Ausbau eines Raumes mit zwei Sandsteinwändenl

29.09.2016 Torbi



Hallo, wir haben ein Haus von 1938 im kaffeemühlenstil, das auf einem Sandsteinsockel steht. Es ist z.T. In einen Hang gebaut und die standsteinmauern (50 cm dick) liegen nur an drei Seiten frei. Die sich darin befindlichen Räume sind quasi Keller, obwohl sie zumindest auf zwei Seiten komplett überirdisch liegen. ( ich hoffe, ich habe das gut erklärt :-)) wir möchten jetzt auch einen dieser Räume als Gästerzimmer ausbauen. An zwei Seiten sind dort diese Sandsteinmauern, die leider auch verputzt sind. Wie müssen wir vorgehen? Der Boden ist übrigens schon mit einem Anstrich mal abgedichtet worden.
Der Putz muß sicher ab. Interessant fand ich den Vorschlag, von Michael Reisinger, eine Lehmwand davonzubauen.

Wie können wir diesen Raum einfach, möglichst kostengünstig aber nachhaltig selbst ausbauen?

Viele Grüße und dank im Voraus
Claudia Torborg



Kellersanierung



Gästezimmer- massive Außenwand- temporäre Nutzung.
Bei dieser Konstellation kommt eine Innendämmung in Frage die möglichst kostengünstig sein sollte.
Ich müsste dazu ein oder zwei Fotos vom Raum sehen.
Dann kann ich Ihnen ein oder zwei Vorschläge machen.



Innendämmung



Hallo, danke für Ihre schnelle Nachricht.
Natürlich wäre eine kostengünstige Lösung interessant, aber sie muss auch nachhaltig sein. Anbei ein Foto, es ließ sich nur eins hochladen. Ist das ausreichend?

Ich freue mich über Ihre Vorschläge.



Kellersanierung



Na ja, mit Fotos meine ich etwas anderes aber was solls.
Ich fange oben an: Die Deckenbekleidung muß runter, sie ist ohnehin falsch montiert.
Ich vermute bei dem Baualter eine massive Decke, die kann entweder freigelegt werden oder nach der Innenwanddämmung neu verkleidet werden wenn erforderlich. Dann aber richtig. Ich empfehle dafür Hut- bzw. Z- Profile und GK- Platten, alternativ Topdec- Deckenlamellen oder -Platten
Die Wände sehen gut aus, anscheinend gerade, eben und glatt. Der Putz bleibt natürlich dran.
Für den speziellen Fall empfehle ich Ihnen Rigitherm, Verbundplatten aus GK mit 20, max.40 mm PS- Kaschierung, vollflächig auf die Außenwände aufgeklebt. Die Betonung liegt auf vollflächig, also Kleber (Ansetzbinder) per Zahnspachtel auftragen.
Die Fensterlaibung mit 5 - 10 mm Laibungsdämmplatten auskleben. Danach die Fugen spachteln und schleifen, Streichen oder tapezieren, fertig. Dann die Decke, dann der Fußboden.
Auf den Fußboden einen Teppichboden legen, das ist nicht ganz so fußkalt.
Das Fenster ist etwas klein, ca. 1/8 der Fußbodenfläche sollte Fensterfläche sein. Als Heizung einen Konvektionsheizkörper an den Heizkreis anschließen, wenn das zu aufwändig ist einen passenden Ölradiator oder einen Wandstrahler aufstellen.
Für ein Gästezimmer reicht das aus.
Ehe jetzt wieder der Glaubenseifer zurückschlägt:
Die dem Nutzungszweck und nicht irgendwelchen Glaubensbekenntnissen angepasste Lösung minimiert Schimmelbefall und ist kostengünstig.



Innenwanddämmung



Das klingt nach einer Innenwand-Dämmung. Allerdings muss sichergestellt sein, dass sich hier keine Feuchtigkeit ansammelt, die letzlich Schimmel verursacht. Sonst wäre das vermutlich die günstigste Variante. Also Vorher den Raum von einem Fachmann begehen lassen.
Eine Anleitung dazu finden SIe hier: https://daemmstoffeimnetz.de/verarbeitungs-hinweise-und-anleitungen/waermeisolierung-als-innendaemmung/



Da hätte ich kein Vertrauen



Eine Luftschicht hinter der Dämmung und wenn auch nur wenig Feuchte durch die Wand kommt ist die Mineralwolle nass und ohne Dämmwirkung.

Lieg ich da mit meiner Überlegung falsch?



Innendämmung



Ich habe mir den Link vom "Dämmstoffhai"angesehen.
Ob das für den Fragesteller mit seinem speziellen Raum hilfreich ist bezweifle ich stark.
Der Vorschlag ca. 100 mm Innendämmung aus mehreren Schichten vorzubauen ohne auf die Risiken aus der nicht dampfdichten Anbindung an andere Bauteile und die Verschiebung der Taupunkttemperaturen in flankierende Bauteile wie Laibungen, Innenwände und Decken hinzuweisen finde ich sträflich. Nicht nur Schalter und Steckdosen, auch Heizkörper und Heizleitungen sowie Innenfensterbänke passen nicht mehr, dazu kommt noch der Raumverlust.
Das es auch noch eine ganze Reihe anderer Systeme und Materialien für die Innendämmung gibt wird erst gar nicht erwähnt.

Mein Fazit:
Kein Dämmstoffhai sondern eine Dämmstofflotte (großes Maul und wenig dahinter).



Nun wenn eine sichere Beschichtung an der Innenseite, dann..



..empfehle ich das I-Bausystem. Bitte dazu erst einlesen. Siehe: www.haus-schwamm.de
Damit gleich einiges klar wird - ich verkaufe nichts. Führe auch nichts mehr aus. Gebe aber gerne meine Erfahrung nach über 40 Jahren Praxis bekannt.



Claudia Torborg



Hallo, vielen Dank für ihre Kommentare! Was würde denn gegen eine Dämmung der Außenwände von innen mit Calciumsilikatplatten sprechen ( außer vielleicht der Preis) ?
Das wäre doch eine sichere, funktionierende Variante, oder? Und wer weiß, am Ende möchten wir doch den Raum mehr nutzen und dann ist es gut, wenn er gut gemacht ist.

Viele Grüße



Nun was passiert wenn eine gut dampfdurchlässige Platte innen aufgebracht wird?



Ähnlich wie bei einem Sanierputz kann die Fläche besser und schneller abtrocknen.
Aber, wenn keine Abdichtung vorhanden ist und tatsächlich von aussen oder unten etwas nachgesaugt werden kann kommt es zu einem schnelleren Feuchtedurchfluss. Alles was innen verdunstet kommt doch wieder nach und damit auch mehr Salze.
Außerdem was passiert denn wenn Wasser an der Oberfläche verdunstet? Es entsteht Verdunstungskälte und die Feuchte im Raum wird angereichert!



Was tun also?



Eigentlich logisch. Also doch abdichten?



Haben Sie sich zum Thema I-Bausystem nicht eingelesen?



Oder brauchen Sie noch mehr Information?
Es ist doch:
1; eine Abdichtung der Flächen (dampfdicht)
2; thermische Trennung
3; Vermeidung von Tauwasserbildung aus der Raumseite
4; auf Dauer beständig
5; einfach und sicher zu erstellen