Isolation der Wand, kann ich dazwischen eine Dampfbremse legen?

29.06.2009



Wir Isolieren die Wände eines 100-jährigen Hauses.
Nun wollten wir 10 cm Glaswolle zwischen die Balken legen, dann eine Dampfbremse darauf. Anschliessend kommt ein Rost auf die Balken um Platz für die Elektroleitungen zu schaffen und wiederum 3 cm Glaswolle zwischen die Leitungen.
Unser Isolationsberater sagte uns, wir sollen dies so isolieren und ein Freund von uns sagte nun, dass das Iso-Material über der Dampfbremse faulen würde.

Wer hat nun recht?



das ganze klingt bautechnisch sehr abenteuerlich.



Was für eine Art von Wand ist denn vorhanden? Wo wird die Außenwand gedämmt? außen oder innen?



Mineralwolle



und Schaumstoffe sind aufgrund ihrer bauphysikalischen Eigenschaften für Fachwerkhäuser als ungeeignet zu betrachten. Bei diesen Dämmstoffen ist eine Dampfbremse nicht ausreichend, eine Dampfsperre lässt sich im Altbau nicht realisieren. Wichtig ist ein homogener Wandaufbau aus diffusionsfähigen und kapillar aktiven Baustoffen, um sicherzustellen, dass anfallende Feuchtigkeit sicher abtransportiert wird.
MfG
dasMaurer



Welche



Dämmung sollte man denn nehmen?
Frauenhofer schreibt im www das die Mineralwolle oder Steinwolle bei Fachwerk funktioniert.
Sehr verwirrend.





Hallo,

von der Bauart her ist Ihr Haus offenbar ein Fachwerkhaus. Wesentlich für dieses Haus ist der Wechsel von Holzständern und Balken mit Gefachen.
Wenn Sie jetzt praktisch einen Holzrahmenbau daraus machen, indem Sie die Gefache wegnehmen und mit Miwo ausfüllen, verändern Sie die ganze Bauart. Soviel zum Kardinalproblem.

Weiter haben Sie einen Wandaufbau, der in höchstem Maße gegen eindringende Feuchtigkeit, sei es Schlagregen, sei es Kondensat oder beides, empfindlich ist.
Es muß also
- außen absolut gegen Schlagregen gedichtet sein
- im Kern die Möglichkeit bestehen, dennoch ans Holz gekommenes Wasser fortzuleiten und innen oder außen zu verdunsten

Daraus folgt: Ihre Bauweise ist so nicht realisierbar.
Vorschlag:
- Ausmauern der Gefache mit Leichtlehmsteinen oder weichgebrannten Backsteinen, innen Ausgleichsputz und 4-5 cm Holzweichfaserplatte.

Bei Ihren Ausführungen ist bisher offengeblieben, wie denn die äußere Schale aussieht .

Grüße vom Niederrhein



Wandaufbau



könnte sich eben auch um einen Ziegelbau mit innenliegender Fachwerkkonstruktion handeln.
Wie ist denn der Wandaufbau genau?

@ Herrn Skupke: Den Fraunhofer-Link hätte ich gerne einmal.

Christoph Kornmayer



Baufachinformation.de



Frauenhofer IRB ,
Schlagwort : Außenwand , Fachwerk oder Wärmedämmung



Herr Warnecke hat



es doch treffend beschrieben, welche Dämm- und Baustoffe zu bevorzugen sind. Syntetisch hergestellt Dämmstoffe machen Probleme, wenn sie nicht Luftdicht eingeschlossen werden, was übrigens auch bei der Abhandlung, die bei Fraunhofer de, beschrieben ist.
Hier stellt sich dann die Frage, wie bekommt man alle Anschlüsse in einem Altbau Luftdicht?

Grüsse Thomas





Spannend, was meine Frage auslöst. Vielen Dank für die Meldungen. Doch nun weiss ich ja nicht viel mehr. Das Ganze verwirrt eher.

Wandaufbau von Aussen nach Innen:
kleine Holzschindeln, Bretterlage, 10 cm Glaswolle zwischen den tragenden Balken, Dampfbremse, 2 cm Glaswolle (zwischen Holzrost auf den Balken), 12.5 mm Fermacell und schliesslich kommt eine Glasfasertapete mit einem Farbanstrich.

Das Haus ist von aussenher gesehen seit 100 Jahren dicht, da braucht es nichts anderes.

Meine Frage ist, ob die 2 cm Glaswolle von innen her, durch die Feuchtigkeit im Raum Schaden nehmen kann.



Dampfbremse



Mit dem Foto und der Beschreibung als ursprüngliche Fragestellung hätte es weniger Verwirrung gegeben.
Grundsätzlich schließe ich mich den Ausführungen von Dietmar Beckmann an.
Ihrem Wandaufbau fehlt Wärmebeharrungsvermögen, Diffusionsoffenheit und Schallschutz. Ob die Winddichtigkeit der Dämmung bei dem angegebenen Aufbau gegeben ist, ist m.E. offen.
Zusammen mit der nahezu diffusionsdichten Innenbekleidung ergibt das kein besonders gutes Wohnklima.
Ein paar dieser Nachteile lassen sich mit einer Luft- bzw. Hypokaustheizung ausgleichen.
Der Aufbau mit Dampfbremse funktioniert zwar theoretisch, das Problem ist die praktische Umsetzung. Eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre richtig dicht zu verbauen ist schwierig.

Zu Ihrer Frage, ob die 2 (oder 3?)cm "Glaswolle" Schaden nehmen könnten:
Glaube ich nicht, Mineralwolle ist feuchteresistent.
Die Traglattung und die Gipskartonplatte weniger.
Kondensat kann auf der Innenseite der Dampfbremse entstehen, wenn die Dämmung durch Konvektion auskühlt bzw. kalte Außenluft in die Wand eindringen kann und innen im Winter zu wenig geheizt und gelüftet wird. Dann kann die Dampfbremse zur Kondensationsebene mutieren.
Der Nachteil von Mineralwolle ist, das dieses Kondensat nicht kapillar nach innen zur Austrocknung fortgeleitet wird. Sie müssen sich auf die Funktion der Dampfbremse und ein trocknungsförderndes Raumklima verlassen.

Viele Grüße