Brainstorming Dielentor




Hallo an alle Foranti oder Communarden, wie auch immer.

heute gabs eine offizielle Stellungsnahme vom Denkmalschutz. Alles soweit gut, Bis auf....

Das Dielentor.

Der Herr vom DS vertritt die Auffassung, dass in Fachwerkhallenhäusern im Calenberger Land gundsätzlich nach innen öffenende hölzerne Dielentore vorgekommen sind (zum Ausgleich gehen aber alle Fenster nach außen auf !).

Aus Platzgründen hatten wir uns eigentlich vorgestellt ein nach Außen schlagendes großes Tor herstellen zu lassen, dass den eigentlichen Eingang (eine Glaskonstruktion) verbergen kann.

Wenn nun die Torflügel nach innen aufgehen, muss die Glaskonstruktion sehr weit in den Raum rücken oder/und behindert den historischen alten Eingang in den Stall, der unbedingt erhalten werden soll. (heisst aktuell Garderobe / Hunde)

Als Alternative bietet der DS an, die Torflügel entweder als faltbare Elemente auszuführen, oder aber das Tor ganz wegzulassen (das fände ich nun wieder schade).

Unser Architekt (und gelernter Zimmermann) sagt, dass ein so großes Tor als Faltelement ausgeführt, möglicherweise Stabilitätsprobleme bekommen könnte.

wat nu?

ich hoffe, die beiden folgenden Ausschitte aus den Bauzeichnungen belegen das Problem.
Die erste stellt die beiden Lösungen innen- bzw. außensschlagend dar, die zweite den Grundriss beim Einbau von Falttüren. Das sogenannte Glaselement/Windfang ist lediglich symbolisch gemeint und wird sicher anders aussehen.

begehrliche Grüße von

Götz



2. Zeichnung



es folgt der Grundriss



Wenn



ich die Zeichnung richtig interpretiere, handelt es sich um ein Bauernhaus mit vorderseitigem Wirtschaftsteil und rückseitigem Wohnteil, erkennbar an den unterschiedlichen Dachneigungen. Eine recht häufige Bauform für kleinere und mittlere Höfe in Niedersachsen. Allerdings ist mir bei keinem ein aussenliegendes Dielentor untergekommen. Vielmehr waren die Dielentore zurückliegend und rechts und links waren kleine Türen, die von aussen zugängig waren.
Wobei man bedenken muss, dass das Dielentor auf die Tenne und zu den Stallungen führte, der Zugang zu den Wohnräumen befand sich erst am Ende der Tenne.
MfG
dasMaurer



Und



nochmal ganz praktisch überlegt:
Wird das Tor überhaupt jemals genutzt?
Wenn´s an der Haustür schellt, Haustür öffnen, rausgehen, Dielentor aufwuchten, Besuch reinlassen, Dielentor zuwuchten und Haustür zumachen? Da wird sich die Hausfrau bald bedanken ;-)).
MfG
dasMaurer



Um das zu verstehen,



muss man sich die frühere Nutzung vor Augen führen. Bei dieser typisch norddeutschen Bauweise war das grosse Tor am Giebel der Hauptzugang und -zufahrt. Das Tor war zurückliegend angeordnet und rechts und links waren die Stalltüren für die Zugtiere. Die wären durch ein nach aussen öffnendes Tor versperrt. Innenseitig waren rechts und links der Tenne die Stallungen angeordnet, da stört der Torflügel nicht.
Weiter südlich war eine andere Aufteilung üblich, da wurde von der Traufenseite eingefahren, da macht ein nach aussen öffnendes Tor natürlich Sinn.
MfG
dasMaurer



Dielentor



@DasMaurer

Bingo, genau so ein Haus ist es (Fotos und Zeichnungen sind bei meinen Bildern)

Die Überlegung war, dass das Tor eben doch fast immer offen ist, und dann außen weniger stört, denn

1.gib`s den ursprüglchen Zugang zum Wohntrakt natürlich noch, da wird aber ein abgeschlossener Wohnbereich enstehen (Altenteil), so dass ein zweiter Einang benötigt wird.

2. sind in unserem Haus die Zugänge zu den Stallungen in der Diele (und nichtüber die Giebelfassade des Wirtschaftsteils), die Seitentür in der Fassade gibt's bis jetzt noch nicht und früher wohl auch nicht.

Bei meinen Bildern ist die Tür von der Diele zum ehmaligen Stall (die man auf dem Grundriss sieht, der ehemalige Stall ist als Garderobe bezeichnet), auf der anderen Seite der Diele ist unter den Räumen ein Keller, so dass der Boden dort 80 cm höher ist. Einen Zugang in diese Räume von außen hat's also auch nicht gegeben.

Klar ist, dass das Tor allein wegen des Lichts zumeist offen sein wird, allenfalls nachts wenn es kalt ist, kann man es schließen. Deswegen sollen die Torflügel ja auch nicht immerzu im Wege sein.

Was die Calenberger dazu gebracht hat so zu bauen, kann ich auch nicht sagen. Immerhin verschenkt man bei den nach innen schlagenden Flügeln ein Teil des Raumes, auf dem sonst ein längerer Wagen hätte stehen können.

Es sei noch erwähnt, dass es sich um die Wetterseite handelt und dass Fenster in der Tür aus DS- und auch aus Stabilitäts-Gründen wohl nur sehr eingeschränkt möglich sind.

@Michael

uns wurde schon jetzt eine DS-Abnahme nach Abschluss der Umbaumanahmen angekündigt. Danach ein so großes Tor außen anzubringen ließe sich wohl kaum verbergen. Unser DS fährt ganz sicher mal durchs Calenberger Land und sieht nach dem Rechten.
Immerhin handelt es sich bei unserem Haus nicht nur um ein Einzeldenkmal, sondern es besteht auch Ensemble Schutz, deswegen ist's ja auch so schön!
Ich fände erlich gesagt auch eine stressfreie Lösung am besten.


Dank & Gruß

Götz



Dielentor



Hallo,
hier bei uns waren Dielentore immer nach innen zu öffenen. Bei Scheunentore kann es anders sein.

Erklärungen wurden dazu ja schon abgegeben.

Im Foto seht ihr, wie wir es gelöst haben.

Wenn eine Glaswand eingebaut werden sollte würde ich es mit Holz machen und bei den Sprossen die alte Türteilung als Vorlage nehmen. Für mich würde es dann aber auch bedeuten das die Glaswand mindestens 2m zurück ins Haus versetzt würde.

Bei dieser Tür kann man vor die unteren Glasteile noch Klappen vorhängen, dann ergibt sich eine Optik wie eine Stalltür.

Weitere Bilder folgen



Dielentür



Hier ein weiteres Foto



Dielentür



Hier das vorherige Foto, aber die Klappen wurden aus der Hohlwand vor die Tür geschoben



Dielentür



Zu so einem Haus gehören natürlich Fenster mit Bremer Ruderstange, die nach außen öffnen



Man



sollte auch immer bedenken, dass diese Häuser als Zweck-und Wirtschaftsbauten konzipiert waren und nur erhalten sind, weil sie immer wieder geänderten Ansprüchen und Bedingungen angepasst wurden, auch durch teilweise umfangreiche Umbauten. Insofern lässt sich der Originalzustand kaum wiederherstellen. Lediglich passen soll es. Eine Nutzung als reines Wohnhaus stellt nun mal andere Ansprüche, als ein Wohnstallhaus mit offener Feuerstelle und ohne Schornstein ;-)).
MfG
dasMaurer



das nimmt ja richtig fahrt auf



vielen Dank für die Vorschläge ind das Interesse.

Ich hatte heute Vormittag ein Stündchen Zeit und bin etwas herumgefahren, dabei ist mir ausfgefallen, dass es solche unverbauten Häuser hier nur noch sehr selten gibt, obwohl man immer das Gefühl hat, das alle Gebäude ungefähr so aussehen. Meistens sind dann die Dielentore aber moderner mit Scheiben gestaltet, fest verglast, teilweise zugemauert mit modernen Türen oder aber einfach wie ein Hauseingang nach hinten versetzt.
In den ältesten Gebäuden, die ich in der kurzen Zeit gefunden habe, sind die Tore ungefähr ausgeführt wie auf dem angefügten Bild. (Das ist nicht das älteste Tor, das ich gefunden habe, aber das schärfste Bild, das mir gelungen ist aus dem Auto).
Bei diesen Toren ist der untere Anteil drei-geteilt mit Schlupftür in der Mitte, dann musste man offenbar den mittleren Querbalken herausnehmen, damit auch die oberen freien Flügel zu öffnen waren.

Das Beispiel mit den Schiebeklappen finde ich sehr interessant, dafür brauchts aber neben dem Tor Platz, bzw eine Art Hohlwand. Da kann ich noch nicht sagen, ob das geht. Vielleicht könnte man das Beispiel von HJ Burhorst in einer Weise abändern, dass es zu den ortsüblichen Toren past.

Für alle Gewerke haben wir schon erfahrene Firmen (natürlich auch für die Fenster), aber an die Tür will keiner ran. Noch schläft die Westfassade auch noch unter Teerpappe und der alte Torbogen ist ausgemauert (Abb. bei meinen Bildern).

es bleibt spannend

Götz.



@H-J Burhorst



Wer hat diese Tore denn hergestellt?

Vielleicht gibt's ja auch noch so etwas wie eine Prinzipzeichnung, aus der der tatsächliche Platzbedarf hervorgeht.

Nun wärs nach Dinklage auch nicht so wahnsinnig weit.

Gruß Götz



Dielentor



Hallo Götz,

die Idee ist auf eigenem Mist gewachsen und ein örtlicher Tischer hat es umgesetzt.

Pläne habe ich keine davon.

Das erste Foto ist vom Cafe. Für die Tür gibt es auch Klappen, sie werden aber bei Bedarf davorgehängt.

Für unser Wohnhaus wurde dann die Technik mit der verdeckten Helmschiene realisiert.

Hier haben alle Häuser eine Hohlwand (wird in diesem Forum oft anders gesehen). Beim Erstellen der Innenschale haben wir dann den erforderlichen Raum für die Klappen sofort mit berücksichtigt.

Ansehen ist vielleicht angebracht. Ein Problem könnte bei dir die Außenklinke sein. Bei uns ist es eine Terassentür und daher stört keine Klinke den Weg der Klappe.

Liebe Grüße
Heinz-Josef Burhorst



n'abend!



sorry, Doppelposting



n'abend!



Danke für den Input!

Was es nun werden wird, kann ich aber immer noch nicht sagen. Das mit den Schiebeklappen scheitert mglw. an der 'Anatomie' des Gebäudes.

Wenn ich's mir genau bedenke, ist die Sache mit den Falttoren (z.B mit re und li der Mittellinie eine Schlupftür mit Rautenfenstern) nicht die schlechteste Idee.
Voraussetzung ist natürlich, dass sich jemand findet, der mit mir glaubt dass es geht und das Ding auch fachmännisch baut.

Tagsüber könnte das Tor je nach Witterung teilweise oder ganz geöffnet sein,
nachts sind die Schotten dicht.

Ich danke allen nochmal für die Anregungen

wenn alles fertig ist, gibts Bilder (dauert aber sicher bis Ende 2011, Zwischenberichte ausgenommen)

Gruß

Götz

p.s.

ein Kurztrip nach Dinklage ist aber sicher noch drin.

Werden Hunde bei euch erschossen, oder könnten die mitkommen?
2 Dalmatiner: einer ist doof aber schön, der andere ist Chef, der hat aber das Hausmeister Gen.



Fundstück



bei meiner Suche nach Gestaltungsideen für ein Dielen-Tor bin ich auf eine Seite gestoßen, die ich weiter empfehlen möchte (auch wenn ich mir vorstellen kann, dass die für die Profis hier vielleicht ein alter Hut ist).
Wenn man ein Foto in HQ laden möchte kostet es Geld, die Previews sind kostenfrei.
Wie ich finde ein tolle Sache:

http://www.fotografie-architektur.de/stockphoto-galerie-startseite.html