Ist das zu heikel? Ersatzneubau/Rohbau - Frage zu verwendetem Holz und Ausfachung

19.11.2011



Hallo,

mein Mann und ich suchen seit einiger Zeit nach einem Haus im Raum Dresden, wobei wir beide vorrangig in den alten Ortskernen suchen. Nun gibt es ein Objekt, ein Rohbau, der ausgrund Finanzierungsschwierigkeiten der Eigentümer zum Verkauf steht, und uns nicht zuletzt auch wegen seiner Lage sehr interessiert.

Wir wissen leider nur sehr sehr wenig, worauf beim Bau grundsätzlich zu achten ist.

Zwei Dinge sind mir aber aufgefallen: Für die Gefache wurde Kiefernholz verwendet. Ist das üblich/sinnvoll? Ich habe hier ein wenig Bedenken, dass hier vorrangig darauf geachtet wurde, preiswertes Holz zu nutzen. Wie könnte ich erkennen, ob das Holz in einem guten Zustand ist? Mir sind bei einigen Balken Längsrisse aufgefallen, ist das normal?

Ich habe mich erkundigt, welches Material für die Ausfachungen geplant ist, und da wurde uns etwas von einem Wärmeverbundsystem erklärt. Auch das habe ich bisher noch nie gehört. Ist das wirklich für Fachwerk geeignet?

Ich würde mich über einige Infos sehr freuen.

Viele Grüße



Fachwerk



Hallo Nadine


Früher wurden viele Fachwerkhäuser aus Kiefer gefertigt, da es harzreicher als Fichte ist und billiger als Lärche oder Eiche. Nur die Schwellenbalken hat man in besserem Holz gefertigt.

Längsrisse sind normal, Querrisse lebensgefährlich.


Ich hab von diesen Verbundsystemen gehört, bei "Gooockel" schaun... Ob es geeignet ist, werdet ihr nach 30 Jahren merken, wenn die Gewährleistung nach BGB wech ist...



Andreas



Danke :)



Hallo Andreas,

danke für die Infos. Also spricht nichts grundsätzlich gegen Kiefer?

Ich hab die Suchmaschinen schon auf und ab nach diesem WDVS im Fachwerk und Erfahrungen/Einschätzungen abgesucht, aber entweder ich geb das Falsche ein oder es wird tatsächlich kaum untersucht/verwendet.

Dankende Grüße



Kiefer



Gegen Kiefer spricht nix, aber gegen diese öminösen Verbundsysteme.

Wenn ich mioch noch schwach an diesen Schwachsinn erinnere, war das von Innen nach Aussen:

-Holzfaserplatten, Dämmung, Holzfaserplatten, Chemieputz aus dem Eimer- oder wahlweise aufgeklebte Plastikriemchen


Andreas



Porit im Innenbereich



Das mit dem WDVS können wir auch noch anders machen, ich denke wir würden klassisch mit Lehm ausfachen. Aber es stellte sich nun noch eine Frage: Im Innenbereich soll eine Innenwand aus Porit errichtet werden, also direkt an innenliegender Seite des Fachwerks. Was hat es damit auf sich? Es erscheint uns - als völlige Laien wohlgemerkt - unsinnig, das Fachwerk von innen mit einer Poritwand zu verbauen...



Kiefer funktioniert



Unser Ruinchen ist 150 Jahre alt und aus Kiefernfachwerk mit Lehmausfachungen. Dank des Lehms ist es trotz jahrelangem Leerstands noch sanierungsfähig.

Unser Privathaus hat einen Fachwerkdachstuhl aus Fi/Ta als innen und außen sichtbares Fachwerk ( 24 er ) mit dieser erwähnten ominösen Sandwichausfachung. Das Haus steht seit 1998 und es gibt immer wieder Probleme mit der Abdichtung und dem stark arbeitenden Holz. Eindringendes Wasser an den Hauptverbindungen, sowie den Fenstern und dadurch entstehende Vergrauungen/Holzschädigungen bereiten uns insbesondere an der Wetterseite zunehmende Probleme. Zur Zeit sind wir dabei für die nächste Zeit den Austausch der Sandwichgefache gegen Lehmgefache zu prüfen oder/und müssen überlegen das Fachwerk an der Westseite komplett zu verkleiden. Daher rate ich zur Vorsicht bei "modernen" Baustoffen in Verbindung mit Fachwerk.
Und ganz entscheidend : Sowohl der Architekt als auch die ausführende Firma müssen wissen, was sie dort tun....
anna



Zu prüfen wäre denn...



...eine Innendämmung Holzweichfaserplatte, in Lehm angesetzt, mit Wandheizung und Lehmputz.

Grüße

Thomas