Ausbau Erdgeschoss; Dämmen/ Verputzen einer massiven Ziegelsteinmauer

09.03.2019 daniel



Liebe Fachwerk-Gemeinde,

ich bin seit etwa einem halben Jahr am Ausbau meiner denkmalgeschützten Scheune und konnte schon sehr viel nützliche Informationen aus diesem Forum gewinnen - vielen Dank dafür.

Aktuell stehe ich vor dem Ausbau des Erdgeschosses. Der abgebildete Raum soll der Eingangsbereich meines Hauses werden und ist nach oben hin zum Wohnbereich offen. Der Raum soll deshalb ein Warmbereich werden und erhält eine Fußbodenheizung.

Wie auf den Bildern zu sehen, wird der Raum durch eine Backstein oder Ziegelmauer, nach außen hin auf einem Basaltsteinfundament, umgeben. Die Wände haben eine Stärke von ca. 40 cm.

Mein Energieberater sieht in seinem Gutachten eine sog. Foamglas-Dämmung von innen vor, die auf einer dünnen Schicht Kalkputz auf das Mauerwerk in 8cm Dicke gebracht werden soll. Begründung: Das Mauerwerk ziehe Feuchtigkeit und diese Feuchtigkeit werde durch die absolut dichte Foamglasdämmung im Mauerwerk und so aus dem Wohnbereich gehalten. Das Zeug ist halt sehr teuer aber klingt für mich zunächst verständlich.

Jetzt ist es aber so, dass ich zahlreiche andere fachmännische Stimmen habe, die diese Planung in Frage in Stellen. Von einem einfachen Kalkputz ohne Dämmung, einem Sanierputz, Kalziumsilikatplatten oder "Redstone"Platten habe ich bisher zahlreiche andere Wege gehört. Auch meine Gespräche mit verschiedenen Baustoffhändlern, die das foamglas führen, waren sehr skeptisch ob der Verarbeitung der Foamglasplatten.

Ich bin dadurch sehr verunsichert, und möchte Euch anhand der Bilder, die ich Euch gerne zeigen möchte, um Eure Meinung bitten.

Vielen Dank,
beste Grüße
Daniel



Außenansicht der Scheune



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Bild Mauerwerk



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Feuchtigkeit wird "gezogen"



..."Begründung: Das Mauerwerk ziehe Feuchtigkeit und diese Feuchtigkeit werde durch die absolut dichte Foamglasdämmung im Mauerwerk und so aus dem Wohnbereich gehalten. " Hat der Energieberater die Mauerwerksfeuchte ermittelt? Mit welcher Meßmethode? Sind Bohrproben entnommen worden und auf Salze geprüft worden? Auf dem ersten Foto sehe ich einen Natursteinsockel. Was sind das für Steine. Bruchsteinsockel "ziehen" eher keine Feuchtigkeit. Zuerst sollte ein genaue Schadensanalyse erfolgen. Und dann erscheint mir eine Sanierung und Freilegung des Sockelbereiches außen schon mal eine nötige Maßnahme. Warum käme keine Außendämmung in Betracht?



Präventive Maßnahme



-Hat der Energieberater die Mauerwerksfeuchte ermittelt?
Nein, ich denke die Planung beruhte auf Erfahrungswerten.

-Mit welcher Meßmethode?
//

-Sind Bohrproben entnommen worden und auf Salze geprüft worden?
//

-Auf dem ersten Foto sehe ich einen Natursteinsockel. Was sind das für Steine. Bruchsteinsockel "ziehen" eher keine Feuchtigkeit.
Bei uns heißen die umgangssprachlich "Basaltwackeser". Die sind verdammt hart und leicht bläulich.

-Zuerst sollte ein genaue Schadensanalyse erfolgen.
Ich habe keinen Schaden. Die Scheune war 104 Jahre unbewohnt. Ich mache daraus jetzt Wohnraum, weshalb wir den Aufbau der Wand planen müssen.

-Und dann erscheint mir eine Sanierung und Freilegung des Sockelbereiches außen schon mal eine nötige Maßnahme. Warum käme keine Außendämmung in Betracht?
Wegen dem Denkmalschutz. Und aufgraben will ich vermeiden, insbesondere weil auf der anderen Fassadenseite unser Hof ist.
Achso, und ich will auch nicht das ganze EG ausbauen, sondern nur den Raum auf dem Foto.

VG



Feuchtigkeit?



Moin,

ist denn aktuell Feuchtigkeit vorhanden? Das wäre doch die erste Frage die zu klären ist.

Wenn ja, dann sollte geschaut werden wo diese herkommt. Eine einfach Aussage: "Die Steine ziehen Wasser" würde mich nicht zufriedenstellen. Welches Wasser? Aus dem Boden? Aus der Luft? Regen?
(Hinweis: Schau Dir mal die Fugen der Backsteine an. Die sehen auf den Bildern etwas "offen" aus. Vielleicht kann hier eine Neu-Verfugung schon viel Abhilfe schaffen.)

Wenn die Wände aktuell trocken sind: Dann bleiben sie auch in Zukunft trocken, wenn man das Haus nicht völlig einpackt.

Eine Idee:
1. Prüfung ob Feuchtigkeit vorhanden ist.
2a. Wenn ja: Feststellen wo diese herkommt, danach neu / weiterplanen.

Wenn nein:
2b. Es soll eine Innendämmung sein? Warum nicht ein Lehmputz mit eingebetteten Holzfaserdämmplatten und einem Lehm- oder Kalk Oberputz? Dämmstärke würde ich an den häufig zitierten 5-6 cm orientieren.
Dadurch dringt noch genügend Wärme in die Außenwände um diese trocken zu halten.

Kommt doch deutlich günstiger, sorgt für ein gutes Raumklima und kann relativ einfach verarbeitet werden.



Mauerwerk zieht Feuchtigkeit



Hallo,
Nach den Fotos zu Urteilen scheint es sich hier um aufsteigende Feuchte zu handeln. An der Außenwand auch noch um eindringendes Sickerwasser, wenn keine Abdichtung vorhanden ist.
Der vorhandene Putz am Natursteinsockel der Innenwand weist in jedem Fall dieses Typische Schadensbild auf.

Der Natursteinsockel wird nicht durch die Natursteine feucht, sondern durch die Mauerfuge bzw. Auffüllungen innerhalb der Mauer. Dies kann von Kalkmörtel über Lehm und Bauschutt alles sein.
Diese Materialen haben größtenteils Kapillare.
Auch das Ziegelmauerwerk oberhalb des Natursteinsockels erscheint mir etwas seltsam. Hier sehe ich nur Ziegel, welche im Läuferverband vermauert worden sind. Dies weist in der Regel auf ein Zweischaliges oder gar dreischaliges Mauerwerk hin.

Um den Raum nachhaltig und dauerhaft als Wohnraum / Eingangsbereich nutzen zu können empfehle ich den Einbau einer nachträglichen Horizontalsperre und einer eventuellen vertikalen Sperre von außen.
Auf die Dämmung würde ich komplett verzichten und die Wände im geeigneten Putz versehen.
Somit bleibt die Wand Atmungsaktiv und es wird kein „Müll“ verbaut.

MfG

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH