Dachdämmung und die vielen Möglichkeiten

21.07.2010



Hallo liebe Fachwerkgemeinde,

wir habe uns ein altes Haus Baujahr 1931 gekauft, es ist kein Fachwerk, dennoch habe ich mich nach dem durchforsten vieler Foren dafür entschieden hier meine Fragen zu stellen, ich füll mich hier einfach wohl und gut beraten...

Zum eigentlichen, eine Dachneueindeckung steht an, von außen Biberschwanz, von innen Holzschalung, Stroh und Putz, dazwischen Luft und inzwischen bedingt durch das alter des Dach´s viel Licht.

Mineralwolle als Zwischensparendämmung hat sich inzwischen schon verabschiedet, bleibt die Aufsparendämmung wie vom Fachbetrieb 1 angeboten, alternativ wurde einen Zellulosedämmung empfohlen, diese setzt jedoch, laut Fachbetrieb 1, voraus das die gesammte Innenverkleidung abgenommen wird, als Unterspannbahnersatz wurde in diesem Fall ein Holzweichfaserplatte empfohlen, der restliche Aufbau bleibt beim Zellulosedämmbetrieb den wir noch nicht gesprochen haben. Die Preise für den Spaß liegen uns leider noch nicht vor.

Um Kosten zu sparen haben wir uns überlegt, wenn schon die Innenverkleidung runter muss, dass ganze selbst zu Dämmen, wir haben da Holzfaserdämmstoffe als Zwischensparendämmung als mögliche Variante gewählt.

Frage ist nun was am besten ist,

1. Aufsparendämmung mit PU/Luftdicht/Plastiktütenzeug
2. Dacheindeckung mit Holzweichfaserplatte als Unterspannbahnersatz und Zellulose Einblasung
3. Dacheindeckung mit Holzweichfaserplatte als Unterspannbahnersatz und Zwischensparendämmung aus Holzfaserdämmstoffe
4. Dacheindeckung mit normaler Unterspannbahn und Zwischensparendämmung aus Holzfaserdämmstoffe


Freu mich auf eine nette/n Diskussion/Erfahrungsaustausch

MfG
Ronny



Wenn schon gedämmt werden soll....



... dann keine Aufsparrendämmung auf so einen alten Dachstuhl. Da gibt es viele Anschlußsdetails, die meistens zu faulen Kompromissen führen.

Ich würde in diesem Fall die Zellulosevariante vorziehen.

Die mögliche Eigenleistung bei dem Einbringen von Dämmmaterial bringt keine Ersparnis, da Zellulose wesentlich günstiger ist als z.B. eine Holzdämmplatte.

Es wäre also Lösung Nr. 2 - Details sind natürlich noch zu klären.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Kein PU aufs Dach!



Ich würde eine Aufsparrendämmung mit Holzweichfaser vorziehen.
Dann kann die innere Verschalung samt Putz dran bleiben und der Hohlraum mit Zellulose ausgeblasen werden.

Grüße aus Schönebeck


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Dachdämmung



Hallo,

ich halte eine Aufsparrendeckung + Biberschwanz für konstruktiven Selbstmord. Das ganze Paket ist kaum gegen Abrutschen zu sichern.
Wie wärs mit folgendem:
Alte Deckung samt Lattung runternehmen
Dampfbremsfolie von außen einbringen und über die Sparren legen, Stöße gut verkleben
Von außen eine Mineralwolle WLG 032 einbringen
(die Zellulose wird zu schwer, sollte sie mal nass werden, kann die Konstruktion überlastet werden). Wo liegen denn Ihre Bedenken ? Sie können auch Hanf nehmen.
22 mm bituminierte Weichfaserplatte /Agepan, Gutex) mit
Versatz vernageln.
Konterlattung
Lattung für Biberschwanzziegel.
Eindeckung mit Bibern.

Wegen der Biberschwanzdeckung sollten Sie ganz vorsichtig mit zusätzlichen lasten umgehen ! Unter Umständen muß vorher geprüft werden, ob die Sparrenstärken diese Last überhaupt vertragen. Wenn nicht, müssen Sie ein anderes Material für die Eindeckung wählen.

Grüße vom Niederrhein





Herr Beckmann,

Für derartige Konstruktionen gibt es bauaufsichtlich zugelassene Befestigungstechnik.
In unseren Breiten sagt man auch Schrauben dazu.

Grüße aus Schönebeck



Also die Sparren aus dem 31er Jahrgang möchte ich erst mal sehen...



... bevor da viel Gewicht aufgeladen wird.

Vielleicht kann Ronny noch ein paar Angaben machen:

Wie weit sind denn die Sparrenabstände?
Wie sind die Maße von den Sparren?
War schon mit Biber gedeckt?
Wie schichtig soll der Biber gedeckt werden?
Taugt die Innenverkleidung für die Einblasung tatsächlich und würde sie noch lange halten?
etc.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





@Oliver Struve:

Die gibt es für solche Pakete eben nicht. Und versuchen Sie mal, das Gegenteil rechnerisch nachzuweisen: sie kommen nur noch mehr ins Schwitzen.

Grüße





Doch, doch Herr Beckmann,

gibt es alles.


http://www.pavatex.de//DesktopModules/XSDocumentLibrary/Components/FileDownloader/XSFileDownloaderPage.aspx?tabid=457&xsdid=457&xspid=10&xslrf=/DesktopModules/XSDocumentLibrary/App_LocalResources/XSDocumentLibrary&xscl=de-DE&xsmcs=%2fDesktopModules%2fXSDocumentLibrary%2f&xsuid=-1&xsufn=&xsur=&xsuarn=Administrators&xscd=False&xstmid=2437

Zur Not hilft auch ein Statiker.


Grüße aus Schönebeck



Dämmung



Hallo zusammen,

ich möchte doch gerne mal wissen wieso die Zellulose "mal nass wird und dann zu schwer, wenn das Dach neu gedeckt wird?
Zudem teile auch ich nicht die Befestigungsprobleme der Platten.
Als nächstes sei noch erwähnt, das Zellulose Feuchte wesentlich besser vertragen kann als Mineralwolle. Die ist hin,wenn sie "mal nass" wird.
Desweiteren ist der sommerliche Hitzeschutz(Ich merke es gerade sehr gut) wesentlich besser als bei der Mineralwolle.

Ich bin ein zertifizierter Einblasbetrieb, und kann nur sagen:
Ich würde Sparren nach oben aufdoppeln, 22 mm Holzfaserplatte drauf; und innen alles beim alten lassen.
Vor der Eindeckung von aussen einblasen und aus die Maus.
Hier ist vor allem Gewährleistet, das um den Sparren Dämmung ist. Alte krumme Sparren sind schlecht mit Mineralwolle zu dämmen.
Kosten liegen bei uns um die 15/18 € auf den m² gerechnet zuzüglich Steuer. Ohne spezielle Details zu berücksichtigen.
Hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

M.Bönneken



Hallo,



danke erstmal für die vielen Antworten.

Und nun zu den Fragen, die Sparren sind 14 cm hoch, Stärke und Abstand müsste ich Morgen mal nachmessen. Das Dach ist im moment auch mit Bibberschwanz als einschichtige? (also Ziegel halb überdeckt und die nächste Lage um die halbe Breite verschoben) Konstruktion gedeckt. Die innere Schalung ist noch gut in Schuss, ein zwei kleiner Risse aber der Putz ist fest, deshalb wäre es Schade wenn die runter müsste.

Fachbetrieb 2 hat nun die Zwischesparrendämmung wie von Herr Beckmann beschrieben empfohlen.

Bin mal auf die Preisunterschiede gespannt.





Hallo Doesche,

genau die Variante gefällt mir am wenigsten.

Die Argumentation des Herr Beckmann, das Zellulose wenn sie einmal nass wird zu schwer wird und er darum Mineralwolle empfiehlt kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Auch Mineralwolle vervielfacht ihr Gewicht wenn diese einmal nass geworden ist, da Miwo aber kapillar Wasser nicht transportieren kann trocknet diese auch unter realistischen Bedingungen nicht mehr. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, das diese durch das größere Gewicht zusammensackt und so ihre Dämmwirkung erheblich gemindert wird.
Zellulose, sackt zum einen nicht zusammen, zum anderen ist diese kapillar aktiv, Wasser wird also auch wieder an dessen Oberfläche zurück transportiert wo es abtrocknen kann.
Weiter ist in der Variante, 22 mm Weichfaserplatte, kein nennenswerter Sommerlicher Hitzeschutz.
Die bituminierte Variante der Platten halte ich zudem für äußerst kritisch, wo soll da Wasserdampf durch???
Durch die Dampfbremse die Herr Beckmann von außen über die Sparren legen würde geht’s nicht, durch die Platten auch nicht.
Und wo läuft das Kondensat, das sich an der Dampfbremse sammelt und ausfällt, eigentlich hin?
Immer schön an den Balken runter, und die sind so “schön”, gegen aller regeln der Kunst eingepackt.

Ihrem Gebälk tun Sie so keinen Gefallen.

Grüße aus Schönebeck



22 mm bituminierte Weichfaserplatte und 14cm Sparren ....



... sorry, aber die bitumierte Weichfaserplatte wird man kaum mehr erwerben können. Gutex hat so was jedenfalls seit Jahren nicht mehr im Programm.

14cm Sparren ist nun nicht gerade die umwerfende Stärke für eine Bieberdeckung. Zusätzliche Gewichte mit der Dämmung oder durch eine engere Deckung sollten zwingend abgestimmt werden.

Eine Aufdoppelung hört sich gut an - jedoch, wie wird dadurch die Ansicht von so einem 31er Haus verändert? Das bitte mit Herz und Verstand angehen.

Für die beschriebene Innenverkleidung wäre es wirklich schade. Hier würde ich auch darauf achten, dass sie erhalten bleiben kann.

Stein-/ Glaswolle hat leider mit die schlechtesten Werte für eine Dämmung auf dem Dach. Ich selbst würde lieber gar nichts machen bevor ich so ein Material einsetzen würde.

Die Frage nach einer überhöhten Gewichtsbelastung bei ungewolltem Feuchteeintrag ist berechtigt. Statisch sollte da Reserve vorhanden sein. Wenn ich mich aber wegen evtl. Feuchtebelastung für oder gegen einen Dämmstoff entscheiden will, dann würde Steinwolle zuerst wegfallen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

@Oliver Struve: Mit der bauaufsichtlichen Zulassung haben Sie recht. Würth macht eben vieles möglich. Danke für den Hinweis. Ich werde aber weiterhin die Finger von m.E. riskanten Konstruktinen halten. Mir ist mehr als ein Dach bekannt, dass abgeschmiert ist. Bei solchen Konstruktionen kommt auch der technische Berater raus und sieht sich an, was der Dachdecker macht.
Material: ausdrücklich habe ich nichts gegen Hanf, es kostet nur ein wenig mehr.
Eine WLG von 032 bei Miwo ist doch nicht schlecht, bei geringeren Kosten tut es auch 035.

Behaupteter Kondensatanfall: Gibt es nicht wegen ausreichender Dämmung !

Unterdeckplatten: dann nehmen wir eben die paraffinierten Platten von Gutex.

Regelwidriges Einpacken von Holz: wie bitte ? Das Holz ist unterseits offen.

Die vorgeschlagene Konstruktion ist vielfach erprobt und bewährt.

Grüße vom Niederrhein





Herr Beckmann,

>>„Regelwidriges Einpacken von Holz: wie bitte ? Das Holz ist unterseits offen.“<<

Das ist das Problem, von der Seite wo meist Kondensat ausfallen kann sind die Balken offen, die anderen drei Seiten sind „schön“ verpackt.
Luftumspült währe aber regelgerecht.

Das dieses Verfahren bewährt ist bezweifele ich mal, dazu ist diese Neuerung noch nicht lange genug auf dem Markt.
Vielmehr hat die Bauindustrie der Nachfrage nach Dämmaßnahmen von außen (ohne Dreck innen) versucht Rechnung zu tragen.


Wie gesagt es gibt auch Statiker die errechnen können welche Lasten dem Dachstuhl zuzumuten sind.
Bei den HWF Platten reden wir hier von 10- 15 kg/m².


Grüße aus Schönebeck





Und beim Biberschwanz in Kronendeckung von weiteren
80 kg.
Seit wann es das Einbringen einer Dämmung von außen gibt, weiß ich nicht, ich selber kenne es seit etwa 25 Jahren.

Grüße





>>“Und beim Biberschwanz in Kronendeckung von weiteren
80 kg.”<<

Ja, ja,
die waren aber vorher auch schon drauf

>>“Seit wann es das Einbringen einer Dämmung von außen gibt, weiß ich nicht, ich selber kenne es seit etwa 25 Jahren.”<<

Aber doch nicht mit der Dampfsperre über die Dachsparren verlegt.

Grüße aus Schönebeck



Moin zusammen,



wir haben von 14 auf 20cm aufgelattet oben 16mm DWD-Platten unten 15mm OSB und dazwischen Zellulose und hatten jetzt die Tage kuschelige 30' auf dem Dachboden.... bleibt das Gefühl ich hätte doch lieber 6cm HWF_Platten draufmachen sollen, statt aufzulatten, aber weiss man's?

Interessant fand ich folgende Messung an der Westseite ca. 18.00:

Aussen auf den Dachziegeln: 51'
Innen an der DWD der Scheune: 37' (ungedämmt)
Daneben an der gedämmten OSB: 31'

Während Lattung/Konterlattung und DWD-Platte bereits 14' "absenken" , bringen die 20cm Flocken nur weitere 6'.

Da hatte ich was anderes erwartet.....

Grüsse, Boris





Nicht ganz öko, hilft aber:

abends die Dachziegel sprengen.

Grüße



@Dietmar:



Dynamit, TNT oder Semtex?

;-) Boris



Ich meld mich auch nochmal.....



Also der Biber im moment ist eine Doppeldeckung, so solls auch wieder werden, also ändert sich hier vom Gewicht her nicht viel, die Sparren sind 14x9cm und liegen ca aller 70cm +/- 3cm

An der super Verschalung hat sich nun auch was geändert, ich habe Heute im letzten Raum begonnen die Tapete zu entfernen und mir kam gleich der halbe Putz mit entgegen, vorbei das tolle Bild der beiden vorangegangen Räume...

Wir werden nun wohl doch lieber von Innen alles abreisen, haben keine Lust in 2-3 Jahren nochmal mit dem Dreck anzufangen, im moment wohnen wir ja noch nicht im Haus.

Eine Frage ist da nun noch, OSB-Platten kann man also ohne Dampfbremse/sperre verbauen? Werd mir nächste Woche mal den Zellulosefachbetrieb ins Haus hohlen..

Danke für die Tipps und Anregungen

Grüße





Hallo,

OSB- Platten sind eine Dampfsperre schlecht hin.


Grüße aus Schönebeck



Die Auffeuchtung jeglicher



Leichtbau-Zwischensparrendämmung ist nix Unübliches. Allein die Luftfeuchte der darin eingeschlossenen Luft kondensiert bei winterlichem Unterschreiten des Taupunkts zwangsläufig aus, kurzzeitgeklebertes Dampfgebremse hin oder her. Und wird mangels durchgängigem Kapillarsystem in jeder Schüttung, Flockung, Filzung und Porung hängenbleiben. Luftdichte Glasschäume mal ausgeschlossen.

Konrad Fischer
Dämmskeptiker