Cemento Mallorquin ähnlich wie Trasszement???

15.02.2009 Kurt Schmitz



Als neues Mitgleid habe ich eine ungewöhnliche Frage.

Ich lebe und arbeite auf Mallorca und habe auf einer neu zu betreuenden Baustelle Probleme mit Ausblühungen im ca. 1 Jahr alten Natursteinwänden die mit Portlandzement gemauert und verfugt wurden.

Um diese Ausblühungen zukünftig zu vermeiden müssten die Wände mit Trasszementmörtel errichtet werden, der extra eingeführt werden müsste.

Hier gibt es sogenannten Cemento Mallorquin, der aus hiesigem Ton gebrannt wird.

Kann mir jemand sagen, ob sich damit zukünftig Ausblühungen vermeiden lassen???

Vielen Dank für Eure Antworten

Kurt



zum Thema Fugen



Auch im handwerks- oder laborgerechtesten Rezept des ausgewiesensten Genies kann es Probleme geben. Wasseranspruch, Schwinden, Aufbrennen, Abmehlen und -pudern, Abbindestörung, Ausblühen, Abfrieren, Trocknungsblockade, Krustenbildung usw. sind die Merkmale nicht nur für mangelhafte Verarbeitung sondern vielleicht auch für falsche Rezeptur. Das Bindemittel-Zuschlag-Verhältnis, die Sieblinie, die Packungsdichte der Bindemittel- und Zuschlagsmatrix, die Rißneigung und Abtrocknungsgeschwindigkeit, die vergütenden Zusätze - alles kann ja grundsätzlich daneben gehen. Und Nobody is perfect. Nicht gerade selten geht also die Chose daneben. Das kann überraschen. Vor allem die Kalkspezis, die voreilig und vollkommen falsch an die Karbonatisierung als wesentliche Abbindefunktion bei Kalkprodukten glauben und von interpenetrierenden Abbindesystemen auf Kohäsionsbasis (Molekülbindung zwischen "gleichen" Stoffmolekülen") und auch den Gesetzen der Adhäsion (Bindung zwischen "verschiedenen" Molekülen an Grenzflächen) nichts wissen. Und dazu gehören nicht gerade wenig "Kalkrezepteure".

Da nicht gerade selten sein falsch eintrainiertes Arbeiten mit Zementprodukten die Leitlinie für den Kalkneuling bildet, kommt es beispielsweise zum Einsatz zu feinkörniger Kalk-Fugmörtel, deren Entfeuchtungsleistung dann mittels krustigster Fugeisenverbügelung der Oberfläche gewissenhaft zu Null gezwungen wird. Unmengen Wasser - aus dem übermäßigen Vornässen, Nachspülen und dem erhöhten Wasseranspruch des feinkörnigen, bindemittelreichen Mörtelgefüges - verhindern dann die notwendige Trocknung mit Ausbildung der Adhäsionsbindung und folgende Karbonatisierung des Frischmörtels sowie die Abtrocknung des feuchtegeschwängerten Mauerwerks. Das kann nicht nur gigantische Ausblühungen, ewig weiche und abfrostende Fugmörtel, sondern sogar Feuchtewanderungen und Innenwandschäden mit Schimmel, Ausblühung, Putz- und Malschichtzerstörung provozieren.

Weitere Infos zum Thema fachgerechtes Verfugen gerne auf Anfrage



Wir lernen zitieren



Lieber Peter,

bitte nicht mit fremden Feder schmücken.

Geht ganz einfach:

Zitat
Quelle Konrad Fischer
Zitat Ende

(Wer hätte gedacht, das ich hier einen Konradlink setze ;-))

Der Stil ist unverkennbar, da würde ich mit dem Klauen vorsichtig sein. Und die Bildrechte würde ich gern auch bestätigt sehen.

Gruß
Hartmut



Ausblühungen



Hallo Kurt.
Die Antwort ist kurz und schmerzlos.
Ausblühungen entfernen, Wand trocknen lassen,soweit die Durchfeuchtungen nicht von angrenzendem Erdreich verursacht werden, hydrophobieren mit HP 2000 auf Lösungsmittelbasis oder HP 2500 auf Wasserbasis abtrocknen lassen und für die nächsten 10 - 15 Jahre Ruhe.

Gruß
Günter



Die drei großen "B´s" des Forums



Hallo Kurt,

gibt es Bilder? Wo treten die Ausblühungen genau auf? An Stein und Fuge? Nur Fuge? Nur an den Rändern? Handelt es sich um eine Gebäudewand oder eine Stützwand im Gelände?
Wenn Gebäude, dann: Treten die Ausblühungen überall auf oder nur in bestimmten Bereichen/Wänden?

Um welchen Stein handelt es sich?

Zunächst mal die Ursache ergründen und abstellen (falls möglich), nicht gleich die Oberflächenkeule auspacken, das verschiebt das Problem häufig nur.

Bilder, Bilder, Bilder

Gruß aus dem verschneiten Wiesbaden,

Christoph Kornmayer