Ausblühungen im Lehm



Hallo liebes Forum,

in einem alten Haus wurde eine Horizontalsperre errichtet.
Aus Zeitgründen konnte nicht auf die Trocknung des Ziegelmauerwerks gewartet werden.
Deshalb entschieden wir uns für den diffusionsoffenen Lehm, um die Feuchtigkeit aus der Wand an die Umgebung abzuleiten.

Nun ist der Lehm nach 3 Monaten fast überall getrocknet.
(Die Wand war jahrelang durchfeuchtet)
Leider bilden sich nun an den nassen Stellen Flecken im Lehm.
Was kann das sein?
Und viel wichtiger, da ich noch eine weitere Wand lehmen möchte, wie kann ich diese Ausblühungen vermeiden ??

Vielen Dank für die Info
Daniel



Lehmputz



Das sind Salzausblühungen, durch die Trocknung werden Salze an der Oberfläche angereichert.
Wenn der Lehmputz noch fest an der Wand hängt wurde das Wasser kapillar an die Oberfläche geleitet, verdunstete dort und die Salzfracht verblieb an der Oberfläche. Sie können versuchen die versalzenen Stellen abzukehren und/ oder mit Lehm nachzubessern. Eine radikale Methode ist, den jetzigen Putz als Opferputz zu sehen und ihn auszuwechseln. Das bietet sich an wenn es Ablösungen vom Untergrund gibt, ein Zeichen das sich das Salz auf der alten Wandoberfläche angereichert hat.
Um solche Ausblühungen zu vermeiden setzt man Sanierputze ein. Die lagern Salze in ihrer Struktur ein und sind hoch diffusionsoffen.





Derartig lange Trockenzeiten sind bei Lehm zu vermeiden, hier wäre ein Kalkputz sicher besser gewesen.
Ich würde eher davon ausgehen das es sich um Schimmel handelt.
Das können Sie selbst beproben, Salze sind in Wasser löslich Schimmelpilze nicht.



Welche Horizontalsperre ...



... wurde denn in welches Mauerwerk eingebaut in welcher Bauteilsituation und mit welcher Feuchtebelastung? Eine mechanische (Blech, zugelassenene Sperrbahn) oder eine chemische durch Injektion?

Wenn letzteres der Fall sein sollte -eine beliebte und gerne schnell praktizierte Methode der "Mauertrockenlegerbranche"- können sie je nach Mauerwerksart und Durchfeuchtungsgrad nur mit einem Absperrerfolg von 60-70% bezogen auf den Wandquerschnitt rechnen.

Die restlichen nicht abgesperrten Wandflächen im Querschnitt sind weiterhin Stellen für den kapillaren Feuchtetransport durch den sog. "Dochteffekt". Salzausblühungen bei Verdunstung inkl. manchmal sogar durch das eingebrachte Injektionsmittel (Alkalisilikatlösungen).



Remmers



ist hier das Stichwort....
Es wurde nur eine Bohrreihe gebohrt und innerhalb von 8 Tagen das Injektionsmittel drucklos hin und wieder einmal eingefüllt.

Dass die Verkieselung im unteren Bereich, (an 2 Stellen in der Wand) fehlerhaft sein wird, kann ich mir aufgrund der erbrachten Sorgfalt gut vorstellen.
Die Verfärbungen des Lehms habe ich allerdings auch im oberen Bereich der Wand. (ca. 1,80m)

Den aufgebrachten Lehm als "Opferputz" zu sehen stellt kein Problem dar. Allerdings muß dann sichergestellt sein, dass bei nochmaligen Auftragen des Lehms es keine Verfärbungen mehr gibt. Welche Wandbehandlungsmethoden für die dann "nackte" Wand gibt es denn ??

Danke
Daniel