Ausfachung mit Holz

12.06.2017 fachwerk-hobby



Hallo,

nachdem die Schäden an der Ostfassade meines Fachwerkhauses recht groß waren habe ich mich für die Komplettsanierung dieser Fassadenseite entschieden. (Die massive Erdgeschoss Außenwand bleibt wie bisher – geändert wird lediglich die Fassade des 1. Und 2. Obergeschosses sowie die des unbeheizten Dachboden)

Der ca. 4 cm dicke Zementputz (aufgebracht auf Schilfrohr Putzträger) wurde zwischenzeitlich entfernt. Zum Vorschein kam ein glücklicherweise recht gut erhaltenes Eichenfachwerk. Die wenigen schadhaften Balken wurden zwischenzeitlich ausgewechselt.

Die Ausfachungen waren leider in relativ schlechten Zustand. Außerdem wurde in der Vergangenheit mit verschiedenen Ausfachungen ausgemauert. Im Wohnzimmer wurden die Gefache mit Vollziegel (ohne Dreikantleiste) hergestellt – in den restlichen Bereichen mit Bruchsandstein.

Die Sandsteinausfachungen konnten im 1. OG (Wandsanierung auch von innen) sowie im Dachboden (von innen ohne Verputz) nicht erhalten werden. Die Ziegelausfachungen (auch im 1. OG) halten zwar in sich sehr gut jedoch lässt sich die ganze Wandschale sehr leicht mit der Hand bewegen (keine Dreikantleisten verbaut – Mörtel hat sich an den Verbindungsstellen zum Holz gelöst).

Im ersten Schritt gilt es nun ein geeignetes neues Material für die Ausfachung zu finden. Über die Suchfunktion konnte ich bisher hauptsächlich Lehmsteine als Empfehlung finden.

Da die Balkenstärke jedoch 16 cm beträgt habe ich mich gefragt, ob nicht eine Ausfachung mit massiven Fichtenbalken in gleicher Stärke denkbar wäre.
Hierzu habe ich jedoch leider keine brauchbaren Informationen oder gar Ausführungsdetail gefunden.

Aus Skiurlauben in der Schweiz ist mir jedoch in Erinnerung geblieben, dass die Häuser dort oftmals über massive Holzaußenwände verfügen.

Eine Ausfachung mit Massivholz wäre mir persönlich auch lieber, da ich dies komplett selbst machen kann. Außerdem ist der Bezug von Holz deutlich einfacher als von Lehmsteinen, die ich irgendwo bestellen müsste.

Preislich dürften sich beide Maßnahmen nicht viel schenken.

Fraglich ist jedoch noch wie die Verkleidung der Balken im Innenraum erfolgen könnte. Bisher hatte ich hier entweder an Massivholzpaneele (hinterlüftet) oder eventuell an einen Verputz (Stauss Ziegelgewebe als Putzträger) gedacht.

Im späteren Verlauf soll die Fassadenseite mit einer hinterlüfteten Fassade (Sichtschalung oder Prefa-Aluminiumfassade) versehen werden.

Ob und falls ja diese zusätzlich mit Dämmmaterial versehen werden soll ist auch noch eine große Frage.

Über jegliche Rückmeldung bezüglich der Holzausfachung der Gefache bin ich euch sehr dankbar. Nachdem der Putz bereits entfernt ist muss ich mich schnell für eine geeignete Lösung entscheiden und diese Zeitnah umsetzen.

Grüße
Matthias



Gefache ausfüllen



Eine Gefachausfüllung mit Massivholzbalken ist nicht mit massivem Holzblockbau vergleichbar.
Einzelne Balken arbeiten, die Fugen sind kaum dicht zu bekommen und die Konstruktion kann in der Form nicht außenseitig unverkleidet bleiben.

Zudem müßte vor dem Ausfüllen der Gefache die Gesamtkonstruktion und die Anforderungen überlegt werden.
Ohne Außendämmung müßte diese in Gefachen oder als Innendämmung erfolgen.
Bei Schall- und Brandschutzanforderung sind Lehm- oder Ziegelsteine zur Ausmauerung sinnvoll, wenn die Dämmung auf andere Weise hergestellt wird.

Innenverkleidung mit Holz ist wegen unkontrollierbarer Luftschichten nachteilig- besser zB auf die Innenseite der Außenwand eine komplette Lehmputzschicht zur Egalisierung aufbringen und darauf zB Holzfaserplatten und diese verputzen. (abhängig vom Grad der Unebenheiten)

Bei Außendämmung ist die Situation weniger kritisch.

Also zuerst möglichen Wandaufbau, Dämmung und gewünschte Optik festlegen- daraus ergeben sich die techn sinnvollen Möglichkeiten.

Andreas Teich



generell kein Holz als Ausfachung?



Danke für die schnelle Rückmeldung.

Das es zwangsläufig zur Fugenbidlung zwischen den Balken kommen wird ist mir klar.

Da die außenseitige Verkleidung jedoch ohnehin erforderlich ist wollte ich dieses Problem mit einer außenseitig angebrachten diffusionsoffenen Winddichtbahn (zusätzlich eventuell noch Isolierung zwischen Wand und Dichtbahn) minimieren. Die Fassade wird in jedem Fall als hinterlüftete Fassade ausgeführt.

Sollte dies für die äußere Winddichtheit nicht ausreichend sein? (Kleinere Spalte zwischen den Balken wollte ich mit Hanffasern ausstopfen)

Größere Sorgen mache ich mir eher wegen der Dichtheit von innen.

Hier war daher eigentlich ein Verputz mit Kalkputz auf Stauss Ziegelgewebe angedacht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Putz die Bewegungen auf Dauer rissfrei mitmacht.

Alternativ dazu würde mir lediglich noch die flächenbündige Verkleidung mit OSB-Platten als Dampfbremse und anschließende Verkleidung mit Rigips als Putzträger einfallen. Rein vom Bauchgefühl kann ich jedoch angesichts der beiden Materialien keine große Begeisterung für diese Lösung empfinden.

Außerdem würden zwangsläufig kleine Hohlräume zwischen OSB und Balken entstehen die dort vermutlich nicht sein sollten?

Ist denn generell von der Ausfachung mit Holz abzuraten?



Fachwerkausfachung



Bei diffusionsoffenem Aufbau der Außendämmung müßte keine Hinterlüftungsebene konstruiert werden.
Dämmung zB mit Holzfaserplatten, Putz und Silikatfarbe oder bei größeren Unebenheiten Stegträger, Zellulosedämmung und verputzter Holzfaserplatte oder sonstiger Verkleidung.

Innen würde zB Lehm-/Kalkputz mit Glasfasereinlage genügen oder Holzfaserplatten mit etwas höherem Sd-Wert und diese verputzen.
OSB Platten würde ich nicht vorziehen.
Wandaufbau im U-Wert-Rechner eingeben und sehen welcher Dämmwert etc sich bei unterschiedlichem Wandaufbau und Dämmstärken ergibt.
Innen- und Außenfotos wären günstig zur besseren Beurteilung

Andreas Teich