"Ausfachen" mit Holzfaserplatten hinter gedämmter Fassade

18.04.2021 solocan


Servus,

wir renovieren gerade ein Fachwerkhaus Bj. 1909. Es ist kein Sichtfachwerk. Die Fassade werden wir mit Holzfaserdämmplatten diffusionsoffen dämmen. Die Vertikalbalken an einigen Fenstern müssen ausgetauscht werden und die Fenster werden neu dimensioniert. Die Balken haben wir auch bereits freigelegt, s. Bild.

Nun zu meiner Frage: Das Gefache zwischen vertikalen Stützbalken und Streben müssen wir wieder füllen. Der klassische Baustoff dafür beim Sichtfachwerk ist Lehm, weil er die Feuchtigkeit vom Holz aufnimmt und großflächig wieder abgibt. Da den Holzfaserplatten diesbezüglich ähnliche Eigenschaften nachgesagt werden, möchten wir diese Flächen mit Holzfaserplatten füllen. Auch die Zimmermänner schlagen das vor. Es bleibt in unserem Fall ehe hinter einer Fassade und damit im "Warmbereich".

Wie seht ihr das Vorhaben? Kann man das so machen, oder habt ihr ausschlaggebende Argumente, es unbedingt wieder mit Lehm auszufachen?

Danke vorab und schöne Grüße aus'm Schwabenland.



Verständnisfrage:



wird das Haus von außen verschalt oder weshalb bliebe das Gefach im "Warmen Bereich"? Wolltet Ihr die HFP in der Gesamtstärke der Gefache (15cm) einbringen??? Oder nur als Innendämmung vor andere Gefachfüllung setzen?? Wenn ja, welche?



Außendämmung


Außendämmung

Nein es wird von außen gedämmt. Deshalb bleibt das ganze "drin". Anbei ein Prinzipbild.



Alte Füllung



die alte Füllung habt Ihr entsorgt ? Was war da drin?



Alte Ausfachung



sieht für mich aus wie ein Gemisch aus Lehm und einem weißen körnigen Gestein, das ich nicht weiter identifizieren kann. Sah so aus, dass es damals zu einem Stein geformt und eingesetzt wurde, so regelmäßig die Lehmschichten aussahen. Beim Ausfachen hat alles auseinander zerbröselt.

Der Schutt ist entsorgt. Ich denke nicht, dass man die wiederverwerten könnte.



Schallschutz



Im modernen Holzständerbau wird es i. d. R. so gemacht: Außenputz, Beplankung, Ständerwerk, komplett mit Dämmstoff gefüllt, luftdichte Innenbeplankung, Installationsebene, zweite Innenbeplankung, Innenputz (oder Trockenbaupatten). Von daher, kann man bei dir auch machen.
Wenn dir der Zimmerer das, oder so ähnlich, vorschlägt, dann lasse dir eine Schallschutzberechnung vorlegen. Schallschutz ist das eine.
Das Andere ist, werden die Wände nur mit HWF-Platten gefüllt ist weniger Speichermasse vorhanden. Die Raumtemperatur kann mehr schwanken. D. h., wenn z. B. die Heizung in die Nachtabsenkung geht, kühlen die Räume schneller runter, weil die Strahlung der tagsüber aufgeheizten Wandmassen fehlen.
Das ist kein KO-Kriterium, sollte aber zumindest bei der weiteren Planung bedacht werden (eher massive Innenwände und Decken als Speichermasse statt leichter Trockenbau, Heizung entsprechend "flexibel" auslegen, usw.).



Genau



Schallschutz und Wärmespeicher sollten hierbei beachtet werden, aber auch die Frage was sollen denn noch für Versorgungsleitungen (strom ) in diese Wände. Denn Steckdosen in eine reine HFP setzen.. Aber das sind alles nur Punkte zur Überlegung.