Aufsteigende Feuchtigkeit?



Aufsteigende Feuchtigkeit?

Hallo Fachwerk-Community,

bräuchte mal wieder Euren Ratschlag zu mein Haus.
Und zwar glaube ich das im Erdgeschoss, von Erdreich aus die Feuchtigkeit aufsteigt in die Mauern.

Aber die Erdgeschoss höhe ist fast genauso hoch wie drausen der Boden(Fußweg).

Hier mal die Fotos, da sieht man es recht gut drauf.

Meine Frage wäre wie ich das am besten mit einer Horizontalsperre und Vertikalsperre abriegeln könnte? Wollte ich dann schon selber machen, da unser Budget schon fast erschöpft ist.
Über das Injektionsverfahren hatte ich mich schon erkundigt, was dann auch wegfällt wegen hohe Kosten und halten tut dies auch nicht wirklich lange.

Falls Ihr mir dort weiter helfen könntet wäre ich Euch sehr dankebar.


Schöne Grüße

Torben





Die Fensterwand





Von Drausen die Wand mit Weg





Weg ausgeschachtet





Die unterste Ziegelsteinreihe ist auch die drinne im Raum.





Dort ist von drinnen in der ecke ja auch Feuchtigkeit zu sehn.





Ja die Ecke von Innen hatte ich vergessen.
Bis zum roten Pfeil ist die Feuchtigkeit.



Moin,



Ist Das Tonrohr , welches auf der Strassenseite zu sehen ist , vor der Betonstufe eventuell defekt?
und noch im Betrieb?
greets Flakes



Feuchte Wand



Die Mauer hat eine waagerechte Abdichtung.
Schauen Sie sich mal die Dachrinne am Rinnenkessel an.



Bodenniveau



Hallo,

auf dem Detailbild, wo auch die Abdichtung zu erkennen ist, sieht es so aus als ob der Weg oberhalb dieser Abdichtung gelegen hat.
Wie wäre es das Bodenniveau nahe des Gebäudes unter die Abdichtung zu verringern (und natürlich dafür zu sorgen, dass anfallendes Wasser nicht zum Gebäude läuft)?

Grüße,
Steffen



Horizontale Abdichtung



wie schon bemerkt wurde, es gibt ja eine horizontale Abdichtung über der 1.Ziegelschicht.(Teer oder Bitumenpappenstreifen)
Die gibt's auch schon in meinem Haus aus dem Baujahr 1910.

Wenn Mauerfeuchtigkeit oberhalb dieser Abdichtung zu sehen ist muß also auch die Ursache oberhalb liegen -
falls nicht die Abdichtung von Putzschichten überbrückt wird.

Dann bleiben als Ursache nur noch undichte Fallrohre/ Kanalisation evt auch Rückstau, Spritzwasser/ Schlagregen und Kondensfeuchte/ hygroskopisch wirksame Salzbelastung.

Die Ursache solltest du dann bei genauerer Untersuchung feststellen können.
Zuerst Entwässerung überprüfen/ reparieren

Den Bereich etwa 30-50 cm unterhalb des Bodenniveaus abdichten, ggf vorher verputzen.

Die überstehende Bodenplatte mit einer starken Abschrägung und Abdichtung zur Hauswand versehen.

Sockelbereich außen gegen Spritzwasser Abdichten und gute Rücktrocknung ermöglichen.

Um das Gebäude Kiesstreifen gegen Spritzwasser herstellen

Ggf im Wohnbereich Wände gegen Kondensfeuchte dämmen

Dann sollte das Problem hoffentlich erledigt sein-
Berichte doch was sich bei deiner Überprüfung ergeben hat

Andreas Teich



Aufsteigende Feuchtigkeit



Hi Torben,
das sieht sehr stark nach einem Abwasserproblem aus.
Also das Fallrohr, die Regenrinne und den Grundkanal auf Verstopfungen und Undichtigkeiten überprüfen und ggfs. beseitigen.
Damit ist das Problem sehr wahrscheinlich beseitigt.
Viel Erfolg.





Hallo, erstmal danke für die ganzen Antworten.

@flakes
Das Tonrohr an der Straße ist noch im Betrieb, ich weis das es oben etwas Kaputt ist, unten müsste ich mal genauer schaun.

@Böttcher
Von der Wasserrinne das Tonrohr ist schon mehrmals gebrochen, kann es einfach rausnehmen. Das müsste auf jeden fall erneuert werden.

@Steffen
Der Weg war ungefähr in der höhe wo der Putz anfängt. Etwas höher.
Hier ein Bild.
Den Weg auf Bodenniveau zu bringen ist ne gute Frage, muss ich mir mal durch den Kopf gehen lassen und noch mal genau den Hof anschauen, da ja auch dort der Rinnenkessel ist, da wüsste ich nicht wie ich den tiefer legen sollte oder an der Straße das Abflussrohr, was recht hoch sitzt.

@Teich
Wegen der Feuchtigkeit oberhalb der Sperschicht würde ich dann vieleicht vermuten, das der Weg über der Sperschicht lag.
Könnte es auch daran liegen, das Risse im Ausenputz vorhanden sind und vorher war an dieser Wand Klinker, die schon Fugenrisse hatten und das dadurch Wassen dorthinter gekommen ist?
Wenn ich mir jetzt die Lagen unter den Ziegelsteinen ansehe, vermute ich das erstmal Betongestrich kommt und dann Sandstein, doch bei Sandstein hatte ich gehört das der auch dolle Feuchtigkeit anziehen soll, kann es auch damit was zutun haben?
Also eine Drainage an der Wand langlegen oder eher ohne Drainage? Was ist mit der Wand zur Straßenseite, die ist ja mit Betong oder Putz zugemacht, müsste ich den dann zum trocknen der Wand entfernen oder trocknet das auch so?

@ESZTERMANN
Wenn das Abflussrohr von der Regenrinne defekt ist kann das echt soweit zum Haus gelangen?





Müsste hier der Putz/Betong zur Trocknung entfernt werden?





@Teich
"Die überstehende Bodenplatte mit einer starken Abschrägung und Abdichtung zur Hauswand versehen."

Meinste das so?



Abschrägung zur Bodenplatte



Ja genauso ist es gedacht
Wie es auch beim
Neubau gemacht werden sollte, damit kein Wasser auf der überstehenden Bodenplatte stehen bleibt und nach innen durchdringt.
Andreas Teich





Sollte ich das Bodennivieau echt herab setzen? Weil paar Sachen das erschweren würde wie zb.der Rinnenkessel und der Andere Gulli.
Gäbe es da noch andere Möglichkeite?

Hier noch mal ein Bild von den Hof.



Sämtliche



Abwasserleitung(en) bis ins Gebäude erneuern, ebenfalls Regenwasserleitung(en) erneuern.
Besondere Sorgfallt bezüglich der Abdichtung von Rohrdurchdringungen der Gebäudewand.
Fassadenputz bis 50cm oberhalb unterer Abschluß entfernen.
Defekte mauerziegel wenn möglich austauschen.
Kontrolle vorhandener horizontalen Sperrschicht auf Funktion.
Sockelbereich einschließlich Gründung egalisieren (glatt verputzen), Abschrägung am Übergang Betonfundament Wand.
Außenabdichtung erdberührter Bauteile einschließlich Bereich oberhalb Oberkante späteren Geländes.
Abdichtungsschutz bis Oberkante späteren Geländes. Außengelände (Weg) mit Gefälle von Gebäude weg herstellen.
Wenn nicht schon geschehen Becks Bierflasche entfernen, Gefälle der Fensterbank kontrollieren (wenn nötig nach außen ändern) und elastischen Fugenverschluß zwischen Fenster und Fensterbank herstellen. Auch bei den anderen Fenstern.
MfG
C. Heise





Da wäre wohl das Abflussrohr im weg.





Also werde den Graben noch etwas tiefer setzen, bloß was nehme ich für einen Putz genau, kann ich den dann auch für Sandstein nehmen? Unter dem Fundament kommt dann der Sandstein.

Putz entferne ich ca.50cm nach oben, aber was ist mit den Putz an der Hauswand zur Straße, wieviel mache ich dort genau weg? Von unten bis oberhalb des anderen entfernten Putz?

Das Abwasserrohr und das Rohr von Fallrohr zum Rinnenkessel waren beide beschädigt und werden ausgewechselt.
Bodennivieau werde ich ab den Rinnenkessel senken, Blumenbeet würd dafür auch entfernt und so dürfte das kein Problem sein.

Die Horizontalsperre müsste heile sein, gehe davon aus das es oberhalb Feucht geworden ist da der äußere Weg oberhalb der Horizontalsperre war. Vorher war auch in den Innenwänden Gipskartonplatten mit Styropor, was bestimmt auch nicht grad vorteilhaft gewesen sein muss.

@Heiße
Danke und Becks Flasche entfernt :-)



feuchte Mauer



Wozu der ganze Aufwand wenn nur ein eng begrenzter Bereich feucht ist?
Die Ursache muß auch in einem eng begrenzten Bereich liegen.
Wenn schon mal aufgebuddelt ist: fehlende Steine ergänzen, Verputzen (P III), mineralische Abdichtung bis über Fundamentkante, Sockelputz neu aufbauen.
Der Rinnenkessel ist das Ding aus dem das Fallrohr rauskommt.





Ah danke wegen den Rinnenkessel, da lag ich die ganze zeit falsch. Werde ich kontrollien.

Das Blumenbeet sollte eh weg, für einen weiteren Parkplatz.

Also von Raum ist die ganze Wand unter der Horizontalsperre feucht und noch etwas drüber, das geht zu ca.1/4 bei der nächsten Wand weiter. Ist ja sogesehen durchgehend von ein Punkt zum nächsten.



Feuchte Wand



Das es unter einer waagerechten Abdichtung feucht ist und oberhalb trocken ist logisch und normal. Hauptsache die waagerechte Abdichtung liegt unterhalb des Fußbodenniveaus.





Das ist aber jetzt in meinen Fall nicht gut, die Horizontalsperre liegt im Raum über der ersten Ziegelstein Reihe, die Wände sollten dann verputzt werden aber dort unter der Horizontalsperre würd der Putz immer feucht sein.

Was kann ich also am besten tun damit ich das Problem nicht mehr habe?



feuchte Wand



Normalerweise gibt es 2 Abdichtungen wenn der Fußbodenaufbau im Spritzwasserbereich liegt:
Die erste zwischen Fundament und erster Ziegelreihe (oder auf ihr) und die zweite oberhalb des Spritzwasserbereiches.
Wenn die obere von den beiden fehlt muß sie durch eine senkrechte Abdichtung kompensiert werden die verhindert das Spritzwasser von außen in die Mauer dringt.
Ihre untere Abdichtung sollte in bzw. in Höhe der Oberfläche EG- Fußboden liegen, sonst befindet sich Ihr Fußboden unterhalb der Erdoberfläche. Die senkrechte Fläche bis zur Abdichtung sollte innen abgedichtet sein (Dichtschlämme oder Schweißbahn und eine Einheit mit der Abdichtung des Fußbodens bilden. Die schützt auch vor Kapillarfeuchte wenn die untere Lage fehlen sollte.
Was dann noch fehlt ist eine Dämmung; bei Ihnen wird eine Innendämmung wohl die bessere Lösung sein.





@Böttcher

Danke Ihnen erstmal, kann ich auf dieser Dichtschlämme innen dann Knauf Rotband Haftputzgips auftragen oder ist da ein anderer Putz besser geeignet?



Gipsputz



Nach vollständiger Aushärtung der Dichtschlämme kann jeder Putz aufgetragen werden. Ob er in einem kondensatgefährdeten Bereich die beste Wahl ist bleibt abzuwarten.





Müsste ich bei der Dichtschlämme auch den Boden einstreichen, oder würde es auch reichen wenn ich etwa 10 bis 20cm mit die Bodenfläche mit der Dichtschlämme einstreichen würde?

Bei der Schweißbahn, nehme ich da vorher einen Bitumen Voranstrich und dann die Schweißbahn drauf?
Müsste der Boden auch mit eingelegt werden?

Der Boden ist ansonsten trocken.

Welche Variante wäre die bessere?





Wisst Ihr welche Ursache das sein kann?
Kann das durch Gipsputz kommen? Oder weil das Fenster nicht richtig abgedichtet Ist?

Ist beim Fenster.



Dichtschlämme?



Ich würde für solche Bereiche keinen Gipsputz verwenden, der ja nun voraussetzt, daß die Wand wirklich dauerhaft trocken ist und keinerlei Fehlstellen existieren.

Du kannst dir auch mal das Innenabdichtungssystem von Remmers ansehen, welches auch bei drückendem Wasser möglich sein soll- aber aufwändig ist.

Andreas Teich





Danke werde ich mir Zuhause mal genauer anschauen.

Welchen Putz nimmt man am besten für Wände die vieleicht nicht 100% trocken sind? Mir wurde Kalkzememtputz empfohlen.

Würde bei meiner Wand nach außen, innen irgendwie Kondenswasser oder was Ähnliches entstehen, wenn ich heize und draußen ist es kalt?

Habe ja bei Toom 45 Sack Knauf Rotband Haftputzgips bestellt, was die nächsten Wochenenden kommen müsste, wenn das mit den Putz ein Fehler wäre, würde ich den noch umgestellt, gegen einen anderen Putz.

Diesen Putz haben die auch dort: Hagalith Haftputz ff(auf Kalk Zement Sand Basis).



Putz



Ich würde entweder einen reinen Kalkputz nehmen und nur wenn höhere Stabilität gefordert ist einen Kalkzementputz.

Von baumit kenne ich einen reinen Kalkputz, der zudem günstig ist, unter 8,-€ je 40 kg Sack. So etwas gibts aber auch von anderen Putzherstellern.

Es gibt auch fast ganz weiße, die nicht mehr gestrichen werden müssen-die sind aber teurer und sind nichts wenn man es ganz weiß haben will.
Dann würde ich entweder mit Kalkfarbe oder mit Silikatfarbe streichen.

Wenn die Wände entweder durch Außen- oder Innendämmung oder eine Wandheizung warm genug sind gibts kein Kondensat innen an den Wänden.
Wenn das Haus ausgekühlt ist und dann bei warmer feuchter Witterung gelüftet wird sind dies ideale Bedingungen für Kondensatausfall.
Also entweder genug heizen oder nur Lüften wenn es kühler ist, also vorwiegend abends.

Andreas Teich





Danke Herr Teich,

Was ich mich jetzt aber noch frage, kann ich bei einen Kalkputz oder den Kalkzementputz einen Tiefengrund vorher auf die Wand bringen? Hatte diesbezüglich nicht so wirklich was finden können.

Der Kalkputz wäre ja echt günstig, wie dick darf man den aufeinmal auftragen und bräuchte ich nur diesen einen Kalkputz?
Oder müsste ich noch einen weiteren feineren oben auftragen?

Darf man auf einen Kalkzementputz Rauhfaser tapezieren oder ist darauf die Todesstrafe ausgesetzt?

Und noch ne frage, kann ich von diesen Putzen einen für den Nassbereich nehmen und noch verfliesen mit Flexkleber?


Sorry wegen den ganzen fragen.



Innenputze



Beim Putzaufbau und der Stärke am Besten den jeweiligen Empfehlungen der Hersteller folgen- sollte auch immer auf den Säcken stehen.
Die haben teilweise recht ähnliche, aber doch mit unterschiedlichen Eigenschaften und Körnungen.
Sonst findet man alle Angaben im Internet auf der Homepage der Hersteller.
Grundsätzlich die untersten Putzlagen fester als die letzten innen.
Festigkeitsklasse steht auf den Säcken.
Tiefgrund ist eigentlich unnötig bei rohem Mauerwerk.

Loses Material beseitigen,ggf mit Drahtbürste oder Drahtbesen drübergehen, gut entstauben und gut anfeuchten.

Allenfalls Vorspritz aufbringen kann günstig sein für bessere Haftung.

Eine Putzlage kann genug sein- es hängt davon ab, welche Optik du haben willst.
Normalerweise wird 2 lagig geputzt und die oberste Lage als feinerer Putz genommen.

Auf Kalkzementputz kann Raufaser geklebt werden- würde ich aber nicht, da die Tapetenkleister und die Tapete selbst ein guter Nährboden für Schimmel sind- zudem sollte der Untergrund für Tapeten ziemlich glatt sein.
Außerdem sieht die Putzoberfläche bei richtigem Verreiben ähnlich einer Rauhfasertapete aus.

Kalk- und Kalkzementputze sind für Feuchträume geeignet und günstig.
Ein weicher Kalkputz kann aber für Fliesen ungeeignet sein, da die Kleber höhere Spannungen aufbauen- besser zumindest CL2 statt CL1 nehmen-
das ist aber auch beim Putz angegeben, ob der für nachfolgende Verfliesung geeignet ist.

Bei Bädern wäre es günstig, nur die direkten Spritzwasserbereiche zu fliesen und die anderen Flächen nur mit Kalkputz zu verputzen, da diese die Luftfeuchtigkeit gut aufnehmen und später wieder abgeben können-
dadurch werden die Luftfeuchtigkeitsspitzen ausgeglichen.

Zu Putzen hat Georg Böttcher wohl reichlich Infos.

Andreas Teich