wieviel teurer als konventionelle bauweise?

28.02.2011



Hallo!
Zur zeit plane ich mit meinem freund ein haus zu bauen. er ist bereits Tischler und ich will es noch werden, wir haben Maurer und zimmermänner in familie und freundeskreis und diskutieren nun über die verschiedensten ansichten der bauweisen!
das projekt neubau-fachwerk musste auch finanziellen gründen bereits verworfen werden. trotzdem würde ich gerne etwas naturnaher bauen, viel holz, lehm, etc.
unser haus wird circa 120 m² Wohnfläche haben. gerne würde ich jetzt wissen: ist es extrem teurer wenn ich auf naturprodukte zurück greife, oder gibt es auch alternativen zum konventionellen hausbau, die das buget nicht viel arger belasten?
bei der Heizung haben wir uns bereits für eine kombiheizung pellets-holz entschieden, da wir auch eigenen wald haben, da mussten wir merken, dass die heizung teurer ist als eine ölheizung, die aber sicher durch die einsparung beim Brennstoff bald unrelevant sind...
mein freund ist nur leider schwerer neurodermitiker, was eine naturbelassene bauweise für mich rechtfertigt!

danke schon mal für eine antowort!



Hausbau



Mein Rat: Konzentrieren Sie sich auf den Ausbau.
Beim Rohbau ist es im Hinblick auf die Gesundheit Ihres Freundes ziemlich unrelevant, ob Sie mit Beton für Decken und Gründungen, Ziegelmaterial, Porenbeton oder Liapor arbeiten. Wichtig sind die Ausbaumaterialien wie Putze, Farben, Fußbodenbeläge, Möbel, Geräte. Damit kommen Sie täglich in Kontakt, nicht mit der unter dem Estrich liegenden Abdichtung oder der gemahlenen Hochofenschlacke, die im Zement des Betonfundamentes hydratisiert ist.
Deshalb können Sie bei einem Rohbau durchaus auf moderne aber bewährte Materialien wie die o.g. zurückgreifen, die Ihnen Kosten gegenüber von noch unausgereiften Rohbauvarianten sparen können.

Viele Grüße



Kombi Holz und Pellets



wollte ich auch mal!

Soweit ich herausgefunden habe ist ein automatischer Mischbetrieb gar nicht möglich und die Geräte sind extrem teuer, wenn alles automatisch laufen soll.
(Silo und Förderschnecke + Steuerungsgerät hätten zusammen etwa 20.000 € gekostet, in den einschlägigen Foren hört man, dass die billigeren Geräte oft nicht störungsfrei und schon gar nicht geräuschlos laufen).
Wenn's nicht automatisch laufen soll, ist's egal ob man Scheite oder Pellets schleppt. Wenn ich Wald hätte, würde ich keine teuren Pellets kaufen.

Wir haben uns für einen Grundofen und für die außenliegenden Wände und das Altenteil für Gas Brennwert und Wand/Fußbodenheizung entschieden.

(ich hab aber 3 Monate mit meiner Frau diskutiert, bis sie mir den Technik-Schnickschnack mit Hilfe mehrerer Ofenbauer ausgeredet hatte)

Gruß Götz.



Wenn...



...der Schwerpunkt auf Massivholzheizung liegt, und Gas anliegt, würde ich eher über eine Kombination Holz/Gas nachdenken. Pellets sind auch nicht mehr wirklich preiswert, und brauchen eine Lagerfläche, die ja auch gebaut werden muß. Es wird immer mal wieder behauptet, daß Kombikessel weniger effektiv seien. Das wäre freilich am konkreten Objekt zu prüfen.

Lasst doch einmal, wenn das Haus in groben Zügen entworfen wurde, eine Heizkostenprognose erstellen. Dann ist auch besser zu entscheiden, welcher Aufwand für's Energiesparen gerechtfertigt ist. Um so geringer der Energiebedarf, um so unwichtiger ist es, womit Ihr heizt. Am Ende genügt möglicherweise ein Holzkessel mit großem Puffer, und für den Notfall eine elektrische Heizpatrone? Wenn man die Zeit für's Holzrichten und -feuern hat, durchaus vorstellbar.

Alternativen zum konventionellen Bau:

Auch wenn ich Georg in Hinsicht auf den Ausbau unbedingt zustimme, sollte auch der Rohbau nicht außer acht gelassen werden. Mit moderaten Aufschlag oder gar vergleichbar dem konventionellen Bau könnte auch in Holz gebaut werden können. Ich berate und vertrete zu 2 recht ähnlichen Bausystemen gern detaillierter:

Holz100 von www.thoma.at und

NUR-HOLZ von www.nur-holz.com

Beide Systeme sind architektonisch frei (keine Blockhausoptik), setzen auf einen Wandaufbau aus massivem Brettschichtholz ohne Dämmstoffeinlagen etc. Aufgrund der einstofflichen Bauweise mit dem einzigen statisch tragfähigen Naturdämmstoff - Holz - ist das Haus schon im Rohbauzustand sehr gut gedämmt, wird in nur 2-3 Tagen aufgebaut. Es kann sofort mit dem Innenausbau begonnen werden, da keine Baufeuchte. Durch die hohe Wärmespeicherwirkung des Holzes und seine thermische Trägheit wie auch den sehr guten Feuchteausgleich ergibt sich auch ohne aufwendige Klimaanlagen (die ja auch zu Keimschleudern werden können) ein exzellentes Wohnklima.

Für nähere Informationen stehe ich gern zur Verfügung.

Grüße

Thomas



Hausbau



Betrachten Sie die von Thomas vorgeschlagene Variante passend zu meiner Aufzählung.

Viele Grüße



Eine



Ausführung in Holzrahmenbauweise ist bestimmt nicht teurer als ein Massivbau, zumal bei der Herstellung der Holzrahmen und späteren Ausbau auf familieneigene Fachleute zurückgegriffen werden kann.

Viele Grüße



Holzrahmenbauweise



Wird gern gebaut, ich seh's kritisch: Die Dämmstoffe im Rahmen brauchen zumeist eine Dampfbremse, ohne die die Dämmung "absäuft". Folien gibt es nicht endlos, sie werden also verklebt. Die dauerhafte Haltbarkeit der Verklebungen ist fraglich, die Folien dünn und leicht zu beschädigen, und Sie merken es erst Jahre später, wenn der Elektriker z.B. beim Dosensetzen die Dichtebene ruiniert hat. Der massearme Bau hat zudem möglicherweise gute Dämmwerte im Winter. Er hat aber nahezu keine Wärmespeicherung, und der sommerliche Hitzeschutz steht auch nicht immer zum Besten. Zudem: Der bunte Materialmix ist fehleranfälliger. Sackt z. B. die Dämmung irgendwo zusammen, gibt's ein Problem. Hier braucht der Bauherr anfällige und kostenintensive Steuerungseinrichtungen für's Klima, mit den bekannten Nachteilen.

Grüße

Thomas



Stand der Technik:



Dämmung im Rahmen: Zellulose
Luftdichtigkeitsebene: OSB Verlegeplatten (N+F)
Vor dieser kommt eine Installationsebene, damit die Dichtebene nicht durchbrochen wird.
Die Skeptiker sind meist von der Maurerfraktion.

Viele Grüße



Ich bin nicht...



...von der Maurerfraktion, und mein Beitrag widerspricht nicht den Forumsregeln. Bleiben Sie locker, Herr Schlobig, und antworten sie mit Fakten, wenn Sie können.

Ihr geschilderter Aufbau ist einer der vielen möglichen im Holzrahmenbau, und nicht alleiniger Stand der Technik. Einen stark mit Neurodermitis geplagten Bauherren würde ich kein Gebäude aus (klebergebundenen) Plattenwerkstoffen verkaufen.

Machen Sie sich doch einfach 'mal schlau über die genannten Holzbausysteme. Ein Zimmermann sollte davon weitaus mehr angesprochen werden, als von Kartenhäusern aus diversen Platten. Die Vorgänger dieser Bauweise (da muß ich jetzt wohl keine Firmennahmen nennen?) sind ja mittlerweile auch Sanierungskandidaten hinsichtlich Schadstoffe.

Grüße

Thomas



das sind ja jetzt viele antworten



über die brettbauweise habe ich letztes wochenende schon einiges gehört. leider dürfen wir in unserem ort aber keine holzhäuser bauen, da es nicht ins gesamtbild passt...ich habe eben als ich die antowrten gelesen habe gleich auf der gemeinde nachgefragt!
ebenfalls ist mir die verwendung von osb-platten sehr zu wieder. ich war von der schule aus in einem werk und wenn man sieht was da an Chemie reingepumt wird...ich möchte nicht, dass meine Küche formaldehyd vergast ist! auch ist das verkleben der Folie sehr anstrengend und auch nicht gerade das, was ich unter naturbaustoff verstehe! eben genau diese sachen wollen wir nicht!
auch habe ich mir von unserem lehrmeister sagen lassen, dass der holzverbrauch ungefähr dem eines fachwerkhauses entspricht...mhh, ist das schwierig!
aber danke trotzdem schon mal für die denkansätze...vielleicht kommen wir auch durch das ausschlussverfahren zum ziel :-)



Hallo Anne,



die empfohlenen Bausysteme sind architektonisch frei, d.h. frei gestaltbar auch hinsichtlich der Außenansicht. Auf die Außenhülle kann ein dünner Putzträger wie z.B. 35mm Heraklit aufgebracht werden, und dann wird geputzt.

Aus welchem in Deutschland zugelassenem System die Häuser bestehen, wird der Gemeinde wohl eher egal sein. In der genannten Einschränkung geht es ja um die Optik. Und die muß eben nicht zwingend eine Holzhausoptik sein. Stellt sich der niedrigste Erfüllungsgehilfe stur, sprecht mit seinen Chef.

Wenn Ihr mögt, können wir auch 'mal telefonieren, meine Kontaktdaten finden sich im Profil.

Grüße

Thomas