Aufbau Dämmung / Stromverlegen

15.09.2011



Hallo,

ich möchte zwei Räume in meinem ca. 300 Jahre alten Fachwerkhaus komplett neu ausbauen.
Dabei will ich die Außenwände von innen dämmen und Strom neu verlegen.
Die Dämmung möchte ich mit Lehmbauplatten in einem Lehmbett ausführen und dann mit Lehmputz drüber.
Dabei ergeben sich für mein Verständnis zwei Probleme:

1. An der Unterkante befinden sich bereits die neuen Heizungsrohre. Diese sind recht dicht an der Wand verlegt. Wie dämme ich hier richtig? Rohre erst verkleiden und dann dämmen? Oder kann ich die in meine Dämmung mit "einbauen"?

2. Auf welcher "Schicht" verlege ich meine Stromkabel? Dämme ich zuerst und verlege dann direkt unter dem Putz, wobei ich für die Unterputzdosen natürlich in die Lehmbauplatten hinein bohren muss...
Oder verlege ich zuerst alle Kabel und dämme dann da drauf?

So, hoffe ihr könnt was damit anfangen.

Viele Grüße,
Felix





Zum Strom: Leerrohre verlegen, in den Dämmplatten aussparen, nicht die bestehenden Wände schlitzen. Verkabeln erst, wenn der Raum fertig verputzt ist.



keine Innendämmung



Sparen Sie sich das mit der Innendämmung
Kosten - Nutzen - Risiko
in einer Relation, wie wenn man eine Kugel Eis einem Astronauten im Weltraum mit einer Leiter hochbringen will.

Lassen sie Ihr 300 Jahre altes Haus bitte nicht sterben.

FK



Warum...



...erst die Kabel verlegen, wenn der Raum fertig verputzt ist? Wäre es vorher nicht viel einfacher?

Und an FK:
Ihre Meinung bzgl. Kosten-Nutzen ist ja nachvollziehbar (auch wenn ich es wohl dennoch machen werde, mich interessiert hier auch der Wohlfühl- und Umweltaspekt). Aber wieso sprechen Sie von "sterben lassen"?

Gruß,
Felix



Was für eine Dämmung wollen sie denn anbringen?



so wie das in Ihren Beitrag wollen Sie lediglich einen sehr starken Lehmputz anbringen.
Lehmbett und Lehmbauplatten sind doppelt gemoppelt, und die Heizungsrohre werden über Kurz oder lang eine Wärmebrücke verursachen, wenn das Konzept nicht richtig durchdacht ist.

Grüsse Thomas



Hallo Thomas...



...da habe ich mich natürlich vertippt. Ich möchte natürlich Holzfaserplatten in einem Lehmbett einsetzen. Mit dem "durchdacht" ist das eben so eine Sache. Ich weiß halt noch nicht, wie ich die Rohre richtig in die Wandverkleidung "einbaue".
Oder wäre es in diesem Fall ohnehin sinnvoller, die Wände lediglich mit Lehm zu Verputzen und auf die Dämmung zu verzichten?

Hier ist mal ein Bild von einem der Räume...



Verlegung Heizungsrohre



Die Heizungsrohre müssten zurückgebaut und nach der Dämmung + Verputzen wieder angebaut werden.



Sterben lassen …!



Heißt: Warum wollen Sie Ihr Haus töten?

Eine Innendämmung ist immer tödlich und erst nach Jahren werden sich die Schäden zeigen.
Die Rechnereien, die hier vorliegen sind Rechnereien und keine Werte der Erfahrung; aber das ist ja mittlerweile nicht so viel Wert wie ein Prospektchen mit tollen Zahlen und Versprechungen!

Ich rate Ihnen davon ab - andere raten Ihnen dazu!

Die Entscheidung treffen Sie - Sie müssen ja auch mit den Konsequenzen danach leben.

Ein Zitat eines Prof. Dr. Ing habil:
"Eine Innendämmung ist aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen strikt abzulehnen!"

noch ein "antikes" DIN - Zitat dazu:
"…Auch im Innern von unsachgemäß aufgebauten Bauteilen kann Tauwasser auftreten, besonders dann, wenn sie mehrschichtig und die Schichten unzweckmäßig hintereinander angeordnet sind. Hier bildet sich Tauwasser, wenn Wasserdampf aus Aufenthaltsräumen (durch Diffusion und
Kapillarwirkung, auch durch Risse und Fugen) ins Innere dieser Bauteile gelangt und dabei auf Schichten stößt, deren Temperatur unterhalb des Taupunktes liegt. Derartiges Tauwasser kann den Wärmedurchlaßwiderstand der Bauteile bedeutend herabsetzen, außerdem Bauschäden verursachen.“
Quelle: DIN 4108 Wärmeschutz im Hochbau, Ausgabe Mai 1960 …"


Sie sehen:
Nichts ist einfach im Leben

Gutes Gelingen + richtiges Entscheiden

FK





Wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär…

>>>“…Auch im Innern von unsachgemäß aufgebauten Bauteilen kann Tauwasser auftreten, besonders dann, wenn sie mehrschichtig und die Schichten unzweckmäßig hintereinander angeordnet sind.”<<<





Wieder zurück zum Thema (wenn ich frage, wie man eine Bratwurst braten soll, möchte ich auch nicht einen Vortrag über den Sinn des Fleischessens als Antwort):
Bei Innendämmungen gilt generell, dass der Aufbau nach aussen immer diffusionsoffener sein muss - das läuft in der Regel auf eine Dampfsperre im Inneren hinaus, also übertrieben gesagt "Leben im Plastiksack". Ist diese Dampfsperre undicht, dann können dort grössere Mengen feuchter Warmluft in die Konstruktion gelangen, dies kann im Inneren der bestehenden Bausubstanz zu Tauwasserbildung mit allen üblen Folgen führen.
In der Praxis besteht das Problem darin, dass die erforderliche Dichtheit im Altbau oft nicht machbar ist. Deshalb sollte man Innendämmung als notwendiges Übel auffassen und den Aufbau "nach Massgabe aller wesentlichen Umstände", wozu beispielsweise auch die Fenster gehören, planen lassen. Es gibt viel Literatur zum Thema; da es oft Grundsatzdiskussionen gibt, sollte man sich die Mühe machen, mehrere Werke verschiedener Autoren zum Thema zu studieren - was alle schreiben, stimmt meistens.
Zum Strom, nochmal: Wenn die Leerrohre und Dosen drin sind, und der Raum fertig verputzt ist, dann werden die Kabel eingezogen und angeschlossen. Das ist meiner Meinung nach einfacher und flexibler. Genau durchdenken, was wohin kommen soll, muss man bei Elektroinstallationen so oder so.





>>>“Bei Innendämmungen gilt generell, dass der Aufbau nach aussen immer diffusionsoffener sein muss”<<<

Das mag zwar weit verbreitet sein ist so aber falsch.

Egal wie diffusionsoffen eine Wand nach außen ist, die Rücktrocknung von ausgefallenem Kondensat kann über Diffusion nicht im notwendigen Umfang erfolgen.

Demzufolge müsste die Wand von innen entweder Dampfdicht sein (schwer bis unmöglich) um Kondensat von vorne herein auszuschließen oder der Dämmstoff muss über die Möglichkeit einer hohe kapillare Wasseraufnahme verfügen.
Nur über diese kann Wasser aus dem Wandquerschnitt an die innenseitige Oberfläche gelangen wo es dann wieder verdunsten kann.

Grüße
Oliver Struve



Von einer Innendämmung



bei diesen Gegebenheiten rate ich hier ab.

erstens liegen die Leitungsrohre zu dicht an der Wand an, diese können nicht vernünftig gedämmt werden und dadurch steigt die Gefahr von Tauwasserausfall.

zweitens sollte die Dämmung nicht nur bis OK Geschossdecke angebracht werden sondern auch, wenn möglich, bis UK Bodenplatte.

Alle Anschlüsse müssen Luftdicht angeschlossen werden um eine Konvektion zu vermeiden, ansosten entstehen Wärmebrücken, die sich ungüstig für das Bauwerk auswirkt.

Idealer wäre hier vermutlich, die Wände satt mit Luftklak zu verputzen und die vorhandenen Heizungsrohre offen lassen und mit Heizkörperlack streichen.

Grüsse Thomas



Okay...



...ich bin mittlerweile von der Idee, die Räume zu dämmen, fast abgekommen.
Allerdings würde ich die Rohre nur sehr ungerne sichtbar lassen.
Wenn ich sie nun mit Domoboards oder einem anderen System verkleide und dann das ganze mit Lehm verputze... Was haltete ihr davon?





Hallo Felix,

was hälst du denn von Lehmbauplatten mit integriertem Wandheizungssystem? Das Lehmkontor bietet solche Platten an. Frag bei Herrn Müller vom Lehmkontor nach. Der hat uns bei unserem Bauprojekt gut beraten.
Die Adresse lautet: www.lehmbausysteme.de
Es gibt diese vielleicht auch von anderen Firmen (ich will hier keine Werbung machen, nur Erfahrungswerte weitergeben). Herrn Müller erreichst du unter 05592-927 495.
Viel Erfolg.



Aufbau Dämmung / Stromverlegung



Hallo,
ich finde die Beiträge ganz lustig, weil die eigentliche Frage überhaupt nicht mehr beantwortet wird.
ALso: Hanf wird genommen um Wanddurchbrüche mit einliegenden Kabel abzudichten (gibt es auch als Platten)
übrigens: Taupunkt bei Isolierung ist immer ein Thema, warum keine Außendämmung?
Viele Grüße Burkhard