Ausgleichsputz Lehm + Dachsteine

28.11.2021 Tobi


Hallo,
ich saniere ein Fachwerkhaus, Eiche, ca 1770. Der Wandaufbau wird sein (aussen->innen); Kalkputz, Backsteine mit Lehm gemauert, Lehmausgleichsputz, Holzfaserdämmplatte, Lehminnenputz. Durch die Verformungen über die Jahre gibt es bei einigen Wänden einen Unterschied zum Lot von oben nach unten von bis zu 7cm!
Jetzt gibt es seitens meines Maurers den Vorschlag, hier Biberschwänz bzw Tondachziegel mit ein zu Putzen, um diese Stärke schneller her zu stellen, bzw weniger Lehm zu benötigen. Gegenargumente des Lehmfachmanns war, die Tonsteine könnten Feuchtigkeit in die Wand ziehen und/oder stark abkühlen und den Taupunkt somit noch weiter in die Wand verlagern.
Was ist davon zu halten? Freue mich über Meinungen bzw Erfahrungen.
Vielen Dank,
Tobi Jall



Am falschen Ende gespart



Stellt sich die Frage wie viele Biberschwänze der Maurer mit einputzen will, damit sich der Umstand lohnt, ein Biberschwanz hat ein Volumen von ca. 0,8 ltr (18x38x1,2 cm) ..... viel sparts da nicht......
Rein vom Bauchgefühle her würde ich auf keinen Fall ganze Biberschwänze einlegen, da die wie eine Trennschicht im Putz wirken. Auf Dauer wird sich höchstwahrscheinlich durch die "Bewegungen" des Hauses und den Erschütterungen und Vibrationen denen es ausgesetzt ist, der Putz von den glatten Ton"scheiben" lösen und die Putzscheibe hohl stellen. Das kann man immer wieder sehen wenn man alte Fachwerkwände öffnet.
Wenn überhaupt dann sollte der Maurer nur zerkleinerte Ziegelscherben dem Putzmörtel untermischen. Ein maschinelles Anspritzen des Putzes ist damit dann aber passé.
Aber wie gesagt, ich halte es für am falschen Ende gespart.



Danke Hr Hubel



Danke für die ausführliche Antwort.
Werde von den Dachsteinen absehen.
Beste Grüße
Tobi