Aufbau Untersparrendämmung

18.08.2012



Guten Tag,
ich konnten mir bei den vielen Fachbegriffen noch keinen richtiges Verständnis verschaffen und bitte deshalb hier um Unterstützung.

Wir wollen das Dach unseres winterkalten Treppenhauses dämmen, ca. 10 m2. Eine kleine Komplikation besteht: unter der Dachpappe, zwischen den Sparren ist die Sommerstube von Fledermäusen, die dort auch bleiben soll/muss. Deshalb, so glaube ich die Sachlage und Begrifflichkeiten zu verstehen, müssen wir eine Untersparrendämmung machen

Der Dachaufbau ist folgender (von aussen nach innen):

Dachpappe
Latten
Sparren/Balken (Fledermaushöhle)
Latten

Wie geht man nun vor (von aussen nach innen): Folie, Dämmstoff, Folie, Rigips (ungern, was sonst?), Anpinseln???

Wo muss da was diffusionsoffen oder dicht sein?

Danke für Hinweise,
Eva



Ich würde...



... die Fledermäuse höflich aber bestimmt bitten auszuziehen... Die schittern Euch sonst auf Dauer das Holz kautt... In Verbindung mit Tier- und Naturschutzbehörde kann man bestimmt alternative Nistkästen im Garten oder so zur Verfügung stellen. Ich habe selber welche im Garten, sowohl Kästen als auch Fledermäuse... und freue mich allabendlich an den Flugkünsten der filigranen Kleinsäuger...

Die weitere Dämmung wäre dann, nach dem Verschließen der Einfluglöcher, als Zwischenparrendämmung, evtl. ergänzt durch Aufdopplung, mehr oder weniger nach Lehrbuch auszuführen...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Was spräche gegen…



… eine reine Untersparrendämmung mit Pavatherm-Plus, Multiplex-Top o.ä. von anderen Herstellern?

Die Platten sind bewitterbar, gelten also als Unterspannbahnersatz. Halten also ein wenig evtl. eindringenden Schlagregen oder Pulverschnee aus, werden wohl auch den Hinterlassenschaften der Fledermäuse trotzen.
Die Dachsparren bleiben frei belüftet, die Fledermäuse dürfen bleiben.

Das heißt: Keine!!! Folie als USB. Auch nicht "zur Sicherheit", oder weil jemand sagt "… ich würde aber trotzdem…"!

Ob nun für die Unterseite Dampfsperre+Rigips oder besser einfach nur Lehmbauplatte bzw. Heraklithplatte als Putzträger genommen werden, dazu würde ich vielleicht noch ein paar Vorschläge einholen und die Frage nicht allein den Taupunkttheoretikern überlassen.

Mit ein Grund für die extreme Artenverarmung in Tier- und Pflanzenwelt, die gerade in den letzten 2 Jahrzehnten noch einen gewaltigen Sprung gemacht hat, ist die Dämm-Euphorie, die jedes Schlupfloch ausstopft, die keine undefinierten Baubereiche mehr kennt, der jedes laissez-faire rund ums Haus fremd geworden ist. Statt des Schnitthaufens irgenwo am Ende des Gartens nun die Komposttonne, statt Wildwuchs bei Baum und Strauch am besten alles bis auch Kniehöhe herunterschneiden, das ganze garniert mit putzigen Behelfsbehausungen für die Heimatlos gewordenen Kleintiere.

Es gibt übrigens auch putzige Solar-Schmetterlinge, die sich bei Sonne immer munter im Kreis drehen, echte Schmetterlinge gibt es in den Gärten unserer Wohnhaftanstalten ja schon lange nicht mehr, seitdem zweitaktbetriebene Anti-Schädlings-Gartenroboter eifrig und in deutscher Gründlichkeit tätig sind, schöne neue Welt und so…



Pauhaheh...



... natürlich gehen technisch prinzipiell auch Untersparrensysteme, aber ich würde die Fauna denn doch lieber draußen lassen, bei aller Liebe... ich mag auch keine Wespennester im Kaltdach, Spinnen im Keller, Schwalbennester in der Dach-Dämmung... uha...

Die Tiere gehören nicht ins Haus!!! Die gehören in den Garten...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Wenn Tiere…



… ein Haus verschmähen, dann stimmt mit dem Haus bzw. dessen Chemie irgenwas nicht. Was stört es mich, wenn in einem Dachbereich, der nach innen hin zu ist, von außen ein paar Fledermäuse oder Wespen ein- und ausfliegen? Spinnen sind nützlich und fangen sicherlich auch das eine oder andere Schad- oder nur nervige Insekt. Natürlich kann man von Zeit zu Zeit deren staubigen Netze entfernen, denn über Nacht haben sie sowieso ein Neues gewebt, aber wie will man, zumal im Ländlichen Umfeld, Tiere wirklich verhindern? Selbst bei Häusern, deren Fenster mit den hässlichen Fliegennetzen verkleidet sind, gelangen irgendwie immer noch ein paar Viecher rein. Und ob Fledermäuse und Vögel die Einladung in die bereitgestellten Holzkisten immer wunschgemäß annehmen, wage ich zu bezweifeln, was natürlich nicht heißt, dass man die Nist- oder Wohnhilfen im Garten nicht aufstellen sollte. Ja, ich gebe zu, Mitglied im allseits verhassten NaBu zu sein, aber wir haben auf unserem Naturschutzbauernhof eine Ausstellung diverser Muster von spezifischen Vogelkästen und machen auch Worshops zum Selberbauen, aber trotzdem geht nichts über Bestandsschutz in Sachen Biotope.

Tiere gehörten übrigens immer schon dazu. Man denke nur an die Einfluglöcher für Schwalben in den Viehställen, an Eulenluken in Scheunen etc.

Back to topic: Solange der Platz unterm Dach nach innen hin dafür ausreicht, und davon gehe ich bei einem Treppenhaus einfach mal aus, halte ich diese Art der Untersparrendämmung für einfacher und sicherer als die sonst üblichen nicht fehlertoleranten folieneingeschlossenen Zwischensparrendämmungen.



Hast ja...



... schon irgendwie recht mit dem Viehzeug... ich bin trotzdem froh, das alles weitestgehend losgeworden zu sein... die Schwalbensch... allein war schon schlimm genug... für die nichtfliegenden Kleinnager sorgen denn auch die Katzen, was mir kürzlich eine Anzeige beim Tierschutzverein eingebracht hatte... ich würde die Katzen nicht ordentlich füttern usw... lächerliches Stadtmenschendenken...

Ich würde nach wie vor für ein sanftes Umsiedeln der Flugsäuger plädieren, die Dämmung kann dann dementsprechend erfolgen...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Aufbau Untersparrendämmung: Vorschlag



Guten Abend,
nun haben wir den Vorschlag für eine Untersparrendämmung folgendermaßen bekommen:

Dampfbremse unter der Lattung, wo drüber die Feldermäuse wohnen: INTELLO PLUS
Zellulosedämmung: climacell
Sparschalung

Klingt das gut?

Guten Abend,
Eva