Leimfarbe und Echtholzfunier-Türen?

08.07.2009



Hallo, neu und gleich eine Frage. Habe mich ein wenig über Leimfarbe schlau gelesen und möchte diese auch mal anrühren. Vorrangig kommt die Farbe an unser Wand (sofern es funzt, da Dispersionsfarbe drunter ist). Versuch macht klug. Aber was mir beim Lesen hier aufgefallen war, dass jemand erwähnte, dass Möbelstücke mit Leimfarbe gestrichen wurden. Wir haben Echtholz-Funier-Türen mit Glasausschnitten und die waren wahrscheinlich mal sehr sehr teuer. Die einfach wegzuschmeissen kommt nicht in Frage, denn die Türen sind an sich super (Schalldämmung etc), aber diese Farbe.... das Holz könnte Mahagonie oder Eiche sein, einfach nicht unsere Farbe. Jetzt die grosse Fragen: könnte es mit Leimfarbe klappen?? Ein Grund warum ich auf Leimfarbe gekommen bin, war halt, dass sie nicht riecht, da ich mit vielen Duftstoffen (auch natürliche) extreme Probleme habe und wir während der Arbeiten in der Wohnung leben müssen. Ich hoffe, ich verspreche mir nicht zu viel von der Leimfarbe, es geht auch nicht um perfekten Anstrich, ich mag es wenn Sachen "self made" und nicht steril-mechanisch hergestellt aussehen.



Leimfarbe ?



Hallo ...

also, dass Leimfarbe auf Holz gestrichen wird, ist mir bisher noch nicht bekannt gewesen. Das ist ja eher eine Wand- oder Deckenfarbe. Geeignete Untergründe sind Rauhfaser, Gipskarton,
Gipsfaserplatten, Putze und Stein. Sie wird auch bevorzugt angewendet bei speziellen Stuckarbeiten im Deckenbereich.
Und da ich ja "die Leinöltante" bin, würde ich Dir dann eher
die reine Leinölfarbe vorschlagen. Kannst ja mal ein Blick
in meine Homepage werfen.
Sollte es dennoch Jemanden geben, der Leimfarbe auf Holz geschmiert hat, dann wird er sich wohl gleich hier einklinken. Das würde mich im übrigen dann auch interessieren.

LG Christine



möbel..



das hatte ich hier im forum gelesen, ist wohl irgendwie ne alte technik von einem wohl bekannten künstler... aber ob das holz da unbehandelt war oder nicht, stand leider nicht...leinöl kann bei asthmatikern durchaus probleme machen... und es riecht, was ich ja eben nicht möchte..



Leimfarbe hat auf Holz nichts zu suchen ---



--- und erst recht nichts auf Furnier. --- Hier informieren : www.osmo.de -- Stichworte : Dekorwachs transparent bzw. Dekorwachs deckend - beide Produkte sind Speichel-u. schweißecht und sind für Kinderspielzeug zugelassen. Außerdem riechen sie nur kurzzeitig - aber
deutlich mild und nach meines Rüssels Empfinden angenehm.
- Die Oberfläche ist seidenmatt und angenehm bei der Berührung. --- und sie ist nachpolierbar.





Leimfarbe hat auf Holz nichts zu suchen, und auf Möbeln auch nicht!
Was ihr vielleicht meint ist gekalktes Holz, d.h. Holz wird mit Kalk, oder anderen, bestrichen und wieder abgewischt. Dabei werden die Poren gefüllt und erscheinen deswegen weiss. Funktioniert aber auch nur wenn die Oberflächen des Möbelstücks, der Holzverkleidung, oder was auch immer, noch nicht mit anderen Material versiegelt sind.



Leimfarbe



würde ich auch nicht nehmen,
aber evtl. vielleicht einen Ölanstrich oder auch Bierlasur. Da gibts einiges an Möglichkeiten und es
kommt drauf an, wie s letzt endlich auch ausschauen soll. Natürlich müsste man den vorhandenen Untergrund auf euren Türen auch noch vorher prüfen, damit bezüglich der Haftung auf dem Altanstrich keine neuen Überraschungen enstehen.

aber schaut doch einfach mal nach in dieser umfangreichen Rezeptesammlung - Holz

* Bierlasur
* Feuerschutz / Brandschutz
* Fussboden-Ölanstrich
* Holzanstriche
* Holzbehandlung im Innenbereich
* Holzfestigung im Innen- und Aussenbereich
* Holzpolitur
* Holzschutz für Feuchträume und Aussenbereich
* Öfarbenanstrich aussen und innen auf unbehandeltem Holz
* Ölanstrich aussen auf Holz
* Ölarbenanstrich aussen und innen auf vorhandenen Altanstrich
* Ölfarbenanstrich aussen und innen auf mechanisch stark beanspruchtes Holz
* Öllasuranstrich aussen und innen auf Holz
* Öllasuranstrich Bisterfarben außen auf Holz
* Schellack-Rezepte
* Schwedenrot / Faluröd kochen
* Vernis de Vernis von Roube
* Wachspolitur
im Detail nachzulesen
bei ...........

http://www.kremer-pigmente.com/de/Info/rezepte

Für deine Türen wist Du dort bestimmt fündig !

Gruss vom
schreinerwinter





Toll- eine große Auswahl !
Wobei bei der Bierlasur zu beachten wäre, dass man diese mit Klarlack oder Schellack überziehen muß um sie gegen Abrieb zu schützen.



Richtig, Meister Lingl ! ---



--- Eine Bierlasur besteht aus Bier und Farbpigmenten.
Dabei wird die " Klebrigkeit" des Hopfens ausgenutzt, um
die besagten Pigmente auf der zu behandelnden Oberfläche vorerst
haften zu lassen. Die eigentliche Verfestigung und Verbindung mit dem Untergrund geschieht durch die Durchdringung der hauchzarten Lasurschicht entweder durch die Verwendung von Klarlack oder Schellack , welche gleichermaßen gut als Haftvermittler wirksam werden und bleiben.



danke..



für die vielen Antworten.
Bierlasur... hört sich ja nicht schlecht an, mal eine Frage, gerne auch per PN bezüglich der Kremer Pigmente, leider bin ich nicht ganz fündig geworden nach absolut! ungiftigen Pigmenten, da ich diese nicht nur wenn dann für die Lasur benutzen möchte, sondern auch für die selbstgemachte Knete für meine Tochter. Da ich da eh so einen Tick habe, kommen mir nur Sachen ins Haus die toxologisch absolut unbedenklich sind, wie Erdpigmente es ja meistens sind, aber irgendwie finde ich die richtigen Kennzeichnungen nicht online.

Von den Farbtönen her möchte ich Orange, Ocker und Schwarz.

Kann mir jemand helfen und auch so: welche Öle würden sich eignen bei unbehandeltem Holz um die Grundierung für die Lasur zu machen, Leinöl geht nicht.

Danke nochmals im Voraus



Liebe Kollegen ......... Mit Bierlasur



diese dann auch weiterentwickelt und Holzmaserierung genannt, wurden im 19. Jahrhundert Edelholzflächen wie z.b. Nussbaum Maserholz, Rahmenimitationen und andere Holzarten usw. auf "günstig" angefertigten Weichholzschränken gemalt bzw. imitiert. Diese Technik entstand aus der Not heraus, weil viele Menschen sich den Luxus eines edelholz furnierten, vom Schreiner angefertigten teuren Schrank nicht leisten konnten. Einen "Lacküberzug" in diesem Sinn wie wir ihn heute kennen, gab es damals noch nicht. Schellack ist in diesem Sinn ja auch nicht so sehr wasserfest und so war es wohl besser, es bei der immerhin damals wasserfesten Bierlassur zu lassen,.... um es auf unsere Zeit zu übertragen,.....
man könnte das heute mit Massivholz und im Gegensatz dazu den Laminatprodukten vergleichen

Hier im Zitat das Rezept der Firma Kremer Pigmente /Aichstetten

Rezept für Bierlasur (Innenbereich: Holzpeneele, Möbel, Treppenhäuser etc.)

100 g Pigment in ca. 1 Liter Tropfbier auflösen

Tropfbier ist das Bier, welches vom Schankhahn tropft und ohne Schaum und schal ist.

Tropfbier ist das preiswerteste Bindemittel, welches schon früher als Anstrich verwendet wurde.

Der Anstrich riecht nur solange nach Bier wie er feucht ist.

Der Bieranstrich eignet sich auch als Lasur auf Öl:

Auf den helleren frischen Ölanstrich als Untergrund kommt der dunklere Anstrich mit Bier.

z.B.: heller Untergrund: Sienna natur in Leinöl
dunkle Lasur : Sienna gebrannt in Bier

Dieser Anstrichlasur wird nach der Trocknung wasserfest.

Die Lasur reicht für etwa 20 m2.

Als Pigmente für den Bieranstrich eignen sich nur lichtechte Pigmente, welche sich gut in Bier dispergieren lassen, wie z.B. Erdfarben.

Home - Kremer Pigmente GmbH & Co. KG


Gruss
schreinerwinter



giftig oder nicht?



kremer bietet online für nahezu jedes einzelne pigment das sicherheitsdatenblatt sowie weitere informationen zum nachlesen!
gruß, carmen



Merci! für all die Antworten und..



ich denke ich werde meine unbehandelten sachen mit einfacher bierlasur ohne pigmente einstreichen, mal schauen, wies aussieht mit dunklem bier...

allen noch einen schönen Abend



Und dann greift ...



...TAHASO zum Pinsel und pinselt das, was er für Bierlasur hält, auf höchstwahrscheinlich lackierte Türen...

Hat jemand auch an den Untergrund gedacht? Ohne die Entfernung des alten Anstriches hält auf Lack kein wässriger Anstrich. Darüberhinaus halte ich hier Bierlasur für Unsinn. Ein Bier-Lasurmaler (mit all den Pinselchen, Vertreibern etc.) wird der Fragesteller nicht per fachwerk-de-Schnellkurs, und vermutlich wird das ein Reinfall.

Aus meiner Sicht gibt es folgende gute Möglichkeiten: Monochromer Anstrich mit einer Leinölfarbe, oder hell lasierender Auftrag einer Leinöllasur. Ferner gibt es pigmentierte Farben auf der Basis von Schellack. In jedem Fall sollte der alte Lack basisch überwaschen (angelaugt) werden, um eine gute Haftung des Öls sicherzustellen. Das Öl riecht zwar kurzzeitig, ist aber als Naturprodukt sehr gut verträglich.

Echt lustig ist der derzeit gern gebrauchte Begriff: "Echtholzfurnier". Furnier ist immer echtes Holz.

Gut Holz!

Thomas



räusper



ich schreib: unbehandelte!! Holzsachen mit Bierlasur , mal schauen! was passiert.

Es gibt durchaus Möbel, die nur eine Holzoptik haben, aber gar nicht aus Holz bestehen, sondern aus Farbe und Plastik. Die Türen die wir haben, sind eben aus Holz.

Und wenn sogar die NHK von Echt-Holz-Funiert-Türen spricht dann wird das denke ich wohl schon so richtig sein, schliesslich ist die NHK die Grundlage aller Immobilien-Bewertungen und ich glaube nicht, dass sich eine Grundlage aller Gutachter etc. eine "sinnfreie und falsche" Benennung von Sachen einfallen lässt.

Danke nochmal für alle die Antworten, ich werde einfach mal weiter suchen ...



Leimfarbe auf Echtholzfurnier



... bei Allem, was hier diskutiert wird ... ich kann mich nur der fachlichen Kompetenz des Thomas Böhme anschließen.

LG Christine



Wie auch immer,



Ihre Fragestellung bezog sich auf Bestandstüren, und da muß der Lack für eine Bierlasur runter.

Und was die NHK betrifft (Ich hatte es mir erst mit "Nicht-Holz-Kasper" übersetzt, bis ich mich schlau gemacht habe:-) : Eine offensichtliche Dummheit wird nicht weniger dumm, wenn sie häufig wiederholt wird. Per Definition ist Furnier immer aus Holz, wie Sie mit ein wenig googeln unzweifelfelhaft feststellen werden. Das dürfen Sie einem Tischler und Restaurator ruhig glauben. Sicher ist der Sprachgebrauch, dank der Imitatenindustrie, teilweise anders, um hochwertge Produkte vorzuspiegeln.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



so dele



also dann gibt es mal einen kleinen zwischenbericht: ich habe mit fassmalerei angefangen (ich wusste erst hinterher dass das so heisst!), und muss mich hier dann mal bedanken, ohne die hier zu tage getragene "abwehr" von leimfarbe auf holz wäre ich nie dazu gekommen, es einfach zu machen, da ich es mir einfach nicht vorstellen konnte, dass es nicht funktionieren sollte.

wie ich eben las, haben bereits die goten (und das wohl als erste) ihre holzobjekte bereits gefasst haben und zwar genauso, wie ich dies instinktiv tat, nämlich mit selbstgekochter leimfarbe und reinen erdpigmenten.

und die farbe sogar anstandslos auf meinen bereits lackierten türen hält und weder abblättert noch sonst irgendwie "rapuniert" ist, kann ich jetzt einfach mal so sagen: es geht, hervorragend auf unbehandeltem holz und auf meinen furnier-türen auch, nur das ich da die farbe anders anmischen als bei unbehandeltem holz und auch die arbeit dort zeitaufwendiger ist.

bilder folgen im übrigen



Ohne der offensichtlichen Begeisterung...



...Abbruch tun zu wollen: Was heute hält, kann auch in 2 Wochen oder 3 Jahren abfallen, Risse bilden, krakelieren...

Eine gute Vorbereitung des Untergrundes schafft dauerhaft gute Arbeitsergebnisse statt "Zufallsfunde".

Hier ein Leimfarbenanstrich auf Gipspachtelbahn mit (vermutlich) Dispersionsanstrich im Untergrund. Nach 3 Jahren, ohne größere Klimaschwankungen, fing sich die Scholle an zu lösen.

Grüße

Thomas



dass sowas nicht



halten kann, ist für mich zumindestens aber klar.... Leim auf dispersionsfarbe oder auch umgekehrt, führt fast immer zu problemen..ich spreche hier ja auch ausdrücklich von unbehandeltem holz, wo die ergebnisse einfach sehr gut sind, und die farbe auf den türen, wird sich zeigen, wenn jedoch eine problematische haltbarkeit da wäre, so hätte sich diese bereits nach dem abtrocknen gezeigt bzw. dabei...



Ungelegte Eier...



...muß man nicht begackern ("wenn jedoch eine problematische haltbarkeit da wäre, so hätte sich diese bereits nach dem abtrocknen gezeigt bzw. dabei...")

Definitiv nein. Manches zeigt sich halt erst später. Manche Lacke z.B. krakelieren nach Jahren. Ich wünsche Euch natürlich, daß alles lebenslang wunderbar aussieht. Eine allgemeine Empfehlung, Lacke unbekannter Zusammensetzung mit Irgendwas zu überpinseln, möchte ich jedoch hier nicht stehenlassen. Ein Anschliff oder die Entfernung der alten Lackschicht macht nun nicht wirklich viel Arbeit und schafft mehr Sicherheit.

Grüße

Thomas





Stell mal ein Bild ein wie die Tür jetzt aussieht, und in 6 Monaten eins im "betatschten" Zustand. Vor allem den Bereich um die Türklinke.



hä?



wieso bereich türklinke?



Weil



man da immer hindappt und dort die Farbe zuerst abnützt (ausser wenn man die Tür immer mit den Füssen zumacht).

Gruss, Boris



Ferner...



...Abrieb und Verschmutzung einer Leimfarbe besondes markante Halbmonde hinterlassen werden.

Farben übrigends haben ganz gewiss nicht die Goten erfunden. Schon im alten Ägypten wurden z.B. Ölfarben nachgewiesen. Und die halten dann auch auf Türen.

Wenn der Leimfarbanstrich halbwegs haltbar sein soll, müsstest Du ihn zumindest nachträglich mit einen dünnen matten Lack oder einem Hartöl konservieren (was für ein Geklecksel).

Grüße

Thomas



grummel



bitte einfach doch mal alles in ruhe durchlesen und nicht querfliegen: die goten waren geschichtlich betrachtet, die ersten, die fassmalerei gemacht haben!! das farben schon viel länger benutzt werden, ist doch klar! Thomas: ich habe das gefühl, du liest absichtlich falsch bzw. drehst meine antworten grundsätzlich um. verstehe den sinn darin nicht!

wie gesagt, bei uns berührt man die tür nicht und grundsätzlich hat jede farbe irgendwann alterungserscheinungen bzw. abnutzungserscheinungen....



Was ist Fassmalerei?



"Ein Fassmaler (alter Ausdruck Staffiermaler) ist die Bezeichnung für einen Handwerker, der die Fassung, d. h. die Bemalung und Vergoldung von Holzplastiken vornimmt und den Schnitzarbeiten damit erst ihr endgültiges Aussehen verleiht. Im 18. Jh. war auch im deutschen Raum die französische Bezeichnung "Peintre-doreur" üblich." (Wikipedia)

Was das mit Türen und Goten zu tun haben mag? Figuren anstreichen ist auch keine gotische Erfindung.

Zum Anstreichen von Fässern hingegen (so das gemeint sein sollte) habe ich keine hinreichenden Erkenntnisse :-)

Viel Spaß dennoch.

Grüße

Thomas



Gotik und die Goten...



Hallo TAHASO,

ich würde mal zwischen Gotik und Goten geschichtlich noch einen kleinen Unterschied machen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



@ Frank



Warum so pingelig? Die paar Jahre :-)))

Grüße

Thomas