Innendämmung an Aussenwand. Welches Material? (Hessen/Kassel)

15.01.2012



Hallo Liebe Community,

Als junger Immobilienbesitzer stehe ich nun vor der Aufgabe, mein Häuschen komplett zu sanieren.
Meinen Ersten Raum habe ich Entkernt und stehe nun vor einigen Fragen.

Da Oberflächen Schimmel auf dem Putz (Kalk) war, habe ich diesen komplett entfernt und blicke nun auf ein gemischtes gefache aus Lehmstein, Bruchstein und diverse gebrannte Steine. Der Schimmel saß wie übliche an der kältesten Stelle bei den Bruchsteinen (unterster Bereich).

Ursprünglich wollte ich alles in Traditioneller Weise Sanieren und habe mir verschiedene Fachbücher gekauft. Nur viele sagen immer was anderes.

Nun zu meiner eigenlichen Frage:
Ich will an der gesamten Wand eine Unterkonstruktion aus Latten bauen und eine grade Fläche zu bekommen, Davor wollt ich grüne Regips platten befestigen und den Holhlraum ausfüllen.
Entweder Füllen mit: -StopfHanf
-Stampflehm
-Steico zell Einblasdämmung (Holzfaser)

Bei den Regipsplatten wollt ich dann nur die Spalten füllen und teil dann Fliesen und Tapezieren.
Das ganze soll die Küche werden.

Benötige ich in der Küche eine zusätzliche Dampfsperre?

Mit Lehmputz wollt ich es nicht alles Verputzen da es eine enorme Menge wäre und ich keine Putzmaschine habe.

Danke für eure Hilfe :)



Reicht Ihnen die Dämmung?



Für mich klingt es nach einer ganz schwachen Dämmung. Vielleicht sag hier jemand noch mehr zu der Dämmstärke.
Auf jeden Fall hat mir ein Bauingenieur gesagt, dass solche Platten und Dämmschutt vollkommen ausreichen. Ich habe mit Ihm über Perlitschutt gesprochen als er mein Haus besichtigt hat. Entschieden habe ich mich jedoch für Poroton (nicht Regips) und Perlitschutt. Bei Fachwerkhäusern soll man auf Dampfsperre verzichten damit sich kein Pilz bilden kann.

Lieben Gruß
P



Alle Varianten ...



... des Wandaufbaues sind potentiell schadensträchtig aus kondensierter Raumluftfeuchte und eventuell eindringendem Regenwasser durch Spalte zwischen Fachwerk und Gefachausmauerung. Kondensfeuchte wird es weiterhin geben: siehe Schimmelbildung an der kältesten Stelle Ihres Gefaches.

Stopfhanf und die Einblasdämmung sind nicht kapillar wirksam und leiten eingedrungenes Wasser und Kondensfeuchte nicht nach innen oder aussen zurück. Die Einblasdämmung darf nicht in Bereichen eingebaut werden, die prinzipell mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen könnten.

Die Rigipsplatte ist als Raumabschluss bei der Verwendung von Stampflehm nicht geeignet, da sie sich bei Feuchetbelastung auflöst. Gipshaltige Produkte im Zusammenhang mit einer Fachwerksanierung sollten generell gemieden werden.

Sie sollten folgendes tun:

Die Ausfachungen konstruktiv überarbeiten = neu verfugen mit Luftkalkmörtel, insbesondere die Anschlußfuge zum Fachwerk.

Wenn Sie die Innenseite der Aussenwände ins Lot und in die Flucht bringen wollen und gleichzeitig zuverlässig durchgehende Fugen von Innen nach Außen verschließen möchten, ist die verlorene Schalung/Lattung und eine Leichtlehmdämmung eine gute Variante.

Zur innenseitigen Verkleidung bietet sich dann eine Lehmbauplatte an, die Sie satt in Lehm auf die Unterkonstruktion aufsetzen können. Sie bleibt dadurch kapillaraktiv wirksam (Feuchtetransport).

Bei der Fachwerksanierung gelten bei der Wahl der Material- und Konstruktionsart die Grundsätze: kapillaraktiv, diffusionsoffen und hohlraumfrei, sowie die Verwendung traditioneller Methoden und Baustoffe: Holz/Holzwerkstoffe, Lehm, Kalkprodukte.

Vermeiden Sie den Einbau von Folien als Dampfsperre/Dampfbremse, da eine 100% Dichtheit gerade im Altbaubereich nicht gewahrleistet werden kann. Auch über eine langfristige Eignung dieser Produkte ist noch nichts bekannt. Die zugesicherten Eigenschaften könnten im Laufe der Zeit durch Versprödung/dem Auswanderm von Weichmachern aus der Folie verlorengehen.

Produkte wie Poroton sind mit Vorsicht zu verwenden. Sie eignen sich nicht zur Gefachausmauerung. Sie enthalten ein geschlossenes Porensysthemn und sind nicht kapillaraktiv wirksam. Aufgenommene Feuchte wird nur sehr langsam abgegegen. Angrenzendes Holz wird dadurch prinzipiell der Dauerfeuchte und der Vermorschung ausgesetzt.



Auch



ich rate von grünen Gipsplatten ab, da der Feuchtetransport nach innen verhindert wird. Grundsätzlich halte ich den Einsatz von Gips im Aussenwandbereich für falsch.

Stampflehm ist zu schwer als Dämmstoff.

Einblasdämmstoff könnte funktionieren wenn die Winddichtigkeit in der Wand hergestellt ist. Diese Konstruktion ist fehlerträchtig und sollte vom ausgewiesenen Fachmann ausgeführt werden.

Der Vorschlag von Herrn Pickartz bietet eine hohe Sicherheit und ist auch für den Laien nach Anleitung einfach auszuführen.

Grüße



Danke



Danke schonmal für die Info