Flachdach-Innendämmung

03.08.2011



Hallo zusammen,

ich habe einen kleinen Zwischenbau mit Flachdach, ca. 17 m². Der bekommt jetzt ein neues Dach, wg. regnet rein. In dem Zusammenhang ist natürlich das Thema Dämmung in den Raum geworfen worden. Neubauniveau will ich natürlich nicht haben, aber ein bißchen wärmer darf es im Winter ruhig werden. Zustand aktuell ist gemauerte Kappendecke (? Richtiger Name? Diese Bögen mit Stahlträger halt) mit Wellpappe drauf und Wespennest als Zwischenfüllung. Vorschlag von Dachdecker und Architekt ist:

- bitumöser Voranstrich
- Dampfsperre aus Polymerbitumen-Schweißbahn mit Aluminiumeinlage
- Dämmung aus Polystyrol DAA 100 kpa 035, mit Gefälle, im Mittel 200 mm, mittels Hartschaumkleber auf die Dampfsperre montiert
- Zweilagige Bitumöse Abdichtung

Hm. Wiederspricht ja erstmal eher dem, was man hier so im Forum liest, mit Folien, nicht diffusionsoffen usw. Und ich sehe ein Problem mit den Stahlträgern. Die ragen ja in die Mauer rein und sind somit potentiell kalt. Was hilft es mir dann die Dämmung oben rauf zu packen? Ich würde ja eher von innen dämmen, damit die Stahlträger auf der kalten Seite sind. Im Moment würde ich auf Kalziumsilikatplatten setzen. Gemäß U-Wert-net hätte ich dann zwar rechnerisch ein Feuchtigkeitsproblem, allerdings kommt in den Anbau nur ein kleines Gästebad rein, das einen automatischen Lüfter (mit Feuchtigkeitssensor) bekommt, eine kleine Waschküche, ebenfalls mit Lüfter, und ein Flur. Ich wüsste nicht, woher dann soviel Feuchtigkeit kommen soll, das die Dämmung geschädigt wird.

Und an dieser Stelle weiß ich nicht weiter.. Außen Damfpdicht? Innen ggf. mit Feuchtigkeitsproblem? Andere Alternativen? Ich bin für jeden Tip dankbar!

Gruß
Anja



Noch ein



Foto von Innen



Dachdämmung



Bei der angedachten temporären Nutzung wäre eine Innendämmung der Decke sicher sinnvoller. CAS- Platten eignen sich dafür nicht. Es gibt für Kappengewölbe spezielle Deckenlamellen, die sich der Form der Kappen anpassen und so einen hohlraumfreien Aufbau ermöglichen.

Viele Grüße

p.s. Haben Sie schon mal daran gedacht, statt des Flachdaches ein Steildach bis in Höhe der beiden Firstlinien aufzusatteln?
Das kostet zwar eine Menge mehr schafft aber gleichzeitig Ausbaureserve über dem Bad und bessere Nutzungsmöglichkeiten der Dachgeschosse, die über das neue Dach gekoppelt werden.

Viele Grüße



Vielen Dank...



schonmal für die Antwort. Ich würde die Wölbungen mit dem zum System gehörenden Mörtel einfach ordentlich grade ziehen.. Das sind ja nur ca. 1,5 cm Wölbung. Oder hole ich mir damit weitere Probleme ins Haus? Ich hätte jetzt auch einfach die Außenwände gleich mit den selben Platten gedämmt, wenn ich schonmal dabei bin. Könnte man diese Lamellen auch für die Wand nehmen?

Aufsatteln wäre ein bißchen viel des Guten. Das Haus rechts ist eine alte Scheune, die darf nur stehenbleiben weil da zufällig meine Heizung drin steht. Und das Dachgeschoß vom Haupthaus links ist nicht ausgebaut und wird von mir auch nicht ausgebaut werden, ich hab jetzt schon deutlich mehr Platz als eigentlich benötigt...

Gruß
Anja



Dachdämmung



Der Gewölbestich beträgt nicht 1,5, sondern 5, eher 6 cm.





Moin,

ich hab gestern abend nochmal nachgemessen, an der höchsten Stelle sind es 3,5 cm. Ich weiß gar nicht mehr warum ich mir 1,5 gemerkt habe. Ist die Wölbung dann zu hoch, um sie mit Mörtel auszufüllen? Welche Probleme können sich aus der Lösung ergeben?
Wenn jemand noch Anmerkungen hat, die nehme ich gerne an. Es ist für mich immer etwas schwierig, mit Handwerker und Architekt zu diskutieren, weil mir sehr bewußt ist, das mir das umfangreiche Grundwissen einfach fehlt. Deswegen bin ich auch wirklich seeeehr dankbar für dieses Forum, sonst hätte mein Haus schon längst ein komplettes Wärmedammverbundsystem bekommen ;-)

Gruß
Anja



Innendämmung



Ich habe nicht umsonst die Topdec Deckenlamellen erwähnt.
Übrigens galt als Regel für solche Kappendecken ein Gewölbestich (das ist die besagte Höhe) von ca. 1/10 der Spannweite, in diesem Fall müssten das ca. 6 cm sein. Nur bei der Verwendung spezieller Deckensteine durfte der Stich auf 3-5 cm reduziert werden. Mit Putz so etwas ausgleichen zu wollen ist zu aufwändig.

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,

ehrlich gesagt hat mich bei den Deckenlamellen der Satz in der Produktbeschreibung abgeschreckt: "..für die direkt befestigte Deckendämmung in Kellern mit geringem Anspruch an die Optik."

Na gut, es ist nur ein Flur, aber den seh minimum zweimal täglich, im Gegensatz zu meinem Keller. Der hat auch eine Gewölbedecke, da würde ich dann durchaus diese Lamellen einsetzen. Und nach den Fotos auf der Produktseite sind die Lamellen rechteckig, d.h. ich müsste Sie dann der Wölbung entsprechend zuschneiden? Das würde ich für mich als aufwendig und vor allem Fehleranfällig sehen, da ja keine Hohlräume bleiben dürfen, wg. möglichem Kondensat. Einen leicht formbaren Mörtel ordentlich fest aufzuschmieren und grade abzuziehen würde ich als einfacher ansehen, allerdings gebe ich zu, daß mir für beide Arbeiten die Erfahrung fehlt. Vom Aufwand abgesehen, welche Nachteile könnten bei der Putz/KaSi-Variante noch entstehen? Und welche Vorteile, außer die Montage, hätten die Steinwolle-Deckenlamellen noch? Die KaSi-Platten sollen ja angeblich sehr gut trocknen, falls doch mal Feuchtigkeit anfällt. Deswegen bin ich ja erst auf die gekommen.

Ob ich spezielle Deckensteine habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber Keller und Scheune haben auch diese Decken, auch da sind es keine 5 cm, also kann ich mal davon ausgehen, das das ok ist? Oder muß ich jetzt über kurz oder lang mit Schäden rechnen?

Gruß
Anja



Innendämmung



Die Lamellen lassen sich luftdicht und unten vollflächig aufkleben. Natürlich kann man sie anschließend wie jede Decke verkleiden, ein Überspachteln geht auch und sieht optisch ansprechend aus. Diese Variante würde ich bevorzugen da ich damit Luftdichtigkeit der Oberfläche erreiche. Das ist bauphysikalisch keine saubere lösung, aber bei der temporär angedachten Nutzuung besser als Kondensattropfen von der Decke laufen zu haben. Eine anständige Lüftung nach Gebrauch sollte natürlich immer durchgeführt werden, egal welches Sstem zur Anwendung kommt.Sie kriegen keinen Deckenputz in dieser Stärke an eine geputzte und gestrichende Decke, wenn dann nur mit hohem Aufwand und der Gefahr das ihnen das ganze Zeugs samt Dämmung wieder runterfällt.
Wenn ihnen mein Vorschlag nicht gefällt können Sie ja immer noch den Vorschlag ihres Architekten nehmen, ich will Sie weder zu was zwingen noch von etwas überzeugen. Es ist Ihr Bad.

Viele Grüße



mineralischer Aufbau von Aussen



Hier eignet sich ME ein Aufbau mit der Perlitdämmung ThermoRoof als Gefälledämmung ausgebildet und mit Bitumenbahn als Dachhaut oder Folienabdichtung.

Der Aufbau ist Verrottungssicher und Feuchtigkeitsunempfindlich und nach einer Seite diffussionsoffen.

Bei Fragen dürfen Sie sich auch gerne melden.

Grüsse Thomas