Fachwerk außen dämmen

16.09.2011



Hallo Experten für Fachwerkdämmung

Unser Haus hat an einer Seite im Obergeschoß
noch eine Fachwerkfassade als 12 cm Wand.
Durch die steigenden Energiekosten möchte ich
von einer weiteren Innendämmung absehen,
und zur Dämmung von Außen übergehen.
Da das Haus weder unter Denkmalschutz steht,
oder im Sanierungsgebiet liegt, haben die
Behörden auf einen Erhalt der Fachwerkfassade
verzichtet.
So steht es für uns fest, dass auch keine
Fachwerkimitation auf den Außenputz
kommt.
Um einen guten Dämmeffekt zu erzielen,
soll eine 16 cm starke Styroporschicht
aufgetragen werden.
Verkleben und dübeln ist klar, auch ein
atmender Außenputz. Nach Sichtung von
Internetbeiträgen frage ich mich, ob trotzdem
eine Dampfsperre von Innen erforderlich ist?
Wenn ja, müsste ich wohl auch eine Gipsplatte
von Innen auf die Dampfsperre setzen, damit
der Innenputz hält.
Was meinen die Fachleute zu dem Problem?
pieter



Außendämmung Fachwerk



Hallo Pieter,
ein Grundprizip von Wand & Dachaufbau ist, dass die physikalisch dichteren Materialien nach innen gehören und nach außen die Dichte abnehmen oder gleich bleiben soll. Atmungsaktiver Außenputz ist bei Styropordämmung nicht wirksam, da die Styropordämmung nicht atmet. Styropor ist dichter als Holz, Lehm, Kalk, gebrannter Ton.( = Fachwerk)
Wenn Du einen dampfdiffussionsoffenen Wandaufbau willst, der verputzt werden soll, schlage ich Dir für diesen Zweck vorgesehene Weichfaserplatten von den Herstellern Gutex, Pavatex .....( Preisvergleich ist angesagt, es gibt noch mehr Anbieter, die ich nicht kenne)vor.
Gruß aus Nordvorpommern
Ralph



Vom Prinzip her



… ist das mit der Aussen-Dämmung schon richtig.

Allerdings hat das Problem schon der Vorredner aufgegriffen: Die Diffusionsfähigkeit der Baustoffe.
Dazu kommt noch die Mehrschichtigkeit, die ein Problem darstellen kann.

ein "antikes" DIN - Zitat dazu:
"…Auch im Innern von unsachgemäß aufgebauten Bauteilen kann Tauwasser auftreten, besonders dann, wenn sie mehrschichtig und die Schichten unzweckmäßig hintereinander angeordnet sind. Hier bildet sich Tauwasser, wenn Wasserdampf aus Aufenthaltsräumen (durch Diffusion und Kapillarwirkung, auch durch Risse und Fugen) ins Innere dieser Bauteile gelangt und dabei auf Schichten stößt, deren Temperatur unterhalb des Taupunktes liegt. Derartiges Tauwasser kann den Wärmedurchlaßwiderstand der Bauteile bedeutend herabsetzen, außerdem Bauschäden verursachen.“
Quelle: DIN 4108 Wärmeschutz im Hochbau, Ausgabe Mai 1960 …"


Wie viel wollen Sie mit dem Aufbau einsparen?

Was kostet der Gesamtaufbau mit allen Anschlussarbeiten?


Vergleichen Sie - Sie werden sich wundern!
Die Wunderprozente an Einsparung durch Dämmung in der Werbung werden Sie nicht erreichen!

Schützen Sie Ihr Haus durch einen guten Putz auf den Gefachen oder mit einer gesamten Überputzung mit Kalkputz; vermeiden Sie im Innenbereich dichte und dichtende Materialien, dann haben Sie lange was davon.

Es ist nicht alle Gold was glänzt - und nicht alles Wahrheit was in der Werbung steht!

Weises Entscheiden

wünscht

FK



Dämmung Hausfassade



Besten Dank an Florian Kurz und Ralph Schneidewind,
die Absicht zur Außendämmung entstand nicht nur zur Senkung
der Heizungsverluste, sondern auch weil der Innenputz
schwarze Stellen bekam.
Also ist doch der Taupunkt unmittelbar an der Innenwand.
Laut Tabelle sollte man ja schon bei einer 24 cm Wand mit 16 cm Außendämmung arbeiten. Bei meiner 12 er Wand dachte ich damit den Taupunkt soweit nach außen zu drücken, dass die Balken nicht faulen können.
Die Materialosten sind erst mal zweitrangig, da ich die Arbeit selbst durchführe.
Als erste Variante war der Aufbau eines 16 cm weiteren
Fachwerksystem mit Balken und Steinwolleziegeln gedacht. Aber da warnte man mich, dass durch die Arbeit der Balken Wasser zwischen die Fugen und der Steinwolle eindringen würde. Styropor wäre da besser. So kam ich auf vollständige Styropordämmung. Begriffen habe ich, dass da eine atmungsaktiver Außenputz Unsinn ist. Das läßt sich ändern. Mein Problem ist jetzt, dass die Balken keinen Schaden nehmen. So wollte ich also mit einer Dampfsperre von Innen die Balken schützen, da ja dann kein Wasserdampf von Innen an die Balken kommt.
Es ist sicherlich auch eine Zumutung von Fachwerkexperten Ratschläge zur Beseitigung des Fachwerkes einzufordern.

Mit freundlichen Grüßen
Pieter



Naja,



da widersprechen Sie sich aber in einigen Punkten selbst:

z.B.
"...Durch die steigenden Energiekosten...."
VS
"...Die Materialosten sind erst mal zweitrangig..."
--> Wieviel Heizkostenersparniss erhoffen Sie sich denn durch dass dämmen einer Einzelnen Wand? Wie werden die Übergänge zu den anderen Bauteilen ausgeführt? Wenn man eine Einzelne Wand dämmt, ohne die Anschlussdetails ordentlich auszuführen wird das wohl zu Wärme- (Kälte-) Brücken führen.
oder
"... dass die Balken nicht faulen können..."
VS
"...Aufbau eines 16 cm weiteren
Fachwerksystem..." --> das ja dann auch wieder Balken
beinhaltet, die ja dann auch wieder zu schützen wären.

Sie wurden ja im ersten Post schon darauf hingewiesen, dass bei FW-Wänden in Verbindung mit Außendämmung diffusionsoffene Aufbauten sinnvoll sind. Das wird mit Styropor nicht klappen. Und wie ganau soll bei Styropor der Taupunkt "in der Dämmebene" liegen? Was wird passieren, wenn trotz sorgfältig geplanter Milchmädchenrechnung auf einem Bierdeckel der Taupunkt auf der Wand liegt, wohin soll die entstehende Feuchtigkeit?

Zum Thema "fehlerfreie Ausführung von Dampfbremsen" finden Sie im Forum reichlich Infomationen, zu Ihrem Vorhaben "Außendämmung" ebenfalls.

Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber für mich hört sich das nach "Flickschusterei" an.

Viele Grüße
Michael