Neue Fassade mit Wärmedammung - aber wie?

21.04.2011



Liebe Mit-Mitglieder,

habe mich eben angemeldet, da ich hier viele Infos finde und meine Problem darstellen möchte - mit Hoffnung auf Rat.

Unser Fachwerkhaus hatte 1980 vom Vorbesitzer eine Vorhangfassede bekommen: 'falsches' Fachwerk in Lärche auf dem echten Fachwerk aufgesetzt, 2cm Styropoplatten und 0,5cm Resopalplatten in den Gefachen.
Da uns die Fenster hinüber sind, möchte wir diese erneuern und müssen in dem Zuge wohl auch die Fassade verbessern, um Wärembrücken zu vermeiden; zumal Styropor mit Resopal offensichtlich nicht gut ist fürs FW-Haus. Ich habe ein paar Gefache mal geöffnet, da drunter sieht's bislang gut aus (s. Bild).
Dies soll kostengünstig geschehen, aber auch so, dass die Wärmedämmung verbessert wird und wir uns auf Dauer keine Schäden ins FW holen.
Wir haben bereits Vorschläge von Zimmereien:

Auf das Original-FW soll in jedem Fall eine Holz-Unterkonstruktion, dann entweder

1.) Steinwolle (10-12cm) oder
2.) Holzfaserplatten, Zwischenraum zwischen Holzfaser und Original-FW mit Isoflock ausblasen (14-16cm)
3.) Das nachträgliche aufgesetzte FW als Hinterlüftungsabstand nutzen und darauf eine Hartfaserdämmung setzen (4cm, irgendein Kunstmaterial, Info erhalte ich noch), so dass man immer die 6cm Hinterlüftung hätte als Schutz vor Feuchtigkeit). Dieser letzte Vorschlag hat uns etwas irritiert.

3.) Außen dann in jedem Fall eine Holzverschalung (Stülp oder Deckel), wobei wir überlegen, das Erdgeschoss zu Verputzen un die Obergeschosse zu verschalen.

Hauptfragen für uns:
Könnte man das aufgesetzte Fachwerk als Unterkonstruktion weiterverwenden und da noch etwas 'draufpacken'? Tiefe momentan ca. 6cm (s. Bild).

Welche Art der Dämmung ist für ein FW-Haus geeignet, ohne dass auf Dauer Schäden zu befürchten sind? (Ein Handwerker meinte, dass unsere Styropor-/Resopal-'Dämmung' zum Glück so dünn sei, sonst hätte es vielleicht schon Schäden gegeben).

Viele Fragen momentan. Vielleicht kann jemand gedanklich weiterhelfen? Wer hat Erfahrungen mit guten, aber kostengünstigen Lösungen?

Wir müssen keinen Denkmalschutz berücksichtigen.

Weitere Fragen willkommen.

Vielen Dank schon mal!!



Fassadendämmung



So wie es aussieht hat diese potemkinsche Fachwerkfassade als Wetterschutz einigermaßen funktioniert, da sie gut hinterlüftet wurde. Eine großartige Verbesserung der Wärmedämmung ist damit kaum möglich. So wird das auch mit Ihrer Variante sein. Wenn Sie eine Außendämmung hinterlüften wird die Dämmung selber nutzlos.
Noch ein Wort zur Dicke: Damit wird die Laibungstiefe der Fenster verändert, der Dachüberstand verringert sich, bei Grenzbebauung sind Sie auf dem Nachbargrundstück. So ein vorgehängtes Paket wiegt einiges, auch das sollte Beachtung finden.
Bauen Sie die jetzige Verkleidung zurück und sanieren Sie den Ursprungszustand. Wenn Sie dämmen wollen dann mit einer Innendämmung.
Oder Sie lassen die Fassade so wie sie ist.

Viele Grüße



Moin,



bevor wir von Hölzchen auf Stöckchen kommen......was wollt ihr denn?

Das Sichtfachwerk wieder Freilegen (scheint ja noch intakt und möglich zu sein)?

Auf jeden Fall die Fassade von aussen dämmen (Energie könnte man ja auch durch andere Massnahmen einsparen)?

Ob ihr das "Scheinfachwerk" weiterverwenden könnt, hängt vom weiteren Aufbau ab und ob es dafür zu gebrauchen ist.
Ein "Aufbau passend zum Vorhandenen" kann auch teuer, schlecht und suboptimal werden, also bitte keine Hemmungen dat Zeug runterzunehmen, wenns euch nicht taugt.

Die Hinterlüftung halte ich für Blödsinn, wir haben auch direkt an den alten Putz geflockt, ob's wirklich was taugt, schreib' ich dann hier in 20 jahren....;-)

Ein Bekannter hat das vor 10 Jahren gemacht und bisher keine Probleme.

Verschiedene Varianten ausprobieren könnt ihr hier:
www.u-wert.net
Aber Vorsicht, das sind erstmal nur Rechenwerte. Auf der Seite steht aber auch sonst eine Menge Wissenswertes zum Thema.

Fragt doch auch mal in der Umgebung und bei Bekannten, welche Erfahrung sie mit ihrer Dämmung gemacht haben - es bleibt ein komplexes Thema, also lasst euch Zeit damit.

Grüsse, Boris



Die



einzige taugliche Variante ist 2).
Allerdings sind 14-16cm Dämmung für einen Altbau als Overkill anzusehen. Das funktioniert nur, wenn das gesamte Gebäude dämmtechnisch entsprechend aufgerüstet wird, also Dach, Kellerdecke/Fussboden, Fensterlaibungen etc.
Andernfalls gibt es an anderer Stelle Schwachstellen mit erhöhtem Kondenswasseranfall und entsprechender Schimmelgefahr.
MfG
dasMaurer



Also



... es bleiben nach einigen Überlegungen folgende Varianten als mögliche übrig (Innendämmung scheidet für uns wg. schon jetzt recht kleiner Wohnräume und auch wg. des Aufwandes und nicht unerheblicher Gefahren aus):

1. Außendämmung mit Isoflock direkt aufs Fachwerk mit Holzfaserplatten, Stülp-oder Deckelschalung

2. Rückbau des bisherigen Fassadenvorhanges und Renovierung des originalen Fachwerks.

Frage zu 1: wie dick sollte eine Isoflock/Holzfaserdämmung max. sein?

Frage zu 2. Es würden rechte dünne Außenwände übrigbleiben (es ist ein arme-Leute-FW von 1914). Bringt es etwas, den Putz dicker aufzutragen, so dass er über das FW hinausragt? Dürfte man bei original FW neue Fenster mit U-Wert 0,7 einbauen?

Danke für weitere Tipps!





Hallo , kuck dir mal die Seite an www.say-thermoplast.de



@rico:



Was ist denn da als Dämmzuschlag drin?

Gruss, Boris



Thermoplast



Wenn ein ein Hersteller statt die Zusammensetzung und die Funktion seiner Produkte darzustellen sich auf seiner Internetpräsentation nur mit Eigenlob zuschleimt würde ich ich die Finger von solchen Produkten lassen.

Viele Grüße



@Georg:



Ging mir zunächst auch so, unter "Presse" findest du mehr Infos in dem Artikel vom "Deutschen Ingenieurblatt".

Hört sich grundsätzlich garnicht so schlecht an, was meinst du?

Gruss, Boris





Hallo Georg, hat aber mit eigenlob nichts zu tun, wenn man mit diesem putz (aussen/innen und auch als Estrich zu haben) arbeitet braucht man auch kein Styropor, zu dem ist es viel leichter als ein normaler putz oder estrich, sehr interessant wegen der statik. daher auch sehr gut geeignet für Altbausanierungen, und ideal gegen Feuchtigkeit. ist sogar als einziger putz auf der Welt mit dem green apple zertifiziert. Hier ein bericht im deutschen ingenieuerblatt

http://dib.schiele-schoen.de/a15699/Bims_Kalk_und_Zement_Die_Eigenschaften_und_Nachhaltigkeit_eines_universellen_Daemmstoffs_der_neuen_Generation_Thermopor.html



Dämmputz



Lieber Rico,
nochmal, mich interessieren keine Werbetexte, auch wenn sie mehrere Seiten lang sind.
Und ein Dämmputz mit mineralischem Leichtzuschlag ist nun wirklich nichts Neues. Höchstens das der Zuschlag diesmal aus der Türkei kommt.

Viele Grüße



@Georg



Lieber Georg, anscheinend ist dieser Putz/Estrich doch interessant da im Augenblick ein Weltmarktführer in dieser Branche (Name darf ich im Augenblick nicht nennen) mit dem Owner Partnerschaft aushandelt. Ausserdem kann man daraus sogar doppelbodenplatten sowie hohlraumplatten produzieren, da das Material wasserabweisend u. nicht Brennbar ist (klasse A1), zu dem noch sehr leicht ist (statik für Hochhaeuser sprich Bürogebäuden. "Vielleicht" ist es doch nicht nur ein 08/15 Stoff wie du es darstellst.

Auch sehr liebe Grüsse aus Madrid.



Fassadendämmung



Lieber Rico,
hören Sie auf, diese Plattform für Werbezwecke zu mißbrauchen!
Ihr angebliches Wundermaterial ist ein Allerwelts- Leichtputz, der schon seit vielen Jahren von etlichen Herstellern auf dem Markt angeboten wird. Daran ist weder etwas neu noch innovativ.
Halten Sie mich bitte nicht für undankbar, wenn ich bei der Behauptung das ein mineralischer Putz PII nicht brennt, nicht gleich in Begeisterungsstürme verfalle. Das ist wie die Anpreisung einer neuen, absolut alkoholfreien Leberwurst.
Das man einen Putz hydrophob einstellen kann,ist auch wirklich keine Neuigkeit.
Allerdings werden Sie hier wenige Befürworter finden, die Fachwerk,insbesondere Sichtfachwerk, mit einem hydrophobierten Kalkzementputz verputzen wollen.

Viele Grüße
p.s. was mich so nebenbei interessiert:
Wie kommen Sie dazu die Werbetrommel für einen Onlineshop für Designermöbel zu rühren? (diese Firma vertreibt nebenbei dieses Produkt- da gibts bestimmt auch eine dolle fachliche Beratung!)