Ausbau Scheune / Einziehen von Geschossdecken / Anhebung Dachstuhl?

02.03.2016 1980 Jens



Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffe ich habe die Kategorisierung in Kern- und Organisationsbereich leidlich hinbekommen.

Wir haben ein Grundstück erworben mit einem alten Bauernhaus (BJ im 19 Jh) mit angebauter Scheune, kein Denkmal. Das Bauernhaus ist uns von den Raumhöhen aber zu niedrig bzw. dort wurde immer gespart und dazugeflickt. Es ist also kein "herrschaftlicher Hof".

Daher die Überlegung die Scheune in Wohnraum umzuwandeln. Umnutzung durch sehr allgemein gehaltene Bauvoranfrage geklärt / genehmigt.

- Die Scheune hat eine Grundfläche von 13m x 8m, ist also eher schmal.
- Vom Scheunenboden, der ebenerdig ist, bis Deckenbalken (Unterkante) sind es aktuell 3,6m.
- Die Scheune ist eine Holzkonstruktion mit Brettern verschalt.
- Der Dachstuhl ist als Pfettendach ausgebildet, soweit ich das als Laie erkennen kann. Dachneigung ca 42°, kein Kniestock.

Wir waren bereits mit einem Planer vor Ort und dieser meinte, man könne, laienhaft ausgedrückt, die Scheune auf Stützen stellen, die Außenwände aufmauern, dann ein neues Dach auf diese Mauern aufsetzen (aufdoppeln?). Von innen wäre dann die alte Dachkonstruktion sichtbar, was ja erwünscht ist.

Meine Fragen hierzu:
1. Kann ich bei einem solchen Vorhaben die Geschossdecken frei einziehen, oder muss die Balkenkonstruktion, insbesondere der alte Deckenbalken auf 3,6m Höhe zur Stabiliserung des (alten) Daches erhalten bleiben? Bei letzterem Fall hätte ich im Dachgeschoss aktuell keinen Kniestock bzw. nach Einziehen einer Drempelwand nur etwa 6m Breite.

2. Wäre es möglicherweise klüger, das alte Dach abzubauen und im "Neubaumodus" das Gebäude herzustellen und die alten Balken, wo gewünscht, praktisch von innen "anzuhängen". Wäre natürlich gewissermaßen fake, aber wie so oft ist der limitierende Faktor Zeit und Geld.

Falls ich etwas essenzielles vergessen habe, gerne kurze Anmerkung :-)

Vielen Dank und viele Grüße
J



Scheune umbauen



Was ich (noch) nicht verstehe ist der Sinn der Maßnahme.
Sie kaufen ein Bauernhaus mit Scheune und Grundstück.
Das Haus hat für Ihre Zwecke zu niedrige lichte Höhen.
Deshalb wollen Sie die Scheune ausbauen.
Die hat 3,60 m lichte Raumhöhe.
Warum dann anheben?
Ist die Wohnfläche zu gering? 13 x 8 m ergibt ca. 100 m² Wohnfläche.
Sie schreiben die Scheune ist angebaut, also nicht freistehend.
Wie soll das "Anheben" da ablaufen?



Ideenfindung



Also ich habe ein Bauernhaus gekauft in dem der Heuboden zu einem Wohnzimmer mit gut 3 m Höhe umgestaltet war. Alle weiteren Räume sind im alten denkmalgeschüzten Haus.

In Untergeschoss habe ich jetzt weitgehend die ausgleichenden Deckenverkleidungen entfernt und habe damit schon in einigen Bereichen 10-20 cm Raumhöhe gewonnen. Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit beide Gebäude zusammen zu führen.

Das alte Dach auf Stelzen zu stellen und dann ein Haus drumrum zu bauen ist sicher extrem viel teurer als ein Neubau.

Gruß Herbert



Erläuterungen



Hallo Herr Böttcher,

> Warum dann anheben?
> Ist die Wohnfläche zu gering? 13 x 8 m ergibt ca. 100 m² Wohnfläche.

Korrekt, wir benötigen etwa 160m².


>Sie schreiben die Scheune ist angebaut, also nicht freistehend.
>Wie soll das "Anheben" da ablaufen?

Das alte Wohnhaus ist in direkter Verlängerung an die "Giebelseite" der Scheune angebaut. Die beiden Gebäude sind mehr oder minder Baulich getrennt, teilen sich im Moment sozusagen eine innenliegende Giebelseite. Da das Wohnhaus in diesem Szenario abgerissen würde, war meine zugegebenermaßen unfundierte Vorstellung, dass man (entweder mit Wohnhaus dran, oder mit Wohnhaus bereits abgerissen) die jetzt innenliegende Giebelseite sichert / neu erstellt.

Ob wir dann das Dach anheben würden, wovon ich zugegebenermaßen im Moment nur eine vage Vorstellung habe (Hydraulikpumpen wären zu kurz um auf Boden zu stehen, müssten also erst Geschossdecke haben) ist keinesfalls sicher, sondern nur eine Option, die wir mal angedacht haben.

Vielen Dank jedenfalls schonmal für Ihre bisherigen Antworten / Fragen.

Herzliche Grüße
J



KISS



Also:
Nach dem Abriss des Wohnhauses bleibt ein verbrettertes Holzskelett mit einem Dach übrig das auch noch weder vom Grundriss und der Höhe her Ihren Vorstellungen entspricht und statisch gesehen unzureichend ist.

Mein Vorschlag: Demontieren und dann komplett neu planen und bauen.
Geborgenes Material können Sie in den Neubau mit einfließen lassen.



Vorschlag



Wohnhaus abreißen und neubauen. Scheune stehenlassen und als Werkstatt/Hobbyraum/Partyscheune nutzen.



Abriss natürlich eine Option



Hallo zusammen,

danke vielmals für den geleisteten Input.
Nur der Vollständigkeit halber ein kurzer "Hintergrund" zu unserer Situation: Wir haben natürlich hauptsächlich das Grundstück gekauf, auf dem sich eben besagtes Bauernhaus befindet. Zuvor hatten wir grundsätzliche Bebaubarkeit geklärt bzw. uns versichert, dass kein Denkmalschutz besteht. Wir waren also eigentlich mit dem Geisteshaltung "müssen wir wohl abreißen" in das Projekt gegangen :-) Nun sind wir aber am Ausloten, was mit vertretbarem Aufwand (sollte in etwa so teuer werden (+ max 10%) wie ein frei geplanter Neubau) mit der bestehenden Bausubstanz anzustellen möglich wäre.

Wenn es dann wieder auf einen Abriss hinausläuft würde für uns keine Welt zusammenbrechen.

@Herbert: Wir haben im Altbau im Moment etwa 2,15m Deckenhöhe, wobei die Wohnetage stark nach innen zum Kamin hin hängt. Herstellen eines ebenen Fußbodens und lichte Raumhöhe bewahren fast unmöglich, befürchte ich. Was konnten Sie denn an Verkleidung abnehmen? Klar, wir haben Täfer, dann kommen Lehmwickel... Haben Sie dann Technik / Dämmung / Trittschall alles nach oben über die Balkenlage verfrachtet?

@Hr. Böttcher:
Ja, könnte in der Tat darauf rauslaufen, wie eingangs bereits beschrieben. Aus Ihrer Erfahrung: Mit "Demontieren" meinen Sie wirklich ein sauberes Abbauen, das eher von einem Zimmerer gemacht werden müsste, oder kann das regelmäßig auch ein Abrissunternehmer (mit evtl Mehraufwand) leisten?

@Methusalem:
Ist eher keine Option, da die Scheune in ihrer Länge und Dachneigung doch erstens einigen unnötigen Platz verbraucht und zweitens eigentlich am "schönen Plätzchen" für einen möglichen Neubau steht.