Fachwerkhaus - Boden schwingt

19.04.2011



Hallo,
wir haben uns ein Fachwerkhaus (EG, 2. OG + DG - ohne Keller) Bj um 1900 mit für Fachwerk hohen Decken (2,7m) angeschaut. Eigentlich hat uns das Haus gut gefallen. Ein paar Schwachstellen - ok. Aber eins hat mich extrem stutzig gemacht. Wenn jemand im DG herumläuft, dann wackelt es eine Etage tiefer. Das gleiche gilt für zwei nebeneinander liegende Räume in der 2. OG.
Hat jemand damit Erfahrung? Liegt das an der Holzbauweise, an kaputten Dielen oder an der Statik?
So extrem ist es mir in noch keinem Haus aufgefallen.
Wände und decken sind mit Lehmausfachung. Dielen (sollen da sein) sind leider nicht mehr sichtbar, weil der der das Haus vekauft Laminat verlegt hat - der natürlich raus kommen würde.
Hat jemand Erfahrung damit?



Balken prüfen



Hallo,

vielleicht ist es sinnvoll , zu einer weiteren Besichtigung einen Holzsachverständigen (statische Kenntnisse sehr von Vorteil) mitzunehmen. Kosten sind gering im Verhältnis zu möglichen Folgekosten.

Grundsätzliche Fragen wären:

Zustand Fachwerk allgemein,
insbesondere Auflager der Deckenbalken,
"Moderne" Fassadendämmung oder ähnliches vorhanden?
Innendämmung vorhanden?
Sonstige Dampfbremsfolien oder ähnliche Plaste verbaut?
Sillkonabdichtungen oder andere Dauerelastische Materialien zum Fugenverschluß am FW verbaut?
Schädlingsbefall, Feuchteproblem , riecht es muffig oder schimmelig?

Das geschilderte PROBLEM könnte auf fehlerhafte (abgefaulte, gebrochene, schlecht reparierte (Decken)Balkenköpfe, angebrochene Balken, Lagerhözer, Lehmwickel etc. zurückzuführen sein. Vielleicht aber auch einfach nur zu wenig Masse in der Decke (eher unwahrscheinlich). Deshalb nach FW-Schäden suchen.
Wurden die Räume nachträglich vergrößert und evt. tragende Wände (Balken) einfach entfernt, also zulässige Spannweiten überschritten?

Dämmungen mit ungeeigneten Materialien, besonders Wärmedämmverbundsysteme (=WDVS) aus Styropor am FW innen, wie außen, falsche oder defekte Dampfsperren können ein solides FW in wenigen Jahren zerstören. Bei Innendämmungen sind die Deckenbalkenköpfe oft als erstes hinüber, außen zerlegt es das FW zumeist komplett.

In BS durfte ich vor 2 Jahren beobachten, wie eine Malerfirma ein 4Fam.-FW-Haus mit einem WDVS aus neopor gedämmt hat. Ausgang offen. In WF wurde vor ca. 14Jahren ein FW-Haus mit Styropor zugeklebt, Ausgang inzwischen geklärt. ....seit einem halben Jahr ist das Haus wieder bewohnbar, nur eben jetzt ohne FW im Erdgeschoss. :-( Gerade bei Dämmung und "Dampfsperren" wird leider viel Fachwerk zu Mist verarbeitet.

Gruß
D.Selle



Danke



Danke für die Antwort.
Ich habe gestern Abend Pläne und Schnitte aus der Baugenehmigung (von Anfang 2009) bekommen. Da ist tatsächlich im 2. OG eine "vorhandene Fachwerkwand" quer eingezeichnet, die es heute nicht mehr gibt....

Das Laminat drückt sich an einigen Stellen übrigens richtig durch, so dass schon Material fehlen könnte. Aber insgesamt würde ich auch auf die Balken tippen. Leider kann ich die nur auch nicht sehen, denn ich kann ja schlecht den neu verlegten Boden rausreissen bei der Besichtigung.

Im ersten OG wurde Leichtestrich verlegt und darauf Fliesen... Der Estrich könnte natürlich styroporhaltig sein, aber auch da wurde seitens des Verkäufers (=Bauherr) laut Baugenehmigung rumgedruckst und keine definitive Aussage gemacht.
Also bezüglich Dämmung (innen und aussen) hat das Haus noch keiner "kaputt" gemacht, denn die gibt es nicht.
Das Haus ist verschiefert, so dass man aber leider auch nicht das Fachwerk sehen kann.

Naja, so wie es aussieht sollten wir wohl lieber die Finger von dem Objekt lassen. Schade, ein schönes Haus, dass so wie es jetzt ist aber leider wohl auch der (nicht oder falsch durchgeführten) Sanierung zum Opfer fällt.

Danke erste einmal
MfG
Janine