Aufsparrendämmung ohne Dampfbremse

09.02.2016 Miesch



Hallo zusammen,

Ich stehe kurz davor mein Dach neu eindecken zu lassen bzw. habe ich mich zusätzlich für eine Aufsparrendämmung aus Holzfaser von Steico entschieden. Zwischen den Sparren ist ein Alte Glasfaserdämmung, die ich sukzessive mit dem innen Ausbau erneuern will.
Ich Habe mich für die Aufsparrendämmung entschieden weil mir der Dachdecker gesagt hatte das keine zusätzliche Dampfsperre eingezogen werden muss.
Ich bin mir nun allerdings etwas unschlüssig ob dem so ist, zumal er in seinem Kostenvoranschlag nur von den Dämmplatten und einer Luftdichtheitsbahn spricht.
Die Luftdichtheitsbahn kommt doch aber auf die Platte und unter die Unterlattung/ Ziegel oder?
Ich bin mir etwas unschlüssig ob das ganze richtig ist?!
Wie seht ihr das?



Kosten ?



Dicke Aufsparrendämmung kostet viel, ist schwer (Statik), und hat einen schlechteren WLG als leichtere Dämmstoffe. Auch die Proportionen des Dachs werden unter Umständen beeinflusst.

Das würde ich mir also noch einmal gut überlegen.

Die Luftdichtheitsbahn / Unterspannbahn kommt aussen drauf.

Dampfbremse, NICHT Dampfsperre ist eigentlich nicht so teuer...



Aufsparrendämmung



Ist das Dachgeschoß schon ausgebaut?

Wenn Ja, dann zwischen den Sparren mit Steico-Flex dämmen,

darauf dann die Luftdichtungsbahn, darüber Steico universal

60 mm, Konterlatten und Dachlattung.

Grüße, Gerhard



Okay



Danke für die schnellen Antworten.

Also hat das doch alles Hand und Fuß…. Schön.
Ihr sagt also lieber keine Mineral/Steinwolle für die Zwischensparren verwenden.
Mein Plan wäre dann auch 160mm Steico Flex zwischen die Sparren zu klemmen. Laut U- Wertrechner komm ich dann mit meiner 60mm Aufsparrendämmung auf einen Wert von 20, trotz des schlechteren Dämmverhaltens. Und ich kann mir die Dampfbremes sparen.
Wegen der Statik hab ich keine Bauschmerzen. Ich habe ein Doppeltes Sprengwerk und das ganze ist mit Doppelbiber aus Beton gedeckt. Ich glaube da geht schon einiges von Last runter mit der neuen Eindeckung.



Winddichtung



von einer Winddichtung war nie die Rede,

Zwischen den Dämmebenen schreibt Steico eine Lufdichtungsbahn vor.

Grüße, Gerhard



Dampfbremse...



Wenn ich den Aufbau ansehe, dann sagt mir u-wert.net dass es Tauwasser gibt wenn ich die Dampfbremse weglasse. Man kann da natürlich lange diskutieren dass das System Einschränkungen hat, aber wenn die Warmlampe blinkt dann sollte man das nicht einfach ignorieren...

Holzweichfaserplatten können unter ungünstigen Bedingungen durchaus als Habitat für Schimmel dienen.

Nachdem es sich um eine schrittweise Sanierung handelt, meine Vorschläge:

- Allfällige Risse usw. auf der Raumseite abdichten.
- Raumseitig mit einer Latex-Farbe oder Sanierungstapete
beschichten.
- Wenn die Dämmung und der raumseitige Aufbau neu gemacht wird, eine feuchtevariable Dampfbremse installieren.



Mit



Steico Universal-dry funktioniert es genauso.

Grüße, Gerhard



Dachdämmungsvarianten



Ist die Dachdeckung undicht und nicht mehr reparabel?
Wie ist der jetzige Aufbau?
Können nur die Sparren bleiben oder auch eine evt Holzschalung?
Wie soll die Innenansicht sein?
Gib noch Sparrendimension und lichten Abstand an.

Aufdachdämmungen werden gerne von Dachdeckern empfohlen, weil bei dieser Variante die Wertschöpfung beim Dachdecker bleibt und (fast) keine Eigenleistung erfolgen kann.

Ich würde die nur dann nehmen, wenn die Sparren unbedingt als Sichtsparren bleiben sollen und die Veränderung der Außenansicht keine Rolle spielt.

Bei wie üblich außen überstehenden Sparren stellen diese bei Aufdachdämmung jedoch eine Wärmebrücke dar und die Fugen sind nicht so dicht wie bei Zwischensparren oder Untersparrendämmung.
Bei Kombinationsdämmungen sollte für besseren Hitzeschutz die schwere Dämmung an der Rauminnenseite angeordnet werden.

Günstig wäre es, außenseitig eine durchtrittsichere Unterdachplatte zu verwenden, dann Zwischensparrendämmung zb mit Zellulose, ggf Sparren Aufdoppeln falls Erhöhung der Tragfähigkeit oder größere Dämmstärke sinnvoll ist.
Innenseitig quer über die Sparren Holzfaserplatten mit Nut und Feder anbringen- diese sorgen gleichzeitig für die notwendige Luftdichtheitsebene-
anschließend können die mit Kalk- oder Lehm verputzt werden

oder auf den Holzfaserplatten eine Installationsebene mit quer zu den Sparren verlaufender Unterkonstruktion für Gipsfaser- oder anderen Platten herstellen.

Schornstein mit mind 50 mm unbrennbarem Dämmstoff verkleiden-je nach örtlichen Bestimmungen.

Übergänge zu Wänden, Schornstein, Kehlbalken, Pfetten etc luftdicht herstellen.
Ansonsten ist bei diffusionsoffenen Aufbauten keine Luftdichtung als Folie notwendig- nur Konvektion muß verhindert werden.
Wenn eine Folie als Dampfbremse ud gleixchzeitig Luftdichtung verwendet werden soll genügt eine mit einem Sd-Wert von ca 2 m, die besser sommerliche Rückdiffusionermöglichen als solche mit hohen Sd-Werten.
Ein Foto von innen hilft zur Beurteilung.

Andreas Teich



und ...



... funktioniert das auch noch mit einer versifften Glaswolledämmung ?

Latex-Farbe wird in den USA weithin als Dampfbremse verwendet.



Glaswolle



Siehe ganz oben...

"Zwischen den Sparren ist ein Alte Glasfaserdämmung, die ich sukzessive mit dem innen Ausbau erneuern will."



Aufdachdämmung



Wie ich geschrieben hatte-
gerade weil es praktisch nur vom Dachdecker ausgeführt werden kann und kaum jemand in Eigenleistung erbringt,
werden Aufdachdämmungen -verständlicherweise- wegen dabei höherer Umsätze von Dachdeckern empfohlen.

und nicht unbedingt weil es die technisch sinnvollste, energieeffizienteste und günstigste Möglichkeit ist.

Raumseitig verlaufende, schwere Holzfaserdämmungen zB sind vom Hitzeschutz her günstig und wegen geringerer Wärmebrücken.

Andreas Teich



???



Ich vermute jeder weiß was von mir gemeint war,
ohne dass wir uns weiter darüber auslassen müssen..

es wurde schon erläutert und kann auch in entsprechenden Dachdecker-Marketingpublikationen nachgelesen werden.

Andreas Teich



Oh



Oh da hab ich ja was losgetreten....
Aber mal eine Frage zu der U wert Rechnung.
Die zweite Position ist dann aber eine durchgehende Holzschicht?! Da passt doch dann die Rechnung nicht? Ich hab mir auch mal etwas gebaut so wie ich es verstanden hatte oder haben wollte. Danke für den Tipp mit uwert.net





Okay,

das wird sich dann aber als schwierig erweisen, das haus wurde um 1900 gebaut und da liegen keine Balken sondern Baumstämme im Gebälk die nicht unbedingt alle in einer flucht bzw. eckig sind.
Also muss ich ja mit einer Unterlattung erstmal alles auf Niveau bringen.
Das klappt nicht alles so wie ich mir das vorgestellt habe. Von einer Sub and Top Dämmung von außen bin ich auch nicht wirklich überzeugt.
Ich seh schon … innen alles endkernen und eine Dampfbremse anbringen ist wohl das sicherste.
Und leider auch mit dem größten Aufwand verbunden ?.
Aber danke für eure schnelle Hilfe!





Momentan sind Holzpaneel dran, die nicht mehr unbedingt dem Schönheitsideal entsprechen.?
Mein Problem ist nun auch das die Giebelseiten mit Gipskarton verkleidet sind und die Zwischenwand zum Giebel dann auch eingerissen werden müsste.
Ich glaub es gibt für mich nur zwei Sachen, Zwischensparrendämmung von außen oder alles einreißen und von innen dämmen mit Bremse.
Das zweite wird natürlich Zeitaufwändiger für mich und nimmt sich vom Preis her nicht viel mehr als von Außen Dämmen zu lassen….
Der Preis Spielt hat auch leider bei mir eine rolle.
Ist doch alles kacke wenn es nicht so läuft wie man sich das vorstellt.
Aber das mit U-wert.net war eine gute Info … ich hab alle Eventualitäten mal durchgerechnet ?