Aufdachdämmung mit Schilfplatten

12.05.2014



Guten Abend,

was spricht gegen eine Aufdachdämmung mit Schilfplatten.

Den Vorteil sehe ich darin, dass man im Gegensatz zu einer Holzweichfaserplattendämmung keine Sichtschalung benötigt wird und zu einer Zwischensparrendämmung die ganze "Verkleidung" samt Folien entfällt.

Anbei mal ein Foto vom vorgeschlagenen Aufbau des Herstellers.

Der Aufbau erscheint recht simpel und ohne zig verschiedene Komponenten, wie bei anderen Aufbauten.

hier noch ein Praxisbeispiel:

http://www.hiss-reet.de/bauen-mit-reet/naturbau/praxis/aufsparrendaemmung.html

Was sagt man hier im Forum dazu?

Hat jemand Erfahrung damit?



Guten Abend,



Es spricht nichts dagegen. Sichtschalung ist auch bei Holzweichfaser nicht zwingend erforderlich.
Der Brandschutz würde mir da mehr Sorge bereiten.
Mit Grüßen
Danilo



Argumente und Überlegungen



... gibt es einige...
z.B. sind die Kosten zu nennen: der genannte Aufbau kostet allein materialseits für die Dämmung rund 55€/m²... uuups...
Der genannte Aufbau ist nicht EnEV-gerecht... EnEV-Ausnahmen werden schwer zu begründen sein bei Aufsparrendämmung... uuups, wird also nochmal teurer...
Wer beispielhaft Biberschwanz als Einzeldeckung ohne Abdichtung für eine Neudeckung empfiehlt, hat den Schuss nicht gehört...

Da reitet jemand hübsch auf der Öko-Bio-Backtonature-Welle mit und teilt unter der Hand mit, das das Zeug aus Polen, Rumänien, Türkei stammt, was ja per se nicht weiter schlimm ist... Puristen sollten aber aufhorchen...

... Nur mal so auf die Schnelle...



Alternativen?



Danke für die Antworten.

Welche erprobten Alternativen gäbe es?

Weichholzfaserplatten ohne Sichtschalung 160mm?

Wieso wird eig. keine Dampfbremse innen benötigt?



Definiere



... doch einfach mal Dein Ziel oder Deine Absicht...





Guten Morgen,

da die Unterspannbahn fehlt muss das Dach ohnehin abgedeckt werden, dabei werden dann dann die Sparren aufgedoppelt und im Zuge dessen soll das Dach energetisch optmiert werden.

Mit welchem Material weiß ich noch nicht.

Die Aufdachdämmung scheint mir in dem Fall die bessere zu sein.

Darunter befindet sich Wohnraum.



Wenn



... die Sparren nicht "auf Deubel komm raus" sichtbar gestaltet werden und ohnehin verkleidet werden sollen, dann lässt sich Zwischensparrendämmung ziemlich leicht mit Aufsparrendämmung oder auch Untersparrendämmung kombinieren.
Die Materialwahl sollte auf das Gebäude und die Nutzung, sowie die ohnehin anstehenden Vorhaben abgestimmt sein, eine Pauschallösung gibt es nicht, auch wenn Baumarktvideos via Youtube & Co. etwas anderes suggerieren...

Und eine "fehlende" Unterspannbahn ist per se noch kein Argument für eine Neudeckung...



vom Prinzip her …



… finde ich es nicht schlecht …
hat vor allem mehr Masse als die Hotzwolleplatten

bringt mehr … 

Wenn die Sparren nicht zu weit auseinander liegen … 

ich würde versuchen die nr 4 los zu werden … 

und bei dem Dachaufbau oder auch sonst immer versuchen das Dach "geneigter" zu machen

Neben der Masse ist eben auch die untere "putzbarkeit" vorn Vorteil …

Allerdings würde ich ersuchen noch mehr Masse reinzubekommen …

Florian Kurz



Der angedachte Aufbau



ist eine Möglichkeit.

Zu den Kosten ist ja schon was gesagt wurden.
Der Aufwand die Platten anzupassen ist hoch!

Alternativen sind Weichholzfaserplatten oder auch eine Einblasdämmung, für ein Koffer gebaut werden müsste.

Grüße aus Koblenz



Ohne Schalung......



....sähe denn da die Aussteifung des daches aus?
Ich würde stets auf eine einfache Schalungsebene plädieren und dann außen- und innenseitig mit Holzweichfaser arbeiten.
Blasen innen und außen Platten.

Grüße





Danke für die Antworten.

Das mit der Aussteifung hatte ich noch nicht bedacht.
Laut Statiker soll dies auch gemacht werden.

Schilf kam in Frage, da die Aussenwände bereits mit diesem Werkstoff gedämmt wurden und die Verarbeitung samt Verputzen recht angenehm zu erledigen war.

Schade ist nur, dass die benötigte Dämmstärke bei Schilf größer ist als bei den Weichholzfaserplatten.

Daher tendiere ich momentan eher zu den Weichfaserplatten.



Schilfdämmung



Gibt es dafür eine Eintragung in der Bauregelliste bzw. eine Zulassung?





Schilf besitzt meines Wissens eine bauaufsichtliche Zulassung für Dach, Decke, Wand.



@ S.Hausleithner



Hallo, was meinten Sie mit "...hat den Schuss nicht gehört."
Stehe grad irgendwie auf der Leitung, oder ?
MfG Pope





Wahrscheinlich sind die Bieberschwänze nicht dicht, wie beispielsweise Dachpfannen.

Wobei mich das auf der Grafik nicht stört, schließlich geht es ja um den Aufbau der Dämmung und nicht um die Ziegelwahl in der Grafik.



Biberschwanzdächer sind,



Wenn sie richtig verlegt sind, dichter als so manche Falzziegel oder Betondachpfannendächer.

Mfg Danilo



Zulassung



Wissen Sie das mit der Zulassung oder glauben Sie es nur?
Mich interessiert ob es ein konkretes Produkt gibt das dafür zugelassen ist, inklusive der Angabe zur WLG.
Irgendwo muß diese schöne Grafik ja herstammen.





Die Grafik stammt von der Herstellerseite (HIS Reet)

In einer "Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte –
Anwendungen – Innovationen" (pdf) vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München, wird Schilf als zugelassen angegeben.

siehe:
http://www.fiw-muenchen.de/media/pdf/metastudie_waermedaemmstoffe.pdf



Dachdämmung



Ich finde immer noch keine Angaben zur WLG, kein Produktdatenblatt und keine Verarbeitungsrichtlinie.
Ich würde so etwas keinem Kunden empfehlen bzw. in eine Ausschreibung aufnehmen.
Falls ein Dachdecker das als Gesamtpaket mit anbietet- bitte, dann steht er für die Qualität und die Gewährleistung gerade.
Ich bin zwar kein Dachdecker aber die schöne Grafik gibt mir was die Verarbeitung betrifft doch einiges zum denken. Im Gegensatz zu druckfesten Weichholzfaserplatten mit Nut-Federverbindung sehe ich keine Lösung für die Lastabtragung an den Plattenstößen. Die Ebenheit der Platten ist nicht vergleichbar mit Holzfaserplatten, wie soll hier eine ebene, feste Lage hergestellt werden auf der die Konterlattung sicher verschraubt und ausgerichtet wird? Die Platten selber werden wohl kaum die Dachlast aufnehmen können, wie das mit punktförmigen Verschraubungen erfolgen soll kann ich nicht erkennen. Dazu braucht es exakte Angaben welche bzw. wieviel Schrauben bei welcher Dachneigung usw. einzusetzen sind. Wie die Konterlattung dabei exakt ausgerichtet wird kann ich mir nicht so recht vorstellen. Wie die USB fixiert wird und auch ob sie diese Tortur bei der Montage schadlos übersteht ist für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar.





Danke für die Hinweise und die nachvollziehbaren Erläuterungen.

In dem Fall wird es wohl eine Weichholzfaserplatte oder andere Platten.

Besten Dank für die Hilfe!