Herkunftsbestimmung eines Kaminaufsatzes

16.01.2013 Gast



Ich habe vor dieses Ungetüm in meinem Garten als Decoakzent zu verbauen. Ich verbaue gern historische Baustoffe wie Zäune, Gußfenster etc.
Ich hätte nur gern bei Nachfragen gewußt, was das genau ist.
In welcher Region es verbaut wurde, wie es genau heißt und vielleicht auch die Zeit in der es im Einstz war. Ich habe mir schon zig Umgebinde-Häuser angeschaut zB.in der Ober-Lausitz.

Es sieht aus wie Kaminaufsatz, 4-teilig mit Deckel. Hinter den vorgesetzten Halbschalen, die oben und unten offen sind, ist jeweils ein Zugangsloch zum Kamininneren. Onkel Google hat aber bildermäßig nichts gezeigt.



Kaminaufsatz



Für mich sieht das aus wie ein Pflanzkübel für Kräuter aus chinesischer Heimarbeit.

Viele Grüße





Könnte auch ein alter Erdbeertopf sein.



Wenns



aus China kommt wär es eher aus Plaste..... ;-)
Mich machen die Löcher nach innen stutzig, wär dann vielleicht ein Ofenaufsatz zum Räuchern ?





Entschuldigen sie bitte aber ich suche ernsthaft nach stichhaltigen der Anfrage entsprechenden Hinweisen.
In meinem Text steht, dass die Halbschalen oben wie unten offen sind. Wie sollen da Kräuter oder Erdbeeren drin wachsen?
Der einzige brauchbare Hinweis kam von creuzburger wobei Keramik kein Plastik ist. Auf die Signatur, die ich da lese, möchte ich nicht eingehen.
mfG
Matthias



...



Hallo Georg,
wußte gar nicht, daß chinesische Heimarbeiter Industrietechnik in den Hütten haben ...

Hallo crauzburger,
chinesisches Porzellan ist an die 1.000J. älter als unseres ...

Matthias, Detailphotos könnten hilfreich sein.
Das Material ist Industriesteinzeug, wie es in techn. oder Haushaltswaren Manufakturen hergestellt wurde. Solche Glasuren gab´s auf Back- Kochgeschirr, Fliesen und technischen Teilen für Produktionen, Sichtinstallationen und Pflanzgefäßen. In den Staaten wurden solche auch schon verwendet, entweder Kopien von uns oder importierte.
Die Produktion könnte aus D sein Aber auch aus ganz Zentraleuropa nebst GB.
Die äußeren sind obersten Teile sind aus einer Gefäßproduktion und zumindest das untere mit den Verstärkungen ist techn. Keramik.

Das Teil sieht aber nicht nach Großserie aus. Eher nach einer "genialen" Idee, welche sich nicht durchsetzen konnte.

Ist die Glasur durchsichtig oder farbig?

Gruß Walter





Danke Walter für deine erste Einschätzung.
Nun liegt das Teil im Moment unter einer großen Schneedecke bei uns im Sauerland. Ich werde aber zeitnah Detailfotos liefern.
Die Glasur macht den Eindruck durchsichtig zu sein. Bläuliche
Farbflecken die bei der Herstellung durch einen Ofenbrand entstehen sind zu erkennen.

Bilder folgen.



Naja



ich hab ja auch nich geschrieben daß es chinesisches Porzellan wäre... ;-)
Eher anders rum ;-))

Die Glasur sieht so aus wie ich es auch von alten Gebrauchsgegenständen wie z.B. Einlegetöpfe, Schüsseln u.ä. kenne, gesehen hab ich so in der Art aber noch nix ähnliches

Vielleicht hat ja noch wer ne lustige Idee..





.





Erdbeertöpfe





Sie müssen natürelich Erde rein tun, dann wachsen da auch die gleichnamigen Beeren drin.
Übrigens, weil die reifen Beeren nicht auf der feuchten oder nassen Erde liegen verfaulen die auch nicht.





… und verschieden Kräuter bedürfen auch recht verschiedene Feuchteangebote, so was funktioniert in solchem Topf auch recht gut.
Dank der “aufsteigenden Feuchtigkeit“. Die nimmt nämlich nach oben hin immer ab.
Man würde als oben die Kräuter mit dem geringeren Feuchtebedarf einpflanzen.

Es gibt zwischen Himmel und Erde viele Dinge die wir nicht kennen oder nicht verstehen, deswegen muss man aber nicht rummotzen lieber Gast.



Als



Erdbeer Pflanzgefäß völlig ungeeignet,das ganze trocknet im Sommer ratzfatz aus.
Kaminaufsatz...wenn man da ein Rohr durchführen kann...max .vergrößerung der Oberfläche..Strahlungshitze...sowas fällt mir dabei ein.

Grüße Martin



Moin,



könntest du die Dinger nochmal nebeneinander stellen und von oben reinfotografieren?

Aus dem Material sind bei uns die älteren Kanalrohre.....

Gruss, Boris



na prima



eine Schornsteinbewässerungsanlage



Wer weiß --



-- vielleicht handelt es sich bei diesem Gebilde um ein
Kunstobjekt eines verkannten "Künstlers", der ev. nicht mehr lebt und daher keine Aufklärung mehr geben kann.
-



Erdbeertopf



Hallo Martin,
schon lange nichts mehr gehört.
Habe zwar für Anonyme so wenig übrig wie für andere fehlegeleitete. Aber so gibt´s auf Mathhias Kosten wenigstens etwas Spaß.

Hab´vor ~ 40 J. schon mal so was gesehen. Ohne den untergestellten Sockel und Deckel. Damals wollte der Besitzer mir das selbe erzählen. Auf mein Zweifeln sagte dieser, es funktioniere nicht.

Klar, Pflanzenschnecken u.ä. sind uns bekannt. Auch die Sache mit dem Microklima. Und daß Erdbeeren keine Tiefwurzler sind, wodurch sie auf so eine Grundhöhe keine sinnvolles erzeugen können.

Deshalb auch Eingangs den höflichen Verweis auf eine Schnapsidee. Nur hat diese Idee nicht so viele Umdrehungen wie es dünkt.

Diese Keramikart ist heute fast ausgestorben. Sie gibt es in einer fast unüberschaubarer Vielfalt, die heute noch gebräuchlichste ist das grobe englische Steingut. Es ist Steingut, manchmal auch als Steinzeug betitelt, egal ob es welches war oder nicht.
Viele hier kennen sie noch als Kanalrohre, andere als Gärfässer. Die sinnvollste ist heute für Lebensmittel nicht mehr erlaubt. Dank der verwendeten Hochofenschlacke als Zuschlag - hier ungiftig, aber dafür sehr sinnvoll! Aus der Schlacke kommen die reduzierten blauen Stahlausblühungen sowie braunbleischimmernde Manganausblühungen.
Je nach Zuschlagstoffen und etwaigen Glasurzusammensetzungen entstehen diverse biochemische Reaktionen, wie Elektrolyse. Seit den 30ern wurden die verschiedenen Zusammensetzungen perfekt eingesetzt. Heute wäre es wichtig, daß jemand das Wissen aufgreift und weitergibt.
Wenn Du das Gefäß in Grundwasser oder Schlamm setzt, kann so ein Cocktail tatsächlich ein Microklima ohne Pflanzenwurzeln erzeugen. Deshalb sieht der Ton von guten Pflanzenschnecken auch so "primitiv" aus. Eine gute derer Schnecken funktioniert aber immer besser wie diese Schnapsidee, wobei ich hier den Geschmack der Erdbeeren aus Unwissenheit ausklammere.


Wollte an sich ein paar Bilder von Innen abwarten. Jedoch ist das Frühjahr noch weit weg.

Gruß Walter

Meine Küchenuhr ist aus einer modernen englischen Masse. > 1.300° gebrannt.



Küchenuhr



etwas aufgehellt, um die oberflächenstruktur der Masse sichtbar zu machen.



Das



Teil könnte aus Großalmerode/Hessen kommen.
Der Ort ist bekannt für seine salzglasierten Tonprodukte.
Dort gibt es auch ein Keramikmuseum, vielleicht wissen die mehr.

Mit freundlichen Grüßen
Danilo



"Kühlelement"



Könnte es eine Art Kühlelement in Kombination mit einem Druckverteiler sein, z.B. für eine Art Kesselauslass oder einen speziellen Verbrennungsofen?

Vielleicht gibt es im Web alte Kataloge der Hersteller als PDF o.ä., wie es auch bei Dachziegeln und Zierelementen fürs Dach der Fall ist.





Herr Hofacker

entweder es funktionirt etwas anders... ALS
oder eben genau o. ähnlich... WIE

Im Zweifelsfall "als wie" ;-)





wenn man unter "chimneypot" die Bilder ergoogelt, findet man zwar allerhand keramisches, was so ähnlich ist, aber so etwa spezielles nicht.

Nun kann das ganze ja auch aus zentral Andalusien oder Hintersibirien stammen, da hieße es dann sicher anders.

Könnte ich mir aber durchaus vorstellen das es ein(oder mehrere) Kaminköpfe sein könnte, wenn ich auch nicht glaube, dass man ein dreiteiliges Ding oben auf das Dach gestellt hat.

Die Glasuren sind ja auch unterschiedlich, vielleicht hat nur jemand die Dinger aufeinandergestellt.

Gruß G

p.s. Putzig ist, dass der Erdbeertopf-Link von oben eben dieses Bild aus diesem Thread als Ergebnis der Bildersuche schon auswirft!
so schnell bilden sich Legenden...





Ja, das kann sein und danke für den chimneypot als Suchbegriff.
Das hellere Gebilde könnte eins zuviel sein.
Hab es aber so bekommen.
Bin auf meiner Suche noch nicht weitergekommen, heißt das es wohl ein Kaminaufsatz ist aber speziell diese Bauart hätte ich gern per Bild aufgebaut gesehen. Stehe gerade mit Firma www.kaminpot.de in Kontakt. Die erklären unter anderem schön die Funktionsweise auf ihrer Webseite.

Der anonyme, fehlegeleitete und motzende Matthias bleibt also am Ball und versucht den Schlamasel aufzuklären.
Seid mir nicht böse wenn ich so kurz angebunden bin.
Tempus fugit - carpe diem





"Bin auf meiner Suche noch nicht weitergekommen, heißt das es wohl ein Kaminaufsatz ist "

Das iss ja mal ne bestechende Logik, ich bin platt.

Ich empfehle mal einen Besuch bei den Schornsteinfegern



Kaminkopf



zu erst einmal ist festzustellen, daß alle 3 Glasurfarben aus einem Brand kommen können. Auch, wenn sie aus mehreren Bränden stammen, hat dies hier keinerlei Relevanz.

Interessant wäre eine hypothetische / reale Funktion als Kaminkopf...
Viel Spaß beim Googeln.



@ Matthias



wie kommst du auf die Idee Kaminkopf?

Hallo Walter,
ja lang nix mehr von mir hören lassen,alles noch zu wackelig...
Als Kaminkopf könnte es ja auch nur da funtzen ,wo der Regen eher selten ist,beim ersten Blick fielen mir marokkanische Dachlandschaften ein,da werden Schornsteinköpfe ja noch als Kunst zelebriert.
Wobei deren Form und Funktion eine andere sind,in Bildern gekrost aber nix vergleichbares gefunden.
Vielleicht doch ne spezial Tajine? ;-)

Grüße Martin





Ich habe mit dieser Firma kontakt aufgenommen.
http://www.kaminpot.de/
Dort ist über den historischen Kontext weiter über die Funktion der Aufsätze alles sehr schön beschrieben.

Die Antwort der Firma hier als Zitat:
ja, das Teil ist ein Schornsteinaufsatz. Der Sockel ist für den Übergang auf den rechteckigen gemauerten Schornstein da, vermutlich im Mauermaß, also ca. 14 / 26 Innenmaß, dann kommt die Erhöhung, Vermutlich mit seitlichen Schlitzen, wodurch die Windeinflüsse minimiert bzw. der Zug bei Wind verbessert werden soll. Das folgende Teil scheint noch mal eine Art Verlängerung darzustellen, evt. um mit dem Schornsteinkopf den Hausfirst zu erreichen oder zu überragen. Evt. wurde das Teil auch mit dem Deckel zusammen verkauft, der bei (temporärer?) Schornsteinstilllegung zu empfehlen ist, damit es nicht rein regnet und das Mauerwerk durchnässt. Das würde auch zu den Schlitzen oben passen, durch die man auch bei „gedeckeltem“ Schornstein dann weiterhin eine Durchlüftung sicher stellen kann.
Wir sitzen hier in der Nähe von Frechen. Zumindest den 2ten Teil des Aufsatzes sieht man hier noch vereinzelt an älteren Häusern, also Anfang 20igstes Jahrhundert, ich maile Ihnen mal ein Foto. Hier ansässig ist noch ein Rest der ehemalig großen Produktion der Steinzeug AG, Cremer/Breuer, Keramion (mal googeln). Die waren bis zum Aufkommen der Kunststoffkanalisationsrohre ziemlich gut im Geschäft im Bereich Abwasserentsorgung. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Art von Aufsätzen auch hier in der Ecke mit produziert wurde, evt. auch nur für einige Jahre versuchsweise. Im Bereich keramische Schornsteininnerohre, die nach dem zweiten Weltkrieg ein Thema wurden, war Cremer / Breuer nie tätig. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass dieser Produktionszweig „Schornstein“ schon vor dem Krieg wieder eingestellt worden ist.Ich habe diese Art Aufsatz vereinzelt auch schon in Belgien gesehen.

Hiermit vielen Dank an Herrn Wolf Dörrenberg für seine
Bemühungen und die Zeit, die er sich für eine nette Antwort
genommen hat.
Das angekündigte Bild poste ich hier noch.

http://www.chimneypot.com/



Martin,



danke, daß wenigstens Du mich verstehst ...

Deine Tips zum Garten waren Perfekt.
Obwohl ich selbst skeptisch war, hat die Berliner Neuzüchtung tatsächlich Erfolg gebracht. Und die Windeln wegen den brauchbaren Mischungen und Sorten konnte ich gleich wieder ausziehen - im Gegensatz zu allen Grundstücken außen herum kamen alle möglichen angestammten nett verteilt und gleich mit 50 % Flächendeckung. Zierrasen & Co wächst eh´ nicht und das Berlinerhielt die Oberfläche des puren Lehmsand gut feucht.
Dank dem Klima wuchsen in 12 einige uralte Pflanzen sehr hoch, welche ich nicht einmal kenne. Nicht einmal der freie Naturschützer kannte 50 % von denen.
Bilder gibt´s in Herrenmühle, fb.
Der Rest direkt.

Tja, das mit dem Kaminkopf ist so `ne Sache ...



kaminaufsatz



Ha genau dieses teil hab ich schohn einmahl in Bautzen gesehen
es war bei einem abrisshaus BJ ca 1900 auf dem entlüftungsrohr der aussentoiletten angebracht etwa im 4 stock hatte mir schohn überlegt es ab zubauen
aber es ging den weg allen bauschutz.