbau gibts auch noch hier:

http://www.khries.de/fenstereinbau.htm

Gruss, Boris



Gibt es noch Hoffnung?



Danke für die Beiträge, ich weiß mittlerweile auch, daß hier vieles nicht richtig gelaufen ist. Die Fenster sind aber auch schon 5 Jahre drin, im Angebot wurde auch nur Montage mit Bauschaum und Abschlußfuge von außen dichten angeboten. Nun, ich habe mich drauf eingelassen, und den wortreichen Beteuerungen, daß man im Altbau eben wegen des Maueranschlags kein Kompriband braucht, geglaubt. Diesen Gesang stimmten übrigens alle 5 (!) Anbieter an.
Nun hab ich aber noch 3 Fenster, an deren Rändern mich noch der Bauschaum angrinst und mir ein schlechtes Gewissen macht...
Nun, Rausreissen geht nicht. Würde ich auch heute nie mehr ohne Gerüst machen.
Die Frage nun: Kann ich das Zeug rauskratzen und gegen z.B. Hanf oder Flachs ersetzen? Und darüber Leisten setzen (ich will die alten Schlagläden wieder anbringen)? Nach außen ist vermutlich mehr oder weniger (luft-)dicht, innen mit oder ohne (in diesem Fall wohl) Dampfsperre?

Danke für die Tipps
Manfred