Finca in Südspanien, Dach dämmen

14.03.2010



Hallo
Unser Haus steht zwar nicht in Deutschland, jedoch haben wir beim Durchlesen der Seiten schon einige hilfreiche Tipps gefunden und hoffen auf ein paar gute Ratschläge.

Beim Haus handelt es sich um eine alte Finca mit Pultdach aus 60 cm dicken Lehm-Bruchsteinmauern. Das Dach haben wir komplett erneuert und die alte Bauweise (Dachbalken, Matten aus spanischem Rohr, Lehm, in den Lehm verlegte Mönch-Nonne-Ziegel) möglichst nachempfunden. Unser Aufbau besteht aus Dachbalken, Bretter statt den Matten, Dachpappe, Lehm, in den Lehm verlegte Mönch-Nonne-Ziegel.
Statt der Dachpappe hätten wir gerne eine bessere Lösung verwendet, es gab aber vor zehn Jahren hier nichts.

Nun möchten wir das Dach gerne isolieren, sowohl wegen der Hitze im Sommer, als auch wegen der Kälte im Winter. Die Frage ist nun, wie ist dies am sinnvollsten (in Sachen Material und Aufwand) zu gestalten. Die Mönch-None-Ziegel wollen wir weiterhin verwenden, da sie viel zum Charakter der Finca beitragen.
Wir haben schon verschiedene Möglichkeiten erwogen (Innen zwischen den Balken, da tut sich das Problem der Hinterlüftung auf bei 60 cm dicken Wänden; von Aussen wäre das Gewicht das Problem).
Was würdet ihr vorschlagen? Vielen Dank schon jetzt für die Hilfe.
DanielaHallo
Unser Haus steht zwar nicht in Deutschland, jedoch haben wir beim Durchlesen der Seiten schon einige hilfreiche Tipps gefunden und hoffen auf ein paar gute Ratschläge.

Beim Haus handelt es sich um eine alte Finca mit Pultdach aus 60 cm dicken Lehm-Bruchsteinmauern. Das Dach haben wir komplett erneuert und die alte Bauweise (Dachbalken, Matten aus spanischem Rohr, Lehm, in den Lehm verlegte Mönch-Nonne-Ziegel) möglichst nachempfunden. Unser Aufbau besteht aus Dachbalken, Bretter statt den Matten, Dachpappe, Lehm, in den Lehm verlegte Mönch-Nonne-Ziegel.
Statt der Dachpappe hätten wir gerne eine bessere Lösung verwendet, es gab aber vor zehn Jahren hier nichts.

Nun möchten wir das Dach gerne isolieren, sowohl wegen der Hitze im Sommer, als auch wegen der Kälte im Winter. Die Frage ist nun, wie ist dies am sinnvollsten (in Sachen Material und Aufwand) zu gestalten. Die Mönch-None-Ziegel wollen wir weiterhin verwenden, da sie viel zum Charakter der Finca beitragen.
Wir haben schon verschiedene Möglichkeiten erwogen (Innen zwischen den Balken, da tut sich das Problem der Hinterlüftung auf bei 60 cm dicken Wänden; von Aussen wäre das Gewicht das Problem).
Was würdet ihr vorschlagen? Vielen Dank schon jetzt für die Hilfe.
Daniela





Wenn eine Dachdämmung von außen und innen nicht ausführbar ist, wie wäre es dann mit einer nachträglich eingebauten Zwischendecke, die dann Isoliert werden kann. Sofern genügend Raumhöhe vorhanden ist.



Finca in Südspanien, Dach dämmen



Das haben wir uns auch schon überlegt. Allerdings würde dann ebenfalls der typische Finca-Charakter verschwinden.

Ausserdem ist es ja nicht so, dass eine Dämmung von Innen oder Aussen nicht möglich ist. Die Frage ist nur, was die beste Lösung wäre.





Also muß die Dämmung relativ leicht sein.
Um sich da nen Kopf drüber zu machen, wäre es gut zu wissen wie euer Dachstuhl denn so aufgebaut ist, welche Sparrenstärke, welcher Sparrenabstand, ect. Und natürlich wie die Wetterverhältnisse bei euch sind, ich denke mal das es nicht so kält wird wie hier.
Ein Bild vom besagten wär schön.



Die Hitze draußen lassen...



...ist der schwierigere Part.

Wenn Ihr das Dach jetzt erst komplett erneuern wolltet, hätte ich zu Schichtholzplatten (System Holz 100 von THOMA) geraten. Die thermische Trägheit des Holzes ist besonders im Dachbereich unübertroffen.

Es bleibt ferner das Aufnehmen von Deckung und Dichtungsbahn, und die Dämmung mit Holzweichfaserplatten, die ebenfalls recht träge reagieren, darauf eine hochwertige Dichtbahn, und die Deckung.

Falls Ihr wenigstens 10cm Holzweichfaser zwischen die Balken bekommt, wäre auch innen eine Dämmung möglich, ohne die Balkenoptik verschwinden zu lassen. Die Befestigung des ganzen ist mir nur in diesem Falle nicht klar.

Grüße

Thomas





Danke schon mal für die Ideen. Und hier noch ein paar Details:
Die Sparren sind gut 4 Meter lang, 15 cm hoch und haben Abstände so um die 50 cm. Durch die Bauweise mit den zum Teil riesigen Feldsteinen sind sie leider etwas unterschiedlich.

Über Schneelasten mussten wir uns bisher noch keine Gedanken machen. Allerdings haben wir das Gefühl, dass die Winter eher kälter werden. In den neun Jahren wo wir hier sind, gab es durchschnittlich einmal pro Jahr Temperaturen unter Null Grad. Allerdings immer nur für ein paar Stunden.

Dafür kann es hier schütten wie aus Kannen. Vor allem diesen Winter wurden wir mit ungewöhnlich viel Regen "verwöhnt". Ausserdem gibt es ab und zu ziemlich heftige Stürme mit viel Wind.

Unsere Bedenken von wegen Dachgewicht haben wir vor allem, weil das Haus nicht auf einem Fundament steht. Zu der Zeit, als es gebaut wurde, gab es wohl noch keinen Beton. Die Standorte der alten Häuser sind jedoch wohl gewählt, denn immer stehen sie auf gutem Fels.

Zur Veranschaulichung ein Foto von Innen. Ein weiters von Aussen und eine Hausansicht sind im Profil von "Chinela" zu sehen. Weitere Fotos vom Bau sind auf unserer Internetseite (http://chinela-de-laurin.de/laurin/2001/08august2001.html).

Gruss
Daniela



Ich



würde eine Dämmung auf die Sparren aufbringen.
Die Ansicht der Sparren von unten ist zu schön um diese zu verkleiden.
Holzfaserdämmstoffplatten Pavatex Plus Platten zum Beispiel.Gibt es von 60mm bis 120mm stärken.Bei Dachneigungen unter 15 / 20° müssen die Platten allerdings verklebt werden.



Dat is ja ne geile Hütte...



habs mir schlimmer (anders) vorgestellt. Hier kann man beruhigt zur Aufdachdämmung greifen. Da ihr ja nicht mit unmengen von schneelasten kämpfen müßt, ist der Dachstuhl Stark genug. Denke mal eine 80er Holzfaserdämmung wird allemal ausreichend sein. Schau mal bei z.B. Gutex.de nach, dort gibts auch "Selfmade" Anleitungen für euer vorhaben.





Es ist manchmal schon schwer den Neid nicht an sich nagen zu lassen :-)
Toll habt ihr es da!



Finca



Das mit der Holzfaserdämmung kann ich auch nur unterstreichen.

Probleme mit dem Brandschutz habt Ihr dort ja nicht, es gibt keine hohen Bäume in der Nähe.

Das passt zwar nicht zum Thema Dach, aber ich wäre sehr beunruhigt was den Hang betrifft.
So wie das auf dem Foto von 2001 aussieht ist der Hang stark rutschgefährdet.
Sowohl oberhalb als auch unterhalb ist die Böschung stark eingeschnitten worden.
Ich hoffe, das seitdem Sicherungsmaßnahmen durchgeführt wurden.

Viele Grüße





Das sind ja schon eine Menge Vorschäge. Vielen Dank.

Wir neigen wegen der Sichtbalken auch eher zu einer Dämmung von oben. Dort schreckt uns allerdings der Aufwand etwas. Ausserdem war es diesen Winter so nass, dass die Luftfeuchtigkeit im Haus extrem hoch war. Bei einer Dämmung von Innen müssten wir für eine gute Hinterlüftung sorgen und das würde den Aufwand ebenfalls extrem erhöhen. Die vorgeschlagenen Materialien werden wir uns mal näher anschauen.

Den Brandschutz können wir allerdings nicht ganz ausser Acht lassen. Im Sommer regnet es hier gar nicht und wir haben extrem trockene Jahre hinter uns. Es gab immer wieder Buschfeuer und unser Eukalyptusbaum neben dem Haus ist auch nicht gerade feuerabweisend.

Von wegen Rutschgefahr war ich auch ziemlich beunruhigt. Es ist hier sozusagen Tradition, einfach mit dem Bagger aufzufahren und die gewünschte ebene Fläche in den Berg zu schieben. In unserem Fall glaubte der Verkäufer, eine Zufahrtstrasse würde den Verkauf fördern. Inzwischen haben wir diverse Stützmauern gebaut. Wie schon erwähnt wussten die Häuslebauer früher, wo ein Haus hingehört. Wir stehen auf gutem Fels. Deshalb ist bei den extremen Regenfällen diesen Winter auch nichts passiert obwohl es rund herum Rutsche gab.

Und ja, es ist sehr schön hier. Wir können jeden Tag den Blick aufs Meer geniessen. Dafür kämpfen wir mit Wassermangel, extremer Hitze, Mücken, manchmal Wassermassen und vor allem mit sechs Kilometer unbefestigter Strasse in erbärmlichem Zustand. Arbeiten müssen wir hier genauso oder noch ein bisschen mehr.