hinterlüftetes dach richtig dämmen

24.05.2013 dachdämmender



Hallo zusammen!
Wir haben in Bremen eine Haus BJ 1965 gekauft und beschäftigen uns gerade mit der "richtigen Dämmung" des Daches. Folgende Eckdaten:
BJ 1965
Steildach mit minimalem Drempel
Kniestock 100 cm gemauert
Bisher ungedämmt, Innendach Strohputzgemisch
2009 neue Ziegel und damfdurchlässige Folie duch Dachdecker. Im unausgebauten Spitzbodenbereich Latten und Pappe entfernt.
Im OG-Wohnbereich Latten und Pappe noch vorhanden.
Eigentümer hat selber den Spitzboden gedämmt (Galswolle mit Alu-Beschichtung, Folie, Dampfsperre) - Wolle ist schwarz - wir wollen sie wohl entfernen....
So, jetzt wollen wir ans Werk und alles neu dämmen und brauchen Ratschläge. 10 Fragen, 10 Meinungen ;-) - aber immer wieder führt uns Tante gooogle zu diesem Forum.
Wie bereits erwähnt haben wir im unausgebauten Spitzboden die Wolle an der Dachseite schwarz - vermutlich Schimmel. Im OG-Dach wurde mal ein Dachfenster entfernt und ebenfalls eine Wolle mit Alu eingebracht - auch an dieser Stelle Schimmel.... Das wollen wir für die Zukunft natürlich vermeiden! Uns sagt das, dass anscheinend eine MiWoDämmung mit kleiner Hinterlüftung nicht richtig funktioniert. Wir haben überlegt 5 cm Hinterlüftung zu lassen - allerdings muss sie wohl so gestaltet sein, dass die Luft wenig behindert wird. Wir haben also überlegt zwischen die Sparren über der MiWo (oder Hanfplatten??) eine Schicht irgendwas zu legen, an der die Luft ordentlich vorbeiziehen kann. Wir haben sowas wie Schilf im Kopf. Wir haben eine Sparrenbreite von 16, können auf 20 auflatten
Also von aussen nach innen:
Ziegel
Lattung
Dampfdurchlässige Folie
Dachpappe (wegnehmen?)
Lattung (wegnehmen?)
5 cm Luft
Schilfplatten als oberste Schicht zwischen den Sparren
MiWo zwischen den Sparren (10 cm)
OSB-Platten
Rigips

Was haltet ihr davon? Kreative Tips oder Anregungen? Uns geht es nicht um beste Dämmwerte sondern darum so zu dämmen, dass das Hinterlüftungsprinzip ordentlich funktiniert und wir nicht in 3 Jahren alles voller Schimmel haben.

Danke bereits jetzt!
Heike



Hallo Heike,



Ihr neues Dach hat doch eine diffusionsoffene Unterdeckbahn (?Produktname?) erhalten, da können Sie wenn "Dachpappe und Lattung" Innen entfernt wurde doch volle Sparrentiefe dämmen ohne Hinterlüftung.

Mit Grüßen
Danilo



Dachdämmung



Fangen wir mit dem ausgebauten DG an:
"Sowas wie Schilf im Kopf" brauchen Sie dafür nicht, noch nicht mal Stroh.
Bei diffusionsoffener USB kann die Dämmung ohne Luftspalt eingebaut werden, darauf dann eine Dampfbremse, die Traglattung, dazwischen eventuell noch einmal Dämmung und als Abschluß Gipskarton.
OSB ist auch überflüssig.

Die Decke zum unausgebauten Spitzboden :
Unterspannbahn als Winddichtung, dann Dämmung auf die Zwischendecke, an die Deckenunterseite GK auf Traglattung (Z- Profil oder Dachlatten mit Direktabhänger). Bei hochfeuchtebelasteten Räumen (Bad) ist eine Dampfsperre empfehlenswert.
Falls der Brandschutz nicht etwas anderes fordert empfehle ich flexible Weichholzfaserdämmung.
Die Dachschrägen im Spitzboden brauchen nicht gedämmt zu werden (Kaltdach).

Viele Grüße



Danke



für die Antworten.

Ja, der Dachdecker hat eine diffusionsoffene Unterbahn gezogen, den Produnktnamen werde ich posten (muss das nachsehen). So, dann brauche ich keinen Lüftungsspalt zu lassen? Uns wunderte halt, dass halt im Spitzboden die Wolle schimmelig war trotz der geschilderten Aufbausituation (Latten und Pappe entfernt, neue Unterspannbahn). Das Dach ist auch weiterhin offen, der Dachdecker hat die Unterspannbahn nicht umgeschlagen. Von unten kommt Luft ins Dach und oben endet die Bahn vor dem Giebel. Schadet es denn eine Hinterlüftung zu lassen???

Den Spitzboden wollen wir evtl. über kurz oder lang zum Gästezimmer ausbauen.



Dachdämmung



Dann empfehle ich Ihnen sich die Einschubtreppe oder die Tür zum Spitzboden mal genauer anzusehen. Wahrscheinlich gelangt hier infolge von Undichtigkeiten im Winter wärmere und damit feuchtere Innenluft in den kalten Spitzboden.
Ich kann mir nicht vorstellen das die gammelige Dämmung von Ihrem Vorgänger luftdicht verbaut wurde. Dadurch wird bei Unterdruck eine Menge Innenluft in den Dachraum gesogen, das Wasser kondensiert dann aus. Die schwarze Verfärbung ist Staub, der bei dem Luftdurchsatz- egal ob von innen nach außen oder umgekehrt- in der feuchten Dämmlage wie in einem Filter hängenbleibt.

Viele Grüße