Aufdachdämmung kombi Zwischensparren KFW




Hallo,
wir möchten ein Dach nach KFW-Richtline also mit einem Wert von 0,14 dämmen. Die Sparrenstärke beträgt 14 cm .
Mehr sollte wenn möglich auch innen nicht aufgedoppelt werden.
Ich habe mir folgendes vorgestellt
Aufdach mit einer Hartschaumdämplatte BauderPIR SDS 80 mm mit eine WLS von 027 und einer Zwischensparrendämmung z.B. Isover 032 mit 140mm Stärke.
Laut Rechner müsste ich hier auf einen U-Wert von 0,14 kommen
Frage ist das machbar? oder gibt es bei der Kombi Probleme mit dem Taupunkt?
wenn es Probleme gibt was kann man machen.
Wir können aussen nicht höher da der Denkmalschutz das dann nicht zulassen würde.

Viele Grüße
Reinhard



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Hallo Reinhard,

Dein Ziel für die 0.14 leitet sich aus der KFW-Maximalförderung ab?

Wenn ja, würde ich an Deiner Stelle nochmal meine Entscheidungskriterien gegeneinander abwägen und meinen Aufbau dabei nicht nur hinsichtlich Taupunkt, sondern auch Faktoren wie sommerlicher Hitzeschutz, Bauschadenrisiko & Nachhaltigkeit bewerten. Das Ergebniss wäre dann vermutlich ein Anderes.

Bin mir sicher, Du findest hier über die Suche so Einiges zum Thema.

Gruß aus Berlin,





hallo,

klar, es geht um die Maximalförderung in einem Mehrfamilienhaus.
Wir haben uns alle das schon überlegt und es geht nur um meine Frage.

Geht das so mit der Mischdämmung?
Es gibt doch bestimmt eine goldene Regel bei Mischdämmung.
Z.B.: Es muss aussen mehr gedämmt werden als innen (zwischen den Sparren)...
kann ich Hartschaum aussen und Glaswolle zwischen den Sparren dämmen...
kann ich so arbeiten?
auf was muss ich achten?

wie gesagt wir haben uns schon über vieles Gedanken gemacht und einen triftigen Grund weshalb wir hier auf Hartschaum gehen wollen/müssen.
Wir dürfen das Dach um max. 8 cm erhöhen und haben innen(zw. den Sparren) nur 14 cm zur Verfügung.
Wir müssen also aus 8 cm Aufdachdämmung und ca. 14 cm Zwischensparrendämmung eine KFW-Dämmung hinbekommen, weiter sollen dann noch die Kosten so niedrig wie möglich gehalten werden. Es ist leider mal ein Haus mit einigen Anlegern und da ist eine Einigung und eigenes Wunschdenken immer schwer zu realisieren.

Viele Grüße



Dachdämmung



Ich muss Stephan Recht geben.

Bei der Dachdämmung mit EnEV-konformen leichten Dämmstoffen besteht das Risiko, dass durch Feuchteinwirkung schnell der Dachstuhl vergammelt. Schließlich wurde die EnEv durch Lobbyarbeit NICHT zu Gunsten des Hausbesitzers ausgearbeitet, sondern NUR zu Gunsten der Industrie.
Der Hausbesitzer ist bei der Anwendung der EnEV der angeschmierte.

Dampfsperren, Dampfbremsen etc. sind immer potentielle Kondensationsebenen. Mögen die Dampfbremsen noch so intelligent sein, durch Verschmutzung (Staub/Pollen) und Feuchtigkeit bilden sich Biofilme, die sämtliche theoretische Intelligenz der Folien schnell in der Praxis zunichte machen und die Dinger schnell dumm und alt aussehen lässt.

Die Folien sollen auch immer auf die warme Seite des Dämmstoffes, um das Eindringen feuchtwarmer Luft in den Dämmstoff zu verhindern (die sich dort abkühlt und Kondensat hinterlässt). Die andere Seite soll diffusionsoffen sein, dass eventuelle Feuchtigkeit abdampfen kann.

Nun im Winter ist die warme Seite innen. So wird die Folie in der Regel innen eingebaut.

Im Sommer nun, ist die warme Seite außen. Da liegt aber nun nicht (nach EnEV und DIN) die Folie. Die Feuchtigkeit kann nun mit der warmen Luft in den Dämmstoff einwandern und dort auskondensieren, da sich die Luft IM Dämmstoff abkühlt - innen im Haus ist es ja kühler!
Und warme Luft kann viiiieeeel Wasser transportieren !!!

So nun muss man sich entscheiden, ob man für den Sommerfall dämmt und sich im Winter der Dämmstoff auffeuchtet, ob man für den Winterfall dämmt und den Dämmstoff im Sommer auffeuchtet, ob man auf beiden Seiten Folien verwendet und eventuelle Feuchtigkeit gar nicht mehr raus lässt oder gar keine Folie einbaut und der Dämmstoff im Winter, wie auch im Sommer absäuft.

Oder man lässt es einfach mit der Dachschrägendämmung und legt noch etwas Holzbohlen auf die obere Geschoßdecke...

Grüsse aus Berlin
Sascha

PS: Mineralwolle leitet wegen fehlendem kapillarem Transportsystem kein Wasser/Kondensat von innen nach außen zum abdampfen. Geschäumte Kunststoffe haben ebenfalls kein kapillarleitfähiges Wassertransportsystem! Mineralwolle und Kunststoffschäume feuchten unweigerlich im laufe der Jahre auf.



Holzweichfaserplatten



Haben eine höhere Dichte als Mineralwolle und die meisten anderen Dämmstoffe, d.h. es muss evtl. gar nicht so eine dicke Dämmschicht mit entsprechenden Aufdoppelungen werden.

Es gibt Systeme mit bewitterbarer Oberfläche, die zumindest auf der Außenseite das Schadensrisiko Folie wegfallen lassen. Für die Innenseite gibt es ebenfalls Lösungen, die einem alten Haus eher gerecht werden als Plastikfolien.

Als Denkmalschützer würde ich sämtlichen Dämmsystemen, bei denen die tragende Konstruktion in Kunststoffen oder Mineralgespinsten eingebettet wird, also hinter/unter Folien oder Schäumen etc. verschwindet, die Zustimmung/Zulassung verweigern.

Wer sich ein denkmalgeschütztes Haus kauft und meint, auf zusätzlichen Wohnraum nicht verzichten zu können, sollte vielleicht lieber über einen denkmalschutzgenehmigten modernen Anbau nachdenken als über einen Dachbodenausbau. Könnte längerfristig sogar preisgünstiger sein, hat aber auf jeden Fall mehr Nutzungspotential.

Es mag sein, dass der eine oder andere eines der jetzt propagierten EnEV-kompatiblen System-Dachdämmungen aus div. Kunststoffen und anderen Industrieerzeugnissen schadensfrei über ein paar Jahre retten kann, für alte und erst recht denkmalgeschützte Häuser gelten allerdings andere zeitliche Größenordnungen, da sind selbst 20 Jahre so gut wie nichts.

Ich bin übrigens kein prinzipieller Apologet der ausschließlichen reinen Lehre der Bio- und Ökobaustoffe, für meinen modernen Anbau benutze ich auch XPS als Perimeterdämmung und PE-Folie zur Bodenabdichtung etc.

Also, lass Dir das alles besser noch mal durch den Kopf gehen bzw. rechne mal eine Dachdämmung auf Basis von Holzweichfaserplatten wie Pavatex, Gutex u.a. durch!



@ De Meinweg



Der erste Absatz ist so nicht korrekt, ansonsten gehe ich konform...

MfG,
sh



Überschlag ...



Hallo Reinhard,

was in meinen Augen wirklich hilft ist, wenn Du dir mal mittels U-Wertrechner für verschiedene Dämmstärken den entsprechend erreichten Wärmedurchgangswert Deines Aufbaus ermittelst. Dazu dann mal in Excel die Kostenentwicklung über die Dämmstärke erfassen und gegeneinander in einem Diagramm vergleichen. Folgendes wird dabei heraus kommen:

Die Kosten für die Dämmung werden mit zunehmender Dämmstärke nahezu linear ansteigen. Die Zunahme des Dämmwerts wird mit zunehmender Dämmstärke potenziell geringer. ...

Nun muß man wohl nicht unbedingt ein sparsamer Schwabe sein, um zu verstehen, daß es da irgendwo ein Optimum zwischen Kosten und Nutzen gibt. ... Den finanziellen Aufwand für die KFW Nachweise mal außen vor gelassen. Auch die möglichen Zusatzkosten für den technischen Aufwand einer Zwangsbelüftungsanlage die Du brauchen wirst, wenn der Rest des Hauses ebenso auf Niedrigenergieverlust getrimmt wird. ...

Rechne es Dir mal durch, ob sich die von Dir angestrebte KFW-Förderung am Ende wirklich rechnet - heißt ob Du den Mehraufwand über die Förderung wirklich wieder einspielst - oder ob Du nicht "normalgedämmt" am Ende effektiver fährst. ... Ich bleibe da aus Erfahrung skeptisch, auch wenn das letztendlich nur am Objekt zu bewerten ist.


Ansonsten solltest Du für Deinen Aufbau den Grundsatz beachten Innen dichter als Außen! Letzteres sehe ich Deinen Beschreibungen zufolge nur bedingt als erfüllt an. Dazu kommt in meinen Augen der fehlende sommerliche Hizeschutz, der möglichen Dachbewohner bei evl. gleichzeitig vorhanden großen, und außen nicht verschattbaren Dachfensterflächen wenig Komfort bieten dürfte.

Gruß aus Berlin,



@ Sebastian Hausleithner



Okay, blöde ausgedrückt. Ich meinte Masse/Gewicht.
Man bekommt in Relation zur Dämmstoffstärke mit Holzfaserdämmstoffen im Durchschnitt weniger Taupunktprobleme und besseren Sommerhitzeschutz als mit Mineralwolle & Co. auch wenn der theoretische Dämmwert Letzterer besser sein mag.

Das bestätigt auch der U-Wert-Rechner.

Mit anderen Worten, auch gerichtet an den Threadersteller: Ja, es gibt mit der angefragten Kombination zwar einen tollen U-Wert von sogar nur 0,135 aber dafür massive Taupunktprobleme.

Eine Lösung könnte so aussehen (Material zufällig ausgewählt, soll keine Werbung sein):
Aufdach: 80mm Pavatherm+ (bewitterbar)
Zwischensparren: Pavaflex 140mm
Unterdach: 80mm Pavadentro (direkt als Putzträger geeignet)

Ergibt einen U-Wert von 0,136 wobei Taupunkt und sommerlicher Hitzeschutz voll im grünen Bereich liegen.