Dachbodenausbau

22.10.2009



Hallo an alle,
ersteinmal ein großes Lob an den Betreiber dieser Website.
Einfach Klasse, ich habe mir in den letzten 2,5 Jahren die ich mein Häus`l hab sehr viel Info und Fachkenntnisse hier geholt. Klasse und macht weiter so.
So nun mein Problem: Meine große Tocter will mit Ihren Freund einziehen und den Dachboden ausbauen.
Da ich mein altes Fachwerkhaus versuche in alter Bauweise wieder herzustellen, allen "modernen" Putz bestehend aus Zement und Kalk (Zement hatte gewonnen, was auch immer der Vorbesitzer für Ansichten hatte) komplett entfernt habe, Ziegelmauerwerk entfernt habe und Fachwerk erneurt sowie alles mit Lehmziegel und Lehmputz i.O. gebracht habe möchte ich mir nun beim Dachbodenausbau keine Feuchtigkeit reinholen.
Also jetzt noch mal zu meiner Frage: Dachbodebausbau Wärmedämmung ist alles Klar.Bad einbauen ist unklar!
Wie gestalte ich den Fußbodenaufbau im Dachgeschoß, damit mein Fehlboden bzw. meine Dielung atmen kann.
Wer hat Erfahrung mit dem Estrichplatten-System von Fermacell?
Ist ein anderes System zu empfehlen.
Ich möchte einen Naßraum herstellen, der aber auch ordentlich atmen kann.

Vielen Dank im vorraus und die besten Grüße
aus Sachsen sendet Peter



DG- Ausbau



Hallo Peter, was verstehst Du unter "Atmen":
Das Luftfeuchte im Bad in und unter die Dielung diffundieren kann?
Das Planschwasser direkt in den Fußbodenaufbau gelangen kann?
Das vom Dachaufbau "eingeatmete" Luftfeuchte in der Decke, der Dämmung und der hölzernen Dachkonstruktion auskondensieren kann?

Viele Grüße



Tausch die Lunge und gib Ihn Kiemen :-) !



Was ist den unter dem Bad für eine Räumlichkeit?
Es kommt immer auf die örtliche Situation und die Lebensweise des Bewohnenden an. Wenn dein Badboden durchgängig offen gestaltet werden soll, dann funktioniert das mit einem Holzfußboden. Fliesen sind Dampfdicht(Glasur).
Im Spritzwasserbereich würde ich aber partiell Fliesen.
Aber bedenke den Umgang mit solch einer Konstruktion. Das heißt keine Waschmaschine im Bad (Schlauchplatzer), Keine Wasserfestspiele (wird lustig mit Kleinkindern). bei einem normalen Badeverhalten sollte es kein Problem darstellen. Vor einem Wasserrohrbruch ist keiner gefeit. Außerdem kann das überall im Haus passieren.

Gruß Ronny



Dachbodenausbau



Hallo Ronny, Hallo Herr Böttcher,
Sorry, für meine Ausdrucksart, mit atmen meinte ich natürlich, das die Mauern und Balken ordendlich diffusions offen sind und sich nicht irgendwelche Feuchte festsetzen kann und dann alles anfängt zu verfaulen.
Leider mußte ich diese Erfahrung schon sammeln, bezogen auf die Fehler meines Vorbesitzer`s.
Er hatte zum Beispiel im Bad, was im EG liegt Feuchtraumpanele an die Decke gemacht. Über diesen Raum im 1OG ligt die Küche. Beides Räume mit hoher Luftfeuchte. In der Küche wurde PVC Fußbodebbelag verlegt.
Fazit: von Unten zu => von oben zu und als ich wie schon geschrieben diesen Zementputz entfernt habe, sah ich was Feuchte die nicht wegkann anrichtet.
Ich habe das gesamte Fachwerk wechseln lassen, wobei kein Holzwurm der "Schuldige" war.
Der Zimmermann hatte die gleiche Meinung wie ich, das es nur die Feuchte beider Räume war die nicht wegkonnte.
Als zusätzlichen Beweiß habe ich dann nach entfernen der Feuchtraumpanelle auch noch eine herrlich verschimmelte Decke im Bad vorgefunden.
Darum meine Angst beim Ausbau des Dachbodens ähnliches zu erleben.
Natürlich sollte das entstehende Bad, sowie die Küche im Fußbodenbereich möglichst gefließt werden.
Darüber bin ich mir ja nun nicht so richtig einig, weil Fließen, wie es auch Ronny schrieb, nicht offen sind.
Darum meine Frage über den Fußboden aufbau, das die Dielung unter dem Fließen ordentlich diffusionsoffen ist.
Vom Spritz und Planschwasser mal abgesehen, kann durch so einen Fußbodenaufbau ja auch eigen Schwitzwasser erzeugt werden, oder?



Dachbodenausbau



Das war ein gutes Beispiel von "diffusionsoffen" und "atmen".
Feuchtraumpaneele mögen in sich diffusionsdicht sein, aber nicht in der Fläche. Es kann durch die Fugen Luftfeuchte eindiffundieren, kondensieren und sich akkumulieren.
Da haben sie eine "atmende" Deckenbekleidung.
Diffusionsoffen reicht eben allein nicht aus um Schäden zu vermeiden.
Was nützt Ihnen ein diffusionsoffener Aufbau, wenn über das Temperaturgefälle und die Raumluft ständig mehr Wasser in die Konstruktion gelangt als wieder heraus?

Die Planung eines Bades im Altbau kann nur in Abhängigkeit der konkreten Bedingungen vor Ort erfolgen.
Und wenn bei der Ausführung nicht mit Akribie, Sorgfalt und Sachverstand gearbeitet wird, nützt die beste Planung nix.
Deshalb verbeiße ich mir hier die Nennung von konkreten Regelaufbauten für Fußboden und Dach.
Nur soviel:
Grundsätzlich sollte der Fußboden im spritzwassergefährdeten Bereich dicht sein.
Und was die Wände betrifft:
Entweder man entfernt überschüssige Feuchte durch konsequentes Lüftungs- und Heizungsverhalten oder verhindert deren Eintritt in die Dachkonstruktion durch Dampfsperren bzw. -bremsen.

Viele Grüße