Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk, was tun?

09.04.2015 Soli1987



Hallo zusammen,

zu meiner Frage:

Wir haben ein Haus, Bj. 1952, Außenwände gemauert mit Schlackesteine, Sockel des Hauses ca. 60 cm vom Boden heraussen.
in dem Haus wurde nicht oft gelüftet und es ist nur teilunterkellert.
Nachdem wir größtenteils den Putz jetzt schon abgeschlagen haben, haben wir festgestellt das die Mauer von unten leicht feucht ist. an einer Stelle war dies deutlich zu sehen, da die Mauer dort einen Meter lang auch dunkler war.
dies ist ausgerechnet auch noch eine Wand die zwischen zwei Häusern ist ( an dem Haus ist ein Haus drangebaut) also kann die Feuchtigkeit höchstwarscheinlich nur von unten kommen. Rohrleitungen sind keine an der Stelle zu finden.

Die Tage war ein "Fachmann" da der mit einem Feuchtigkeitsmessgerät ums Haus innen gemessen hat und gesagt hat das es alles tropfnass wäre. Es muss unbedingt eine Horizontalsperre mit Silikon gemacht werden...
ich kann mir nicht vorstellen das dies der letzte Ausweg sein kann oder?

in dem Haus waren die ganzen Jahre Tapeten und an der Wetterseite war die komplette Wand zusätzlich noch im Styropor von innen tapeziert...

kann man hier vielleicht auch entgegen wirken mit speziellem Putz?
wir hätten jetzt mit Kalk-Gipsputz die Wände verputzt aber es gibt ja auch den Sanierungsputz.

vielleicht hat jemand ein ähnliches Problem und kann mir helfen...



Feuchte Wand



1. Lassen Sie solche Leute nicht mehr ins Haus.
2. Suchen Sie sich jemanden (einen Fachmann) der Ihnen nichts verkaufen will und nicht gleich von aufsteigender Feuchte anfängt. Der soll sich das mal ansehen und ihnen(schriftlich) Vorschläge machen ob Sie überhaupt was machen müssen und wenn ja was.
3. Bezahlen Sie ihn dafür, üblich sind Honorare auf Stundenbasis zwischen 70,- und 100,- €.



Mauerfeuchtigkeit



Feuchtigkeit kann vielerlei Ursachen haben- bei geringer Lüftung ist auch Kondensatausfall möglich.
Wenn der Putz abgeschlagen ist ( ich nehme an der Innenputz?)
würde ich mit reinem Kalkputz verputzen.

Keinen Kalk-Gipsputz verwenden, da Gipsbestandteile bei Feuchtigkeit ungünstig sind.

Da Gebäude aus dem Baujahr üblicherweise dünne Wände mit schlechtem U-Wert haben und ihr ohnehin beim Sanieren seid wäre es sinnvoll über eine Dämmung nachzudenken -außen oder innen.

Damit würde auch mögliche Kondensation feuchter Raumluft an den kalten Außenwänden vermieden werden,
gleichzeitig werden die Wohnverhältnisse deutlich angenehmer und natürlich Energie gespart.
Ebenso sind dabei KfW Kredite und Zuschüsse möglich.
Voraussetzung dafür wäre ein Energieausweis-falls nicht schon vorhanden.
Dieser wäre auch für alle weiteren Maßnahmen sinnvoll-auch für Auswahl und Dimensionierung einer evt neuen Heizanlage.

Soweit möglich außen Spritzwasserbelastung des Gebäudesockels vermeiden, zB durch einen Rundkiesstreifen entlang der Fassade.

Was habt ihr sonst noch an Sanierungsarbeiten vor?

Bei einem 50er Jahre Gebäude dürfte eine Totalsanierung fällig sein.
Dabei aber ein Gesamtkonzept erstellen, sonst wird's aufwendig, teurer und technisch minderwertig.

Die jetzt auftretende Feuchtigkeit wird durch gutes Lüften und Dämmung beseitigt oder zumindest stark reduziert werden.
Erst danach sollten weitere Maßnahmen überlegt werden.

Macht noch Bilder von innen und außen damit sich die Situation und mögliche Maßnahmen besser beurteilt werden können.

Andreas Teich





Ja, wir sind im Moment dabei den Putz innen komplett zu entfernen, da hier auch ordentlich mit viel Sand gearbeitet wurde und er sowieso schon von der Wand bröselt.

Richtig... wir haben eine Mauerstärke von gerade mal 24 cm. Hätten eine Dämmung aus Steinwolle ins Auge gefasst aber der "Fachmann" meinte das man dann noch alles schlimmer macht mit einer Dämmung weil das Haus dann komplett verschlossen wird und von innen "zusammenfaulen" würde.
Ja, der Meinung waren wir eben auch.

Wir hätten das Haus ringsrum aufgegraben (an einer Seite soll eh ein Kellerabgang entstehen) und hätten es mit Bitumenmasse und Noppenfolie versehen.
wie ist das gemeint mit dem Rundkiesstreifen?
Drainage ist bei uns leider nicht möglich.

An Sanierungsarbeiten haben wir viel vor :) wir möchten alles was nötig ist neu machen.
Neue Wasserleitungen, Heizung (Gastherme), neue Stromleigungen, Dachisolierung und Eindeckung, Zwischenboden EG/OG erneuern und dämmen, Kellerdecke dämmen usw... also eine Kernsanierung :)

Bilder anbei...





weiter Bilder habe ich in meinem Profil hochgeladen...



Feuchtigkeit



ja das sieht nach Arbeit aus...

Gegen Spritzwasser einen Kiesstreifen, ca 50 cm breit mit runder Kieskörnung außen entlang den Hauswänden aufbringen.

Habt ihr einen Energieausweis ?
Auswahl der Therme bzw Heizung und Heizflächen kann sinnvollerweise erst nach Berücksichtigung und Berechnung aller Dämmmaßnahmen erfolgen.

Wenn außen alles abgedichtet ist würde ich auch die Kellerwände dämmen-dazu ggf mit Schaumglasschotter die Verfüllung machen, dies mit Geotextil einpacken.

Danch sollte keine Feuchtigkeit mehr in der Wand aufsteigen können, bzw diese schon im Keller verdunsten.

Anschließend wäre eine Dämmung der Außenwände sinnvoll- im Spritzwasserbereich-ca 50 cm hoch mit beständigerem Dämmmaterial-ansonsten besser Zelluose nehmen.

Du kannst mir bei Fragen eine mail schreiben

Andreas Teich





oh ja :)

ah, jetzt verstehe ich.

Energieausweis haben wir leider nicht.
Wir hätten uns jetzt eben für eine Gasheizung entschieden und möchten aber den größten Teil mit Schwedenofen heizen.

ich schick dir mal ne Mail :)





Hallo Soli 1987

man kann an einem Haus viel machen. Ich bin auch immer dafür, möglichst viel von der alten Bausubstanz zu erhalten.

Aber macht es immer Sinn????

Was ist von ihrem Haus noch da, wenn sie totalsanieren??? Das Grundstück und ????? Alles andere müssen sie anpacken und erst einmal beiseite räumen um etwas neu zu machen.

Mein Elternhaus ist von 1960 (massiv, 2-schalig und mit Betondecke), keine Feuchteschäden, Horizontalabdichtung vorhanden, 1976 um 1/3 vergrößert und neu eingedeckt. Dann 2007 noch mal Totalsanierung, Dach komplett gemacht, Dämmung auf den aktuellen Stand gebracht, Heizung total überarbeitet, neue Fassade, neue Fenster, neue Raumaufteilung, neue Zimmertüren, neue Böden und, und ……………

Jetzt nutzt es meine Tochter mit Familie. Im Vorfeld hatte ich entschieden, das „Elternhaus“ zu erhalten. Aber es war wahnsinnige Arbeit und von den Kosten ein Neubau.

Ich kann aus dieser Erfahrung nur raten, im Vorfeld auch die Überlegung für einen Neubau in Erwägung zu ziehen.

Bei einem Fachwerkgebäude mit historischer Fassade wird man natürlich so schnell keinen Neubau in Erwägung ziehen.

Viel Erfolg wünscht
Heinz-Josef



"aufsteigende" Feuchtigkeit



Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit ist nicht so typisch. Ich würde eher nach Ursachen von oben suchen, z.B. defekte Leitungen, schlechte Dachanschlüsse, Kondensation durch unzureichende Dämmung usw. Ist das eine gemeinsame Brandmauer, oder hat es einen Luftspalt ?

Bilder von dieser gemeinsamen Wand wären gut... innen und vor allem aussen.

Wie viel Dachüberstand hat das Haus ? Bei einem Haus dieser Machart scheint nur eine Aussendämmung sinnvoll. Der "Fachmann" scheint keiner zu sein, gerade Steinwolle ist sehr diffusionsoffen.

Ueber Putz auf Schlackesteinen wurde hier schon geschrieben, wer sucht der findet.

Rundkiesstreifen - der Gedanke ist das Regen versickert statt an einer harten Oberfläche an die Fassade zurückzuspritzen.

Zwischenboden EG/OG erneuern und dämmen - warum dämmen ? alles beheizt. Hauptkriterium ist Trittschall.

Ich würde auch eine Aufstellung der Gesamtkosten verglichen mit einem Neubau machen.





Hallo,

wir haben jetzt am Wochenende mal bei der Mauer wo die Feuchtigkeit sehr ersichtlich ist ein bisschen runtergebuttelt und festgestellt das unter dem Boden nach einer 1/2 cm dicken Estrichschicht und einer ca. 8cm dicken Betonschicht nasser roter Sand kommt...
Das kann schon sehr sicher die Ursache sein warum die Mauer unten feucht ist.
Unser Plan wäre jetzt runtergraben soweit es geht und eine Folie rein und dann Bodenaufbau mit Schotter, Beton, Dämmung usw.

Dachüberstand an den Seiten ist keiner vohanden. Nur die Regenrinne steht über.
Danke für die Meinung, mit einer Außendämmung wären wir uns auch sicher.

ok, dann werde ich mal suchen wo ich die Infos zum Putz finden kann :)

Kostenkalkulation haben wir schon durch. Neubau kommt für uns nicht in Frage.

Gruß Andrea