Auslegung Tragkonstruktion für Dämmschicht der obersten Geschossdecke




Hallo,

ich möchte die oberste Geschossdecke zum unbewohnten Dachboden in meinem ca. 100 Jahre alten Stadthaus dämmen. Die Fläche ist ca. 120qm groß.

Der aktuelle Deckenaufbau von unten nach oben ist: 15mm Putz mit Schilfträger, 25mm Sparschalung, 100mm Luftschicht, 25mm Fehlboden, 70mm Lehm, 20 mm Luft, 25mm Dielung.

Geplant ist, die Dielung zu entfernen und 160mm Hanfdämmung einzubringen, die oben wieder mit Dielung abgeschlossen wird. Dazu muss auf die Deckenbalken eine 140mm hohe Tragkonstruktion.

Meine Frage bezieht sich auf die Auslegung der Tragkonstruktion der Dämmschicht.
Soll ich eine einfache, nicht tragende Konstruktion (z.B. Baudiele hochkant) oder eine zusätzlich zu den Deckenbalken tragende Konstruktion (z.B. KVH 80x140, verschraubt mit den Deckenbalken) machen?

Die Deckenbalken sind 160x215, haben einen Abstand von 86cm und überspannen eine Länge von 4,60m. Die Decke dürfte ein Eigengewicht von ca. 170Kg/qm haben.

Der Dachboden soll als Abstell- und Hobbyraum für Holzarbeiten genutzt werden.

Hat jemand so weit Ahnung von Statik, dass er sagen könnte ob eine zusätzliche tragende Konstruktion notwendig oder sinnvoll wäre?



Dachgeschossdämmung



Nehmen Sie trittfeste Dämmplatten aus Holzfaser für Dachgeschosse, man kann die direkt auf die vorhandene Dielung legen. Die können Sie mit Rauspund oder Trockenestrichplatten partiell belegen.
Ob die Decke tragfähig genug ist hängt von der Decke selber ab, also Dimension, Achsabstand und Spannweite der Deckenbalken.



Re: Auslegung Tragkonstruktion für Dämmschicht der obersten Geschossdecke



Die vorhandene Dielung will ich sowieso hochnehmen, um die Fehlstellen in der Lehmschicht zu reparieren/schließen. Die 2cm Luftschicht zwischen Lehm und Dielung sind mir auch suspekt.

Fehlt in meinem ersten Beitrag noch eine Angabe, damit man etwas zur Tragfähigkeit der vorhandenen Decke sagen kann?

Holzweichfaser ist mir zu umständlich zu beschaffen und zu kompliziert zu verarbeiten. Davon habe ich schon bei der Dachschalung Abstand genommen und kann hinterher, nachdem ich gesehen habe, wie die Dachdecker gearbeitet haben, nur sagen "Gott sei Dank". Wenn alles passt ist das sicher ein toller Baustoff. Aber das muss man erst mal hinbekommen.

Mit Holz und Hanf tut sich der Selbermacher deutlich einfacher.



Dämmung Dachgeschoss



Das was Ihnen suspekt vorkommt ist das Ergebnis langer praktischer Erfahrung.
Die Dielen können also draufbleiben.
Wenn Sie solche Dämmplatten- aus welchen Gründen auch immer- nicht wollen dann ist das natürlich Ihre Entscheidung. Nichts zwingt Sie dazu.
Was noch fehlt steht in meinem Beitrag.



Re: Auslegung Tragkonstruktion für Dämmschicht der obersten Geschossdecke



Die seitlich hinterlüftete Luftschicht unter den Bodendielen macht für den bisherigen Deckenaufbau Sinn.

Welchen Sinn soll sie in dem geplanten Dämmaufbau haben? Eine hinterlüftete Dämmschicht ja wohl eher nicht.

Ich sehe dagegen ein größeres Problem, wenn unter der alten Dielung die Lehmschicht Fehlstellen hat, so dass leichter viel Feuchte Luft in die Dämmschicht eindringen kann.

Habe ich mit Balkenformat 215x160 (Höhe x Breite), Abstand 86cm und überspannter Lange von 4,60m nicht die erforderlichen Angaben für eine Tragfähigkeitsabschätzung gemacht?

Achsabstand ist von Balkenmitte bis Balkenmitte. Richtig? Das wäre dann bei 160mm Balkenbreite und 86cm Abstand zwischen den Balken sicher 102cm.



Deckendämmung



Verzeihung, die Angaben habe ich überlesen.
Die Decke ist ausreichend dimensioniert, die zulässige Verkehrslast liegt bei 2,0 kN/m², das Eigengewicht bei max. 1,5 kN/m².
Das mit der waagerechten Luftschicht ist vernachlässigbar, sie muß natürlich im Traufbereich verschlossen sein (was sie normalerweise auch ist). Wenn nicht sinkt der Wirkungsgrad der Dämmung, mehr nicht. Wenn sie ruhend ist wirkt sie selber als Dämmung.
Solche Luftschichten sind nur störend bei Innendämmungen, hier liegt die Dämmung an der kalten Seite. Kondensatausfall ist damit kein Thema. Das betrifft auch eventuelle Fehlstellen in der Füllung.



Dämmung



Wieso Dämmung oben auf die Dielen? Wenn 100mm Luftschicht vorhanden ist,sollte man diese zb. mit Zellulose ausblasen.Diese 100mm Dämmung ist effektiver als 140 oben drauf.Unterstömung wird verhindert,der Traufbereich ist oft nicht wirklich Dicht oder gedämmt.Dort könnte sonst viel Wärme entweichen.Ist max.ein Tag Arbeit.





Danke. Dann würden also hochkant gestellte Bretter als Unterkonstruktion für die Dämmschicht ausreichen.

Die Dielung ist im Traufbereich bis an einen Balken herangeführt, auf dem die Sparren aufliegen (Fußpfette?). Hinter dem Balken in Richtung Traufe liegt die Lehmschicht offen.

Ich war davon ausgegangen, dass die Dielung absichtlich hinterlüftet ist, so dass ggf. an der Dielenunterseite anfallendes Kondensat abtrocknen kann.





@Jan

Davon, in einer historischen Balkendecke den unteren Luftraum zwischen Sparschalung und Fehlboden mit Einblasdämmstoff zu füllen, habe ich ja noch gar nichts gehört.

Hast du dir die U-Wert.net Rechnung dazu mal angesehen?

Hab's gerade mal gemacht. Ergibt ziemlich viel Kondensat an der Grenze zwischen Zellulose und Fehlboden. Sieht aus wie ein typischen Innendämmungsproblem.





Habe gerade nochmal die Variante mit Belassen der alten Dielung bei u-wert.net eingegeben.

Die führt, wegen des eher hohen Dampfwiderstandes der Dielung zu potentiell weniger Kondensatanfall an der Grenze zwischen Hanfdämmschicht und der geplanten obersten Dielenschicht als die Variante mit entfernter alter Dielung.

Da werde ich mich dann wohl darauf beschränken die alte Dielung nur dort aufzureißen, wo es einen Anlass gibt, dass darunter etwas Faul sein könnte. Z.B. dort wo es unklare Absenkungen gibt, oder dort wo die Dielen löchrig sind, weil es langjährig etwas durchgeregnet hat bzw. an den Rändern im Traufbereich, wo die Lehmschicht unter der alten Dielung offensichtlich nicht vollständig ausgeführt wurde.