Ausfachung wärmegedämmt, Skelett nicht, kann das funktionieren?

23.04.2016 Nika



Guten Abend an alle

Also ich habe ein Gebäude aus Stahlbetonskelett, die Ausfachung ist aus wärmegedämmten Steinen, das Skelett selbst ist aus Stahlbeton. Das Obejkt liegt im Ausland somit gibt es keine gesetzliche Vorschriften wegen Wärmedämmung. Hier werden Stahlbetonskelette entweder mit Betonhohlblöcken, oder mit Ytongsteinen ausgefacht und das Skelett ist dann nicht gedämmt, nach dem Verputzen sieht man auch nichts mehr. Ich habe extra überall nachgefragt, ob es innen schimmeln würde, die Frage wurde mit Nein beantwortet. Theoretisch sind das Wärmebrücken und das Kondensat im Inneren muss sich an der Oberfläche der Innenseite bilden-->Folge Schimmel. Ich habe deshalb eine Frage: da ich ungerne noch mehr investieren würde, um die ganze Betonfläche mit XPS zu bedecken (Netz,Klebemörtel usw) wäre es sehr schlimm, wenn ich das Gebäude direkt verputzen lasse?Um energieeinsparung geht es nicht mehr, da die wärmegedämmten Steine viel gekostet haben und keiner weiss, wann es sich amortiesiert. Hauptsache es bildet sich kein Schimmel im Winter. Kann es irgendwie funktionieren? Wäre es hilfreich, wenn ich innen etwa 3 cm Kalkputz aufbringen lasse, damit die Fläche viel Feuchtigkeit aufnimmt, ohne zu schimmeln? Ein Wärmedämmaussenputz für die Betonteile wäre etwas günstiger, aber ich glaube 2-3 cm Dämmputz bringt nicht viel. Hat jemand einen weiteren Vorschlag? Wie würdet ihr an meiner Stelle vorgehen? Ich lade jetzt ein Bild von einem Objekten aus Russland, anscheinend funktioniert das irgendwie. Danke



Betonskelettbau dämmen



Wärmetechnisch gesehen ist das natürlich steinzeitlich,
Wärmebrücken ohne Ende durch die Skelettkonstruktion und auskragende Betonplatten.
Außendämmung wäre die beste Variante, auch um unterschiedliche Spannungen zwischen Beton und Stein auszugleichen- aber nur beim gesamten Gebäude machbar und nicht in Teilbereichen.

Mindestens aber innenseitig die Betonteile so dämmen, damit die Wände einen einheitlichen U-Wert haben.
Gegen Schimmel sind rein mineralische Materialien hilfreich,
allerdings lagert sich im Laufe der Zeit Staub an, der einen guten Nährboden abgibt.
Du könntest auch innenseitig zur Dämmung Gasbetonplatten an die Wände setzen lassen.

Langfristig am sichersten wird eine kleine, relativ günstige Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sein.
Dann müssen Fenster nur selten geöffnet werden, was den Stubeintrag von außen
und dadurch zusätzlich die Schimmelwahrscheinlichkeit minimiert. Infos dazu kann ich auf Nachfrage mailen.
Sorptionsfähige Innenputze und Wandfarben verwenden, um Feuchtezwischenspeicherung zu ermöglichen.
Andreas Teich



Lüftungsanlage



Also das bedeutet, die Lüftungsanlage würde die Feuchte Luft nach aussen abführen, deswegen würden die Wände nicht feucht und nicht schimmeln. Ich habe gehört, dass Lüftungsanlagen Gesundheitsrisiken bergen, die Röhre würden schimeln,und verteilen die verseuchte Luft, stimmt das?



Skelettbauweise



Liebe Nika,
Ihre Hartnäckigkeit so lange zu bohren bis jemand Ihre Sicht der Dinge bestätigt ist wirklich bemerkenswert.
Leider nützt Ihnen das überhaupt nix. Man kann sich technische Probleme nicht wegschreiben lassen.

Zu Ihrer aktuellen Frage:
Kalkputz nützt bei Kondensatanfall nichts. Nach ein paar Wochen ist der Kalkputz durchcarbonatisiert, der Schimmel wächst fröhlich auf der Oberfläche. Dafür braucht es noch nicht mal Kondensatausfall, schon Luftfeuchtigkeiten über 70% reichen aus.
Das was Sie meinen betrifft Lüftungs- und Klimaanlagen die nicht gewartet und/oder nicht richtig betrieben werden. Wenn ein Auto nicht gewartet wird schimmelt es zwar nicht aber bleibt irgendwann mit zerstörtem Motor liegen. Daran ist nicht das Auto schuld sondern Ignoranz, Schlampigkeit, Dummheit und Geiz des Fahrers.



Wärmebrücken



Sehr geehrter Herr Böttcher

Leider gibt es Situationen oder Momente, wo man selbst nichts machen kann und nach einer Lösung sucht, in einem Land, wo keine Standards existieren, und wo man rein rehctlich gesehen von niemandem mackellose Arbeit verlangen kann, weil niemand die Zusammenhänge versteht, nimmt man die Sache selbst in die Hand um ein möglichst akzeptables Ergebnis zu erzielen. Allein die Ausfachung der Wand hat Mängel, beispielsweise an einigen Stellen ist die Klebermörtelschicht zu dick, und man fragt sich ob es überhaupt einen Sinn hat, die Betonteile auch zu dämmen, weil die Wand später sowieso Wärmebrücken haben würde.



Mal genau anschauen



Offensichtlich wurden die gedämmten Wände weiter über das Betonskelett herausgezogen. Vielleicht mal den Planer befragen wozu die ca. 5 cm gut sind. Da hat sich bestimmt jemand was dabei gedacht. Sieht so aus als wäre da von aussen Platz für Überdämmung gelassen worden. Auch ausserhalb von Deutschland denken Planer über Lösungen nach.



Skelettbauweise



Ich zitere hier aus meinem zweiten Beitrag bei der ersten Frage von Nika:

"Ich halte die Art der Ausmauerung in den Außenwänden hinsichtlich der Dämmung erst einmal für nebensächlich. Nehmen Sie normale Vollziegel oder andere übliche und stabile Steine, bewehren Sie die Fugen und verankern Sie die Steine in/an den Stützen und Deckenscheiben. Die Dämmung sollten Sie extra als Bauteil ausbilden, entweder als WDVS mit EPS außen oder mit Rigitherm als Innendämmung.
Ich hatte versucht Ihnen in meinem ersten Beitrag zu erläutern das jede Art von Ausfachung die selben Probleme wie beim Original Holzfachwerk bringt: Risse bzw. undichte Fugen beim Übergang Mauerwerk- Beton, erhebliche Wärmebrücken.
Die beiden kleinen auskragenden Balkonscheiben muss man komplett mit WDVS umhüllen oder sie einfach bündig abschneiden. Eine Funktion bzw. einen besonderen Nutzwert kann ich Ihnen nicht zuordnen."

Und wenn ich schon mal beim Zitieren bin, hier eine Antwort von Will Pickartz auf Ihre letzte Frage:

"Sie sollten die Zusammenarbeit mit einem Architekten/Statiker/Bodengutachter suchen und eine Bauplanung beauftragen.
Sie beginnen ausserdem mit dem Gebäudeentwurf in der spezifischen Grundstückssituation und nicht mit einzelnen Baudetails. Es bleibt sonst ein Sammelsurium nicht aufeinander abgestimmter Details, die niemals ein funktionales Ganzes ergeben. Sie können die notwendigen Kenntnisse auch nicht im Internet zusammenklauben. Diese ganzen mehr oder weniger sinnvollen Ratschläge bringen Sie nicht weiter, weil niemand die Zusammenhänge kennt."

Das Gebäude auf dem obigen Foto stimmt nicht mit dem Gebäude auf dem Foto in der ersten Frage überein.



Perlitputz



Ich könnte das Ganze mit etwa 3-4 cm Perlitputz verputzen lassen, das wäre sehr günstig,und man könnte damit Wärmebrücken, auch im Mauerwerk eliminieren, allerdings würden wir den Putz selbst herstellen müssen, die Rohstoffe gibt es vor Ort,(Perlit, Kalk,Zement) leider keinen fertigen Wärmedämmputz.
Was halten Sie davon? Laut U Wert Rechner wären in diesem Fall die Fenster die Kältesten Stellen, wenn der Lambda des Putzes etwa 0,08 wäre.



Ja, das Gebäude auf dem Foto stammt von einer anderen Baustelle



Ich wollte damit zeigen, dass sehr oft Skelett ungedämmt bleibt. Was angeblich zu keiner Schimmelbildung führen würde, laut Bewohner der fertigen Wonungen,die dort seit Jahren wohnen, was mich verwunderte.



Wärmebrücken Lüftungsanlage



Wenn in so einem Gebäude gut gelüftet wird oder die Fenster undicht sind, wenig Luftfeuchtigkeit anfällt, nicht so stark geheizt wird, keine Dispersionsfarben verwendet werden, die Fassade von der Sonne erwärmt wird und insgesamt alles diffusionsoffen ist, kann es durchaus sein, dass sich kein/nur wenig Schimmel bildet.
Bei schlechtenn U-Werte der Gläser kann sich innenseitig Kondensat bilden, was zum Absenken der Luftfeuchtigkeit führt.

Das trägt natürlich nicht zur Energieersparnis bei und führt nicht zu angenehmen Wohnverhältnissen.

Wenn du zu verschiedenen Jahreszeiten in solchen Gebäuden gelebt hast kannst du sicher beurteilen, ob es deinen Wünschen und Vorstellungen entspricht- dann kannst du ohne Änderung die übliche Bauweise beibehalten.

Wenn irgendetwas nicht passt überlegen welcher Teil der Bauweise verbessert werden muß, soweit das überhaupt möglich ist.

Mit Lüftungsanlage meinte ich in deinem Fall eine kleine dezentrale, die nur 2 kleine Löcher in der Außenwand benötigt und deren Filter schnell herausgenommen und gereinigt werden können.Stromverbrauch ist minimal.
Infos kann ich mailen.

Die übliche Bauweise muß ja auch Nachteile aufweisen oder was ist dein Hauptanliegen?

Außenseitig wirst du bei mehreren Wohnungen im Gebäude nicht viel ändern können oder ist das gesamte Gebäude dein Eigentum?
Sonst eben eine Gasbetonwand oder Dämmputz innenseitig anordnen.

Andreas Teich



Wärmedämmputz



Das Gebäude hat 2 Stockwerke. Mein Problem war, dass man nicht gründlich gearbeitet hat und die Wände an manchen Stellen Wärmebrücken haben, geschweige denn Betonskelett.
würde ich das Skelett mit XPS dämmen, wäre ich mir nicht sicher, ob die Wand später nicht schimmeln würde, da Kältebrücken. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, einen Perlitaussenputz zu machen, laut U Wert Rechner würden die Betonteile in diesem Fall wärmer sein unter U unter 1, als die Fenster, die Aussenwände ja sowieso(U=0.3). Ich habe es so verstanden, dass es keinen Schimmel geben wird. Mit Lüftungsanlage zusätzlich, sowieso. Ich hoffe dass so ein Wärmedämmputz lange hält und keine Probleme verursacht.



Wärmedämmputz



das ist ein guter Plan und er wird ganz sicher so auch funktionieren.



Hat Wärmedämmputz geringe Haltbarkeit?



Ist eigentlich Wärmedämmputz auf Basis von Kalk,Zement sowie Perlite alterungsbeständig, wie Kalk-Zementputz?