Innenwände fachwerk

25.08.2008



Hallo,

ich habe ein ca. 70 altes EFH gekauft.Beim entfernen der Tapeten kam ein nicht unerheblicher Teil des Lehmputzes mitrunter.
Da die Wände alle sehr "bauchig" sind und auch die Heizungsrohre auf Putz liegen möchte ich die Wände kpl. im Trockenbauverfahren verkleiden.Also mit z.B Rigips verkleiden.
So hätte ich gerade Wände und die Rohre wären auch verschwunden. Ist das so möglich und was muss ich beachten bei der Auswahl der Materialien?



Wandaufbau?



Hallo Paul,

aus welchem Material sind die Wände, Decken, Böden? Ein Wandaufbau (von Außen nach Innen) wäre zunächst hilfreich.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Hallo,

erstmal Danke für das schnelle Feedback.
hoffe es ist so aufschlussreich.Ich bin da echt ein laie.
Also von aussen ist es ein normaler Wandputz Was ich von innen sehen kann sind Holzbalken und die zwischenräume gefüllt mit Lehm o.ä.
Böden und Decken muss ich zur Zeit passen da noch Bodenbeläge drauf sind bzw. die Decken mit Panelen. Beruflich bedingt bin ich nur am WE im Haus.

Gruß

Paul



Righgips im Fachwerk ist normalerweise so sinnvoll wie eine Sonnenuhr im Sarg.



Mmhh.

schwierig. Rihgips kannst Du vollkommen vergessen, da bleibt auf Dauer vom Haus nichts mehr übrig.
Bilder würden helfen das besser zu verstehen. Die Pfalz ist groß ... wo steht das Haus?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



An Innenwänden...



...zwischen zwei beheizten Räumen wird bei einer Vorsatzschale aus Rigips schon nix passieren (auch wenn es mich bei dem Gedanke schüttelt), aber wenn du Heizrohre verschwinden lassen willst, kommt auch irgendwann eine Außenwand dazu (kann mir nicht vorstellen, daß du nur Heizrohre an Zwischenwänden laufen hast). Und dann halte dich an Christoph Kornmayer und laß es.

Gruß Patrick.





Moin,


ok, aber was ist der Grund, liegt es am Material der GK-Platten?
Und welche alternativen hab ich dann?
Wie gesagt das Fachwerk kam erst zutage als die Tapeten runter mussten.



Wandaufbau und Gipskarton



Hallo Paul,

die Alternativen hängen halt vom genauen Wandaufbau ab. Außen Putz und innen Balken sagen noch nicht viel.
Bei Gebäuden aus dieser Zeit habe ich sowohl schon echtes Fachwerk als auch - und dies weit häufiger - eine massive Außenwand mit eingestelltem Holzständerwerk gesehen. Jetzt zu sagen nimm dies oder jenes wäre der Sache nicht gerecht und könnte fatale Folgen haben.
Gipskartonplatten neigen bei Feuchtekontakt zum Aufquellen, Zerbröseln, Schimmeln ... egal ob grau oder grün.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Problem Feuchtigkeit



Das Problem beim Gipskartonwänden ist, dass sie fast keine Feuchtigkeit durchlassen, d.h. wenn das Fachwerk von Außen oder von unten (z.B. durch aufsteigen Feuchtigkeit) naß wird dann kann diese "Nässe" durch die Wände nicht trocknen.
Ggf. kann die Wand auch von innen durch Wärmebrücken und erreichen des Taupunktes feucht werden.
Dies führt unweigerlich zu Schimmel und zu Schäden am Fachwerk. Entweder können Sie die Feuchtigkeit komplett ausschließen oder die Innenwände müssen diffusionsoffen sein. Hier wäre ein Beplankung mit Lehmbauplatten das sinnvollste.

Gruß T. Bucher



Wobei...



...dabei die nicht immer so tollen Eigenschaften von Gips zwar umgangen wären, die Problematik einer Vorsatzschale aber bleibt, Lehmbauplatten hin oder her.

Gruß Patrick.





Ok, erstmal danke für die informativen Antworten.
Habe ich das richtig verstanden das die Vorsatzschale die ursache ist?
Dann bleibt ja nur das verputzen, oder? Kann man herkömlichen Haftputz verwenden oder lehmputz?
Ich werde sobald als möglich Bilder von Wänden und Decken machen und sie hier einstellen.
bevor ich nun mit dem renovieren anfange möchte ich das ein Energieberater sich das ganze Haus vornimmt und mir konkrete Ratschläge geben kann. Gibt es hier im Forum empfehlungen bzw. auf was sollte ich achten und wie erkenne ich ob es ein erfahrener und praxisorientierter Berater ist?


Gruß

Paul





Hallo Paul,

vor dem Energieberater sollten Sie erst klären, was in der Substanz machbar ist, damit Sie dem guten Mann gleich klarmachen können was geht, und wo er erst gar nicht anfangen brauch zu rechnen.

Kellerbodendämmung, Dachboden- oder Zwischensparren, neue Fenster, neue Heizung, Außendämmung, Leitungen dämmen und Energiesparlampen wird in etwa das Ergebnis sein. Die Beratung erfolgt im besten Fall Material- und Herstellerunabhängig. Das ist in etwa - natürlich rechnerisch untermauert - das Ergebnis der Untersuchung das zu erwarten ist. Ist auch vollkommen in Ordnung, wenn man so richtig gar keinen Ansatz hat.

Aber ob es zum Haus passt? Zum Material? Da müssen Sie schon einen wirklich guten Mann erwischen - und den gibt es mit ziemlicher Sicherheit nicht im inzwischen auch Energieausweise vertickernden Baumarkt.

Mit dem Verputzen liegen Sie auf der richtigen Seite. Sind Sie sich sicher, dass im Haus ein Lehmputz verwendet wurde? Wenn ja, dann sollten Sie auf alle Fälle im Material bleiben. Testen Sie das! Bin gespannt auf die Bilder.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Bilder



Hallo,

Bilder hab ich gemacht. Habe sie aber auf meinem profil. Erkenne jetzt erst beim schreiben das man sie auch direkt im Thread laden kann :-(
An einigen Stellen sind auch Back oder Ziegelsteine mitverbaut.
Diese Bilder sind leider nur vom Obergeschoss. Ich habe noch kein Schlüssel für das EG.

Paul



Haus von ca.1930/ 1940?



Hallo Paul,

danke für die Bilder. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Haus, oder zumindest Teile davon um einiges älter sind als 70 Jahre. Beplanken der Fachwerkwände sollte auf keinen Fall gemacht werden.
Gibt es ein Bild vom Keller?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Hallo,

ne, das Haus hat kein Keller. Den gibt es seperat in der Scheune. Mit dem Alter war eine Schätzung, da es keine Angaben gibt wann es gebaut und was in den jahren veändert wurde gibt.


Gruß


Paul





ne, das Haus hat kein Keller. Den gibt es seperat in der Scheune. Mit dem Alter war eine Schätzung, da es keine Angaben gibt wann es gebaut und was in den jahren veändert wurde gibt.


Gruß





Hallo,

habe jetzt noch einiges erfahren können. Das Haus wurde um die Jahrhundertwende gebaut. Das Erdgeschoss ist massiv mit Bruchstein gebaut. Aussenwand ca. 50 cm dick das ganze ohne Keller. Im OG ist wie auf den Bildern Fachwerk mit Lehm. Wie hier im Forum empfohlen werde ich die Wände neu mit Lehm verputzen. Aber jetzt steht noch die herausforderung im Badezimmer kann ich bzw. ist es sinnvoll die Wände zu fliesen?
Das bad ist ca.6 m² und mit 1 Fenster. Installiert werden soll Dusche,WC und Waschbecken.


Gruß

Paul