Dachdämmung...

07.09.2010



... für den bisher "nakten" Dachboden ist noch immer nicht geklärt. Hab dazu hier im Forum eine interessante Variante gefunden (siehe Foto, welches ich mir aus einem anderen Beitrag mal "ausgeliehen" habe - hoffe sehr, den Eigentümer stört es nicht).

Da wir auch keinerlei Unterspannbahn haben, ließe sich das bei uns sicher gut realisieren.

Meine Fragen dazu:
- ist das eine sinnvolle Dämmvariante?
- wie siehts aus mit den Dämmwerten?
- was ist mit Feuchtigkeit, Flugschnee etc.?
- gibts Gefahren für die Bausubstanz?

Ich find das einfach sehr interessant, weil hier natürliche Materialien verwendet werden und ich mir keine "Folientüte" als Wohnraum schaffe. Aber warm werden soll es schließlich auch...

Wäre ggf. als innerer Abschluß auf dem Holz noch eine GK-Platte möglich (möchte nicht den ganzen Dachboden holzsichtig gestalten)?

Danke und Gruß
Jens





Wenn das HWF Platten sind ist es nicht sooo schlecht.
Besser wäre allerdings die Verwendung dünnerer Platten zwischen den Sparren, die Sparren noch aufzudoppeln und innenseitig eine weitere HWF Platte drüber.
In den Hohlraum vorher Hanfdämmung rein oder zum Schluss mit Zellulosedämmung auszublasen.
Dann haben Sie es auch halbwegs Winddicht, einen guten sommerlichen Hitzeschutz und eine gute Wärmedämmung, und das ganze sogar kapillar aktiv.

Grüße aus Schönebeck



Aber wehe



Er hat mal eine undichte Stelle am Dach und merkt es nicht schnell genug.Dann gibt es Zellopampe.
Auch wenn die Platten wasserabweisend sein sollen.
Ich sehe sowas immer kritisch mit einer alten Dachhaut.



Recht hoch



Hallo Jens,

in dieser Form ist das keine besonders gute Dämmung. Der U-Wert im Gefache beträgt etwa U=1/(0.13+d/0.13+0.08) das wäre bei 6cm Nadelholz etwa 1,5 - nach EnEv wäre 0,2 vorgeschieben!
Die diffusionsoffene Unterspannbahn soll einen Wasserschaden verhindern falls mal die Nase eines Ziegels abbricht.
Gipskartonplatten auf die schöne Sichtholzkonstruktion zu tackern finde ich unästhetisch ...

Viele Grüße,



Hier handelt es sich...



... um Vollholzplatten. Also keine Weichfaserplatten.

Das ich den Wert nach EnEV nicht erreichen werde, ist mir klar. Andererseits hat das Holz doch eine höhere Speichermasse als andere Dämmstoffe. Auch sollte doch das Raumklima unter einer Vollholzdämmung angenehmer sein als unter irgendwelchen Chemiefasern?

Danke und Gruß
Jens





@Boris

Das Problem stellt sich bei der nachträglichen Dämmung von innen immer.

@Demaxo
Da wird dann aber der Wind durchpfeifen, das heißt auch Kondensatausfall zwischen Dämmung und Sparren:-(

Grüße aus Schönebeck



Hmmm...



...aber ist es nicht gerade so, dass durch die zirkulierende Luft jederzeit die Austrocknung aller Bauteile sicher gestellt ist.

Wenn nun die Dämmstärke dick genug ist, sollte innen doch trotzdem ein gutes und vor allem gesundes Raumklima erreicht werden, oder?

Gruß
Jens





Hallo,

sieht gut aus, das wars aber schon.
Haften Sie eigentlich selber dafür ?

Grüße



Dachdämmung ...



Hallo Namensvetter,

auch wenn man mit natürlichen Dämmstoffen arbeitet
(Holzfasermatten bzw. Platten, Hanf, Zelluloseflocken,
Wolle, Kork, ...) und einen diffusionsoffenen Aufbau
vom Innenraum zur Dämmung hin hat (hab das selber), ist eine luftdichte Ebene einfach Pflicht. Wenn die kalte
Luft von außen nach innen oder andersrum strömt, ist
die Dämmwirkung zu einem guten Teil beim Teufel und
Bauschäden sind vorprogrammiert. Ein gesundes Wohnklima,
d.h. warme Wände, nicht zu warme Luft der richtigen
Feuchtigkeit, keine Giftstoffe, erreicht man nicht durch unkontrollierbare Leckagen und versteckten Schimmel, der deutlich toxischer ist als irgendwelche synthetisch chemische Ausdünstungen. Wärmespeicherkapazität ist gerade
im Dachbereich schön, aber ohne Dämmwirkung absolut witzlos.

Laß Dich vor Ort beraten, was bei Dir sinnvoll ist und ggf.
auch in Eigenleistung machbar ist.



Ich habe nichts dagegen...



...wenn über das Foto diskutiert wird.
Das Interesse ist groß, weil es so einfach ist!
Leider ist es so, dass für den Dachgeschossausbau nur Mineralwolle oder andere "Dämmstoffe" in den letzten Jahren
"weiter entwickelt" wurden.
Nur zeigt sich bei dieser Entwicklung, dass immer mehr Schäden zu beklagen sind, entweder weil man es nicht dicht bekommt oder weil Wasser irgendwo hin läuft oder Kondensatausfall zu verzeichnen ist.
Diese Variante "probiert" ein Kunde mit viel Mut aus und ist auf Prof.Meiers Theorien zurückzuführen.
Auf die sichtbaren Sparren kam noch ein Deckbrett.
Mit dieser Methode werden sicher weniger Fehler gemacht als mit Mineralwolle, Folien und Co.
Weil es niemand ausprobiert hat, kann auch kaum jemand sagen, wie es ist unter so einem Dach, was ich in unserer hochtechnisierten Welt als sehr bedenklich halte.
Wir lassen die einfachsten bewährten Dinge nicht mehr zu
und reden nur über die unsinnigste EnEV und deren Sohn dem U-Wert, der überhaupt keine Berechtigung hat.
Denn einen stationären Zustand konnte ich in meinem Haus noch nicht feststellen. Vorallen wenn sich das Wetter immer so schnell ändert!
Dem Kunden war es wohl nicht so heiß in den heißen Tagen des Sommers (bei 6 cm -)!
Vielleicht bringt es wieder mehr Gesundheit in unsere dichten Häuser.
Letztendlich entscheidet der Kunde was er will und keine EnEV hat irgend etwas zu sagen.
In Verbindung mit der richtigen Strahlungsheizung hat man es auch im Winter angenehm.
Der Jens hat schon viel gefragt und seine letzten Sätze zeigen, dass er schon seine richtigen Schlüsse ziehen wird.



Zunehmende Verunsicherung...



...macht sich breit!

@Dietmar Beckmann: Es geht um unser Haus, und um Eigenleistung. Also haftet da sicher niemand anderes dafür. Allzu hilfreich war Ihr Beitrag dennoch nicht! :-(

@alle übrigen: Danke für die Antworten. Eigentlich hatten sich bei mir nach vielen Stunden Recherche und Lesen im wesentlichen folgende Einsichten breit gemacht:
- luftdichte Häuser führen eher zu Problemen
- massive natürliche Baustoffe sind immer besser als Kunstfasergedöns
- Folien führen meißt zu Problemen

Und nochmal zum Verständnis: die EnEV werd ich wohl nicht erreichen, das ist mir aber auch egal. Was ich suche, ist eine sinnvolle Kombination aus vertretbarem Aufwand, gesunden Baustoffen sowie gutem Raumklima bei vertretbarem Energieeinsatz.

Mal zum Nachdenken:
1. Was nützt mir persönlich eine Energieeinsparung von wenigen hundert Euros im Jahr, für die ich erstmal viele tausend Euros ausgeben muss?
2. Ist die Gesamtenergiebilanz wirklich besser bei Styropor- oder Mineralwolledämmstoffen als bei Holz?

Das Beispiel übrigens zeigt eine Zwischensparrendämmung aus Vollholz, zur Lattung hin sind Filzstreifen aufgebracht. Das allein sollte doch für die notwendige Luftdichtigkeit zum Raum hin sorgen? Und ggf. ließe sich diese Variante mit einer HWF-Platte kombinieren, die dann einen höheren Dämmwert erzeugt.

Unterspannbahnen gibts doch auch erst seit den 70ern, vorher waren die Ziegel verschmiert oder auf den Sparren eine Bretterschalung.

Man, ist das kompliziert...

Gruß und danke!
Jens



Holzmasse



Hallo

Sie Fragen:
1- ist das eine sinnvolle Dämmvariante?
2- wie siehts aus mit den Dämmwerten?
3- was ist mit Feuchtigkeit, Flugschnee etc.?
4- gibts Gefahren für die Bausubstanz?
5-Wäre ggf. als innerer Abschluß auf dem Holz noch eine GK-Platte möglich (möchte nicht den ganzen Dachboden holzsichtig gestalten)?

zu1:
eine klassische "Dämm"variante ist das nicht - aber m.E. nichtsdestotrotz: sinnvoll
würde versuchen evtl etwas mehr Masse zu bekommen (unter den Sparren)

zu2:
rechnerisch sicher miserabel - real eher zu vertreten - vor allem auf lange Sicht hin
da wird nichts "absaufen"

zu3:
Wenn die Dachneigung passt wirds nicht zu Schäden kommen - darauf achten dass der Lüftungsquerschnitt nicht zu gering wird!! und die Luft unten rein und oben wieder raus kann

zu4:
bei richtiger Detailausbildung im Traufbereich sollte das klappen

zu5:
noch eine Innenschale aus Holz (Dicke) und dann evtl mit Putzträger 70steng Schilf und mehrlagigem Luftkalkputz - dann wirds "weiß"


Gutes Gelingen!

FK



Probier es aus!



Probiers halt aus, ist Dein Dach ...
Über den Winter kannst Du es ja erstmal so wie im Bild
ist machen und dann belassen und danach sehen, wie Du
weiter verfahren willst.
Die Idee ist im Prinzip nicht so blöd, statt einer
Unterspannbahn das ganze einfach massiv zu machen
und mit Filz abzudichten um damit schon mal Wärmekapazität
für den Sommer reinzubekommen. Da muß aber die Statik OK sein, da das Zeugs was wiegt! Zum Innenraum hin würde ich dann aber trotzdem noch mit einem natürlichen Material dämmen und vorher für die ganze Konstruktion mal schaun wollen, wo der Taupunkt ist und die Anschlußpunkte trotzdem so luftdicht wie möglich machen. Daß man keine statischen Verhältnisse hat, heißt ja auch noch lange nicht, daß es auf die Dämmwirkung nicht ankäme.





Jens,

nicht luftdicht mit winddicht verwechseln oder gar vergleichen.

Natürlich ist ein luftdichtes Haus auch winddicht, ein winddichtes Haus muss, und darf nicht luftdicht sein.

Grüße aus Schönebeck



Dichtigkeiten



"nicht Luftdicht mit winddicht verwechseln oder gar vergleichen.

Natürlich ist ein Luftdichtes Haus auch winddicht, ein winddichtes Haus muss, und darf nicht luftdicht sein"

Sorry, wenn der Begriff Luftdicht hier falsch war,
entscheidend ist hier wohl die Winddichtigkeit.

Wenn ein luftdichtes Haus winddicht ist, ein winddichtes
Haus aber nicht luftdicht sein darf, dann darf ein Haus
folglich überhaupt nicht luftdicht sein ?!?



Zwei Jens...



...hier unterwegs. Da weiß ich gar nicht mehr, ob ich gemeint bin, wenn hier jemand "Jens" direkt anspricht...

Wegen Luft- oder Winddicht:

Ich denke: Luftdicht - nein danke!
Und Winddicht sollte es doch werden, dank Filzstreifen an den Rändern. Und ggf. mit ner weiteren Holz- oder HWF-Platte?

@FK: Dachneigung ist ca. 45 Grad, der Abstand zwischen Vollholzdämmung und Dachsteinen würde sicher deutlich über 5 cm betragen.
Der Dachstuhl ist im Prinzip wie in beigefügter Skizze konstruiert. Tatsächlich soll nur der rot markierte Bereich gedämmt werden, also nach oben hin nicht bis zum First, sondern nur bis zum (in 2,50 m Höhe befindlichen) Querriegel. Darüber bleibt dann quasi ein verkleinertes (ca. 1,50 m hohes) ungedämmtes Kaltdach. So kann die Luft hinter der Dämmung ungehindert nach oben hin zirkulieren, denke ich. Und mögliches Wassser kann auf dem Holz sehr schnell in Richtung Traufe abfließen.

Gruß
Jens E.







---Forenreferenz-----------
Dichtigkeiten -
"nicht Luftdicht mit winddicht verwechseln oder gar vergleichen.

Natürlich ist ein Luftdichtes Haus auch winddicht, ein winddichtes Haus muss, und darf nicht luftdicht sein"

Sorry, wenn der Begriff Luftdicht hier falsch war,
entscheidend ist hier wohl die Winddichtigkeit.

Wenn ein luftdichtes Haus winddicht ist, ein winddichtes
Haus aber nicht luftdicht sein darf, dann darf ein Haus
folglich überhaupt nicht luftdicht sein ?!? mehr ...
----------------------------------




Genau das wär der Idealfall.



Die Idee



gefällt mir... bloß: was passiert, wenn sich die Filzstreifen mit Wasser ansaugen? Und das werden sie, sei es durch Flugschnee, Regen durch einen angeknacksten Ziegel, Kondensat oder was auch immer. Wenn wir dafür eine Lösung finden, baue ich die Konstruktion selbst nach!



Wenn - Dann



Hallo

Wenn das Dach steil ist
Wenn Sie innen noch eine weitere Lage aufbringen Holz + mehrlagigen Putz dann ist die "Winddichtigkeit" auch besser bei dem Aufbau.

Optimieren kann man immer - vor allem wenn man alle Randbedingungen mit einbezieht und im Zusammenhang sieht!

Don't be shy - give it a try!

FK



Der mutige Mensch...



...hatte leider nicht so viele Ratschläge, sonst hätte er vielleicht noch den einen oder anderen Rat befolgt.
Es muss Menschen geben, die solche Wege gehen, damit echte Alternativen diskutiert und auch ausgeführt werden.
Erfahrung hat eine längere Tradition als der U-Wert oder die EnEV.



Der mutige Mensch...



...hatte leider nicht so viele Ratschläge, sonst hätte er vielleicht noch den einen oder anderen Rat befolgt.
Es muss Menschen geben, die solche Wege gehen, damit echte Alternativen diskutiert und auch ausgeführt werden.
Erfahrung hat eine längere Tradition als der U-Wert oder die EnEV.





Das Bild in der Ausgangsfrage passt doch sehr in ein buntes Werbeblättchen der Vertreiber von Dämmung, egal welcher.
Der nachträgliche Einbau einer solchen Dämmung z.B. in einem eingedecktem Walmdach wäre nur mit Fugenanteile in Größenordnungen machbar die die ganze Maßnahme in Frage stellen müssten.

Grüße aus Schönebeck

[pubimg 23190]



???



@Herr Struve: Ihrer ersten Antwort entnahm ich eigentlich, dass Sie diese Lösung für nicht sooo schlecht halten. Und nun verweisen sie das ganze ins Reich der Dämmstoffwerber?

Gerade die können mit einem solchen Bau sicher nicht werben, da hier nix vom herkömmlichen Dämmstof verbaut wird.

Mein Dach ist übrigens ein Satteldach, die Sparren sind ziemlich parallel, allerdings nicht so glatt wie im Bild.

Ich hab einfach keine Zigtausend Euronen, allein um mein Dach abzudecken, von außen zu dämmen und neu einzudecken. Zumal die Eindeckung erst vor ca. 15 Jahren rauf gekommen ist.

Die gezeigte Variante hat also schon ihren Charme. Dennoch bin ich für (finanziell) vergleichbare Alternativen offen - hab bisher aber noch keinen entsprechenden Vorschlag bekommen...

Gruß und danke!
Jens E.





@Jens

Das “nicht sooooo schlecht” bezog sich auf die Baustoffwahl.
Wie es meines Erachtens richtig gut wäre habe ich hier geschrieben, auch ohne das Dach abzudecken und ohne in einen Dämmwahn zu verfallen.




---Forenreferenz-----------
-
Wenn das HWF Platten sind ist es nicht sooo schlecht.
Besser wäre allerdings die Verwendung dünnerer Platten zwischen den Sparren, die Sparren noch aufzudoppeln und innenseitig eine weitere HWF Platte drüber.
In den Hohlraum vorher Hanfdämmung rein oder zum Schluss mit Zellulosedämmung auszublasen.
Dann haben Sie es auch halbwegs Winddicht, einen guten sommerlichen Hitzeschutz und eine gute Wärmedämmung, und das ganze sogar kapillar aktiv.

Grüße aus Schönebeck mehr ...
----------------------------------




Ok...



... denn pass ich die Variante jetzt mal an: (Siehe Skizze)

Das wäre doch dann in etwa was Sie meinen? Und das ganze dann ohne Unterspannbahn?

Gruß und danke!
Jens E.





Genau so meine ich es, ich würde allerdings mit den „senkrechten Leisten“ so weit wie möglich gegen die Dachlattung gehen.
Um so mehr Platz haben Sie für die Zwischendämmung aus Hanf o.ä..


Grüße aus Schönebeck



Jetzt wirds arg!



Hallo

Jetzt kommt die Dämmerei wieder voll zum Tragen und vor lauter Gespinsten freut sich das Wasser und ärgert sich im Nachhinein der Bauherr.

Und jemanden zu raten den Hinterlüftungsraum zu minimieren ist kontraproduktiv und letztendlich schädlich für den Bau.

die angedachten Bretter (Masse) und der Luftraum passt m.E. - innen noch ne putzschale wie vorgeschlagen - Dämmgespinnst Nein Danke!

Aber: Jeder ist seines Glückes Schmied (oder seines Hauses Henker)

Glück auf

FK



Ok...



... back to the roots...

Oberste Priorität: Keine Gefahr für die Bausubstanz, kein Absaufen, kein Schimmel, kein Modern usw.

Und darüber hinaus soll es
- preiswert sein
- ökologisch sein
- ein Energieeinsparpotential haben
- für ein gutes Raumklima unterm Dach sorgen.

Es gibt sie wohl nicht, DIE wirklich kluge Lösung?

Bevor jetzt wieder das grundsätzliche Für und Wider einer Wärmedämmung dikutiert wird, nur noch eine abschließende Frage: Warum ist Massivholz gut und Holzweichfaser schlecht? Oder umgekehrt? Das Material ist doch immer das gleiche...nämlich Holz! Natürlich und nachwachsend...

Oder nochmal ganz ketzerisch: Wie bekomme ich einen 120 qm Dachboden warm - ganz ohne Dämmung? Und natürlich ohne nächsten Winter Pleite zu sein?

Letzlich bin ich immer noch unsicher...Wahrscheinlich bleibt am Ende der Dachboden wie er ist...und wir verzichten auf ca. 120 qm Wohnraum...

Gruß und danke!
Jens





@FK

3- 4 cm Hinterlüftung reichen wohl locker aus.
Momentan, laut Skizze, halte ich die Hinterlüftungsebene von 50% der Dachsparren für Platzverschwendung.

@Jens

Massiv ist gut weil es Speichert, HWF hat neben Masse aber eben auch einen besseren Dämmwert als ein Holzbrett. Masse speichert sowohl Wärme als auch Kälte.
Darum einmal HWF außen, speichert die kühle der Nacht in den warmen Tag hinein und die inneren HWF speichern die Wärme der Raumluft und puffern Schwankungen.
Das wichtigste ist die Wahl von kapillar leitfähigen Dämmstoffen und da sind Sie genau auf dem richtigem Weg.
Die Dämonen der Feuchtigkeit werden wir wohl unserem lieben Florian nicht mehr austreiben können.

Grüße aus Schönebeck





Holzweichfaser hat nicht die Masse wir Vollholz. Natürlich gibt es aber auch bei Vollholz Unterschiede. Eine lange gewachsene Eiche ist nicht mit einer nur kurz gewachsenen Kiefer von der Masse vergleichbar.

Masse bringt hier Wärmespeicherung hat aber dafür den Nachteil, dass die Wärmedämmwirkung sich verschlechter. Sprich: Holzweichfaser hat eine höhere Dämmwirkung, Massivholz hat mehr Speicherkapazität.

Ich persönlich würde die Variante mit Dämmstoff vorziehen. Einfach auch weil ich davon überzeugt bin, dass trotz einigen Skeptikern hier m.E. das Energieeinsparpotenzial hiermit am höchsten ist. Es gibt alte Massivhäuser mit sehr dicken Wänden - aber selbst mit neuen Fenstern usw. verbrauchen diese durchschnittlich immer noch weit über 100 kwh je m².





@Emil

Die hier diskutierte Variante ist ja grade eine Kombination aus dämmen und speichern.


Grüße aus Schönebeck



Luft



Hallo

"3- 4 cm Hinterlüftung reichen wohl locker aus."

Was soll das bringen ausser einen "Sanierungs-Nachfolgeauftrag"?

Ja, wem das ausreicht - mir würde das zu wenig sein.

Manche bauen und sanieren nach dem Motto:
"No risc - no fun!"

Ich nicht.

FK





Nicht so böse Florian,


ich gehöre nun wahrlich nicht zu den Dämmfanatikern, wohne selbst im eigenen ungedämmten Massivhaus mit 40 cm dicken Backsteinwänden aus den 30er Jahren.
Mein Dach habe ich aber dann, nach Umnutzung vom Trockenboden in Wohnraum, doch gedämmt, war auch nicht ganz billig.
Hierbei habe ich besonderes Augenmerk auf den sommerlichen Hitzeschutz und die Kapillarität der Dämmstoffe gelegt.
Ich bin auch nicht militant Öko :-)
Der Hitzeschutz funktioniert bestens, Schallschutz hat sich auch deutlich verbessert und der Schnee auf dem Dach blieb, trotzdem in den Zimmern gut 20°C waren, auf dem Dach liegen.

Grüße aus Schönebeck


[pubimg 22263]



Ich nix böse!



mir sind die paar cm Hinterlüftung einfach zu riskant!

Und das Wort: Kapillarität oder kapillaraktiv ist doch auch nur ein Werbegag!

Ja, Ja - ich kenn die Untersuchung und die Messwerte, glaube aber denen genau so wenig wie denen der k und u Wertelogisten!

FK



Moin Demaxo,



wir habens "richtig" gemacht, Dach von aussen runter, aufgelattet und jetzt 20cm Zellulosedämmung, finanziert mit KfW-Darlehen und von daher an die geforderten Dämmwerte gebunden. Vom Hitzeschutz war ich diesen Sommer nicht wirklich begeistert und überlege nun wie noch von innen mehr Masse einbringen.

Die quasi dampfdichte OSB-Innenbekleidung macht jedenfalls erstmal auch kein tolles Raumgefühl. Von daher kann ich dich in deinem Ansatz nur bestätigen.

Als weitere Variante innen wäre noch verputzte Sauerkrautplatte möglich, um deine Dämmwerte noch zu verbessern. Ist für den Brandschutz auch interessant, erhöht aber auch den Material-Mix, da liegen Massivholz und HWP doch deutlich näher beieinander.

Gruss, Boris





@FK

Was die Kapillarität betrifft, kann ich sagen, das sowohl die Reste meiner Hanfdämmung als auch die der HWF Platten nach direkter Beregnung (klitsch nass) nach zwei, drei Tagen leichtem Wind wieder Furztrocken waren.
Und, ich habe es ja dem KF versprochen, ich mache den Test und werde hier die Masse/% Veränderung über einen längeren Zeitraum ermitteln.
Und, in unserer Dämmebene habe ich mehrere Sensoren für einen Datenlogger versenkt der mir über Temperatur und Feuchtigkeit berichtet.


Grüße aus Schönebeck



Also...



... die Unterschiede zwischen Holz und HWF-Platten weiß ich nun wohl ganz gut einzuordnen - letztlich scheint mir eine Kombination aus beidem eine gute Lösung zu sein.

Was aber ist mit den berühmt-berüchtigten Folien (Unterspannbahn und Dampfbremse/-sperre)? Gehts denn wirklich ganz ohne, ohne dass der Wasserdampf aus den warmen Räumen in der Dämmung (Holz oder HWF) irgendwann zu Wasser wird und Schaden anrichtet?

Gruß und danke!
Jens E.





Wenn keine Sauna oder Schwimmbad in den Räumen ist funktioniert das ohne diese Bremsen oder Sperren bestens.
Und wenn mal Wasser anfällt, kann das eben dank der kapillaren Eigenschaften auch abtrocknen, und zwar in beide Richtungen, das geht bei den Sperren nicht.

Mal ganz abgesehen davon, das eine Dampfsperre 100% dicht sein müsste, ein Unding im Bestandsbau.


Grüße aus Schönebeck



Herr Weblers Aussage...



...gibt einiges wieder, was nicht passt.
Aus der Erfahrung des letzten (diesen) Sommers!
Er sagt: "wir habens "richtig" gemacht,... an die geforderten Dämmwerte gebunden,... und im Sommer nicht wirklich begeistert."
Das Vollprogramm abgespult, eine menge Geld bezahlt,die Dämmwerte eingehalten und dann kommt das große Schwitzen.
Dämmenwerte die der dumme U-Wert verursacht ist nicht alles, Holz hat nun mal die Eigenschaft
im Winter die Wärme im Raum zu halten und im Sommer abzuwehren.
Deswegen würde ich auch eher zu einer dickeren Luftschicht tendieren, damit sich die Hitze nicht so staut.
Welches System ist perfekt?
Herr Webler muss (will) nachbessern, damit es passt, kostet wieder Zeit und Geld.
Nur weil man zu Dämmwerten genötigt wird, damit man Kohle bekommt.
Schiefer kann die Situation nicht sein!





Ich bin schon in einigen Häusern in Holzständerbauweise gewesen, in denen es auch im Sommer recht kühl ist.

Die Diskussion ist schwer, da man wenig Vergleichsmöglichkeiten hat. Ein Freund von mir hat in sein Dach zum großen Teil mit Zellulose gedämmt. Ein paar Räume hat er aber nachträglich mit Steinwolle gedämmt. Unterschiede merken tut er nicht, obwohl er zwei Räume miteinander vergleichen kann, die gleich große Gaubenfenster haben und zur gleichen Seite ausgerichtet sind.

Bin jedenfalls gespannt auf eine Diskussion "Hitzeschutz: U-Wert vs. Wärmespeicherfähigkeit" ;-)



Moin zusammen,



ich bin mal als es so heiss war, mit meinem Oberflächenthermometer am nachmittag in die Scheune rüber (Westseite)und hab da folgendes gemessen:

Tondachpfannen aussen: ca.52°C
Scheunendach innen (16mm DWD, Lattung, Konterlattung, Ziegel): ca.38°C
Gedämmter Teil (wie oben, +20cm Zellulosedämmung, 15mm OSB): ca.32°C

Das ist natürlich nur bedingt aussagekräftig, da zwischen gedämmten und ungedämmtem Teil die Wand fehlt und die aufgestaute Wärme aus der Scheune da noch rüberzieht.

Ich nehme aber stark an, dass die Hinterlüftung für den Hitzeschutz eine grössere Rolle spielt, als ich dachte.

Hinzukommt, dass mein Hausdach unverschattet direkt nach Süden zeigt, bis ins 2.OG runterreicht und ich in einer sonnigen Gegend wohne. Da geht's dann irgendwann um den Einzelfall und ein reiner Systemvergleich hilft da nicht viel weiter.

Grüsse, Boris





Frage mich gerade, wieso eine Hinterlüftung Einfluss haben könnte auf den sommerlichen Hitzeschutz.

Für mich ist eine Hinterlüftung dazu da, dass die Feuchtigkeit abziehen kann. Ansonsten ist aber bspw. ein Dach immer "hinterlüftet" - nämlich dadurch dass es an die Außenluft grenzt. Dazu dann auch noch mit Werkstoffen, die massiver sind als Dämmmaterial.

Mache ich einen Denkfehler?



Ja,



die Hinterlüftung funktioniert auch als Kühlung für die Dachsteine bei Sonneneinstrahlung.
Dachstein heiss, Wärmeabgabe an die Luft an der Unterseite, warme Luft steigt nach oben, kühlere Luft wird unten nachgezogen.
MfG
dasMaurer



@Emil:



Hinzu kommt dass meine Dachdecker unter die Firstziegel noch so eine schicke Membran gebappt haben, die zwar diffusionsoffen ist, aber keinerlei nennenswerten Luftabzug mehr zulässt.....Lüfterziegel sind teuer.....was macht also die Hitze unter den Dachziegeln???? Dasselbe wie viele Landsleute morgens und abends auf der Autobahn.....

Gruss, Boris